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Erweitern Sie Ihre Handrange mit Ryan D’Angelo, Teil 1

Ryan D'Angelo

Ryan D’Angelo war in diesem Jahr bei Live Turnieren überaus erfolgreich, nachdem er in den letzten beiden Jahren bereits an den Online Spieltischen für Furore sorgte. Der 24-jährige saß beim PokerStars.net Caribbean Adventure am Final Table und besitzt zwei World Championship of Online Poker Titel. Im Laufe seiner Karriere hat er bereits mehr als $1.5 Millionen gewonnen.

Vor kurzem platzierte sich D’Angelo auf einer Top Position beim North American Poker Tour Mohegan Sun Main Event. Nachfolgend geht er auf zwei entscheidende Hände an Tag 2 ein und erläutert das Konzept dieser Woche: erweitern Sie ihre Handrange in Turnieren.

Hand #1
Gegner: Jamie “pokerjamers” Armstrong – 110.000 Chips
Blinds: 1.000-2.000 mit 200 Ante

Was war dein Table-Image an diesem Tisch vor dieser Hand?
Ich kam einige Stunden vorher an den Spieltisch und gewann sehr schnell einen sehr hohen Pot, als ich einen UTG Raise mit A-10 suited callte. Der Big Blind callte und der Flop kam mit J-7-3, ein Spade. Der UTG Raiser machte einen C-Bet und ich machte einen Floating-Bet. Auf dem Turn kam ein Ace, der UTG Raiser check-callte meinen Bet. Der River brachte ein Blank, ich zeigte A-10 und gewann den Pot. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ca. 200.000 Chips. Eine Menge Spieler wussten wer ich bin und ich übernahm irgendwie die Rolle des Table-Kapitäns. An meinem Tisch saß auch noch Jamie Armstrong, ich sagte noch kurz vor der Pause zu ihm, dass ich wahrscheinlich nie einen Pot gegen ihn gewinnen werde, da er mich Online immer schlägt.

Oh, sehr interessant. Bei Turnieren?
Ja, ich weiß nicht warum. Einige Spieler dominieren mich immer wieder bei Turnieren. Bei mir sind es “Sctrojans”, Jamie Armstrong und “puffinmypurp”. Wir hatten also eine gemeinsame Online-Historie. Er denkt sicher, dass ich etwas verrückt bin, einen Bluff durchziehen kann, aber eigentlich relativ Smart bin.

Die Hand: Armstrong raiste auf mittlerer Position auf $4.800, D’Angelo callte vom Cutoff mit {A-Diamonds}{10-Spades}. Der Big Blind callte ebenfalls. Der Flop kam mit {Q-Diamonds}{J-Diamonds}{5-Diamonds}. Der Big Blind checkte, Armstrong setzte 9.000. D’Angelo callte und der Big Blind foldete.

Was hast Du dir dabei gedacht auf dem Flop nur zu callen?
Der Grundgedanke ist die Range der Gegenspieler zu erweitern und dadurch den Wert der eigenen Hand zu verbergen, was sehr wichtig ist, wenn man gegen gute Spieler spielt. Ich hätte ihn mit sehr vielen Händen in Position flat-gecallt und somit hat er bei diesem Flop keine Chance mich auf eine bestimmte Hand zu setzen. Ich könnte zwei Diamonds oder 2'er mit einem Diamond auf der Hand haben. J-10 suited oder eine Hand wie {A-Diamonds}{10-Spades} wäre natürlich ebenfalls möglich.

Wenn Du preflop flat callst, weil Du deine Calling-Range offen lassen möchtest, wie schaffst Du es deine 3-Bet Range ebenfalls nicht einzuschränken? Worin besteht für dich der Mehrwert, wenn Du mit A-10 nur callst, anstatt einen 3-Bet gegen einen häufigen Raiser zu machen?
Einen 3-Bet in dieser Situation hätte ich sehr wahrscheinlich nur mit einer sehr eingeschränkten Range gemacht. Wenn ich z.B. eine Hand wie J-5 suited hätte, welche Postflop nicht mehr spielbar wäre oder mit einer Hand wie A-K bzw. J-J.

Gilt dies auch bei Spielern, welche in der Lage sind mit einem 4-Bet zu antworten?
Korrekt und wenn ich mit einer Hand wie A-10 einen 3-Bet mache und er meinen 3-Bet callt, wird es Postflop für mich schwierig zu spielen, falls ich ein Pair floppe, weil ich diese Hand weiterspielen muss und oft nicht die beste Hand habe. Wenn ich einen 3-Bet mit 3-4 suited mache, kann ich die Hand nach einem C-Bet immer noch locker aufgeben, was es mir sehr einfach macht diese Hand zu spielen. In guter Position neige ich dazu mit einer Vielzahl von Händen zu flatten, wozu auch starke Hände gehören, da ich dadurch meine eigene Handstärke verschleiere und die Möglichkeit habe einen Re-Move zu machen, falls irgendjemand in den Blinds sich entscheiden sollte ein Squeeze-Play zu machen.

Ich denke aber die Sache mit den 3-Bets ist ein sehr wichtiger Aspekt bei Turnieren, im speziellen, wenn die Stacks kleiner als 50 Big Blinds sind. Ich denke nicht, dass man regelmäßig bei Turnieren gewinnen kann, wenn man nicht regelmäßig 3-Bets in Position macht. Man muss halt nur sicherstellen, dass man jeweils den richtigen Zeitpunkt und die richtigen Situationen dazu auswählen. “Pokerjamers” ist z.B. kein guter Gegner für regelmäßige 3-Bets, da er schnell bemerken wird, was ich vorhabe und mir entsprechend antworten wird, wenn er denkt, dass ich eine schwache Hand haben könnte. Es ist besser dies gegen Spieler zu machen, welche noch Angst empfinden können oder großen Respekt vor ihrem Spiel haben und sich nicht mit ihnen anlegen möchten.

Hand: Der Turn ist der {K-Hearts}. Auf dem Board liegen nun {Q-Diamonds}{J-Diamonds}{5-Diamonds}{K-Hearts}, Armstrong checkte und D'Angelo checkte behind.

Warum hast Du dich entschieden zu checken?
Dies war die magische Karte für mich, da die Stärke meiner Hand immer noch nicht offensichtlich war und mein Gegner seine Hand nicht aufgeben würde, wenn er so etwas wie z.B. Two Pair hätte. Mein Beweggrund zu diesem Zeitpunkt war, dass jetzt ja die Möglichkeit bestand, dass Armstrong mit fast jeder beliebigen Hand auf dem River versuchen könnte zu bluffen und es gab in dieser Situation nicht viele Rivercards, vor welchen ich mich fürchtete, deshalb musste ich mir auch keine Gedanken darüber machen, wie ich meine Hand schützen kann. Ich wusste – wenn ich auf dem Turn setzen würde, wäre er bereit mit einer großen Anzahl Karten (z.B. A-Q oder K-10) auf dem River zu folden, welche mir eigentlich noch großen Value bringen könnten. Falls der River für ihn passen sollte und er hat 2 Pair oder besser, bin ich mir sicher, dass ich in den meisten Fällen seinen gesamten Stack bekommen werde.

Hand: Der River brachte die {6-Clubs}. Auf dem Board lagen somit {Q-Diamonds}{J-Diamonds}{5-Diamonds}{K-Hearts}{6-Clubs}. Armstrong setzte 23.000. D'Angelo raiste so hoch, dass Armstrong bei einem Call All-In gehen musste. Armstrong callte ohne zu zögern All-In. D'Angelo zeigte A-10 für eine Ace High Straight. Armstrong muckte.

Was denkst Du hatte Armstrong auf der Hand?
Ich nehme an er hatte Two Pair oder ein Set. Er hätte aber auch mit einer Hand wie Ax-Kd oder etwas ähnlichem callen können.

Im nächsten Teil wird D'Angelo eine weitere Hand erläutern und am Beispiel dieser Hand erklären, warum man die eigene Range erweitern sollte. Twittern Sie doch mal mit PokerNews und verpassen Sie zukünftig nie wieder unsere topaktuellen Kurz-News.

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