Welcher Spielertyp bist du?

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Basierend auf Michael Keiners Buch "Living on the Edge" möchte ich mit diesem Artikel näher auf die unterschiedlichen Spieler-Typen eingehen, anhand derer das eigene Spiel verbessert und reflektiert werden kann. Erst durch das Bewußt werden und Erkennen der jeweiligen Spielart ist es möglich am Tisch Erfolg zu haben. In "Living on the Edge" erläutert Michael Keiner sehr genau die sechs Spielertypen und stellt sie mit praktischen Beispielen in Bezug zum Spielablauf. Dieser Artikel dient nur als Einleitung bzw. grundlegende Klassifizierung der einzelnen Typen um eine Übersicht zu schaffen.

Tight-passive Spielertyp:

Die Starthände dieses Spielertyps müssen qualitativ sehr hoch sein, ein Raise vor dem Flop ist eher selten. Sein/Ihr Spiel ist von dem Gedanken nicht zu viel Geld zu verlieren geprägt. Daher könnte man sein/ihr Spiel fast als fantasielos bezeichnen. Ein Check-Raise ist nicht zu erwarten. Geht ein/e tight-passive Spieler/in in die Offensive sollte man sich nur dann mit ihm/ihr anlegen, wenn man die Nuts oder ein wirklich starkes Blatt in Händen hält. Grundsätzlich ist die Strategie eines/einer tight-passive Spielers/Spielerin gut lesbar.

Tight-active Spielertyp:

Er/Sie stellt im Bezug auf die Starthand ähnlich hohe Ansprüche wie der tight-passive Spielertyp. Allerdings ist sein/ihr Spiel von Initiative geprägt, er/sie weiß um die Qualität seiner/ihrer Hand und ist bereit diese vehement zu verteidigen. Michael Keiner warnt davor diesen Spielertyp auf keinen Fall zu unterschätzen, und jede Action gegen diesen Typus genau zu überdenken – sonst könnte es sehr teuer werden. Als Beispiele eines tight-active Spielers nennt Michael Keiner die Poker-Pros Phil Hellmuth, Dan Harrington und T.J. Cloutier.

Loose-passive Spielertyp:

Dieser Spielertyp spielt fast 90% seiner Hände und wird gerne als "Fisch" bezeichnet. Hat er/sie auch noch eine hohe finanzielle Liquidität ist er/sie ein gefundenes "Opfer" für routinierte aggressive Spieler/innen. Der loose-passive Typ bezahlt so gut wie alles, auch wenn er/sie nur einen Flushdraw hat oder die Möglichkeit auf eine Straße sieht. Michael Keiner schreibt, dass die Hand Pre-Flop schwer einschätzbar ist, spielt der loose-passive Typ doch fast alles. Wichtig ist es so bald als möglich die wahre Qualität der Hand zu erkennen um spezifisch reagieren zu können. Bei diesem Typus kann es immer wieder zu Bad-Beats kommen, geht der loose-passive Spieler doch fast immer bis zum bitteren Ende mit. Dennoch sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn die Statistik arbeitet gegen die Spielart des/der loose-passive Spielers/Spielerin.

Loose-active Spielertyp:

Auch dieser Typus liebt gerne die Action, allerdings ergreift er/sie (im Gegensatz zum loose-passive Spieler) die Initiative. Er/Sie ist ein gefährlicher Gegner, da in seinem/ihrem Spiel meist starker Druck auf die anderen Spieler/innen ausgeübt und aufgebaut wird. Er/Sie kann sich jedoch schwer von seiner/ihrer Hand lösen, auch wenn sie nur mittelmäßig ist. Michael Keiner schreibt, dass der loose-active Spielertyp zu einer der schwierigsten Gegner gehört, da er/sie oft nicht eindeutig einzuschätzen ist und sein/ihr Spiel Respekt einflößend ist. Als bekannte Vertreter dieser Spielart nennt er Dave "Devilfish" Ulliott, Daniel Negreanu, Phil Ivey und Gus Hansen.

Neutral-passive Spierltyp:

Dieser Typ ist laut Michael Keiner eher selten zu finden. Einerseits weil eine passive Spielart (egal ob tight, loose oder neutral) ohnehin ein Nachteil am Tisch ist und andererseits weil er/sie ja nur reagiert und kaum agiert. Der neutral-passive Spielertyp ist oft beim Einstieg an einem Tisch zu finden, wechselt er/sie doch zwischen tight- und loose-passive hin und her, legt sich also in seiner/ihrer Strategie nicht fest. Diese Spielart gibt einem die Möglichkeit die Spieler/innen besser kennen zu lernen um sie später einschätzen zu können. Erfahrene Spieler wenden diese Taktik auch an, wenn sie merken, dass ihre Hände "kalt" sind, d.h. sie über einen längeren Zeitraum kaum gute Blätter bekommen. Sie können dadurch den finanziellen Verlust relativ gering halten. Auch Pokerspieler/innen, die sich in ihrer Spielart noch nicht ganz sicher sind und viel analysieren, spielen oft neutral-passive.

Neutral-active Spielertyp:

Michael Keiner schreibt bei diesem Spielertypus als ersten Satz: "Hier kommt der wahre Gegner am Pokertisch!" Er begründet dies indem der neutral-active Spieler ein einziges Ziel am Tisch verfolgt: mit seiner/ihren variablen Taktik so viel Geld wie möglich zu gewinnen. Dieser Typus ist sowohl im Turniergame als auch im Cashgame überdurchschnittlich erfolgreich. Er/Sie will durch seine/ihre Strategie so viele Informationen wie möglich über die Karten der Mitspieler/innen sammeln. Er/Sie wechselt zwischen tight- und loose-active und ist daher sehr schwierig einzuschätzen. Chris Ferguson, Barry Greenstein, Johnny Chan und Benjamin Roberts nennt Michael Keiner als berühmte Vertreter dieses Spielertyps.

Im Buch "Living on the Edge" ist die Ausführung der verschiedenen Typen natürlich wesentlich detaillierter ausgeführt. Für alle, deren Interesse nun geweckt ist sich näher mit der eigenen Spielart oder der Analyse von anderen Pokerspielern/innen auseinander zu setzen, empfehle ich "Living on the Edge" als sehr informative und praxisorientierte Lektüre.

Michael Keiner: "Living on the Edge – Ein autobiografisches Poker-Lehrbuch", AniMazing Verlag

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