Sie callen vom Big Blind einen Raise mit 
gegen den Raiser aus vorderer Position und finden 

auf dem Flop. Was
sollten Sie tun? Wir werden ihnen die Antwort gleich geben …
Eines der größten Missgeschicke, welches Sie entdecken können, wenn Sie sich ein No-Limit Turnier ansehen, besteht darin, daß ein Spieler die beste Hand halt, aber keine Chips in den Pot bekommt. Es ist aber auch einer der am wenigsten beachteten Missgeschicke, da viele Spieler einfach nur glücklich sind, den Pot gewonnen zu haben, auch wenn er nicht so hoch war, wie er eigentlich sein könnte. Ich behaupte, daß die Tatsache, daß ein Pot nicht maximal gefüllt war, einen Spieler langfristig mehr Geld kostet, als seine schlechtesten Calls.
Wenn Sie ein Monster floppen
Betrachten wir uns mal unser Beispiel oben mit den drei Queens. Wie ist ihre Reaktion? Das wichtigste ist, daß Sie nicht das tun, was die meisten anderen Spieler im Eifer des Gefechts machen – nämlich Checken!
Die richtige Handlungsweise ist natürlich vom jeweiligen Spieler abhängig, aber meistens ist es richtig in dieser Situation einen Einsatz zu machen. Wenn Sie checken um später zu check-raisen oder zu callen und am Turn zu setzen, führt dies dazu, daß ihr Spielzug auf eine starke Hand schließen lässt, ihr Gegner wird Sie auf eine gute Hand setzen.
Und das ist genau das Gegenteil von dem, was Sie eigentlich erreichen wollen. Indem Sie setzen, suggerieren Sie ihrem Gegner, daß Sie keine drei Queens hätten. Wenn Sie den Pot groß werden lassen wollen, sollten Sie nicht checken; wenn Sie checken, wird ein Gegner welcher eventuell ein Ace hält keine Aktion machen, da er davon ausgeht, daß Sie ein Queen haben könnten.
Was ist aber, wenn ich bereits geschlagen bin?
Ihr Gegenspieler könnte natürlich eine der insgesamt drei Hände halten, durch welche Sie geschlagen wären: A-A, A-Q oder K-Q. Es ist natürlich sehr unwahrscheinlich, aber wenn Sie einen Einsatz machen, könnten Sie sich in diesen großen Pot hineinhängen. Dies ist ein wesentlicher Teil dieser Lektion und lässt uns zu einer sehr wichtigen Frage kommen:
Möchten Sie sich selbst die Chance nehmen, noch aus dieser Hand auszusteigen, wenn es zu gefährlicher Aktion kommen sollte? Oder sind Sie bereit sich selbst zu commiten?
Diese Frage ist so wichtig, daß Sie sich diese Frage jedes Mal stellen sollten, wenn Sie eine gute Hand floppen. Meistens ist es die richtige Entscheidung zu sagen, daß man die Hand nicht aufgibt, auch wenn eine gewisse Chance besteht, daß man geschlagen ist. Das schöne daran, eine solche Entscheidung zu treffen, besteht darin, daß Sie ab diesem Moment ihr gesamtes Wissen einsetzen können, um den maximalen Gewinn mit dieser Hand zu erzielen.
"Verdrehte" Logik
Eines der besten Beispiele für "verdrehte Logik" beim Poker ist, wenn ein Spieler eine gute Hand floppt, sich aber nicht sicher ist, ob er eventuell doch nicht die beste Hand haben könnte. Meistens können diese Spieler ihre Hand nicht mehr aufgeben und somit sind die einzigen beiden Auswirkungen ehr negativ zu bewerten: Diese Spieler verlieren bei dieser "Big" Hand eine Menge Value oder geben ihren Gegnern eine Free-Card und diese treffen einen Flush oder eine Straight.
Beispiele
Wir werden uns einige Beispiele ansehen, was Sie am besten tun sollten, wenn Sie eine starke Hand gefloppt haben. Sie sollten sich jedes Mal als erstes die Frage stellen, ob Sie für sich selbst noch eine Chance sehen, sich von dieser Hand noch zu trennen? Es ist sehr wichtig sich zuerst diese Frage zu stellen, da man sich danach erst für eine der beiden möglichen Vorgehensweisen entscheiden muss – entweder den maximalen Value aus der Hand zu bekommen oder eine Kombination aus (minimiertem) Value mit der Möglichkeit, sich noch von der Hand zu trennen.
Beispiel #1 und #2 – Ein Set floppen
In der frühen Phase eines Turniers mit 10.000 Chips haben Sie 
auf der Hand, der Flop bringt 

. Ihr Gegenspieler hatte Preflop auf 250 geraist, im Pot befinden sich 550 und Sie sind am Zug.
Die Antwort auf unsere wichtige Frage ist: Nein; unser Gegenspieler könnte 9-9 auf der Hand haben, aber die Wahrscheinlichkeit ist natürlich sehr gering, deshalb müssen wir uns in dieser Situation auf zwei wichtige Dinge konzentrieren – den größtmöglichen Value aus unserer Hand zu bekommen und zu verhindern, daß unserer Gegenspieler einen billigen Draw bekommt, da bei diesem Flop eine Menge Draws möglich wären.
Die beste Strategie bei diesem Flop ist einfach zu Setzen. Wenn ihr Gegner, das auf der Hand hält, was ihnen entgegenkommen würde (ein Overpair bis 9), wird er reraisen und hat sich an diesem hohen Pot festgesetzt. Ein Einsatz wird oft als "Weak" angesehen und sorgt dafür, daß ihr Gegenspieler annimmt, Sie hätten eventuell einen Flush Draw.
2. Sie spielen wieder in der frühen Phase eines Turniers mit 10.000 Start Chips. Sie callen einen Raise mit 
, der Flop kommt mit 

, somit haben Sie das mittlere Set getroffen. Ihr Gegenspieler setzt 250, der Pot hat eine Höhe von 400. Was sollten Sie tun?
Wieder ist unsere Antwort auf die wichtige Frage nein – wir spielen erneut wegen des Values. Diese Art von Flop ist komplett unterschiedlich, da es keine Karten gibt, durch welche ihr Gegenspieler am Turn/River seinen Draw treffen könnte. Bei solch einem Flop ist ein Flat-Call die richtige Reaktion. Wenn ihr Gegenspieler die Hand hält, welche für Sie in dieser Situation am positivsten wäre (AQ, K-K oder A-A), werden Sie auf jeden Fall einen großen Pot gewinnen. Es gibt zwei Gründe für einen Flat-Call – um ihren Gegenspieler zu einem Bluff zu verleiten oder ihn dazu zu bringen mit einer schwachen Hand, einen weiteren Einst zu machen bzw. ihm die Möglichkeit zu geben ein weiteres Ace zu finden, wenn er z.B. AK auf der Hand halten sollte,
Warum diese beiden Beispiele?
Das hat persönliche Gründe – ich hatte genau diese beiden Hände im letzten Jahr bei zwei Turnieren in den ersten 10 Minuten der Events bekommen – das Sommer Freezeout in Brigthon und bei der letztjährigen EPT in Kopenhagen. Beides mal ging ich All-In und beides Mal deckte mein Gegenspieler unglaublicherweise das Top Set auf und schickte mich auf de letzten Turnierplatz nach Hause! Ich habe mich zwar beides Mal sehr darüber geärgert, als ich aber darüber nachdachte, wurde mir klar, daß ich die Hand sowieso nicht hätte aufgeben können, womit wieder bewiesen wäre, wie wichtig unsere Frage doch letztendlich ist.
Beispiel #3 - ein wahrhaft unglaublicher Flop.
3) Wieder verfügen alle Spieler über einen Stack von 10.000 Chips und Sie callen einen Raise eines Spielers aus vorderer Position "out of Position" mit 
. Der Flop ist unglaublich 

. Was tun Sie?
Ich denke die Antwort auf unsere erste Frage ist in dieser Situation ganz klar!
Fast jeder Spieler würde in dieser Situation checken, aber gerade Checken ist hier etwas problematisch. Wenn Sie danach einen Check-Raise machen, wird ihr Gegenspieler zwar nicht automatisch annehmen, daß Sie Quads haben, er wird aber darüber nachdenken, ob Sie drei Achten haben könnten.
Es scheint in dieser Situation im ersten Moment schwierig zu sein einen Einsatz zu machen, denn es wäre sehr ärgerlich, wenn Ihr Gegenspieler seine Karten wegwirft. Trotzdem denke ich, daß ein Bet in dieser Situation die richtige Vorgehensweise wäre. Es gibt in dieser Situation eine vorteilhafte Sache für Sie, welche Sie immer beachten sollten – es liegen zwei Spades auf dem Flop. Ein Einsatz auf einem Drawing Flop wird vielen ihrer Gegenspieler sehr verdächtig vorkommen und eventuell dazu führen, daß ein Monster Pot entsteht.
Wenn ihr Gegenspieler ihren Bet Flat callt, sollten Sie am Turn checken. Diese Vorgehensweise (Bet und danach Check) erweckt bei vielen erfahrenen Spielern den Eindruck einer schwachen Hand. Dies könnte dazu führen, daß ihr Gegenspieler einen Einsatz macht, um zu versuchen sich den Pot zu sichern bzw. er checkt, was die perfekte Basis für einen Einsatz ihrerseits auf dem River wäre. Diese Vorgehensweise, welche ich den bet, check, bet nenne, wird von vielen meiner Gegenspieler oft als Bluff angesehen.
Beispiel #4- zwei weitere Asse auf dem Flop
1) Sie raisen mit 
, ein Spieler callt, der Flop bringt 

. Die Stacks sind genauso hoch, wie beim letzten Beispiel. Was sollten Sie tun?
Die antwort auf unsere wichtigste aller Fragen ist nun: Ja. Obwohl wir eine erstklassige Hand halten, sollten wir uns in dieser Situation die Möglichkeit offen lassen, die Dinge etwas langsamer anzugehen bzw. die Hand aufzugeben. Wenn auf letztendlich etwas wie AA698 auf dem Board liegt, sollten Sie sehr vorsichtig sein, da fast jede Hand mit einem Ace Sie schlagen könnte.
Natürlich liegen Sie bei diesem Flop meistens vorne, somit müssen Sie versuchen vorsichtig zu Spielen, aber trotzdem den höchten Value mit der Hand zu erzielen. Eine Möglichkeit wäre z.B. die bet, check, bet Methode. Damit vermeiden Sie das eine Szenario, bei welchem Sie eine unangenehme Entscheidung treffen müssten – wenn Sie am Flop und am Turn setzen und ihr Gegenspieler Sie am Turn raist.
Wenn Sie jedoch am Flop einen Einsatz machen und am Turn checken. Gegen Sie ihrem Gegenspieler die Möglichkeit, das zu tun, was er in dieser Situation für einen schlauen Spielzug halt. Dies nennt sich einen Float callen und bedeutet auf einem gefährlichen Flop mit nichts zu callen, um auf dem Turn zu setzen.
Wenn ihr Gegenspieler den Flop callt und den Turn checkt, hat er meistens ein Pocket Pair. Er wird sich dann am Ende nur schwer von seiner Hand trennen können, da es so aussieht, als würden Sie nur versuchen das Beste aus einem misslungenen Bluff zu machen.

















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