Wenn sie zu den typischen Pokerspielern gehören, die sich während der letzten 5 Jahre ihren Weg durch die Limits nach oben erspielt haben, haben sie wahrscheinlich meistens No-Limit Holdem gespielt. Ich könnte fast wetten, daß Sie fast ausschließlich No-Limit Holdem gespielt haben. Früher war es eher so, daß die Spieler sich ihren Weg nach Oben mit Fixed-Limit Holdem erspielt hatten, seit aber der Moneymaker-Effekt eingetreten ist, wird meistens No-Limit Holdem gespielt.
Mixed Games werden nur selten als Pot-Limit oder No-Limit Variante gespielt. Natürlich kommt es schon mal vor; eine gebräuchliche Variante ist z.B. H.O., wobei Holdem als No-Limit und Omaha als Pot-Limit gespielt wird. Diese Variante wurde bei den 2009 Aussie Millions bei den High-Stakes Cash Games gespielt. Doch dies ist eine Ausnahme. Meistens werden Mixed Games im Fixed Limit Format gespielt, wodurch es natürlich auch zu einer größeren Varianz kommt, welche beim Bankrollmanagement eines guten Spielers natürlich entsprechend berücksichtigt werden sollte.
Ganz oben auf der Liste, steht die Tatsache, daß sie für das Spiel, welches Sie spielen möchten, über den entsprechenden Bankroll verfügen müssen. Es gibt zwar keine wirklichen Regeln, was die Höhe des Bankrolls angeht, aber als Faustregel könnte man sagen, daß 300 Big Bets das absolute Minimum sind. Wenn sie z.B. an einem $15/30 B.T.O Game teilnehmen möchten, sollte ihr Bankroll mindestens $9.000 betragen. Dieser Betrag erscheint auf den ersten Blick vielleicht etwas überhöht, ist aber trotzdem ein Muss, da man beim Fixed Limit Poker immer mal wieder mit Downswings von 50 bis 100 Big Bets rechnen muss. Ein solcher Downswing kann dann recht schnell gefährlich für ihren Bankroll werden, wenn sie sich nicht an die 300 Big Bets Richtlinie halten. Es wäre sogar wünschenswert, daß ihr Bankroll höher als 300 Big Bets wäre – mit 400 oder sogar 500 Big Bets wären sie bei Downswings zu Beginn ihres Spiels auf jeden Fall auf der sicheren Seite.
Es scheint etwas überraschend zu sein, daß Downswings in dieser Höhe bei Fixed Limit Poker durchaus üblich sind, sogar für Winning Players. Das führt natürlich zu der Frage, warum es bei dieser Art Spiele zu solch hohen Varianzen kommen kann. Bei No-Limit Holdem haben gute Spieler oft die Fähigkeit, schlechten Spielern mit einem Schlag größere Beträge abzunehmen. Eine schlechte Entscheidung durch einen schlechten Spieler, kann aber auch dazu führen, daß er einen großen Anteil seines Geldes auf einmal gegen seinen schlechten Kontrahenten verlieren kann. Als Resultat führt dies dazu, daß schlechte Spieler die Tendenz haben schnell zu Busten, während gute Spieler langfristig die Tendenz haben Gewinne zu machen.
Bei Fixed Limit Poker Varianten, wie z.B. bei Mixed Games, gibt e seine Einschränkung im Bezug auf die Höhe der Einsätze welche gemacht werden können. Dies hat drei primäre Effekte: erstens muss der durchschnittliche Spieler vielmehr Entscheidungen treffen; zweitens sind falsche Entscheidungen nicht so kostspielig, weil es sich beim Fixed Limit dann nur um Beträge in Höhe von $15 oder $30 handelt, anstatt um den ganzen Stack in Höhe von $500 oder $1000; drittens geht ein schlechter Spieler bei Fixed Limit nicht so schnell broke. Bedingt durch diese drei Faktoren sind die Varianzen bei Fixed Games höher als bei No Limit Games, im speziellen auch wegen der fehlenden Möglichkeit durch hohe Einsätze Druck auf den Gegner auszuüben und diesen dadurch zum Folden zu bringen.
Die Bedingungen am Spieltisch haben ebenfalls einen großen Einfluss auf ihre Varianzen und auf die Höhe des Bankrolls, welchen sie mit an den Spieltisch bringen sollten. Ich kenne z.B. ein B.T.O Game, welches regelmäßig in Las Vegas gespielt wird. Normalerweise spielen an diesem Tisch nur Spieler, welche gerne Preflop mit marginalen Händen 3-Bet’s oder 4-Bet’s machen. Es ist ein Spiel bei welchem man jede Menge gewinnen kann, aber die Swings sind teilweise erschreckend, da jeder am Tisch genau weis, was er macht und nur wenige Spieler sich durch einen einfachen bzw. zweifachen Raise aus dem Pot drücken lassen. An diesem Spieltisch kann man davon ausgehen, daß die meisten Hände geraist werden und viele Hände bis zum Showdown Multi-Way bleiben, die Swings sind dort viel höher, als an anderen Spieltischen, wo ein einfacher Raise oft genügt, um ein oder zwei Spieler aus der Hand zu drücken.
Einige bekannte PokerPros, wie z.B. Phil Hellmuth Jr, haben die Theorie aufgestellt, daß der Glücksfaktor beim Fixed Limit Poker höher ist, als beim No Limit Poker. Dies ist jedoch meiner Meinung nach kein fairer Vergleich. Beide Spiele haben ihren Glücksanteil und beide haben ihren Skill-Anteil. Um Geld zu gewinnen, muss man bei den beiden Varianten unterschiedliche Fähigkeiten und Strategien einsetzen, aber der Glücksfaktor ist bei keinem der beiden Spieler höher. Deshalb sind ein gutes Bankroll Management und ein durchdachter Umgang mit den Varianzen für jeden erfolgreichen Spieler unerlässlich.

















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