In den letzten Jahren haben die Turnierdirektoren mit etlichen Wegen experimentiert, um möglichst viele No-Limit Turniere gleichzeitig laufen zu lassen. Mixed-Game Turniere gehören besonders zu den Bereichen, in welchen man Kreativität walten lassen kann. Der Bekanntheitsgrad des $50.000 H.O.R.S.E Events bei der World Series of Poker hat dazu beigetragen, daß immer mehr Mixed Games angeboten werden. Die Einführung von "8-Game Mix" Turnieren (auch "Super-Mix" genannt) steht stellvertretend für den Trend mehr Mixed Turniere auf dem Turnierplan aufzunehmen.
Eines der beliebtesten Mixed Games scheint Mixed Holdem zu sein. Beim Standard Mixed Holdem Turnier, wechselt das Spiel bei jedem Level zwischen Fixed Limit und No Limit Holdem. Ich war während der letzen zwei Wochen bei den Aussie Millions und hatte das Privileg über das Event #13 – AUD $1.100 Mixed Holdem, berichten zu dürfen. Was mir am meisten auffiel, war die Tatsache, daß viele Spieler nicht in der Lage sind ihr Spiel umzustellen und die Limit Runden im Vergleich zum No-Limit Holdem viel zu hoch gespielt haben. Viele Spieler konnten ihre Strategie scheinbar nicht so schnell anpassen.
Die finale Hand dieses Turniers, war ein gutes Beispiel dafür. Es waren 436.000 Chips im Spiel, das Spiel wechselte von No-Limit Holdem (Blinds 3.000/6.000) zu Limit Holdem (Blinds 8000/16000). Bei der No-limit Runde betrug der durchschnittliche Chip-Stack 35 Big Blinds; bei der Limit Holdem Runde betrug der durchschnittliche Chip-Stack hingegen nur 7 Big Bets. Eine bis zum River gespielte Hand besteht normalerweise aus 2,5 bis 5 Big Bets; der durchschnittliche Chip-Stack, könnte also nur zwei Hände bis zum River spielen, bevor er broke geht.
Kurz vor dem Wechsel des Spiels, war Marlon Goonawardana der 16.000 Chip Big Blind. Er startete seine Hand mit ca. 175.000 Chips. Adam Peck saß auf dem Button und raiste auf 32.000. Goonawardana machte einen 3-Bet; Peck einen 4-Bet. Da die Spieler Heads Up waren, gab es kein Capt. Nachdem der Dealer diese Tatsache bestätigte, machte Goonawardana einen 5-Bet und Peck antwortete mit einem 6-Bet.
"Warte, wieviel habe ich denn schon in den Pot gezahlt?" fragte Goonawardana. Im schien erst in diesem Moment aufzufallen, daß schon sehr viel mehr Chips im Pot lagen, als er eigentlich angenommen hatte. Der Dealer informierte ihn, daß er bereits 80.000 Chips im Pot hatte und Peck auf 96.000 geraist hatte. Goonawardana zählte seine Chips und stellte fest, daß er ja bereits die Hälfte seiner Chips im Pot liegen hatte. Er sagte Peck, daß er damit einverstanden wäre, bis zum All-In zu raisen, da er sowieso bereits Pot Commited war. Goonawardana zeigte

, Peck 
. Das Board kam mit 



, somit war das Turnier für Goonawardana an dieser Stelle auf Platz 2 beendet.
Ohne Zweifel hat auch die Müdigkeit einen Einfluss auf die Entscheidungsfindung von Goonawardana gehabt; das Turnier lief seit diesem Zeitpunkt bereits seit 14 Stunden. Er schien aber trotzdem nicht begriffen zu haben, wie hoch die Limit Runden im Vergleich zu No-Limit Runden gespielt worden waren. In Mixed Games Turnieren, bei welchen das Spiel von Level zu Level bzw. von Runde zu Runde wechselt, sollte man sich die Strukturen sehr genau ansehen, da diese eine entscheidende Auswirkung auf das Spiel haben. Das gleiche war auch beim WSOP 2008 Event #41 - $1.500 Mixed Holdem – zu beobachten. Die Limit Runden wurden wesentlich höher gespielt, als die No-Limit Runden. Im Rahmen einer effektiven Turnierstrategie muss man diese Tatsache mit in die Überlegungen einbeziehen und darauf achten, wie sich die relative Stack Höhe im Verhältnis zu den Blinds und Limits verhält.
Wir haben gerade über die Fehler gesprochen, welche No-Limit Spieler machen, wenn Sie in eine Limit Runde wechseln, wozu natürlich auch die Tatsache zählt, daß beim Limit Holdem die mathematische Komponente überaus wichtig ist. Viele Spieler denken "egal, es ist ja nur ein Bet" und spielen Falsch bis zum River. Die meisten No-Limit Spieler verstehen nicht, wie sich das Verhältnis ihres Stacks im Bezug auf die Limits verändert, wenn das Spiel und die Strukturen zu Fixed-Limit wechseln. Sie denken immer noch bei ihren Händen an Big Blinds, bei Limit Holdem dreht sich jedoch alles um Big Bets – wieviel wird es kosten bis zum River mitzugehen und den Showdown zu sehen. Da keine Möglichkeit besteht auf dem Flop oder Preflop All-In zu gehen, ist beim Fixed Limit die Anwendung der Begrifflichkeit Big Blinds definitiv der falsche Weg.
Als ich über das Mixed Holdem Turnier bei den Aussie Millions berichtete, fiel mir auf, daß die meisten Spieler während der Limit Holdem Runden ausschieden. Sie wussten zwar, wie man Pots beim No-Limit Holdem klein hält, hatten aber keine Ahnung, wie man das gleiche bei Fixed Limit erreicht. Die Limit Runden wurden so hoch gespielt, daß ich fast annehme es würde keine Weg geben, um diese Pots klein zu halten, vielleicht mal davon abgesehen, wenn "Big Streets" bis zum Ende gecheckt werden. Manche Spieler behaupten einfach die Strukturen wären schlecht; wobei man dieses Argument durchaus akzeptieren kann. Aber die Strukturen können nun halt mal nicht geändert werden. Die Spieler welche am erfolgreichsten sind, sind die Spieler, welche sich auf die Strukturen einstellen und es vermeiden die Limit Hände zu spielen, als wären es No Limit Hände.
Ich persönlich denke, daß es bei der WSOP und den Aussie Millions das gleiche Problem gab und sich mal jemand mit den Turnierdirektoren zusammensetzen sollte, um eine bessere Struktur für Mixed Holdem Events aus zu arbeiten. Aber das ist wieder eine andere Sache…

















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