PokerNews Exklusiv: Interview mit Greg Raymer

PokerNews Exklusiv: Interview mit Greg Raymer 0001

Während meiner letzten Reise zum APPT Event in Sydney hatte ich eine Begegnung mit einem der ganz großen aus der Pokerszene. Meine Zeit mit Greg Raymer war sicherlich das absolute Highlight meiner Reise. Eine Stunde mit solch einem netten Pokerspieler zu verbringen, war eine unglaubliches Erlebnis und etwas wofür ich extrem dankbar bin. Ich hatte gefragt, ob er 10 Minuten Zeit für mich hätte und letztendlich haben wir uns über eine Stunde lang unterhalten. Ich habe nicht mit Greg dem phantastischen Pokerspieler gesprochen, sondern mit dem Menschen Greg.

PN: Danke dass Sie sich Zeit genommen haben, um sich mit PokerNews zu unterhalten.

Greg: Kein Problem. Sie sind Australier und arbeiten für UK-PokerNews? Ist das nicht irgendwie ungewöhnlich?

PN: Auf jeden Fall. Ich habe eine Menge Spaß bei meiner Arbeit und hoffe am Anfang des nächsten Jahres die Möglichkeit zu haben nach England zu reisen.

Greg: Du wirst sicherlich jede Menge Spaß haben. Dort gibt es bestimmt eine Menge zu arbeiten, aber es gibt auch sicherlich eine Menge zu sehen.

PN: Sie haben in der Pokerszene für einiges Aufsehen gesorgt, als Sie die WSOP gewonnen hatten. Wie hat sich ihr Spiel seit dieser Zeit verändert?

Greg: Nicht so viel wie ich es mir gewünscht hätte. Ich arbeite immer noch daran zum besten Pokerspieler dieser Welt zu werden und ich versuche natürlich mein Spiel kontinuierlich zu verbessern. Ich denke manchmal gebe ich einfach nicht 100% und das ist etwas woran ich arbeiten muss. Ich versuche jetzt jede einzelne Hand optimal zu spielen, immer mit 100% Einsatz meines gesamten Skills.

PN: Denken Sie, dass Sie das Pokerspielen in den nächsten Jahren mit dem gleichen Tempo beibehalten können?

Greg: Ich spiele nicht annähernd soviel wie die anderen Poker Pros. Ich reise 2/3 des Jahres und das ist sehr ermüdend. Ich bin aber nicht, wie die anderen Pros. Die fahren zu einem Event, spielen alle Vorab-Turniere und anschließend noch das Main Event. Und dann machen Sie sich schon auf den Weg zum nächsten Event. Die spielen fast jeden Tag Karten und machen nur zu an Weihnachten und Neujahr eine kleine Pause. Ich bin anders. Ich fahre zu einem Event, nutze meine Zeit und schaue mir die Stadt an. Ich konzentriere mich normalerweise darauf das Main-Event zu spielen und mache während den vorher stattfindenden Turnieren eine Pause. So komme ich auf ca. 40 Turniere pro Jahr.

Lustigerweise arbeite ich momentan als Pokerspieler mehr, als ich früher als Rechtsanwalt gearbeitet habe. Ich denke nicht, dass ich Probleme durch einen Burnout bekommen könnte. Vielleicht sollte ich mehr spielen, um etwas weiter nach vorne zu kommen.

PN: Wie viele Stunden pro Woche spielen Sie Online?

Greg: Ich spiele ca. 15 Stunden pro Woche Cash-Games bei PokerStars.

UKPN: Was machen Sie am liebsten, wenn Sie mal gerade nicht am Pokertisch sitzen?

Greg: Wenn ich Zuhause bin, verbringe ich meine Zeit am liebsten mit meiner Familie und meinen Freunden. Wenn ich auf Reisen bin, spiele ich am liebsten Golf. Ich habe momentan ein Handicap von 16 und möchte mich natürlich weiter verbessern.

PN: Was mach Sie wütend?

Greg: Ich habe einen ausgeprägten Sinn für Humor und es ist nicht so einfach mich aus der Ruhe zu bringen. Wenn ich schlecht spiele, bin ich enttäuscht und wenn Leute dumme Fehler abseits vom Poker machen, bin ich verärgert. Um mich aber wütend zu machen, müssen sie mich herausfordern und verletzen. Wenn sie gemein zu mir sind, verletzt mich dass und macht mich wütend. Aber normalerweise bin ich ein überaus freundlicher Zeitgenosse.

PN: Coca Cola oder Pepsi?

Greg: Koffeinfreies Coca Cola Light

PN: Ihr Lieblingsfilm?

Greg: Ich würde mal sagen… die Herr der Ringe – Trilogie. Die Story und die Trickeffekte waren einfach unglaublich.

PN: Ihre Lieblings- TV Show?

Greg: Meine erste Antwort wird vielleicht etwas überraschend sein. Ich liebe die englische Show "Bargain Hunt (die Jagt nach Sonderangeboten)". Eins meiner Hobbys ist Einkaufen, deshalb finde ich diese Show extrem interessant.

Meine zweite Antwort ist etwas nahe liegender. Ich liebe South Park, Family Guy und die Simpsons. Ich mag South Park weil South Park nicht nur Grenzen durchbricht, sondern weil es bei South Park keine Grenzen gibt. Die Simpsons und Family Guy sind beide extrem lustig.

PN: Was halten Sie von Stewie Griffin?

Greg: Stewart ist großartig. Er ist ein wahrhaft spaßiger Charakter!

PN: Welches Ziel haben Sie sich fürs Pokern in den nächsten 10 Jahren gesetzt?

Greg: Nein. Ich glaube nicht daran, dass es etwas bringt, wenn man sich Ziele setzt. Ich denke das ist ein großes Missverständnis. Mein einziges Ziel, wenn man es so sagen kann, besteht darin, zu versuchen jede Hand perfekt zu spielen. Sich bestimmte Ziele zu setzen, kann gefährlich werden.

PN: Ich überlasse ihnen die Frage und nenne einfach nur einen Namen – Daniel Negreanu?

Greg: Ich war sehr überrascht darüber, dass das Bluff Magazin uns in die Liste ihrer Top-Ten der Poker-Streithähne aufgenommen hat. Wir tauschen Blicke aus, aber die Aussage, wir hätten eine Fehde, ist inkorrekt. Er und ich sind einfach nur zwei Leute, welche ihre Gedanken öffentlich aussprechen und unsere Meinungen stimmen halt in einigen Punkten nicht überein.

PN: Chris Moneymaker und Sie sind zwei der Glücklichen, welche ein WSOP Main Event gewonnen haben und maßgeblich zum globalen Poker-Boom beigetragen haben. Otto Normalverbraucher fühlt jetzt, dass auch er eine reale Chance hat das Main Event zu gewinnen. Es scheint so, als wäre Jamie Gold nicht annähernd so populär. Was sagen Sie dazu?

Greg: Ich habe Jamie nur zweimal getroffen und ich gebe nichts darauf, was im Fernsehen über ihn berichtet wird. Ich habe also keine wirkliche Meinung zu diesem Thema.

PN: Im Januar finden die Aussie Millions statt. Planen Sie hier zu bleiben und sich ein wenig Australien anzusehen oder werden Sie nach Hause reisen?

Greg: Ich werde nach Hause fliegen und etwas Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen. Ich bin mir momentan im Bezug auf die Aussie Millions noch nicht 100% sicher, da ich auch noch ein PokerStars Turnier in der Karibik spielen werde.

Ich werde noch ein Wohltätigkeitsturnier in Sydney spielen und dann nach Hause fliegen.

PN: Für welche Wohltätigkeitsorganisation engagieren Sie sich?

Greg: Ich spiele für die Bubel-Aiken Stiftung. Meine Frau engagiert sich sehr in der Wohltätigkeit und es ist etwas, was uns Beiden sehr wichtig ist. Ich hoffe wirklich, dass ich dieses Event gewinnen werde. Diese Wohltätigkeitsorganisation hilft Jugendlichen auf eine ganz spezielle Weise. Schauen Sie sich doch mal die Internetseite der Bubel-Aiken Stiftung an. Sie ist sehr interessant und es lohnt sich auf jeden Fall dort mal vorbei zu Surfen.

PN: Das werde ich auf jeden Fall tun. Sie haben in England sehr viel Poker gespielt. Können Sie unseren Lesern erklären, wieso es dazu kam?

Greg: Ich mag London. Es wäre zwar extrem teuer in London zu leben, aber ich liebe es London zu besuchen. Die Geschichte der USA und die von Australien ist nicht so, wie die Geschichte von England. Ich liebe Antikes und ich liebe historische Geschichten, beides bietet mit England im Überfluss. Ich finde es einfach interessanter England zu besuchen, als z.B. die USA. Dublin ist ein sehr interessanter Ort.

Nun aber zurück zum Poker. Ich habe bei der EPT London, der WSOPE, der EPT Dublin, den British Poker Open und einigen anderen Events mitgespielt. Ich bin außerdem des Öfteren in London, da ich einige Episoden der EPT TV-Show kommentiere, was mir wirklich Spaß macht.

PN: Eine letzte Frage. Haben Sie einen Ratschlag für die Leser von PokerNews?

Greg: Das wichtigste ist, beim Spielen immer auf den Bankroll zu achten. Poker ist ein wundervolles Spiel, aber manche Spieler verlieren mehr, als sie es sich eigentlich leisten könnten und das ist das einzige negative bei diesem Spiel. Nur wenn Sie ihren Bankroll gut managen und solides Poker spielen, werden Sie langfristig erfolgreich sein.

PN: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben. Viel Glück bei ihrem Wohltätigkeitsevent und wir hoffen, dass Sie den Sieg für die Bubel-Aiken Stiftung mit nach Hause nehmen. Wir hoffen, dass wir Sie bei den Aussie Millions wieder sehen werden – falls Sie daran teilnehmen.

Greg: Vielen Dank

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