Kein "Sophomore Slump" beim Poker?

Joe Hachem Poker

Im Sport, der Literatur und der Musik, ist "Sophomore Slump " ein weit bekanntes Phänomen.

Begriffserklärung Sophomore Slump: Der Ausdruck Sophomore Slump bezieht sich buchstäblich auf die Tendenz von Studenten, sich in ihrem zweiten Collegejahr (sophomore) weniger akademisch zu betätigen als in ihrem ersten Collegejahr (freshman). Der Begriff "Sophomore Slump" wird jedoch im allgemeinen in dem Fall angewendet, wenn sich jemand nach einem ersten großen Erfolg, auf seinen Lorbeeren ausruht, und deswegen keine weiteren Erfolge verbuchen kann.

Baseball Spieler wie Joe Charboneau, Mark Fidrych und Bob Hamelin kamen als "Anfänger des Jahres" zu Ruhm und Ehre und hatten danach nicht eine einzige weitere gute Saison. Joseph Hellers zweite Novelle " Somethings Happenes", war kein Vergleich zu seinem ersten Meistwerk "catch22". Vielleicht der ultimative Fall von "Sophomore Slump" ?. Harper Lee hat nach dem erscheinen seines von den Kritikern hochgelobten Buches "To kill a Mockingbird" nie mehr ein weiteres Buch geschrieben. Die Band "The Wallflowers" mit dem Frontmann Jacob (Sohn von Bob Dylan), hatte einen doppel Platin Monstererfolg mit Ihrem Album "Bringing Down the Horse". Es dauerte 4 Jahre bis die Band ein weiteres Album herausbrachte, an welches sich niemand mehr erinnern wird.

Als ein Spiel welches für seine Geradlinigkeit und seine vom Glück abhängigen Bestandteile bekannt ist, scheint es so als habe Poker das Stigmata vom " Sophomore Slump" widerlegt, so scheint es wenigstens im Fall von Greg Raymer und Joe Hachem zu sein. Sowohl Greg, als auch Hachem, hatten vor Ihrem WSOP Turniererfolgsjahr zwar ansehbare, jedoch nicht wirklich auszeichnende Turniererfolge. Niemand wäre überrascht gewesen, wenn Sie uns nach dem Gewinn des WSOP Bracelts ein glanzloses Folgejahr präsentiert hätten. Aber in Missachtung des Fluches, zeigten uns sowohl Raymer, als auch Hachem, dass etwas mehr als Glück dazu gehört, um in den WSOP Lehrjahren erfolgreich zu sein.

Raymer und Hachems Lehrjahre:

Greg Raymer gewann sein WSOP Meisterschaftsarmband im Jahr 2004, Im WSOP Event 2005, hat Raymer erneut eine Platz am Final Table in einem 1500$ NLHE Turnier erreicht (Auszahlung über 100.000$), in einem anderen Turnier konnte Raymer einen Platz "ITM - in the Money" erreichen, wobei das Preisgeld etwas geringer ausgefallen ist. Das an sich ist schon eine gute Leistung, ohne das was noch da kam. Raymer konnte im Hauptevent (5619 Spieler) einen unglaublichen 25. Platz erreichen und bekam dafür ein Preisgeld in Höhe von 304.680$.

Aus unserer Amerika fixierten Poker-Betrachtungsweise heraus, schien es so, als wäre der 2005 WSOP Erfolg von Joe Hachem mehr eine (australische) Ausnahme als die Regel gewesen. Hachems diesjährige Leistungen haben jedoch alle Erwartungen bei weitem übertroffen und wir sehen uns gezwungen unsere Meinung zu ändern. Hachem verfehlte nur knapp sein Ziel, in diesem Jahr ein weiteres Braclet zu gewinnen. Er wurde im NLHE Short Handed Event nur Zweiter und bekam dafür 256.800$ Preisgeld. Danach erspielte er sich Platz 15 in einem 2000$ Pot-Limit Turnier und er erreichte einen weiteren Final Table im WSOP 2500$ Buy-In Pot Limit Hold'em Turnier. Abwohl er im WSOP Main Event keine so gute Platzierung wie Raymer erreicht hat, konnte Hachem ein Platzierung auf Platz 238 erreichen, was bei einem Teilnehmerfeld von 8773 Spielern, eine hervorragende Leistung ist.

Vielleicht gibt es im Poker keinen Fluch?

Während nicht alle WSOP Champions den Sophomore -Zauber von Raymer und Hachem verströmten, waren diese mehr verzaubert, als verflucht. Der WSOP Champion des Jahres 2000, Chris Ferguson, kam im Jahr 2001 sechs mal "ITM - in the Money", darin eingeschlossen war der Gewinn eines weiteren Bracelets in dem 1500$ Omaha Hi/Lo Event. Der WSOP Champion 2001, Carlos Mortensen konnte im Jahr 2002 in dem 1500$ NLHE Event, einen 4.Platz erreichen; obwohl der Gewinn des WSOP 5000$ NLHE Events im Jahr 2003, das Ereignis ist, an das man sich als erstes Erinnern wird, wenn man sich über die weiteren Erfolge von Mortensen unterhält. Sogar der Gewinner des WSOP Hauptevents im Jahr 2003, Chris Moneymaker, konnte im Jahr 2005 eine Platzierung auf dem 10.Platz in dem WSOP 5000$ Omaha Pot Limit Event, erreichen. Einer der wenigen "neueren" Gewinner, die von diesem Fluch betroffen zu sein scheinen, ist der Bracelt-Gewinner des Jahres 2003, Robert Varkonyi, er kann nach dem Sieg im Jahr 2003 keinen weiteren, nennenswerten WSOP Erfolg vorweisen.

Die Zauberei-Theorie

Es hat eine Menge Theorien gegeben bezüglich der Auswirkungen des „Sophomore Charm's". Einige Leute behaupten, dass die Spieler, welche Ihren Titel verteidigen müssen, in dem Jahr, wo Sie Ihre ersten Erfolge erzielen konnten, einer größeren Herausforderung gegenüber standen. Danach nehmen Sie viele zusätzliche Mühen auf sich, um jedem zu beweisen, dass Ihr erstmaliger Gewinn kein Zufall war. Andere sagen, dass sich WSOP-Gewinner, nach Ihren Siegen, wie ein Teil der WSOP fühlen, es ist Ihr Spielfeld und Sie spielen das Spiel mit einem eigenen "Hausvorteil". Eine dritte Theorie ist etwas das man „Big-Field-Theory" nennt; ist es einem Spieler einmal gelungen, sich gegen diese enorme Anzahl von Mitspielern durchzusetzen, hat er einen Vorteil bei zukünftigen Turnieren, da er die Situation schon kennt und entsprechend optimal reagieren kann.

Ob die Theorien in der Praxis wirklich zutreffen kann ich nicht sagen, eins weis ich jedoch ganz sicher: WSOP Champions sind verdammt gute Poker-Spieler!

Ed note: Werden Sie auch ein verdammt guter Poker-Spieler, melden Sie sich noch heute bei Full Tilt Poker an

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