Glück und Geschicklichkeit – kein Unterschied?

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Während die EU diskutiert, ob Poker ein Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel ist, greift der Gesetzgeber hart durch. In München brechen harte Zeiten an – hat sich dort die Polizei offenbar darauf spezialisiert, „illegale Glücksspieler" zu jagen.

Schauen wir uns zuerst einmal die Gesetzeslage an: Poker ist in Deutschland nur erlaubt, wenn kein Geld im Spiel ist. Geht es um Bargeld, dann ist es unerlaubtes Glücksspiel und wird nach § 284 StGB für den Veranstalter im schlimmsten Fall mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren geahndet. Kommt man „besser" davon, gibt es nur eine Geldstrafe (§ 285 StGB). Teilnehmern droht ebenfalls eine Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe, welches sicher höher als das jeweilige Buy-in ausfällt.

Schon im Mai 2007 hat das Verwaltungsgericht München festgestellt, dass Poker genauso wie Black-Jack und Roulette zufallsbezogen ist und somit als Glücksspiel einzustufen ist!

Jeder professionelle Pokerspieler weiß, dass dies Unfug ist. Natürlich zählt gewissermaßen das Kartenglück, doch macht den wesentlich höheren Teil die Strategie, das „richtige" Lesen des Gegners aus. Bei Roulette kann ich das Spiel nicht beeinflussen, ebenfalls nicht bei Black-Jack! Bei einem Pokerspiel zählt aber die Art des Spielens, das Geschick, wie ich mit meinen Karten das weitere Vorgehen der Mitspieler beeinflusse. Doch diese Argumente verhallen im Nirgendwo.

Auch die „Ausrede", dass die Eintrittsgelder bei einem Pokerturnier ausschließlich für die Deckung der anfallenden Kosten wie Personal oder Lokalmiete verwendet werden und die Sachpreise durch Dritte gesponsert werden, hindert das Gericht nicht daran zu meinen, dass es sich bei Verlangen von Eintrittsgeldern oder Buy-ins um einen Einsatz im Sinne des § 284 StGB handelt, also ein strafbares Glücksspiel vorliegt.

So gab es Anfang Dezember 2007 gleich zwei Razzien: Bei der ersten hatte der Veranstalter eine Roulette- und Pokerakademie unterhalten, für die er Eintrittsgelder verlangt hatte. Und obwohl die Veranstaltung angemeldet war (die Polizei dankt wahrscheinlich für den Hinweis), kam sie dann nicht als Zuseher vorbei, sondern beschlagnahmte den Pot über angeblich mehrere tausend Euro. Es wurde dort gerade das Vorrundenturnier für eine deutsche Meisterschaft ausgetragen.

Gegen den Veranstalter, einen 53-jährigen Münchner Kaufmann, der seit Anfang 2006 Pokerturniere unter dem Dach der „Deutschen Poker Union" ausrichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft nun wegen Beteiligung an unerlaubtem Glücksspiel, wie gegen zwei Croupiers und etliche Spieler.

Das Wochenende war aber noch nicht vorbei. Bei der nächsten Razzia lösten die Beamten dann eine Würfelrunde auf. Auf dem Tisch lagen wieder mehrere Tausend Euro. Die Spieler wurden gefilzt und die Beamten entdeckten bei mehreren Teilnehmern Beträge von angeblich mehreren zehntausend Euro, teilweise am Körper „versteckt". Gegen den Wirt, einen 31-jährigen Türken, und die Spieler wird nun ermittelt. Also zwei völlig unterschiedliche Situationen, aber mit demselben Ergebnis: Unerlaubt!

Es wird Zeit, endlich für eine klare gesetzliche Grundlage zu sorgen, die EU-weit gilt! Es kann nicht sein, dass der Gesetzgeber hier nicht mit professionellen Methoden feststellen kann, inwiefern entweder AUSSCHLIESSLICH Glück oder Geschicklichkeit im Spiel ist. So sollten sich mal die Richter und Polizisten zu diesen zwei Spielen zusammenfinden, um dann zu erkennen, dass zu einem gepflegten Pokerspiel wahrlich mehr gehört als Glück. Und dann feststellen, dass Würfeln sehr wohl als pures Glücksspiel eingestuft werden kann! Zu guter Letzt sollte auch noch erwähnt werden, dass Lotto auch ein Glücksspiel ist, aber legal!

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