Februar 10, 2010, Ben Wilson

Sie sind für jede Bankrollhöhe geeignet und die Buy-Ins beginnen bei $1+$0,20 und enden im High Level Bereich bei $2000+$90 – Sit and Go’s (SNG) oder auch Single Table Tournament genannt (STT) gehören zu den beliebtesten Pokerformen. Sie sind sehr einfach zu spielen, es gibt sie in vielen Formaten und in unterschiedlichen Pokervarianten: 10-Handed oder 6-Max, normale Blind Struktur oder Turbo, Pot Limit Omaha und Limit Omaha (beide HI und Hi/Lo), Limit Texas Holdem oder das allseits beliebte No Limit Texas Holdem.
Wir möchten uns in diesem Artikel aber mit einer Basis-Variante der SNG’s beschäftigen: Die “Doppelt oder Nichts” oder auch DoN genannte Variante. Dieses Format hat ein einfaches Ziel – platzieren Sie sich in der oberen Hälfte des Teilnehmerfeldes (Top 5 bei 10-Handed bzw. Top 3 bei 6-Max) und Ihr eingezahltes Geld wird verdoppelt. Klingt recht einfach um damit Geld zu machen? Ok, teils ja, teils nein.
Obwohl es einfach klingt bei diesen SNG’s ins Geld zu kommen, müssen Sie bei diesen SNG’s öfters ins Geld kommen, als bei regulären SNG’s – obwohl diese SNG’s als “Doppelt oder Nichts” angepriesen werden, müssen Sie bei jedem DoN SNG den Rake mit einkalkulieren (normalerweise zwischen 8 und 10% abhängig vom jeweiligen Anbieter) um Profit machen zu können. Nehmen wir einmal an, Sie spielen 100 $10+1 DoN SNG’s, somit haben Sie $1100 investiert. Wenn Sie Break Even kommen möchten, müssen Sie bei 55% im Geld sein, wenn Sie $100 Gewinn machen möchten (ca. 9% ROI) müssen Sie schon bei 60% der Turniere Geld gewinnen – und nach der Statistik haben Sie eigentlich nur eine 50 zu 50 Chance um ins Geld zu kommen. Aber nicht verzweifeln – beim Pokern kommt an dieser Stelle die Geschicklichkeits ins Spiel....
Die DoN's müssen anders gespielt werden als die regulären SNG’s, eher wie ein Satellite-Turnier, bei welchen es darum geht sich in den Top 50% des Teilnehmerfeldes zu platzieren. Anders als bei regulären SNG’s wird ein DoN nicht so aggressiv gespielt – Ihr Ziel ist es nicht alle im Spiel befindlichen Chips zu bekommen, Ihr Ziel ist es vielmehr soviel Chips zu gewinnen, dass es für eine Platzierung im Geld ausreicht. Lernen Sie zu folden, denn folden müssen Sie bei DoN’s sehr oft.
Es gibt sicherlich einige Pokervarianten, welche sich für einen tighten ABC Spielstil eignen – jeder Ihrer Chips hat einen Wert und gewinnt an Wert, je länger das Turnier dauert und der Wert steigt mit den steigenden Blinds und den Antes. Während der ersten Level, sollten Sie nur die Top 10 Starthände spielen (hohe Paare von Ass bis 9’er und Assen bis zu Ass Dame off-suit) und diese Starthände sehr aggressiv spielen, wenn Sie diese Karten auf die Hand bekommen. Das bedeutet aber nicht, dass kleine Pocket Pairs und Suited Connectors unspielbar sind, wenn es nicht teuer wird und Sie den Flop in letzter Position sehen können, ist das durchaus OK. Ab und zu trifft man ein Monster auf dem Flop und kann unter Umständen schon sehr früh verdoppeln. Vermeiden Sie aber auf jeden Fall solche Hände von einer schlechten Position zu spielen. Ein frühes Double-Up sorgt bei einem DoN fast immer dafür, dass man ins Geld kommt, man muss aber nicht notwendigerweise verdoppeln um bei einem DoN Geld zu gewinnen – oft genügt es tight zu spielen und während der letzten Level zum richtigen Zeitpunkt die Blinds zu stehlen, um es über die Bubble bis zum Geld zu schaffen.
Während der durchschnittliche Gewinner-Stack ca. 3.000 Chips beträgt, sollten Sie bedenken, dass der Schlüssel zum Erfolg darin besteht, darauf zu achten, wie hoch die Stacks der Gegner sind und auf welcher Position die Gegner im relativen Bezug zu den Blinds sitzen. Wenn jemand z.B. einen Stack von 8.000 hat (etwas mehr als die Hälfte aller im Spiel befindlichen Chips) benötigen die anderen vier Spieler nur jeweils einen Stack in Höhe von 1.750 Chips um ins Geld zu kommen. Man muss darauf achten in den frühen Leveln nicht mit marginalen Händen in All-In Situationen verwickelt zu werden – es sei den Sie wären ein Short-Stack oder hätten sehr gute Pott-Odds, wodurch ein All-In Sinn machen würde, ganz speziell, wenn die Bubble naht.
Ein Beispiel:
Sie sind erste in Chips mit einem Stack in Höhe von 4.500, es sind noch 6 Spieler im Spiel , die Blinds sind 100/200 und Sie erhalten Pocket Könige UTG. Ein anderer guter, tighter Spieler mit 4.000 Chips in sitzt in letzter Position, alle anderen Spieler habe zwischen 1.200 und 1750 Chips, außer ein Short-Stack, welcher mit 900 Chips auf mittlerer Position sitzt. Um den Short-Stack dazu zu bringen ein Re-Raise All-In zu initiieren (was er vielleicht sowieso macht, egal welche Karten er hält, wenn zu ihm gelimpt bzw. gefoldet wird, da sein Stack-Size in Relation zu den Blinds ein All-In profitabel macht), limpen Sie, wobei Sie aber beabsichtigen eventuell einen Re-Raise zu machen, um ihn zu isolieren. UtG+1 macht einen Min-Raise auf 400 (ihm verbleiben danach noch 1100), der Short-Stack geht All-In und der erfahrene, tighte Spieler hinter ihm geht mit 4.000 All-in. Was sollten Sie tun?
Auch in einem Standard-SNG würden Sie jetzt sicherlich zögern den Call zu machen, da Sie im Falle dessen, dass es schlecht für Sie läuft nur noch zwei Big Blinds übrig hätten. Bei einem DoN ist dies jedoch ein “easy” Fold: Ihre Kings sind vielleicht besser, als die Karten des Short-Stacks, aber der Spieler UTG+1 hält sicher eine gute Hand und der tighte Spieler in letzter Position investiert sicherlich seine Chips nur dann, wenn er ein Monster auf der Hand hält. Sie folden, UTG+1 callt und zeigt A-K, der Short-Stack zeigt Pocket 6 und der Big Stack zeigt A-A und eliminiert beide Spieler, die Bubble ist geplatzt und Sie sind im Geld.
Wenn man lernt die DoN’s zu meistern, hilft dies auch dabei die eigene Turnier-Geschicklichkeit zu verbessern und zwar ganz speziell das Spiel an der Bubble, da Ihre Fähigkeit andere Spieler im Bezug auf die Position und die Stack-Sizes einzuschätzen geschult wird. Stehlen Sie von den tighten Spielern, machen Sie Value-Bets bei den Calling-Stations und lernen Sie, wann Sie All-In gehen müssen und wann Sie folden müssen. Während bei regulären SNG’s eigentlich jeder Spieler noch etwas dazu lernen kann, richten sich die DoN’s eher an die Anfänger und geben diesen einen Einblick in die vielfältige und komplizierte Pokerwelt. Sie werden zwar beim Spielen von DoN SNG’s nicht so schnell zum Millionär werden, aber es ist halt auch hier abhängig davon, wieviele DoN’s Sie spielen. Die DoN’s bieten Ihnen eine Möglichkeit mit geringem Risiko Profit machen zu können, somit ist alles was Sie benötigen Zeit und eine Menge Geduld.
Wenn Sie striktes ABC Poker bei den DoN’s spielen, lernen Sie, wie Sie an mehreren Spieltischen gleichzeitig spielen müssen, um möglichst wenig Risiko einzugehen. Außerdem kann man bei den DoN’s sehr einfach zusätzliches Geld durch Rakeback oder VIP-Programme verdienen (DoN’s sind z.B. bei PokerStars der einfachste Weg, um den SuperNova Status zu ereichen) oder einen Sign-Up Bonus freispielen.
Das Zauberwort bei DoN’s ist “konservativ” und zwar ganz speziell im Bezug auf den Bankroll. Wenn Sie ein “Winning” Player sind und ganz sicher sein möchten, dass Sie nicht nachladen müssen, sollte Ihr Bankroll mindestens 100 Buy-Ins hoch sein, wen Sie also $10+$1 spielen, sollten Sie über einen Bankroll von ca. $1000 verfügen. Je höher Ihre Gewinnrate ist, umso niedriger kann Ihr Bankroll sein. Wenn Sie ca. 2000 DoN’s gespielt haben, sollten Sie eine aussagekräftige Vorstellung bezüglich Ihrer Gewinn-Rate haben und wenn Sie bei 55% bis 60% der DoN’s ins Geld kommen, werden Sie feststellen, dass Ihr Bankroll kontinuierlich wachsen wird.
Es ist natürlich auch möglich mit geringerem Bankroll zu spielen, Sie sollten aber immer bedenken – egal wie gut Sie spielen -, dass es beim Pokern immer Downswings gibt und die Varianz sehr schnell dazu führen kann, dass Sie pleite gehen, wenn Sie die Regeln des Bankroll-Managements nicht beachten.
Die meiste DoN Action finden Sie auf Pokerstars und Poker770.
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