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Poker Strategie: Rebuy Turniere

Thomas Bihl

Während mein Butter und Brot zunächst die Sit`n`Go Turniere und dann später das Cash Game waren, habe ich seit jeher auch immer gerne Turniere gespielt. Und dabei auch immer sehr gerne exotische Turnier-Varianten. Dabei meine ich zum einen exotische Disziplinen wie Horse oder Stud High-Low zum anderen aber auch im No Limit Hold`em Bereich Turniere ausser der Reihe. Z,B, Rebuy Turniere auf die ich heute eingehen möchte:

Bei diesen Turnieren hat sich für mich folgende Strategie bewährt: Ich kaufe sofort nach um mit dem doppelten Starting Stack spielen zu können. Und dann wähle ich eine tighte Gangart. Warum dass? Ganz einfach weil dies gegenteilig zu der üblichen Gangart meiner Gegner ist. Diese spielen in der Regel sehr, sehr loose unter dem Motto „notfalls kaufe ich halt nach“. Mit etwas Glück beim Table Draw hat man vielleicht sogar einen Maniac mit dicker Brieftasche am Tisch der es auf Teufel komm raus darauf anlegt sich einen grossen Stack aufzubauen. So ist es mir z.B. bei dem $1.000 WSOP Rebuy Event im Jahre 2007 ergangen. Shooting Star Justin Bonomo kam mit einem ganzen Sack voller Tausend Dollar Casino Chips an den Tisch und versuchte es mit der eben erwähnten Brechstangen Taktik. Die ging aber voll ins Leere. Double Rebuy nach Double Rebuy nach Double Rebuy folgte was ihn aber nicht weiter zu stören schien. Kurz vor Ende der Rebuy Periode hat er der Turnier Reporterin von Cardplayer noch ganz stolz erzählt er habe jetzt bereits 32 Rebuys getätigt. Ich dachte mir nur „Good for you Sir“. Turnierjetons hatte er aber eben immer noch keine aufbauen können! Dafür eine ganze Reihe Mitspieler am Tisch unter anderem auch ich selbst. Als dann die Periode zu Ende war gab es noch die Chance zum Add On die ich wahrgenommen habe. Es wurden nun auch die möglichen Preisgelder bekanntgegeben: Bei 1.048 Spieler wurden 1oo Plätze bezahlt. Da ich „nur“ $3.000 investiert hatte hätte mir bereits jeder MinCash in Höhe von $4.840 einen Profit beschert. Justin Bonomo musste nun sage und schreibe Platz 15 anvisieren um noch aus der Verlustzone zu kommen! Dass war die Top 1.5% des Feldes und damit doch sehr ambitioniert.

Sicher wollt ihr jetzt noch wissen wie es ausgegangen ist: Schlussendlich landete ich auf Platz 49 für $9.680 und Justin Bonomo auf Platz 55 für $8.067. Da konnte ich mir ein bisschen Schadenfreude nicht verkneifen.

Das Turnier ist mir übrigens noch aus einem weiteren Grund bestens in Erinnerung geblieben. Ich konnte nämlich den damals amtierenden Weltmeister Jamie Gold auf Position 84 busten.

Persönlich gebe ich übrigens fast immer auf sollte mein doppelter Starting Stack busten. Ich denke mir dann einfach „wenns net lafft dann laffts net“ und will kein gutes Geld dem schlechten hinterherwerfen. Fast immer habe ich mit meiner konservativen Spielweise ja auch mein Geld als Favorit untergebracht und einen Bad Beat kassiert. Warum dann noch mal in die Tasche gehen und auf die Wende hoffen? Das nächste Turnier kommt bestimmt.

Wer dennoch nachkaufen will kann dies natürlich gerne tun ich rate aber dringend dazu sich dann vor Turnierbeginn eine Maximalzahl an Rebuys festzulegen und diese dann auch strikt einzuhalten. Viele Rebuys zu machen ist mathematischer Irrsinn wie das obige Beispiel eindrucksvoll gezeigt hat.

Thomas Bihl bloggt regelmäßig beim Deutschen Full Tilt Poker Blog

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