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Das PokerNews Interview: Justin Bonomo

Das PokerNews Interview: Justin Bonomo 0001

In der Vergangenheit war "ZeeJustin" Bonomo ein Online Phänomen und überall in der PokerSzene wegen seinen hervorragenden Leistungen bekannt. Er wurde Ende 2006 einundzwanzig Jahre alt und mittlerweile hat sich einiges für ihn verändert. Das erste Mal erregte Bonomo Aufsehen, als er den Rekord als jüngster Spieler an einem TV-Table brach, bei der French Open im Februar 2005 war er gerade mal 19 Jahre und 5 Monate alt. Er wurde vierter in diesem Event. Seit er 21 geworden ist, startet er erst richtig durch, er gewann im Jahr 2006 fünfmal Preisgeld und im Jahr 2007 sogar 10 Mal. Seine beiden besten Live Platzierungen hatte er im Jahr 2007, er wurde Vierter im 2000$ No Limit Event bei der WSOP und Fünfter im Caesars Palace Classic Championship.

PokerNews: Wie war denn der Tag 1 im Bellagio für Dich? Ist irgendwas Interessantes passiert?

JB: Leider bin ich schon nach 2 Stunden ausgeschieden. Ich musste relativ am Anfang des Turniers bei einem Semi-Bluff All-In gehen und das war's. Es ist nichts wirklich Interessantes passiert. Ich denke ich habe ganz gut gespielt und war froh darüber, dass ich festgestellt habe, dass mir diese Turniere sehr viel Spaß machen und ich mich richtig fokussiert habe.

PN: Tut mir leid das zu hören. Hast du statt dessen ein paar Cash-Games gespielt? Was planst du hier für den Rest der Woche?

JB: Ich werde eine Menge Cash-Games spielen. Außerdem habe ich heute bereits ein wenig 300$/600$ Mixed Game gespielt. Ich habe 3.500$ gewonnen, bin dann aber ausgestiegen, weil mir der Tisch zu "Tough" wurde. Ich versuche halt mir möglichst die besten Spiele auszusuchen.

PN: Denkst Du, dass du bei diesen Spielen bleiben wirst?

JB: Ich liebe es No-Limit Games mit Ante zu spielen, leider gibt es diese Spiele nicht so oft. Wenn ich also einen Tisch finde, an dem ein Game mit Ante im Gange ist, spiele ich auch an dem Tisch. Wenn nicht, spiele ich halt Mixed Games, wenn sie soft sind. Ich kann auch No-Limit spielen, es ist mir also eigentlich egal welches Spiel ich spiele, Hauptsache ich habe ein gutes Gefühl, dann werde ich es spielen.

PN: Du bevorzugst Cash-Games zu spielen, welche einen Ante haben?

JB: Wenn es No-Limit ist, Ja. Ich denke, dass nur wenige Spieler wissen, wie sie mit Ante in einem Cash-Game umgehen müssen.

PN. Was waren deiner Meinung nach die größten Veränderungen beim Online Poker im Laufe des letzten Jahres? Durch was wurden die Veränderungen verursacht?

JB: Ich denke vor ca. 1,5 Jahren haben die Online Spiele angefangen schwieriger zu werden. Im speziellen bei Turnieren. Die Spieler spielen sehr viel aggressiver und ich denke die Spiele an sich sind wesentlich aggressiver als vor einigen Jahren.

PN: Ist das gut oder schlecht oder ist das nur etwas worauf Du dich einstellen musst?

JB: Ich glaube, es handelt sich dabei nur um eine natürliche Weiterentwicklung. Die Spieler spielen mehr Hände, haben mehr Übung und werden dadurch besser. Die Spiele an sich werden immer härter, das ist natürlich für professionelle Spieler nicht gut. Ich denke aber, dass diese Entwicklung für das Pokerspiel im Allgemeinen eine gute Sache ist.

PN: Es scheint so als würde sich ein neues Geschäftsfeld entwickeln, bei welchem es darum geht bei Online Turnieren zu sponsern (Anteile kaufen). Glaubst Du dass sich daraus eine zweite Industrie entwickeln könnte? Gibt es etwas worauf Spieler achten sollten, wenn Sie mit potenziellen Sponsoren in Verhandlungen treten?

JB: ich denke dass das für jeden Beteiligten eine großartige Sache ist. Die Sponsoren verdienen Geld, die Spieler können an mehr Turnieren teilnehmen. Viele schließen aber Geschäfte ab, welche Sie besser nicht abschließen sollten, die Spieler sollten auf jeden Fall sehr vorsichtig sein. Eine Sache auf welche die Spieler auf jeden Fall achten sollten, ist die Sache mit den Steuern. Eine Menge der Sponsoren (=die welche Anteile an den Spielern kaufen) weigern sich Steuern abzuführen und das kann sehr schnell sehr negative Folgen für den Spieler haben, vor allem wenn er erst etwas darüber erfährt, wenn es schon zu spät ist. Außerdem gibt es Deals, welche so ausgelegt sind, dass der Spieler keine Chance mehr hat aus seinen Verpflichtungen raus zu kommen. Die Spieler sollten sehr vorsichtig sein, wenn sie solche Deals abschließen. Insgesamt denke ich aber, ist es eine gute Sache. Es ist eine wunderbare Sache für Spieler, welche kein gutes Bankroll-Management haben und ansonsten mit ihren Gewinnen zuviel Gamblen würden. Einen Sponsor zu haben, sorgt dafür, dass diese Spieler auf dem Boden bleiben. Eine großartige Sache für alle Spieler, welche nicht über ausreichend Disziplin verfügen.

PN. Was meinst Du damit, wenn du sagst die Spieler würden nicht mehr aus dem Deal raus kommen?

JB: Es werden eine Menge Verträge abgeschlossen, aus denen die Spieler nur raus kommen, wenn sie über genügend Geld verfügen. Wenn die Spieler einen Sponsor haben und nicht gewinnen, müssen die Spieler ihren Sponsoren oft das Geld, welche diese in den Sand gesetzt haben, wieder zurückzahlen. Das Problem ist natürlich, dass die meisten Spieler, welche ein Sponsoring nötig haben, es sich gar nicht leisten können das Geld zurückzuzahlen und sie somit immer die Gelackmeierten sind, es sei denn sie würden ein richtig hohes Preisgeld gewinnen.

PN: Siehst Du dich in absehbarer Zukunft weiterhin im Pokerumfeld positioniert? Hast Du Ziele für ein Leben nach dem Du mit Pokern nichts mehr zu tun hast?

JB: Es ist sehr schwierig für mich dazu etwas zu sagen, aber ich denke, da hätte ich schon eine Vermutung. Ich glaube, dass ich während der nächsten 3 bis 5 Jahre Vollzeit Poker spielen werde und danach ebenfalls noch Poker spielen werde, nur halt nicht mehr so oft. Es wäre schon möglich, dass ich danach einer Tätigkeit in einem Geschäftsbereich, welcher irgendwas mit Poker zu tun hat, nachgehen werde, vielleicht hat meine Tätigkeit danach aber auch nichts mit Poker zu tun, wer weiss das heute schon. Aber ich denke, dass sich im Pokerumfeld eine Menge interessante Möglichkeiten ergeben werden, vor allem, wenn die Gesetzgebung in den USA wieder geändert werden sollte. Am besten sollte Poker komplett legalisiert werden, ansonsten gibt es zu viele Grauzonen.

PN: Welche Auswirkungen hätte es für Dich persönlich, wenn Poker in den USA komplett legalisiert und reguliert würde?

JB: Ich denke das wäre eine großartige Sache für Jeden, der in irgendeiner Weise etwas mit Poker zu tun hat. Es würden jede Menge neue Spieler dazukommen. Die neuen Spieler hätten natürlich noch keine so große Erfahrung und müssten erst einmal viele Hände spielen und dabei lernen und während dieses Lernprozesses würden sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch Geld verlieren. Nicht nur dass neues Geld an die Tische kommen würde, die Legalisierung würde sich natürlich auch positiv auf alle Geschäftsbereiche, welche mit Poker in Verbindung stehen, auswirken (Bücherverkäufe, Trainings-Seiten und viele andere Geschäftsbereiche). Die Legalisierung wäre sicherlich das Beste, was uns allen passieren könnte.

PN: Du hast sicherlich eins der interessantesten Profile in der Pokerszene und hast momentan keinen Vertrag mit einer Pokerseite abgeschlossen. Wirst Du einen Vertrag mit einer Seite abschließen? Welche Vorteile bringt Dir ein Sponsoringvertrag?

JB: In der Vergangenheit wurde ich bereits von Bodog und FullTilt Poker gesponsert. Ich stehe momentan in Verhandlungen mit Bodog. Ich mag die Art, wie Bodog arbeitet und ich spiele gerne im Bodog Team. Weiterhin liegt mir noch ein Angebot von einer Trainingsseite vor. Ich werde wohl mal abwarten bis mir ein gutes Angebot vorliegt.

PN: Was wird sich für Dich im Jahr 2008 im Vergleich zum Jahr 2007 verändern? Planst du mehr Turniere außerhalb der USA (bzw. Übersee) zu spielen?

JB: Nein. Ich spiele nur selten Turniere in Übersee. Es ist viel einfacher an Live-Turnieren teilzunehmen, welche nicht so weit entfernt veranstaltet werden. Normalerweise spiele ich im Rahmen einer Auslandsreise nicht so viele Turnier und verbringe oft mehr Zeit beim reisen, als beim Spielen. Wenn ich zu Hause bleibe, habe ich mehr Zeit um Poker zu spielen, da ich keine Reisezeiten habe. Ich habe außerdem immer Probleme mit dem Jetlag.

PN: Betätigst du Dich noch irgendwie in der Magic: The Gathering-Szene? Man hört immer wieder Gerüchte, dass David Williams und einige andere Jungs Wetten auf Magic Online Drafts und ähnliche Turniere abgeben.

JB: Im Moment bin gerade in einer Pause bei einem Draft mit David Williams und einigen anderen Spielern, deshalb kann ich Dir auch jetzt dieses Interview geben! Ich kann mit Stolz bekannt geben, dass mein Team den ersten Draft gewonnen hat und wir uns momentan im zweiten Team Draft befinden. Ich denke mein Team hat gute Chancen.

Ich liebe Magic-The Game. Das großartige daran ist, dass man nicht um Geld spielen muss und trotzdem eine Menge Spaß haben kann. Wenn du Poker mit deinen Freunden spielst, ist es nur sinnvoll, wenn du um Geld spielst. Wenn ohne Geld gespielt wird, gehen die Spieler sinnlos All-In und es kommt kein anständiges Spiel zustande. Aber bei Magic kann man auch ernsthaft spielen und Spaß haben, ohne dass um einen Einsatz gespielt wird.

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