Poker als Politik - Interview mit Alfonse D'Amato, Teil 2

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Gestern präsentierten wir ihnen den ersten Teil unseres Interviews mit dem ehemaligen Senator und momentanen Vorsitzenden der Poker Player Alliance Alfonse D'Amato. Dies ist der zweite Teil des Interviews.

PokerNews: Es ist sehr interessant für die Pokerspieler, dass es mehrere Legislationen gibt. Es ist sehr aufregend, dass Leute wie Sie in ihrer Person, sich der Öffentlichkeit stellen und über diese Dinge reden. Fühlen Sie langsam, dass die Regierung ihr Anliegen ernst nimmt?

D'Amato: Es beginnt ja erst richtig. Wir stehen noch ganz am Anfang. Mit anderen Worten, 600.000 Mitglieder zu haben, ist ja schon mal nicht schlecht, wenn wir aber auf 1 Million Mitglieder anwachsen könnten, hätten wir in jedem Kongressbezirk mehr als 2000 Mitglieder. Wenn 2000 Menschen laut nach ihren Rechten schreien, ist das etwas, was wahrgenommen wird. Ich weis, dass man sich etwas engagieren muss, wen man sich uns anschließt. Wenn man aber E-Mails abschickt, Telefonanrufe macht oder Briefe schreibt, muss man sich ebenfalls engagieren... Und hier beginnt der Prozess etwas zu bewegen; wir versuchen nämlich auch einen Weg zu finden, um dafür zu Sorgen, dass die Öffentlichkeit immer mit den neusten Informationen versorgt wird. Die Poker Player Alliance muss die Kongressmitglieder über de neusten Entwicklungen auf dem Laufenden halten und sie darüber unterrichten, dass es Software-Programme gibt, welche verhindern können, dass minderjährige Spieler am Online-Glücksspiel teilnehmen. Sie haben natürlich das Recht sich Sorgen um unsere Jugend zu machen, aber scheinbar wissen sie immer noch nicht, dass es Software-Programme gibt, welche dieses Problem enggültig aus der Welt schaffen könnten.

PokerNews: Ist das also die aktuelle Situation? Was könnte in naher Zukunft die meiste Bewegung in diese Angelegenheit bringen?

D'Amato: Die Poker Player Alliance wird die Mitglieder des Kongress und deren Angestellte über alle Fakten informieren und es wird ein gewisser Druck durch die weltweite Community entstehen. Bei uns nutzt jeder das Internet, für Informationen, um Dinge zu finden, um Dinge zu verkaufen und was tun wir? Wir schließen uns vom internationalen Wettbewerb aus. Die WTO sagt:" Nein, das kann die USA nicht machen, die USA kann sich nicht aussuchen, welche Gesetze ihnen gefallen und welche nicht. Die USA kann sich nicht einzelne Gesetze aussuchen und sagen, ja, dieses Gesetz gefällt uns, dieses Gesetz wenden wir an und die anderen Gesetze interessieren uns nicht." Wir sind besorgt darüber welche Verstöße gegen die intellektuellen Eigentumsrechte sich die USA in den letzten Jahren zuschulden gekommen lassen hat! Wir sind erzürnt darüber dass gewisse Staaten unser geistiges Eigentum plagiieren. Dazu kam von Seiten der WTO folgende Aussage:" Ihr (die USA) könnt eure Produkte (grundsätzlich geht es dabei um Spiele und Dienstleistungen) nicht einfach so, wie es euch in den Kram passt, über das Internet verkaufen, wenn ihr so weiter macht, müsst ihr damit rechnen im Rahmen der Sanktionen etliche Millionen Dollar Strafe zahlen zu müssen".

PokerNews: Sie denken wirklich, dass die WTO Entscheidung Auswirkungen haben wird welche sich negativ für die USA auswirken werden?

D'Amato: Absolut, während der gesamten Zeit. Ich denke eventuell Ende Juli wird eine neue Entscheidung gefällt werden, vielleicht dauert es auch bis September bis sich alles relativiert hat. Und dann, haben wir diese gigantischen Technologieunternehmen, wie z.B. Microsoft, welche involviert werden und von den WTO Entscheidungen direkt betroffen sein werden.

PokerNews: Ich verstehe. Und dann sehen Sie eine Möglichkeit, dass sich etwas bewegen wird.

D'Amato: Dann wird sich mit Sicherheit etwas bewegen!

PokerNews: Ich frage mich was Sie darüber gehört haben, wie Sie sich dabei fühlen, Sie haben die ganze Zeit über mit diesen Leuten geredet, wie ist die Meinung der großen Vertreter der Glücksspielbranche, wie z.B. MGM/Mirage und Harrahs, zu diesem Thema.

D'Amato: Ich denke die sind nur ein wenig in diesen Prozess involviert, es geht mehr um die Furcht vor dem Unbekannten, vor dem Ungewissen. Ich glaube aber außerdem, dass diese Firmen recht fortschrittlich denken. Harras zum Beispiel, haben durch die WSOP und die Fernsehübertragungen ein wirklich großes Zuschauerpublikum. Ich denke nur NFL Football und Nascar haben noch mehr Zuschauer als Poker. Und diese Entwicklung bzw. das Wachstum dieser Branche setzt sich weiterhin kontinuierlich fort. Einige der Großen im Gambling Geschäft beschäftigen sich mittlerweile bereits intensiv mit diesem Thema, Harrahs hat angefangen, Interesse an den zukünftigen Entwicklungen zu zeigen... Fakt ist, dass sie sich im Laufe der nächsten Zeit mehr für die Situation interessieren werden. Im Moment sind sie ambivalent. Ich denke nicht, dass sie im Moment eine Gefahr durch das Internet für ihre angestammten Geschäftsfelder sehen, aber irgendwann wird es der Fall sein. Ich denke dass sie ziemlich smarte Leute sind. Sie haben es geschafft einen wirklich großartigen Industriezweig aufzubauen und Sie werden alles versuchen ihren Markt zu schützen. Und bedingt durch die Tatsache, dass die großen Anbieter versuchen ihre Märkte zuschützen, werden Sie neue Technologien einsetzen, welche dazu führen werden, dass der Markt sich langfristig öffnet. Ich sehe die Zeiten kommen, wenn zehntausende an der WSOP über das Internet teilnehmen werden. Denken Sie darüber nach. Warum sollten nur etwas mehr als 6000 Spieler am WSOP Main Event teilnehmen? Die WSOP wird eines Tages 60.000 Teilnehmer haben, welche weltweit gegeneinander antreten und Sie werden dazu das Internet benutzen.

PokerNews: Das klingt ja grundsätzlich sehr positiv für uns. Was mich jedoch im Moment am meisten beschäftigt, ist die Frage nach dem zeitlichen Rahmen. Sie sagten, alles befinde sich noch im Anfangsstadium, gibt es überhaupt einen Zeitplan? Wie wird sich die Planung umsetzen lassen? In Welche Richtung wird es gehen?

D'Amato: Ich denke es wird irgendwann zwischen dem heutigen Tag und dem Monat September. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir innerhalb dieses Zeitrahmens für eine Anerkennung der einen oder vielleicht auch für mehrere unserer Legislationen bekommen werden und ich denke, dies wäre eine sehr, sehr wichtige Entwicklung für uns. Wenn sich das Komitee, der Banken-Ausschuss bzw. Das "Financial Services Committee", wenn man die korrekte Bezeichnung verwenden möchte, dazu entscheidet eine der Legislationen zu unterstützen und nach vorne zu bringen, wird richtig Schwung in die Sache kommen. Wir hätten dann anstatt der momentanen 25+ Co-Sponsoren insgesamt über 50 Co-Sponsoren. Das würde richtig Bewegung in unsere Sache bringen.

PokerNews: Zwei abschließende Fragen. Nummer 1: Sie haben Sichtlicherweise sehr viel Erfahrung in der Lobby-Arbeit, ein Prozess der für uns alle sehr undurchschaubar ist, insbesondere für Laien wie mich.

D'Amato: Für mich ist die Lobby-Arbeit leider oft auch nicht immer wirklich durchschaubar.

PokerNews: Und das hat doch bestimmt auch einen guten Grund, Richtig? Was kann die Pokerindustrie tun? Was können die Leute aus der Pokerindustrie tun um wirkliche Veränderungen zu bewirken? Die Leute von Party Poker, von Harrahs und PokerNews.com, was sollen sie tun, bzw. was sollten sie nicht tun?

D'Amato: Gut, dazu möchte ich folgendes sagen: "Sie sollten zusammenarbeiten". Wenn alle zusammenarbeiten, wenn sie sich über den Weg, welcher eingeschlagen werden sollte, abstimmen, wenn sie zusammen unsere Sache vertreten, wenn sie andere über die wirklichen Zusammenhänge informieren, dann haben die Millionen Pokerspieler, welche bisher nicht in diesen Prozess eingebunden waren, die Chance gehört zu werden. Und das ist es was wir tun müssen, wir müssen rausgehen und versuchen so viele Menschen wie möglich zu erreichen und ihnen zu sagen:" Werden Sie Mitglied in der PPA, geben sie ihrer Meinung eine Stimme und lassen sie die PPA ihre Interessen gegenüber dem Kongress vertreten". Wir müssen unsere Kräfte bündeln, denn nur zusammen sind wir schlagkräftig. Wenn wir es schaffen die Poker-Industrie für unsere Sache zu begeistern, werden wir durch den Aufschwung sicherlich bald 1.000.000 Mitglieder Grenze durchbrechen. Und dann haben wir einen Million Menschen, welche aktive Lobbyarbeit machen und dafür sorgen werden, dass ihre Rechte durchgesetzt werden. Und wenn wir gerade Mal dabei sind, die Leute fordern nicht mehr und nicht weniger als dass Sie in der Lage sind Zuhause das Internet zu nutzen, dass es ihnen erlaubt ist Poker zu spielen und dass sie in Lage sind alle Sicherheitsvorkehrungen einzusetzen, um Jugendliche vom Glücksspiel abzuhalten.

PokerNews: Senator D'Amato wir haben uns sehr darüber gefreut, dass Sie sich die Zeit genommen haben, sich mit uns zu unterhalten. Wir wünschen ihnen alles Gute und genießen Sie ihre restlichen Tage bei der WSOP.

D'Amato: Auf jeden Fall.

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