Poker als Politik - Interview mit Alfonse D'Amato, Teil 1

Poker als Politik - Interview mit Alfonse D'Amato, Teil 1 0001

Senator Alfonse D'Amato liebt das Pokerspiel. D'Amato ist dafür bekannt, dass er regelmäßig mit einer Gruppe von Freunden in New York Poker spielt, dazu gehört unter anderem der bekannte Radiomoderator Howard Stern. D'Amato hat sich außerdem einen Namen als Vorsitzender der "Poker Players Alliance" gemacht. Wir sitzen nun mit Ihm zusammen um uns über die aktuelle Lage in der Nation zu unterhalten – natürlich im Bezug auf das Thema Poker.

John Caldwell (PokerNews): Senator, wie geht es ihnen heute? Haben Sie sich bis jetzt in Las Vegas gut amüsiert?

Alfonse D'Amato: Ich habe mich hervorragend amüsiert. Die WSOP ist ein absolut phantastisches Erlebnis, 1700 Spieler in einem Raum! Und das war nur eine von mehreren Gruppen, ich glaube es waren insgesamt vier Gruppen. Es ist einfach großartig und die "Poker Player Alliance" ist sehr froh hier zu sein und wir werden Versuchen hier neue Mitglieder zu finden. Sie wissen ja bestimmt, unsere Mitgliederanzahl ist von 100.000 auf 600.000 angewachsen. Unser Ziel ist es 1 Million Mitglieder vorweisen zu können, damit wir den kleinen Mann dabei helfen können sich dagegen zuwehren, wenn der Kongress ein Gesetz verabschiedet, welches das Spielen im Internet verbietet. Lächerlich! Jeder geht ins Internet um dort Einzukaufen, zur Unterhaltung, usw. und in den USA sagt die Regierung "Nun, es ist in Ordnung wenn Sie bei Pferderennen wetten", Vielen Dank Big Brother. "Wir lassen Sie ja Lotterie spielen, wir lassen Sie viele unterschiedliche Spiele spielen, aber wenn Sie Poker spielen wollen – Oh, Nein! Es ist ein Verbrechen, weil es den Banken und den Kreditkarten-Unternehmen nicht mehr erlaubt ist Transaktionen von und zu Online-Poker Anbietern durchzuführen." Es ist einfach nur lächerlich!

PokerNews: Absolut, ich kann ihnen nur zustimmen. Weshalb waren Sie so daran interessiert bei der Poker Player Alliance mitzuarbeiten und sich für die Belange der Pokerspieler einzusetzen?

D'Amato: Ich denke es war einfach nur ungerecht, was der Kongress da mitten in der Nacht gemacht hat, als er das Gesetz bestätigt hat. Jemand muss seine Stimme erheben und die Rechte des kleinen Mannes verteidigen. Die Poker Player Alliance wurde genau aus diesem Grund gegründet. Ich denke dass jede Menge Leute in unserer Behörde wissen, dass ich begeisterter Pokerspieler bin, Ich bin schon seit vielen, vielen Jahren ein großer Fan dieses Spiels. Das ist eine gute Gelegenheit um mich mit ehemaligen Kollegen aus dem Kongress, Demokraten und Republikaner zu treffen und ihnen zu sagen:" He, hört mir mal zu, es gibt bessere Möglichkeiten. Wenn ihr besorgt seit über minderjährige Glücksspieler, solltet ihr nicht das Pokerspielen für alle verbieten, Warum sollten ältere Leute, mündige Mitmenschen vom Spiel ausgeschlossen werden? Heute gibt es Softwareprogramme, durch welche man die absolute Kontrolle über die Altersfrage und womit man praktisch alle minderjährigen Spieler vom Spiel ausschließen kann.

Ihr solltet endlich zu Kenntnis nehmen, dass die Betreiber von Online Glücksspielen über diese Möglichkeiten verfügen, ihr müsst nur dafür sorgen, dass die Operatoren diese auch einsetzen! Und ihr müsst es nur noch kontrollieren! Und wenn wir schon mal dabei sind, es gibt da noch etwas, was man Elterliche Aufsichtspflicht nennt. Ich bin ebenso darüber besorgt, dass es passieren kann, dass junge Menschen spielsüchtig werden und ich bin der Meinung wir sollten alles tun um sie davor zu schützen. Jeder Anbieter von Online Glücksspielen muss die für den Alterschutz notwendige Software einsetzen und die Jugendlichen effektiv daran hindern an Glücksspielen teilzunehmen. Der Versuch Online Poker zu verbieten bzw. Dafür zu sorgen, dass niemand mehr Online-Poker spielen kann, ist der falsche Ansatz. Ich denke das ist zuviel des Guten! Ich denke das ist Falsch! Ich denke nicht dass die "Big Brother Regierung" mit der Aussage zu uns kommen sollte:" Wir legen jetzt fest, dass es ein Verbrechen ist, wenn Sie Online-Poker spielen, aber es ist vollkommen in Ordnung, wenn Sie an Pferdewetten teilnehmen". Es ist einfach nur lächerlich!

PokerNews: Absolut. Sie haben einen wichtigen Punkt erwähnt. Es gibt im Moment da draußen einige Gesetzesentwürfe und es würde mich nicht wundern, wenn sie uns einige Fragen im Bezug darauf beantworten könnten: 1. Können sie zusammen existieren, 2. Sie waren sehr lange in Washington. Es gab bestimmt sehr viele Gesetze mit dem gleichen Ziel aber unterschiedlichen Wegen, sehen Sie eine Möglichkeit die einzelnen Gesetze zusammen zu fassen? Welcher Weg ist für die Pokerspieler am vorteilhaftesten?

D'Amato: Ich denke die Legislation bestand ursprünglich aus 3 Teilen, ein Teil wurde von der Kongressabgeordneten Berkley eingeführt und forderte die Durchführung einer Studie. Ich denke, eine Studie ist eine gute Idee. Ich denke aber nicht, dass eine Studie die allumfassende Lösung ist. Sie kann aber dafür sorgen, dass wir endlich stichhaltige Fakten erhalten und uns nicht mehr auf Mythen stützen müssen. Wenn sie sagen" Ich bin besorgt, weil ich fürchte, dass viele Jugendliche spielsüchtig werden könnten". Warum informieren Sie sich dann nicht über die Softwareprogramme, welche dafür sorgen, dass 99,9% der Jugendlichen nicht an Online Glücksspielen teilnehmen können. Es ist doch besser diese Programme einzusetzen, als es einfach zu verbieten und dadurch dafür zu Sorgen , dass das Spiel offshore verlagert wird, wo sie es nicht mehr kontrollieren können und wo Jugendliche ohne Probleme spielen können, da es die Firmen im Ausland einfach nicht interessiert. Die Berkley Legislation ist sehr gut. Dann gibt es noch eine Legislation, welche sich mit allen Glücksspielaktivitäten beschäftigt und welche vom Vorsitzenden Barney Frank unterstützt wird und welche ich ebenfalls gut finde. Was ist die Aussage dieser Legislation? Sollte die Regierung Leuten, welche über das Internet Mahjoong oder irgendein anderes Spiel spielen möchten, vorschreiben, ob sie das tun dürfen oder nicht? Wenn wir gerade dabei sind, wir handeln gerade gegen die Gesetze! Die WTO (Die Welt Handelsorganisation) hat herausgefunden, dass wir (die Regierung der USA) gegen geltendes Gesetzrecht verstoßen. Die Konsequenz davon ist dass uns sowohl Kanada, Australien, Japan und der europäische Markt verklagt haben. Der Gesamtschaden, welcher unserem Handel dadurch bisher entstanden ist beträgt etliche Millionen Dollar. Das ist einfach absurd! Franks Gesetzesentwurf ist für die Legalisierung von Glücksspiel mit staatlicher Kontrolle. Reguliert das Glückspiel! Erhebt Steuern auf das Glücksspiel! Aber verbietet es nicht! Dann gibt es noch den Gesetzesentwurf des Kongressmitglieds Wexler. Dieser Entwurf ist etwas spezieller und bringt es genau auf den Punkt. Er sagt " Poker ist ein Spiel, bei dem es um Können geht" und zum Pokerspielen benötig man sicherlich Können, was man vom Lotteriespielen nicht behaupten kann.

"Deshalb sollten wir es erlauben und die Regierung kann es kontrollieren". Alle drei Gesetzesvorlagen gehen in die richtige Richtung und es wird sicher in der Zukunft einen Weg geben Kompromisse zwischen diesen Legislationen zu finden.

PokerNews: Was ist die Priorität aus der Sicht ihrer Kollegen, der Senatoren und der anderen Regierungsgremien? Ist es das wichtigste einen Weg zu finden neue Einnahmequellen zu erschließen oder mindestens einen Überblick über das Geld, welches eingenommen und ausgegeben wird, zu bekommen? Ist es eine Sache der persönlichen Freiheit? Was denken Sie über diese Leute?

D'Amato: Ich denke es ist eine Frage der persönlichen Freiheit. Ich bin mir sicher! Es ist ein Eingriff in die persönliche Freiheit der Leute. Wenn jemand nicht einfach so in ein Kasino gehen kann, hat das unter Umständen verschiedene Gründe, eventuell hat er kein Transportmittel, vielleicht ist das Kasino zu weit entfernt u.s.w. ihr denkt also es ist für mich in Ordnung, wenn ich im Kasino Pokern kann, aber nicht im Internet. Was für ein Quatsch! Was für ein Unsinn! Ihr möchtet die Jugendlichen schützen? Schön, dann befasst euch mal mit den Softwareprogrammen zum Jugendschutz. Wenn Ihr möchtet, dass nur noch Spieler über 21 Jahre am Online Glücksspielen teilnehmen können, dann sorgt dafür dass die entsprechende Software eingesetzt wird, welche dafür sorgt, dass niemand unter 21 Jahren teilnehmen kann. Und noch einmal, es gibt so was wie elterliche Aufsichtspflicht! Ich bin mir sicher, dass es nicht richtig sein kann, wenn die Regierung grundsätzlich die Teilnahme an Online-Glücksspielen verbietet, nur weil sie dafür sorgen möchte, dass niemand unter 21 Jahren am Online-Glücksspiel teilnimmt. Das ist ja wie bei der Prohibition - Es wird nicht funktionieren! Die Pokerspieler in den USA müssen ihre Stimmen erheben uns sich dagegen wehren, Poker spielen ist eine der großen amerikanischen Traditionen. Fast alle Präsidenten haben Poker gespielt. Etliche Kongressabgeordnete spielen ebenfalls regelmäßig Poker, sollen die Kongressabgeordneten zukünftig weiterhin Poker spielen und wir nicht! Pokerspieler erhebt eure Stimmen, ruft eure Kongressabgeordneten an und sagt ihnen: "Wir haben uns in der Poker Alliance zusammengeschlossen und wir sind besorgt darüber ob der Kongress uns unser Recht im Internet Poker zu spielen zurückgibt oder nicht. Wir möchten die Spiele spielen, welche wir spielen möchten und von welchen wir denken, sie wären wichtig für uns. Wir wollen auf keinen Fall Sprüche hören wie z.B.:" Nein es ist nicht wichtig für euch, wir wollen die Jugendlichen vor den Gefahren des Glücksspiels schützen, deshalb verbieten wir es Allen".

Lesen Sie im zweiten Teil unseres Interviews, was Senator D'Amato über die zukünftigen Entwicklungen der Legislative und die Möglichkeiten einer staatlichen Regulierung, denkt.

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