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„Tricky" Omaha

Die Spielregeln bei Omaha sind Texas Holdem nicht unähnlich. Dennoch gibt es nicht nur beim Ablauf unterschiede, auch die Kartenkombinationen und die Spielstrategie unterscheiden sich.

Jeder Spieler/in bekommt (im Gegensatz zu Holdem) VIER Hole- oder Pocket-Cards, die Anzahl der Community-Cards bleibt mit fünf gleich. Der große Unterschied zu Holdem ist, dass jeweils zwei (!!) Hole-Cards mit drei Community-Cards kombiniert werden müssen. Daher kann sich das Blatt vom Flop auf den Turn, oder Turn auf River schnell wenden, schnelles Umdenken ist hier wichtig.

Omaha ist, verglichen mit Holdem, wesentlich mathematischer aufgebaut. Wenn ein/e Spieler/in wirklich nur gute Hände spielt und die Gegner/innen fast jede Hand, dann steht die mathematische Gewinnwahrscheinlichkeit im Omaha sehr gut, für den/die „trockenen" und kontrollierten Spieler/in. Omaha ist das beste Spiel um Geld zu machen, und besonders wenn die Geldmittel nicht so hoch sind. Denn Omaha erfordert nur die hälfte des Geldeinsatzes, verglichen mit Holdem, aber die Gewinnrate sieht viel höher aus. Omaha ist ein Spiel mit viel Information, Holdem ein Spiel der ständigen Ungewissheit und Verunsicherung. Wichtig ist, im Omaha keine schlechten Hände zu spielen. Denn aufgrund der höheren Kartenmenge, die ausgegeben wird, ist die Wahrscheinlichkeit starker Hände ziemlich sicher. Generell ist die Stärke der gewinnenden Hände bei Omaha höher als bei Holdem – von Drilling oder Straße aufwärts.

Ein Beispiel:
Als Community-Cards liegen 9 J A K Q am Tisch. Eine T als Hole-Card ist zu wenig für eine Straße, da zwei Hole-Cards zur Kombination verwendet werden müssen. Wenn ein Spieler z.b. T und 8 in den Händen hält, hat er/sie die Straße bis zur Dame.

Auch bei einem Flush oder Full House übersehen Anfänger gerne, dass nur die Kombination mit zwei Hole-Cards zur Winning-Hand führt. Hier ein weiteres Beispiel: Ah 2c Th Qh 6h liegen als Community-Cards am Tisch. Wenn ein/e Spieler/in nun als Hole-Card Td Tc 2s 7h hält, dann genügt die 7h nicht zum Herz-Flush. Genauso wenig ist ein Full House mit Td Tc und 2s möglich. Der/die Spieler/in hat „nur" einen Drilling mit den Zehnern.

Zum üben bietet sich ein Low-Limit Omaha Spiel an. Bei nicht all zu aggressiven Spieler/innen am Tisch kann man hier schon mal einiges ausprobieren und bei geduldigem, überlegtem Spiel auch gute Gewinne einfahren. Vor dem Flop macht ein hohes Paar nicht unbedingt eine starke Hand aus, dennoch ist das Pre-Flop Spiel im Omaha wichtig. Nach dem Flop kann die eigene Hand schon nichts mehr wert sein. Nur Hände mit hohem Erwartungswert sollten gespielt werden.

Der Flop ist im Omaha kritisch – denn hier beginnt die Kombinations-„Arbeit". Hat man mit dem Flop zwei Paar oder einen Drilling oder vier gleiche Farben ergibt das schöne Drawing Möglichkeiten für Turn und River. Aber Vorsicht wenn noch viele Spieler im Pot sind, immer die Nuts-Möglichkeiten im Auge behalten und sich nicht auf die momentane Kombinationsmöglichkeit festfahren. Ein Drilling ist bei Omaha kein wahnsinnig tolles Blatt! Und auch bei einer Straße sollte das obere Ende vervollständigt werden und nicht das Untere. Besonders in einer Longhand Partie sollte man nach dem Flop aussteigen, wenn man nicht zumindest die Top-zwei-Paar in Händen hält oder noch die Möglichkeit auf andere Nuts Möglichkeiten sieht.
Liegt nach dem Flop ein Paar in der Mitte ist es sehr wahrscheinlich, dass schon ein/e andere/r Spieler/in den Drilling hat – ein „hoffen" auf die Turn-Karte wäre dumm.
Mit der Turn Karte ist die halbe Kopfarbeit getan, hat man nach dem Turn ein gutes Blatt – z.B. ein Flush oder eine angemessen hohe Straße, dann auf jeden Fall anspielen oder ein „check-raise" spielen um den Spielern/innen, die noch auf die River Karte setzten, die Entscheidung schwerer zu machen.

Omaha wird gerne als „River" – Game bezeichnet, weil die letzte Karte oft die, bis dato gewinnende Hand, killt. Der Makel daran ist, dass nur armselige Omaha Spieler/innen auf eine River Karte hoffen – die für sie über Gewinn und Verlust entscheidet. Omaha ist ein Spiel der Aufbereitung und nicht des „Kaufens". Kommt dennoch am River eine Karte herunter, die weitere Kombinationsmöglichkeiten aufwirft, dann eher zurück halten, denn das kann böse ins Auge gehen. Trotzdem gilt es – einen billigen Showdown vermeiden!

Eine beliebte Omaha Variante ist „Omaha Hi/Lo". Dabei gewinnt die höchste aber auch die niedrigste Hand. Das Ziel ist es beide Hände zu gewinnen. Lo-Hände zu lesen ist für Anfänger oft schwierig und verwirrend, aber wenn man sich ganz konkret vorstellt: „zwei von meinen Karten, drei von den Community-Karten" und die niedrigste Karten-Kombination herausfischt, ist der Knäuel im Kopf entwirrt. Immer von der höchsten Karte ausgehend herunter kombinieren bzw. zählen und mit der Nuts-Lo-Hand, die aufgrund der Community-Cards zu erkennen ist, vergleichen.

Auf jeden Fall sind gute Texas Holdem Spieler/innen nicht automatisch auch gute Omaha Spieler/innen. Bei Holdem zieht viel öfter das zufällige oder willkürliche Glück. Bei Omaha haben schlechte Spieler/innen gegenüber guten Spieler/innen keine Chance.  
 
 

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