Das Wort 'Position' hört man im Bezug auf das Pokerspiel immer wieder. Was genau ist aber damit gemeint? Zu Beginn müssen wir zuerst lernen zwischen zwei verschiedenen Arten von Positionen zu unterscheiden, der absoluten Position und der relativen Position. Danach werden wir anhand von einigen Beispielen erörtern, inwieweit die relative Position einen Einfluss auf das Spiel hat.
Mit der absoluten Position ist einfach die Position im Bezug auf den Dealer Button gemeint. Je näher man am Button sitzt (im Uhrzeigersinn betrachtet, so daß der Small Blind am weitesten entfernt vom Button sitzt), umso später muss man während des Spiels bei den einzelnen Streets in Aktion treten. Dadurch hat man den Vorteil, daß man sieht, was die anderen Spieler in vorderer Position machen und so mehr Informationen erhält, um die eigenen Entscheidungen treffen zu können. Auf den ersten Blick scheint dies eine klare Definition des Begriffes Position zu sein und aus meiner Sicht ist dies auch die Definition für die Position, welche beim Pokern verwendet wird. Ich hoffe allerdings, daß Sie nach dem Lesen dieses Artikels ein besseres Verständnis für die Position und im speziellen für den Begriff “relative Position“ entwickeln können.
Ihre absolute Position ist sehr wichtig, wenn Sie nur gegen einen Gegenspieler spielen, in einer so genannten Heads-Up Situation. Es gibt in dieser Situation keine relative Position, da Sie und Ihr Gegenspieler die einzigen beiden Spieler sind, welche in den entsprechenden Pot verwickelt sind. Wenn man in Stakes bis 25NL spielt, ist es sehr unwahrscheinlich, daß man die Mehrzahl der Flops Heads-Up spielt. Nur an sehr tighten 6-max Spieltischen wird man einen gewissen Anteil der Hände Heads-Up spielen, normalerweise spielt man jedoch meistens gegen eine gewisse Anzahl Gegenspieler.
Aus diesem Grund ist Ihre relative Position im Bezug auf den Initial Raiser (IR) bei den Microstakes viel wichtiger, als Ihre absolute Position. Der Grund dafür ist im Continuation Bet (C-Bet) zu finden, da in 90% der Falle die Action zum IR gecheckt wird. Da auch in den niedrigen Stakes viele Spieler die Begrifflichkeit C-Bet kennen, wird der C-Bet fast auf allen Flops genutzt, deshalb ist es dort normal, daß zu dem Spieler (IR), welcher Pre-Flop geraist hatte, gecheckt wird. An folgendem Beispiel kann man dies ganz klar erkennen.
In beiden Situationen halten wir die gleiche Hand - ![]()
.
Situation 1.1:
Wir sitzen auf dem Button an einem Full-Ring Spieltisch. Die Spieler UTG und UTG +1 limpen, der Rest foldet zum Cut-Off (CO), welcher 5 BB raist. Nun ist es an uns zu entscheiden, was wir tun, wobei wir unsere Position natürlich berücksichtigen müssen.
Situation 1.2:
Wir sitzen im SB an einem Full Ring Spieltisch. UTG raist auf 5 BB, UTG +1 callt, der Rest foldet zum Button, welcher ebenfalls callt, danach müssen wir entscheiden, was wir tun. Doch was sollen wir in dieser Situation tun.
Diese beiden Beispiele helfen uns zu verstehen, was hinter dem Prinzip der relativen Position steckt. Sagen wir mal, wir würden in beiden Situationen callen. In Situation 1.1 callt der SB, UTG und UTG +1 in Situation 1.2 foldet der BB. Der Flop kommt mit ![]()
![]()
, wir haben nun einen Open Ended Straight Draw.
Kommen wir nun zur Post-Flop Action:
Situation 1.1: Die Spieler checken normalerweise zum IR, in diesem Fall war dies der Co, welcher die Hälfte des Pottes setzt.
Situation 1.2: Die Spieler checken normalerweise zum IR, in diesem Fall war dies der Spieler UTG, welcher einen Einsatz in Höhe des halben Potts macht.
Ich hoffe, daß einige von Ihnen bereits erkannt haben, worauf ich hinaus will. In Situation 1.1 sind Sie auf dem Button und somit in der schlechtesten Position im Bezug auf den IR, da Sie als erster handeln müssen, wenn er seinen C-Bet macht. Sie haben keinerlei Informationen, was die anderen Spieler machen werden, da diese in 90% der Fälle zum IR checken, egal ob etwas getroffen wurde oder auch nicht – diese Spieler wissen, daß der IR sowieso etwas setzen wird (C-Bet). Wir sind hier in der schlechtesten relativen Position, obwohl wir eigentlich uns eigentlich in der besten absoluten Position befinden.
In Situation 1.2 anderseits, sitzen Sie direkt zur rechten des IR. Wenn dieser Spieler nun einen C-Bet auf dem Flop macht, müssen alle anderen Spieler vor Ihnen handeln und Sie haben Zeit um Informationen zu sammeln. Sie sitzen zwar im SB und somit in der schlechtesten absoluten Position, haben aber die beste relative Position zum IR, da Sie der letzte Spieler sind, welcher handeln muss, nachdem zum IR gecheckt wurde.
Bevor Sie also den nächsten Preflop-Call machen, sollten Sie abchecken, wie Ihre Position im Bezug auf den IR Preflop ist und darüber nachdenken, wieviele Spieler noch nach Ihnen in den Pot kommen könnten. Wenn Sie diese Kriterien in Ihre Überlegungen mit einbeziehen, wäre die Situation 1.1 ein klarer Fold, da drei Spieler nach Ihnen verbleiben, welche nach Ihnen an der Reihe sind. Wenn einer dieser Spieler entscheidet zu callen, sind Sie für den Rest der Hand “out of position”, obwohl Sie ja eigentlich auf dem Button sitzen. Situation 1.2 ist eine gute Möglichkeit zu callen, da Sie die bestmögliche Position zum IR haben (es sei denn, der BB würde ebenfalls callen) und deshalb die Möglichkeit haben maximale Informationen zu sammeln, bevor Sie eine Entscheidung treffen müssen. Außerdem sind Sie der letzte Spieler, welcher vor dem Flop handeln muss, deshalb können Sie auch sicher sein, daß Sie den Flop sehen werden, wenn Sie callen.
In dem folgenden Video-Clip von Rolf Slotboom wird dieses Konzept noch einmal anschaulich visualisiert.
Der Einsatz der relativen Position
Nun, da Sie (hoffentlich) wissen was relative Position bedeutet und wie sich die relative Position auf das Postflop-Spiel auswirkt, ist es nun an der Zeit Ihnen zu erklären, wie Sie Ihr Wissen im Bezug auf die relative Position, zu Ihrem Vorteil einsetzen können.
Wir werden uns nun über acht unterschiedliche Situationen unterhalten:
1. Eine gute Hand (![]()
), in Position, auf einem Board ohne Draws (![]()
![]()
)
2. Eine gute Hand, in Position, auf einem Board mit Draws (![]()
![]()
)
3. Eine gute Hand, nicht in Position, auf einem Board ohne Draws
4. Eine gute Hand, nicht in Position, auf einem Board mit Draws
5. Eine marginale Hand (![]()
oder ![]()
), in Position, auf einem Board ohne Draws
6. Eine marginale Hand, in Position, auf einem Board mit Draws
7. Eine marginale Hand, nicht in Position, auf einem Board ohne Draws
8. Eine marginale Hand, nicht in Position, auf einem Board mit Draws
In den Händen bei welchen wir in Position sind, sitzen wir im Small Blind, der IR sitzt UTG und wir haben 2 Caller UTG+1 und CO. Das folgende Bild veranschaulicht die Situation:
Bild 1: In Position

Wenn wir nicht in Position sind, sitzen wir erneut im SB, diesmal ist der IR jedoch auf dem Button und die beiden Caller sitzen im BB und UTG. Nachfolgend finden Sie ein weiteres Bild zur Veranschaulichung der Situation.
Bild 2: Nicht in Position

Beispiel 1
Wir sitzen in Position mit ![]()
und der Flop kommt mit ![]()
![]()
![]()
Trotz unserer schlechten absoluten Position, haben wir die perfekte Position, um aus dieser Hand eine Menge Value zu erzielen. Als erstes müssen wir entscheiden, was wir tun möchten; Checken oder Setzen? Wenn wir hier einen Bet machen, wird der IR eventuell re-raisen, da wir in einen Pot setzen, bei welchem er eigentlich die Initiative übernehmen möchte. Deshalb werden die beiden Spieler hinter ihm meistens ihre Hände folden. Wenn ein Bet erfolgte und jemand machte einen Re-Raise, werden oft Hände wie Top-Pair gefoldet, welche wir definitiv bei dieser Hand nicht dabei haben wollen. Wenn wir hier checken, wird der IR setzen, egal ob er etwas getroffen hat oder nicht. Somit geht die Action an die beiden anderen Spieler, welche sich noch in der Hand befinden. Zu diesem Zeitpunkt hat keiner Ihrer Gegenspieler eine Ahnung davon, wie stark Ihre Hand wirklich ist, deshalb werden die anderen Spieler sehr wahrscheinlich mit Händen wie KQ und QJ nur callen. Wenn wir dann raisen, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, daß diese Spieler den Raise callen. Einfach gesagt, viele Spieler callen lieber einen einzelnen Bet zweimal, als zwei Bets auf einmal. Wenn wir setzen und der IR raist, müssen die anderen Spieler zwei Bets callen, wenn wir aber Check/raisen, haben die anderen Spieler bereits ein Bet bezahlt und müssen nur noch einen Bet callen. Deshalb sollte man in dieser Situation einen Check/Raise auf dem Flop machen. Wir können uns in dieser Situation dafür entscheiden nur einen Check/Call zu machen und das Setzen dem Spielern hinter uns zu überlassen. Das Problem dabei ist, daß dadurch der Pot oft relative klein bleibt, da die Möglichkeit besteht, daß alle Spieler den Turn checken. Wenn man ein Set getroffen hat, spielt man für Stacks, wenn man also annimmt, daß in Spieler einen Bet von Ihnen callen wird, sollte man auf jeden Fall setzen!
Beispiel 2
Wir sitzen in Position mit ![]()
und der Flop kommt mit ![]()
![]()
![]()
Wir befinden uns fast in der gleichen Situation wie vorher, aber diesmal sehen wir einen Flop, über welchen wir nicht wirklich glücklich sind, da auf dem Board eine Menge potenzieller Draws liegen. Erneut müssen wir nun entscheiden ob wir gegen den IR checken oder beten sollen. Wenn wir setzen, riskieren wir einen Raise vom IR mit einem der Draws, woraufhin die beiden anderen Spieler (welche eventuell ebenfalls Draws bzw. Top Pair auf der Hand haben) unter Umständen folden würden. Da wir zur Rechten des IR sitzen und die Chance groß ist, daß er raist, wenn wir setzen, sollten wir dies nicht tun, da wir damit die beiden anderen Spieler aus dem Pott vertreiben. Die Gefahr in dieser Situation besteht darin, daß der IR auch mal keinen C-Bet machen könnte und wir unseren Gegnern dadurch eine Free-Card verschaffen würden. Aber in den Micro-Stakes wird meistens ein C-Bet gemacht werden, deshalb ist der Value größer, wenn man hier nur checkt und die beiden anderen Spieler im Pot hält. Diese werden nach einem C-Bet mit einer Vielzahl von Händen callen (siehe Beispiel 1) und zusätzlich noch mit allen Draws. Wenn man vom gleichen Prinzip wie im Beispiel 1 ausgeht (Spieler callen einen einzelnen Bet lieber zweimal als zwei Bets einmal) kann man in dieser Hand eine Menge Value erzielen, wenn man check/raist. Man sollte sicherstellen, daß der Raise hoch genug ist und Ihren Gegenspielern nicht die richtigen Odds zum callen gibt. Wenn man Potsize raist, gibt man den Gegenspielern die richtigen Odds, damit diese callen und versuchen Ihren Draw zu treffen.
Beispiel 3
Wir sitzen mit ![]()
nicht in Position und der Flop ist ![]()
![]()
.
Diesmal sitzen wir nicht in Position, der IR sitzt auf CO und die beiden anderen Spieler sitzen zwischen uns, sodaß wir der erste Spieler sind, welcher reagieren muss, wenn der IR seinen C-Bet macht. In dieser Situation versetzen wir uns einfach mal in die Lage des IR in Beispiel 1 und Beispiel 2 und hoffen, daß der IR sich an seine Vorgehensweise aus Beispiel 1/Beispiel 2 hält und raist. Wir würden dann als “First to Act“ in dieser Situation einen Donkbet machen, das bedeutet den IR setzen lassen. Als Ergebnis davon müssen nun die beiden anderen Spieler eine Entscheidung treffen, bevor der IR erneut an der Reihe ist. Zu diesem Zeitpunkt sehen sich unsere Gegenspieler nur mit einem Single Bet konfrontiert, wissen oft nicht in welcher prekären Situation sie sich gerade befinden und werden mit Händen wie Top Pair callen. Nachdem die beiden anderen Spieler entschieden haben, ob sie meinen Bet callen möchten oder nicht, geht die Action zum IR. Als IR ist er natürlich der Meinung, daß dies sein Pot ist, deshalb wird er mit Sicherheit raisen, wenn er eine Hand wie Z.B. Top Pair oder Over-Pair hat. Die Action geht zurück an uns und wir entscheiden uns nur zu callen. Die beiden anderen Spieler nun einen einzigen Bet zweimal callen müssen, anstatt zwei Bets einmal callen zu müssen, was der Fall gewesen wäre, wenn wir in dieser Situation einen Check/Raise gemacht hätten. Die Check/Call Option wäre in diesem Fall nicht optimal, wenn wir damit nicht ausreichend Value für diese Hand bekommen hätten. Wie Sie sehen können, ist ein Check/Raise in dieser Situation eine schlechte Entscheidung, weil man den beiden anderen Spielern keine Chance gibt weiter im Pot zu bleiben.
Beispiel 4
Wir sitzen nicht in Position und haben ![]()
auf der Hand, der Flop ist ![]()
![]()
![]()
In dieser Situation spielen wir fast genauso wie in der Situation im Beispiel 3, es gibt jedoch einen kleinen Unterschied. Wenn der IR nicht hoch genug raist, re-raisen wir den IR, da wir den beiden anderen Spielern keine guten Odds geben um ihren Draw zu callen. Wenn der IR nach unserem Bet also einen Min-Raise macht, antworten wir mit einem Re-Raise wenn noch andere Spieler im Pot sind.
Nun schauen wir uns diese Situationen mal mit marginalen Händen an. Dies kann jede Art von marginalen Händen sein, egal ob Top Pair oder ein Draw.
Beispiel 5
Wir sitzen in Position mit ![]()
und der Flop ist ![]()
![]()
.
Wir haben eine annehmbare Hand (Top Pair mit marginalem Kicker) auf einem “trockenen” Board. Was sollen wir tun – Check oder Bet? Wenn wir uns entscheiden zu checken und der IR setzt, enden Hände wie unsere Hand meistens mit einem Call, was wir natürlich nicht wollen, da unser Kicker nicht wirklich gut ist. Wenn wir setzen wird der IR oft trotzdem raisen, egal ob er eine Hand hat oder nicht, da er der Meinung ist, er könnte den Pot auf diesem Weg noch einfach gewinnen. Das Problem ist, daß wir im Bezug auf den IR für die gesamte restliche Hand nicht in Position sind und der IR ebenfalls eine gute Hand halten könnte. In dieser Situation sollte man am besten nur checken und abwarten, was die anderen Spieler machen. Der IR setzt und die Initiative geht an die anderen verbleibenden Spieler. Wenn einer der anderen Spieler den Bet des IR callt, muss dieser Spieler bei diesem Board eine Hand wie z.B. Top Pair (oder besser) haben, weil der andere Spieler ansonsten nach dem IR-Bet gefoldet hätte, da es keine großen Draws gibt, welche er noch treffen könnte.
Deshalb sollten wir folden, wenn einer der anderen Spieler den Bet des IR callt. Wenn beide anderen Spieler nach dem Bet des IR folden, callen wir, da der IR hier mit einer großen Hand-Range raisen wird, wobei einige dieser Hände uns sicherlich schlagen könnten. In diesem Fall haben wir unsere relative Position perfekt ausgenutzt, um die bestmögliche Entscheidung zu fällen, da wir nach dem Flop der erste Spieler wären, welcher handeln müsste.
Beispiel 6
Wir sitzen in Position mit ![]()
und der Flop ist ![]()
![]()
.
Hier haben wir eine ähnliche Situation, wie in Beispiel 5, mit dem Unterschied, daß das Board hier Draws ermöglicht, was sich natürlich auf unsere Vorgehensweise entscheidend auswirkt. Die Spieler welche zwischen uns und dem IR sitzen, werden hier mit einer größeren Handrange callen, da Draws möglich sind. Wie wir in Beispiel 2 erkennen konnten, ist dies durchaus gar nicht mal so schlecht, wenn wir eine starke Hand haben. Diesmal haben wir aber eine relativ schwache Hand und können die anderen Spieler nicht wirklich zum Folden bringen. Deshalb machen wir in dieser Situation einfach einen einfachen Bet und hoffen, daß der IR raist. Ein Raise des IR bringt die anderen Spieler in dieser Situation oft dazu aus der Hand auszusteigen, es sei denn sie hätten eine überaus starke Hand (wie z.B. ein Set). Der IR muss in dieser Situation nicht unbedingt eine starke Hand haben um zu raisen, deshalb versuchen wir durch unseren einfachen Bet die Basis zu schaffen, damit die beiden anderen Spieler ihre eigentlich annehmbaren Hände folden, wenn der IR unseren Bet raist. Wenn der IR unseren Bet nicht raist, stellen wir durch unseren Bet auf jeden Fall sicher, daß die anderen Spieler etwas für ihren Draw zahlen müssen.
Beispiel 7
Wir sitzen mit ![]()
nicht auf Position und der Flop ist ![]()
![]()
.
Diesmal sitzen wir mit einer annehmbaren Hand “Out of Position”. In diesem Fall versuchen wir so viele Informationen wie möglich über unsere Gegenspieler zu bekommen und setzen unsere absolute Position zu unserem Vorteil ein. Wir machen einen kleinen Bet (1/3 bzw. ½ Pot Size) und warten ab, was passiert. Wenn die zwei Spieler in der Mitte eine Hand haben, werden sie callen bzw. raisen. Wenn sie nichts haben, werden die beiden Kontrahenten meistens folden. Wir reduzieren den Nachteil nicht auf Position zu sein durch unseren kleinen Bet und schauen, wie unsere Gegenspieler reagieren. Indem wir dies tun, müssen wir auch nicht warten, bis der IR seinen C-Bet macht, welcher mit Sicherheit höher wäre als unser kleiner Bet. Wenn einer der Spieler zwischen uns callt und der IR raist, ist es für uns einfacher zu folden, als wenn wir die entsprechenden Informationen nicht gehabt hätten.
Beispiel 8
Wir sitzen mit ![]()
nicht auf Position und der Flop ist ![]()
![]()
.
Nachdem Sie die anderen Beispiele kennen, sollten Sie in der Lage in dieser Situation selbst herauszufinden, was getan werden muss. Wir sitzen direkt links vom IR und der Flop ist draw-lastig. Hier nutzen wir wieder das bekannte Prinzip (einen einzelnen Bet zweimal callen oder zwei Bets einmal callen). Wenn wir hier checken und der IR setzt, sind wir als nächster Spieler an der Reihe zu reagieren. Wenn wir hier raisen, müssen die beiden Spieler in der Mitte einen doppelten Bet callen, was sehr unwahrscheinlich ist. Deshalb sollten wir in dieser Situation immer einen Check/Raise machen und damit sicherstellen, daß die beiden Spieler in der Mitte nicht in der Hand bleiben. Erneut haben wir unsere relative Position optimal eingesetzt und die beiden Spieler in der Mitte dazu gebracht, ihre Draws zu folden.
Zusammenfassung
Ich hoffe, daß Sie nach dem Lesen dieses Artikels verstehen, wie wichtig Ihre Position im Bezug auf den IR ist und wie sich die relative Position auf Ihr eigenes Spiel und Ihre Entscheidungsfindung auswirkt. Es gibt in allen aufgeführten Beispielen zwei wichtige Umstände:
- der IR macht normalerweise immer einen C-Bet auf dem Flop.
- Es sind mehr Spieler in den Pot verwickelt, als nur Ihre eigene Person und der IR (im Heads-Up spielt die absolute Position eine wichtigere Rolle).
Wenn einer dieser Umstände nicht vorhanden ist, macht es absolut keinen Sinn das Prinzip der relativen Position anzuwenden.
Die meisten Pötte in den Microstakes sind Multi-Way Pötte (meistens sehen drei Spieler den Flop) und der IR wird meistens C-Beten, deshalb sind die oben aufgeführten Punke überaus wichtig, wenn Sie Ihre Gewinne in diesen Limits maximieren und die Verluste minimieren möchten. An diesen Tischen ist es lebenswichtig die relative Position mit in Betracht zu ziehen, da sich dadurch die Art und Weise, wie Sie eine Hand spielen, entscheidend ändern kann (zu Ihrem Vorteil natürlich).
Wir sehen uns am Spieltisch!
Sind Sie bereit, um sich ihren eigenen Bankroll aufzubauen? Dann sollten Sie einen Account bei einem der von PokerNews empfohlenen Poker-Rooms eröffnen und mit dem grinden beginnen.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!
Was denken Sie?
Registrieren Sie sich um einen Kommentar zu hinterlassen oder loggen Sie sich mit Facebook ein