Exklusiv für PokerNews Interview mit Linda Johnson

Exklusiv für PokerNews Interview mit Linda Johnson 0001

Linda Johnson wird gerne als die „First Lady" des Poker bezeichnet. Sie war zu Beginn der 1980er Jahre eine der ersten Profi Spielerinnen spielte schon seit Mitte der 1970er. Somit hat sie mehr als 30 Jahre an Erfahrung zu bieten. Ihr jahrelanger Kampf für das positive Image des Sports konnte sie 2001 mit der Gründung der „Tournament Directors Association" krönen. (Siehe Artikel TDA Teil 1 und Teil 2.)

Wir haben Linda Johnson zu ihrem bewegten Poker-Leben befragt:

Sie waren einer der ersten Poker-Pro Frauen. Wie kann man sich das in den 1970ern vorstellen. Wie war das Poker Business zu dieser Zeit?

Poker war in den 1970ern viel härter. Da war viel Missbrauch und Betrügereien, vor allem unter den Dealern. Daher gab es zu dieser Zeit auch wenig high-limit Games. Das Risiko war einfach zu hoch.

Ihr Vater war in der Airforce, spielte aber auch gerne Poker. Gehen militärischer Drill und Poker überhaupt zusammen? Oder ist es vielleicht gerade diese Disziplin, die einem auch beim Pokern hilfreich sein kann?

Man braucht viele Eigenschaften um erfolgreich im Pokern zu sein. Disziplin ist sicher eine davon. Aber vor allem Geduld ist auch wichtig, sich einfach nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

Haben sie ihre Disziplin von ihrem Vater mitbekommen?

Eigentlich gar nicht, denn mein Vater war trotz Militär ein sehr heiterer und "easy going" Mensch.

Können sie uns die Geschichte erzählen wie sie ihr Vater zum Pokern gebracht hat?

Als ich 21 Jahre alt war, habe ich begonnen "Black Jack" zu spielen. Mein Vater hat mich aber motiviert auf Poker umzusteigen, weil ich hier erstens nicht gegen das Haus spiele und andererseits benötigt man für dieses Spiel Können, Glück allein reicht nicht aus. So bin ich zum Pokern gekommen und bin bis heute dabei geblieben.

Wann haben sie beschlossen sich nur mehr auf Poker zu konzentrieren?

Ich glaube das war 1980. Ich hatte einfach im Pokern mehr Erfolg als in anderen Jobs…

Was fasziniert sie persönlich so an diesem Spiel?

Poker ist eine geistige Herausforderung. Bei dem man, wenn man erfolgreich ist, gut verdienen kann, aber auch viele Menschen trifft mit denen man sich messen kann. Es ist ein Spiel bei dem man nie aufhört zu lernen.

Haben sie jemals ihr Studium beendet? --- Was haben sie eigentlich studiert?

Ich habe nur den ersten Teil abgeschlossen, eigentlich wollte ich französisch Lehrerin werden, aber dann hab ich mich in das Pokern verliebt und mein Studium aufgegeben. Ich habe das nie bereut.

Sie waren immer eine Kämpferin für das positive Image des Pokerspiels. Warum? Gab es so viele schlechte Erfahrungen, dass ihnen klar wurde, dass sie hier etwas beitragen müssen um das Image zu ändern?

Damit sich das Pokerspiel Anerkennung verdienen konnte, musste erst ein positives Bild entstehen. Ich war es so Leid immer mit grantigen, armseligen und furchtbar schimpfenden Spielern am Tisch zu sitzen. Das vertreibt doch alle anderen Spieler/innen vom Tisch, wenn die Atmosphäre einem Kriegszustand gleicht! Da habe ich begonnen mich für das Image von Poker zu engagieren.

Wie wichtig ist es für sie auch andere Möglichkeiten im Poker Business zu nutzen? Z.B. ihre Arbeit bei der WPT (World Poker Tour) oder weiterhin eine Kolumne für das Magazin „Card Player" zu schreiben?

Das ist sehr wichtig für mich, denn mit diesen Möglichkeiten kann ich anderen etwas zurückgeben. Ich liebe Poker und das möchte ich anderen Spieler/innen auch zeigen.

Ärgert es sie etwas, dass sie als Organisations-Mitglied bei der WPT nicht mitspielen dürfen? Oder ist es ihnen genug auch junge Spieler/innen bei der Teilnahme zu unterstützen?

Dieses Jahr wurden die Richtlinien geändert, ich darf also ab heuer wieder bei den WPT Events mitspielen. Ich glaube, dass ich das auch nützen werde, aber ich genieße es natürlich auch ein Mentor für Newcomer zu sein.

Es ist ihnen also auch ein Anliegen junge Spieler/innen zu beraten oder ihnen Tipps zu geben?

Ja, weil ich junge Spieler/innen darin bestärken möchte sich weiter zu Bilden, sie nicht aufhören sollen zu lernen und sich unter Kontrolle zu halten. Poker ist zwar ein wunderbares Spiel, aber es ist nicht das Wichtigste im Leben. Vor allem nie höhere Einsätze spielen, als man sich leisten kann, da kann ein Mentor wirklich helfen und gute Ratschläge geben.

Trauen sie sich eine Prognose für das "World Championship" bei der WSOP abzugeben? Wer sind ihre Favoriten?

Meine Favoriten sind Erik Seidel, Phil Ivey und Mike Sexton. Aber bei der WSOP weiß man das nie so genau, es kann genauso gut ein/e absoluter unbekannte/r Spieler/in gewinnen.

Im Jahr 2001 gründeten sie mit Matt Savage und David Lamb die "Tournament Directors Association". Was sind ihre Hauptanliegen?

Mit der TDA wollten wir Turnier-Regeln standardisieren, um es den Spielern zu erleichtern. Damit bei Turnieren immer alles gleich abläuft und die Teilnehmer/innen sich auf das Spiel konzentrieren können und nicht immer sich um ändernde Umstände kümmern müssen.

Was ist ihre Meinung zum „Unlawful Internet Gambling Enforcement Act"? Wie wichtig ist ihnen die Möglichkeit Online zu spielen?

Die UIGEA ist eine Schande! Die Verantwortlichen für dieses Gesetzt sollten sich schämen, denn es ist so heuchlerisch und scheinheilig. Online spielen ist so angenehm, wo hat man denn schon die Möglichkeit von zu Hause aus oder im Hotelzimmer gemütlich eine Runde zu spielen?

Glauben sie, dass die "Poker Players Alliance" etwas gegen das UIGEA erreichen kann?

Ja, ich glaube die PPA hat die besten Möglichkeiten um den Kampf gegen dieses schwachsinnige Gesetzt aufzunehmen.

Sie kennen das Poker Business jetzt seit mehr als 30 Jahren. Was hat sich in dieser Zeit verändert? Was ist ihre Zukunftsprognose für die Branche?

Die gesamte Atmosphäre in der Pokerwelt hat sich geändert. Die Spieler/innen sind im Durchschnitt viel jünger als früher. Es gibt auch viel weniger Missbrauch und Betrügereien und es gibt auch viel mehr Möglichkeiten zu spielen – einerseits mehr Card-Casinos aber auch Online-Portale. Im Ganzen gesehen gibt es auch viel mehr Spieler/innen. Durch das viel bessere und positive Image von Poker glaube ich auch, dass die Popularität sich weiter steigern wird.

Was wünschen sie sich zukünftig für den Pokersport?

Mir würde es sehr gefallen wenn es standardisierte Regeln für Cash-Games geben würde. Noch mehr Online-Poker Möglichkeiten würde ich auch begrüßen. Ich, für mich, werde weiterhin interessierten Spieler/innen meine Erfahrungen weitervermitteln und gerne als Gastgeberin bei Turnieren fungieren.

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