Der Poker-Psychotherapeut – Die selektive Aufmerksamkeit

Der Poker-Psychotherapeut – Die selektive Aufmerksamkeit 0001

Selektive Aufmerksamkeit ist das zielgerichtete Bewusstsein auf einen spezifischen Reiz. Das kling jetzt ziemlich stark nach dem alten „aufpassen". Machen sie aber diesen Test mit mir. Konzentrieren Sie sich auf die Wörter auf ihrem Monitor und schauen sie nur auf den Bildschirm. Was sind die Gegenstände in ihrem äußeren Sichtfeld? Bilder an den Wänden? Ein Sofa? Die Katze? Welche Gegenstände es auch sein mögen, merken Sie sich diese und blicken sie weiterhin auf den Monitor. Was ist mit Geräuschen? Hören Sie Verkehrsgeräusche? Spricht jemand im nächsten Zimmer? Fernsehen oder Radio? Merken Sie sich diese ebenfalls. Wie fühlen Sie sich nun? Müde? Ist der Stuhl zu hart? Hatten sie die Beine zu lange übereinander geschlagen? Diese Empfindungen haben Sie gerade nicht wahrgenommen, da Sie sich auf den Test konzentrierten. Jetzt sind Sie sich aber wieder diesen Empfindungen bewusst. Warum? Weil Sie dem Inhalt dieses Artikels selektiv Ihre Aufmerksamkeit widmeten. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Nun sitzen Sie an einem Pokertisch in einem großen Turniersaal. Die Leitung des Casinos versucht Störungen und Ablenkungen zu vermeiden, hoffentlich sind Sie nicht in der Nähe der lauten einarmigen Banditen. Die Lautsprecher und die Musik sind leise eingestellt. Störungen von außen werden also auf ein Minimum reduziert, abgesehen von der Basketballübertragung auf einem Plasma Bildschirm, der(die) attraktive Spieler(in) an ihrem Tisch, dem Hungerloch in Ihrem Magen und – wo ist die Kellnerin schon wieder hin?

Sie wissen aber was ich sagen möchte, oder? Man kann die äußeren Reize und Einflüsse nie ganz ausschalten. Somit muss man schon dem Gang zum Tisch selektive Aufmerksamkeit schenken, geschweige denn, wenn man sein bestes Spiel abrufen will.

„Schön, schön!" sagen Sie. „ich werde aufpassen und mich nicht ablenken lassen. Was ist da schon dabei?"

Nun, selektive Aufmerksamkeit ist mehr als nur aufzupassen. Es ist eine bewusste Aktion, bei der Sie Ihre Wahrnehmung auf gewisse Spielaspekte richten und dabei die Aufnahme sämtlicher äußeren Reize ausschalten. Man konzentriert sich nur auf das Turnier und nimmt zusätzlich andere wichtige Aspekte des Spiels selektiv wahr. Hier ist das beste Beispiel, das ich jemals erlebt habe.

Vor einigen Jahren berichtete ich von sämtlichen Turnieren eines WSOP Curcuit Events. Es waren 18 Finaltische in 18 Tagen. Ich konnte mich glücklich schätzen mit einem der besten Turnierdirektoren im Pokerbusiness zusammenzuarbeiten, Johnny Grooms. Jeden Tag standen Johnny und ich Seite bei Seite und haben dem Spielgeschehen der Finaltische zugesehen. Ich schrieb auf meinem Laptop und Johnny leitete den Tisch, zusätzlich behielt er auch das Casinopersonal im Auge. Somit konzentrierte sich keiner von uns die gesamte Zeit auf den Tisch.

Am 15. Tag entschieden wir uns zu einem kleinen Experiment zur selektiven Aufmerksamkeit. Wir wollten die Spieler am Finaltisch bezüglich Tells beim Setzen beobachten. Die Idee war, dass wir uns auf die Art wie die Spieler ihre Chips setzen konzentrieren, um dann Tells zu erhalten. Der Plan sah vor keine Ergebnisse vor der zweiten Spielpause zu vergleichen. Wir haben also unsere Aufmerksamkeit selektiv auf einen bestimmte Aspekts des Spiels beschränkt.

Bei der zweiten Pause waren noch sechs Spieler im Turnier, bei fünf Spielern hatten wir die gleichen Reads:

Platz 1: Bei starken Händen schob er die Chips und bei Bluffs warf er die Chips in die Mitte. Diesen Chiptell sieht man sehr häufig.

Platz 2: Der einzige Profi am Tisch. Wir stimmten beide darin überein, dass er jedes Mal auf die gleiche Weise setzte.

Platz 3: Dieser Spieler legte die Chips in die Mitte. Bei Bluffs oder Draws stapelte er die Chips, um sie besser zählen zu können. Hatte er am Board getroffen, stapelte er die Chips nicht.

Platz 4: Ein weiterer Spieler, der die Chips mit den Nuts in die Mitte schob und bei Bluffs in die Mitte warf. Ein einfacher Read, da er zusätzlich redete, wenn er bluffte und ruhig war, wenn er getroffen hatte.

Platz 5: Die einzige Unstimmigkeit. Ich dachte dieser Spieler bettet immer unterschiedlich, so dass man ihn nicht auf eine Hand setzen konnte. Johnny meinte, er würde den Einsatz schneller bringen, wenn er eine gute Hand hätte. Johnny hatte Recht. Als ich den Read hatte bemerkte ich auch, dass er bei guten Händen schneller setzte.

Platz 6: Dieser Spieler ging sehr ungeschickt mit den Chips um, er verzählte sich und musste oft beim Dealer nachfragen. Er machte den Eindruck, dass er vorher noch nie an einem Turnier teilgenommen hatte. Diesen Eindruck konnte der Spieler nach dem Spiel bestätigen. Es war sein erstes Pokerturnier.

Niemand an diesem Tisch hatte diese Reads, sonst wären einige Spieler sehr schnell ausgeschieden. Wären Sie aber nicht auch gerne mit diesen Reads an diesem Tisch gesessen? Man nennt es selektive Aufmerksamkeit.

Probieren Sie es doch mal, wenn Sie das nächste spielen.

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