Schleichwerbung bei Stefan Raab? oder Seit wann ist im Privat-TV „Werbung"?

Schleichwerbung bei Stefan Raab? oder Seit wann ist im Privat-TV „Werbung"? 0001

Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg teilte in einer Presseaussendung Anfang Juni mit, dass Stefan Raabs „TV TOTAL Pokerstars.de Nacht" wegen Schleichwerbung unter dem Prüfstand steht.

Dabei läuft bereits eine Untersuchung. Bei seiner WOK-WM 2006 und 2007 wurde die Erwähnung von „BWin" an den Pranger gestellt. Damals hatte Raab während der Sendung darauf hingewiesen, dass noch Wetten bei „BWin" abgegeben werden könnten. Nach der Sendung schaltete sich der Medienrat ein. Der Moderator wies jedoch alle Vorwürfe von sich, „Das ist ganz klar Werbung. Aber nicht Schleich", so sein Kommentar.

Die deutsche Presseagentur schreibt dazu: „Die Prüfung der Sendung ist damit noch nicht abgeschlossen. Wie es weiter hieß, wird im Moment das gesamte Konzept der „WOK-WM" von einem Wirtschaftsprüfer untersucht."

Keine guten Neuigkeiten, denn seit 25. Juni wird auch seine Pokernacht unter die Lupe genommen. Zu viel und zu lange wären die Logos der Online-Poker Anbieter zu sehen gewesen.

Da stellt sich nur die Frage wie denn sonst, außer durch Werbung, solche Großveranstaltungen finanziert werden sollen. Und wer wirbt denn heutzutage nicht? Da müsste doch schon jedes Formel1 Rennen verboten werden, denn vor lauter Logos, Bannern und Stickern kann man kaum mehr erkennen aus welchem Rennstall das jeweilige Fahrzeug eigentlich stammt oder ob der Rennanzug überhaupt noch aus Stoff besteht.

Aber zurück zum Pokern: das Preisgeld von €100,000,- ist keine schlechte Summe, die auch von irgendwo herkommen muss, oder? Auch das „DSF" und „Das Vierte", die ebenfalls regelmäßig Pokerspiele übertragen, werden vom Medienrat kritisiert. Bei keinen anderen Sportlern wird jedoch die Nase gerümpft wenn ihre T-Shirts, Schirmkappen, etc… von Sponsoren und Logos voll gepflastert sind. Und außerdem – wie hieß noch mal die Show? Achja – „TV TOTAL POKERSTARS.DE Nacht". Na so was, da hat sich doch glatt schon der Name eines Online-Anbieters ein- „geschlichen".

Das ganze riecht schon eher danach, dass andere Werbekunden über ein Hintertürchen die beleidigte Leberwurst spielen möchten. Nach dem Motto „Wir waren nicht so lange zu sehen". Sollen die KollegInnen am Regieplatz vielleicht noch die Stoppuhr mitlaufen lassen, wie das bei Wahlkampf Debatten der Fall ist?

Bei Privatsendern, die ohnehin alle 10 Minuten Werbeblöcke einschieben und ein Spielfilm zu einem fast 4-stündigen Event gedehnt wird, wirkt Kleinlichkeit bei Werbung eher lächerlich.

Stefan Raab kann es gelassen sehen, denn seit 25.6. ist bekannt, dass er einen 2-Jahresvertrag mit ProSieben unterschrieben hat, der ihm die Fortführung seiner Late-Night-Show sichert.

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