Pokerturniere in der Schweiz teilweise legalisiert

Pokerturniere in der Schweiz teilweise legalisiert 0001

In der Schweiz darf Poker mit Geldeinsatz im Prinzip nur in staatlichen Spielbanken gespielt werden. Denn es herrscht ein Glücksspiel-Monopol und Poker gilt in der Schweiz als Glücksspiel. Jetzt hat die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) aber eine Ausnahmeregelung ins Leben gerufen, bei denen ein Pokerturnier mit Geldgewinn auch außerhalb der staatlichen Casinos legal abgehalten werden kann.

Die ESBK definiert Poker-Cashgames als ein Spiel das überwiegend vom Zufall abhängt. Daher tritt hier das Glücksspielgesetz im Sinne des Spielbankengesetztes in Kraft. Einen Verstoß ahndet die ESBK mit strafrechtlichen Konsequenzen. Wie sieht das aber bei Pokerturnieren aus? Vor allem wenn der Gewinn keine Sachpreise, sondern Geld ist? Bisher galt auch hier die gleiche Regelung wie auch bei Cashgames. Jetzt gibt es aber für die Turnierveranstalter die Möglichkeit auch legal Pokerturniere außerhalb von Spielbanken zu veranstalten. Dazu hat die ESBK eine Ausnahmeregelung definiert. Die ESBK prüft die Frage ob in jedem Einzelfall der Zufall oder das Geschick über den Gewinn entscheidet. Befindet die ESBK, dass das Geschick im Vordergrund steht darf das Turnier trotz Geldgewinnen außerhalb eines Casinos abgehalten werden. Jeder Antrag eines/einer Turnier-Veranstalters/Veranstalterin wird einzeln und gesondert geprüft. Es gibt keine Pauschalregelung.

Die Kriterien für die Beurteilung eines Antrags gliedern sich wie folgt (Quelle: Webpage der ESBK, www.esbk.ch):

Anzahl der Turnierteilnehmer/innen

Die Blinds werden in adäquatem Verhältnis zur Chipmenge festgesetzt

Die Blinds werden in hinreichend langen zeitlichen Abständen und angemessener Weise erhöht

Die Anzahl der Gewinne & Gewinner muss dem Turniergedanken Rechnung tragen

Die Gewinne müssen proportional zur Geschicklichkeit der Spieler steigen

Die Turnierdurchführung ist transparent

Dem Turnier kommt, unabhängig von der Gewinnmöglichkeit, ein Unterhaltungswert zu

Zusätzlich zu diesen Kriterien, die laut ESBK zu erfüllen sind, müssen die Anträge noch folgende Angaben enthalten:

Personalien des/der Veranstalers/Veranstalerin/Veranstalter

Spielbeschreibung des Pokerspiels beim Turnier

Ein Turnierreglement das genau definiert welches Spiel gespielt wird, wieviele Teilnehmer/innen zugelassen werden, die Anzahl der Tische, die Buy-In Höhe, Die Höhe des Rakes, die Anzahl der Re-Buys, ob eine Add-On Möglichkeit besteht, ob im Freezeout Modus gespielt wird, die Chipmenge beim Start des Turniers, ob es Nebenveranstaltungen gibt (Sit n' Go Turniere, Cashgames, o.ä.), die Blindstruktur inkl. Antes, die zeitlich abgesteckten Levels, die Höhe des garantierten Preisgeldes, Reglement bei Tischauflösung/Sitzplatz Umstrukturierung, geografische Umschreibung der Durchführungsorte und wie Turnierteilnehmer über all diese Regelungen informiert werden.

Und wie oberhalb auch schon erwähnt wird jeder einzelne Antrag individuell geprüft und entweder stattgegeben oder eben auch nicht.

Ein Gesuch um eine Turnierveranstaltung durchführen zu können ist kostenpflichtig, vorab werden CHF 300,- verlangt. Die Bearbeitungsdauer jeden Antrags beträgt um die zwei Monate. Wenn aber eine Zulassung für ein Pokerturnier erteilt ist kann dieses mehrmals abgehalten werden – es müssen aber immer die selben Kriterien eingehalten werden. Also jene Kriterien, die am Antrag genehmigt wurden.

Neben der Genehmigung der ESBK muss der/die Veranstalter/in dennoch mit den zuständigen Behörden abklären ob es noch etwaige kantonale oder kommunale Vorschriften gibt, die noch zusätzlich eingehalten werden müssen.

Das klingt alles nach einem Berg von Papierkram, aber zumindest ist ein kleiner Schritt getan das staatliche Monopol zu lockern.

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