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In Stefanie Bergener’s Pokerwelt

Das Spiel mit kleinem Stack

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1

Hallo Leute,

da ich versprochen habe ein bisschen mehr über das Spiel mit kleinem Stack zu sprechen, habe ich zunächst einmal jetzt für euch ein neues Thema eröffnet und werde dann wieder bei den Sit'n Go's bzw Bluffs weiter schreiben, denn das ich habe ich schon zugesagt.

Ich werde euch in den nächsten Artikeln ein paar wichtige Konzepte erklären, die meiner Meinung nach, wenn ihr Short Stack in einem No-Limit-Holdem-Turnier seid, die wichtigsten sind:

Eine Szene die euch häufig bei Internet und auch in den großen Turnieren im Casino begegnen wird ist: Bei einem Bad Beat verliert ein Spieler die meisten seiner Chips und geht mit der nächsten Hand, wie zum Beispiel J5 All-In. Dieser Spieler ist sicherlich in diesem Moment on tilt und somit irrational und frustriert.
Letztendlich hat er schlichtweg die Nerven verloren. Poker zu spielen bedeutet durch das Kommen und Gehen des Glücks und Auf und Abs, andere Spieler dazu zu verleiten irrational zu handeln. Wenn ihr es besser machen wollt, dann dürft ihr niemals der Versuchung erliegen, eure Nerven zu verlieren. Es gibt mehr als genug Fälle von beeindruckenden Comebacks bei Pokerturnieren.

Sicherlich ist auch euch bekannt, das es bei einem 10fachen BB oder weniger nur noch die beiden Möglichkeiten gibt All-In zu gehen oder zu folden. Der Grund hierfür ist einfach, dass ihr bei einem Raise danach sowieso Pot-Committed seid. Auf Grund der Pot Odds müsst ihr ggf. sowieso ein späteres Raise callen, denn folden wäre in diesem Fall eine schlechte Entscheidung mit negativer Equity.

Ihr müsst schon bevor euer Stack klein ist die Strategie der Menge eurer Chips anpassen. Auch wenn euer Stark etwas größer als 10BB ist seid ihr schon sehr anfällig, andere Spieler werden versuchen euch vor schwierige Entscheidungen zu stellen, indem sie zum Beispiel im BB callen und euch dann auf dem Flop All-In setzen. Man sollte meiner Meinung nach bereits mit einem BB zwischen 13 und 15BB nicht mehr versuchen die Blinds zu stehlen oder sich den Flop anzuschauen. Jedes Mal wenn ihr die Blinds versucht zu stehlen riskiert ihr einen erheblichen Teil eures Stacks. Falls ihr auf ein Raraise folden müsst, verliert ihr dann die Möglichkeit den jetzt noch profitabelsten Spielzug, einen All-In Resteal anzuwenden.

Sobald ihr wieder mehr als 15 bis 18 BB habt, stehen euch wieder alle Waffen des Pokerspiels zur Verfügung.

Morgen erfahrt ihr dann noch mehr zu den einzelnen Strategien von mir.
Bis dahin wünsche ich euch viel Erfolg, Glück und gute Karten, bis bald, Eure Stefanie

2009-05-11 21:03

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

2

Hallo Steffi,

Oft passiert es dass man gar keine Chance bekommt mit seiner Range All-In zu gehn, entweder weil man für die Position nicht die richtige Hand bekommt, oder weil ein anderer vorher Raised (für den Call braucht man ja eine etwas bessere Range).

Kurzum, man steht vor lauter schlechten Alternativen:

Call in Middle Pos mit A7s (hohe Gefahr dominated von Ass oder Pair)

All-In in Early Pos mit 87s

(fast sicher 1 Call)

All-In in Late Pos mit 63o

(wird nicht ernstgenommen)

In all diesen Verzweiflungssituationen hat man nur etwa 30 % Überlebenswahrscheinlichkeit.

Oder gibts da noch einen Joker den ich übersehen hab?

Nach Slansky gibts nur 2 Auswege:
Entweder vorher mehr riskieren (für Siegspieler und dumme Spieler)
oder auf gute Gelegenheiten warten (für gläubige Spieler).

lg, zawi

2009-05-12 15:31

zawi (User Offline) schrieb 582 Posts
seit 2008-07-16

Senior

3

Hallo Freunde,

heute geht es weiter mit unseren Strategieteil bei einem kleinen Stack.
Jetzt geht es weiter mit einem Stack von 13 bis 15 BB.

Bei diesem Chipstack habt ihr ausreichend Chips für ein All-In Reraise und solltet auf jeden Fall für eine oder mehrere Gelegenheiten dafür Ausschau halten. Euer Plan hierbei sollte folgende Situation sein:
Ein Gegner, der zu viele Hände spielt, raist um den 3 bis 4fachen BB. Alle anderen Spieler folden und ihr seid im Cutt-Off , dem Button oder einem der Blinds. Das ist die perfekte Situation für einen Angriff bzw. ein All-In. Dieser Reraise kann noch viel effektiver sein, wenn sogar ein Spieler zwischen euch und dem Raiser gecallt hat.
Dan Harrington nennt diese Methode den „Sandwich-Effekt". Durch den Caller in der Mitte wird die Angelegenheit noch viel attraktiver, weil der Pot viel größer ist und wenn Sie diesen Pot gewinnen würde bei hohen Blinds und Antes euer Stack um etwa 15 % anwachsen wird.
Außerdem ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass der Caller eine besondere Bedrohung darstellt, den er hätte vermutlich geraist, wenn seine Hand 15 BB wert wäre.
Auch der ursprüngliche Raiser muss die Wahrscheinlichkeit in Betracht ziehen, dass er eine schlechtere Hand als die beiden Spieler nach ihm hat, vor allem wenn er loose-agressiv ist.
Falls ihr trotz allem falsch liegt und einer der beiden anderen Spieler eine wirklich starke Hand hat, bietet das Dead Money im Pot, wenn einer der beiden callt, mehr als genug Vorteile, wenn ihr doch hinten liegen solltet.
Jedoch braucht auch kein Raise oder einen Call, um ein All-In Reraise zu spielen, ihr solltet nur darauf achten, dass ihr euch für diese Aktion einen loose-agressiven Spieler auswählt, am besten noch mit einem mittleren Stack.
Bei einem Gegner mit einem ähnlich großen Stack kann ein Call wahrscheinlicher sein, da es sich Pot-Committed fühlt.
Ein Gegener mit einem großen Stack könnte einen lossen Call machen und ist somit ebenfalls ungeeigneter für diese Situation.

Bei dieser Strategie ich nicht die Hand maßgeblich, sondern der Gegner den ihr hierfür auswählt.
Es gibt die Empfehlung dies nicht mit A7, K10 oder ähnlichem und schon gar nicht mit Dame hoch zu spielen. Am besten geeignet sind hierfür Pocket Pair (auch kleine) oder Suited Connectors.

Nochmal, der Spieler ist wichtiger als eure Karten!!

Jetzt wünsche ich euch viel Erfolg, Glück und gute Karten, bis bald,
Eure Stefanie

2009-05-12 22:54

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

4

SteffiBergener geschrieben

Dieser Reraise kann noch viel effektiver sein, wenn sogar ein Spieler zwischen euch und dem Raiser gecallt hat.

Dan Harrington nennt diese Methode den „Sandwich-Effekt".

Wer mit Sandwich-Effekt nicht viel anfangen kann, für den ist der erste Satz vielleicht etwas missverständlich (oder ich lese ihn einfach schief):
gemeint ist: Jemand Raist, danach gibt es einen Spieler der nur callt und nun seit ihr an der Reihe und Reraist All-In.
Das ist nun ein ganz besch*** Situation für den ursprünglichen Raiser, da er nun ein All-In callen müsste aber zudem nicht weiß was der Spieler (der nur gecallt hat) tut, geht der sowieso All-In und der Raiser sieht sich 2 Spielern gegenüber... er hat also die Aufgabe zu entscheiden ob sein Blatt gegen 2 eventuelle Gegner immernoch gut genug ist!

Es gibt nix schöneres als ein SnG mit einem Royal Flush zu beenden!

2009-05-12 23:37

Ocramj (User Offline) schrieb 1299 Posts
seit 2008-12-18

Veteran

5

Trotzdem darf man den Caller nicht unterschätzen.
In Turnieren wird oft mit sehr starken Händen wie AK gecallt.
Es wird empfohlen den Move nur gegen tighte Caller zu spielen, aber
zu lange warten auf die perfekte Welle bringt auch nix.

2009-05-13 10:57

zawi (User Offline) schrieb 582 Posts
seit 2008-07-16

Senior

6

Raise, call, reraise all in kenn ich jetzt eher unter Squeezeplay. Das ist wohl auch gemeint oder?
Oder ist da noch ein Unterschied zu sehen?

http://river-ratten.blogspot.com/

2009-05-13 11:15

CarlosMuc (User Offline) schrieb 3798 Posts
seit 2006-11-10

Moderator

7

Jo, Squeeze ist damit gemeint.

Mir ist noch ein Fehler aufgefallen:

Auf Grund der Pot Odds müsst ihr ggf. sowieso ein späteres Raise callen, denn folden wäre in diesem Fall eine schlechte Entscheidung mit negativer Equity.

Equity beschreibt den Anteil am Pot oder an den Chips. Somit erreicht die Equity zwischen 0 und 100%, kann also nie negativ sein.

Evtl. ist der Erwartungswert gemeint, allerdings ist der EV bei einem Fold immer negativ.

R_R
---------------------------------------------------------------------------------------------
Blog: www.river-ratten.blogspot.com

2009-05-13 11:53

Road_Runner (User Offline) schrieb 3678 Posts
seit 2006-08-28

Maniac

8

Noch ein Gedanke zum Sandwich od. Squeeze:

In später Turnierphase kann man ja davon ausgehen, dass alle verbliebenen Spieler sich damit auskennen. Somit
wird der Call im Sandwich mit starker Hand (AK) ein interessanter Move:

Fall 1:

Kein nachfolgendes Squeeze - der Caller sieht günstig den Flop und kann mehr Chips gewinnen (oder weniger Chips verlieren) als durch PF Reraise. Zumindest sieht er den Flop.

Fall 2:
Nachfolgendes Squeeze - der Caller geht nochmal drüber und und kann mehr Chips gewinnen als durch sofortiges PF All-In.

Fall 3:
Misslungener Squeeze - alle bleiben im Pot, der Squeezer hat mit Müll alle Chips investiert. Das Traumszenario.

Den Sandwich-Call sozusagen als Check-Raise planen - mit mehr Chips im Pot und ohne dem Riskio den Gegnern eine Free Card zu geben.

Zu schön um wahr zu sein, hab ich was übersehn ?! ...

2009-05-13 15:13

zawi (User Offline) schrieb 582 Posts
seit 2008-07-16

Senior

9

Ich denke, dass es selbst in später Turnierphase relativ schwierig wird, einen Squeeze zu provozieren...
Und langfristig gesehen möchte ich mit AK nicht in einen geraisten Pot limpen... selbst wenn man das A trifft weiß man nicht hat der Raiser jetzt AT und damit 2 Pair oder raist er weiter aggressiv mit Ax?!? Zumal man dem dritten im Bunde fantastische Odds gibt um einfach zu callen und mit beinahe AnyTwo den Pot zu sehen... und was macht man dann auf einen A56 Flop wenn der dritte auf einmal anfängt Aktion zu machen... blufft er oder hat er tatsächlich 56...
Man stellt sich damit vor schwierige Entscheidungen, statt Preflop zu sagen wie der Hase läuft.

Es gibt nix schöneres als ein SnG mit einem Royal Flush zu beenden!

2009-05-13 15:43

Ocramj (User Offline) schrieb 1299 Posts
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Veteran

10

zawi geschrieben

Fall 2:

Nachfolgendes Squeeze - der Caller geht nochmal drüber und und kann mehr Chips gewinnen als durch sofortiges PF All-In.

Hier stimme ich dir zu. Aber nur wenn du KK oder AA hälts!
Wenn du auf einen Coinflip aus bist gerne auch mit AK.
Aber alles andere ist HaraKiri - denn der dritte der Hier (All-In)Reraised, wird entweder komplett bluffen (die unwahrscheinlichste Variante), ein Paar haben, oder mindestens AQ (wobei er dann nur raisen und nicht All-In gehen würde), also AK haben...
Und das wahrscheinlichste davon ist das PP - und das führt zu einem Coinflip 55:45... und ob ich das mit AK will.
Weil der Gedankengang hinter seinem Reraise-All-In ist: er hat noch Foldequity... die du gerade durch deinen "nur" call aufgegeben hast...
Das heißt du beförderst dich in eine Coinflipsituation und das ist das schlechteste auf lange Sicht bei einem Turnier...

Es gibt nix schöneres als ein SnG mit einem Royal Flush zu beenden!

2009-05-13 15:49

Ocramj (User Offline) schrieb 1299 Posts
seit 2008-12-18

Veteran

11

Was mir eher passiert, dass ich mit AA am BB ne sehr schöne Hand habe um nen Squeeze zu fahren. Mindestens Einer der beiden aber trotzdem mit QJ oder A9s callt und dann gewinnt

Ich mein, es trennt sich doch meist von denen keiner von AQ oder noch schlechter! Ist manchmal echt der Hammer mit was die callen! wo man sagt der gute Spieler legt da sogar AK mal weg.

http://river-ratten.blogspot.com/

2009-05-13 17:43

CarlosMuc (User Offline) schrieb 3798 Posts
seit 2006-11-10

Moderator

12

Beim "normalen" Squeeze hat aber der erste Raiser kein starkes Blatt, und der Squeezer auch nicht. Hier könnte man durch ein Call mehr gewinnen (ohne Gewähr).

Wenn der 1. Raiser AA hält bekomm ich durch den Call mehr Info weil ich als letzter setze.

Wenn der Squeezer AA hält ist man ohnehin mit AK verloren, so oder so. Die Wahrscheinlichkeit dass AA auf AK trifft, in einem Squeeze, ist aber schon sehr unterkritisch.

Es denkt doch keiner ernsthaft drüber nach als Shortstack AK zu folden ?!

2009-05-14 13:48

zawi (User Offline) schrieb 582 Posts
seit 2008-07-16

Senior

13

Squeezeplay geht von folgender Situation aus:

Ein erstes raise deutet schon mal auf ein ganz passables Blatt, das weiß nr.2 und callt daher nur, er raist nicht was uns vermuten lässt sein Blatt ist nicht zwingend besser.
So, jetzt reraist der Squeezer. Der erste Raiser muss jetzt schon fast AA halten um zu callen, da er nicht weiß ob der 2e nicht doch ein Monster hat und all in ziehen wird, worauf er mit fast allem folden muß, bzw. wenn schon all in reraise spielt er mit der HAnd gegen2.
Wenn er also foldet steht der2e vor der Entscheidung ob er callen soll, da sein Blatt vermutlich nicht besser ist als das von Nr.1!
Wenn er denkt das ist nur ein Squeezeplay kann er all in ziehen, was den Squeezer (ja nachdem wie potcommited) zum folden bringen kann, bzw. das all in callen. Wenn der Sqeezer aber wirklich ne starke Hand hat, riskiert der an Posi 2 mit AQ oder KQs sein Turnierleben!

http://river-ratten.blogspot.com/

2009-05-14 14:07

CarlosMuc (User Offline) schrieb 3798 Posts
seit 2006-11-10

Moderator

14

zawi geschrieben

Wenn der 1. Raiser AA hält bekomm ich durch den Call mehr Info weil ich als letzter setze.

Wie willst du aus einem Call Informationen bekommen?
Selbst bei einem Raise sitzt du trotzdem hinten...
Und Reraised du hier, bekommst du mehr Informationen als bei einem Call: erstens schreckst du einen Squeezer (mit schlechtem Blatt) erfolgreich ab, zweitens ist nun der ursprüngliche Raiser wieder dran einen Zug zu machen und du kannst direkt von seiner Reaktion seine Handrange weiter einschränken... all das kannst du bei einem Call nicht - aus einem eigenem Call kann man nie Informationen ziehen.

Es gibt nix schöneres als ein SnG mit einem Royal Flush zu beenden!

2009-05-14 15:00

Ocramj (User Offline) schrieb 1299 Posts
seit 2008-12-18

Veteran

15

Ich will ja den Sqeeze provozieren und nicht abschrecken.
Auf Grund der Pot Odds könnten auch mittlere Hände verführt werden.

Wenn ich Calle sehe ich 2 Aktionen des ersten Raisers zum halben Preis, die andere Hälfte übernimmt der Squeezer.

2009-05-15 12:17

zawi (User Offline) schrieb 582 Posts
seit 2008-07-16

Senior

16

Hallo Freunde,

heute geht es weiter mit unseren Strategieteil bei kleinen Stack, ich freue mich, dass ihr so angeregt über meine Artikel diskutiert.

Jetzt geht es weiter mit Blinds von 8 bis 11 BB.

Mit 8 bis 11 BB möchte ich in später- oder mittlerer Position All-In gehen um die Blind zu stehlen. In früher Position dürft ihr bei einem All-In keine Hände verwenden, die komplett dominiert sein können. D.h. ihr solltet nicht mit einer Hand wie A5s in erster Position All-In gehen. Vermutlich werdet ihr nur von Händen gecallt, die besser als eure sind.

Mit ca. 10 BB habt ihr noch etwas Zeit und solltet die Hoffnung keinesfalls aufgeben. Der entscheidende Punkt ist, ihr müsst euren gesamten Stack mit maximaler Effektivität einsetzen, so lange ihr noch etwas Druck auf eure Gegner ausüben könnt. Ihr müsst aus früher Position tighter spielen als normal und aus später Position looser.
Wenn ihr auf dem Button oder im Cutt-Off seid und alle vor euch gefoldet haben, dann könnt ihr praktisch mit jeder Hand All-In gehen um die Blinds zu stehlen.

Worauf ihr bei allen Aktionen unbedingt achten müsst, ist das ihr genau darüber informiert seid, mit welcher Art von Spielern ihr es in den Blinds zu tun habt. Ein durchschnittlicher Stack ist hierbei ideal ebenso wie eine tighte bzw. konservative Spielweise.

Bei euren Karten solltet ihr darauf achten dass es besser ist mit 89s als mit A2 vom Button oder Cutt-Off zu raisen, da eure Gegner davon ausgehen, dass ihr eher mit einem A oder K und jeglichem Kicker versucht zu stehlen und werden euch auch mit jedem A oder K mit einem guten Kicker callen!

Falls jemand vor euch jemand sitzt, für den ihr nicht ausreichend genug Chips besitzt, um diesen zum folden zu bringen, solltet ihr nur raisen wenn ihr einem Showdown optimistisch entgegen sehen könnt.

AK und AQ die einzigen ungepaarten Hände mit denen ihr in dieser Phase reraisen könnt und mit A10 und KJ solltet ihr auf keinen Fall gegen einen Raiser spielen.

Jetzt wünsche ich euch viel Erfolg, Glück und gute Karten, bis bald,
Eure Stefanie

2009-05-18 22:47

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

17

Stop-and –Go

Stop and Go ist ein Spielzug, bei dem ihr Out of Position einen Raise callt anstatt einen Reraise zu machen. Genauer gesagt findet er in den Blinds statt.

Ihr seid auf dem Flop als Erster am Zug und übernehmt somit die Initiative. Solange euer Gegner keine herausragende Starthand, wie z.B. AA hat oder der Flop getroffen wurde, ist dies ein sehr starkes Manöver.

Ob ihr jetzt mit einem kleinen Stack All-In gehen solltet, ist unter bestimmten Umständen ein guter Spielzug und das aus folgenden Gründen:

1.Ihr müsst dazu bereit sein alles zu riskieren, in dem ihr auf dem Flop unabhängig von euren Karten All-In geht.

2.Ihr müsst diesen Spielzug gegen einen Spieler mit ungefähr gleich vielen Chips anwenden. Falls der Raiser einen zu großen Stack hat, callt er euch auf Grund der Pot Odds und wahrscheinlich mit fast jeder Hand, falls er den Verdacht hat, dass ihr Blufft.

3.Am besten ist diese Spielweise mit 8 bis 11 BB umzusetzen. Habt ihr weniger Chips, dann werdet ihr mit Sicherheit gecallt. Mit mehr Chips geht ihr ein zu großes Risiko ein, für eine Hand, die letztendlich nur ein reiner Bluff ist. Wenn ihr noch mehr als 11 BB habt, gibt es viel bessere Möglichkeiten noch Druck auf eure Gegner auszuüben.

4.Dieses Manöver ist ebenfalls am besten gegen einen Gegner in früher oder mittlerer Position. Gegen jemand in später Position müsst ihr sowieso All-In gehen, wenn ihr diese Hand spielen wollt.

5.Ihr benötigt einen Gegner, der zu einem Fold bereit ist, am besten einen ängstlichen oder loose-aggressiven Spieler. Hierbei handelt es sich um denselben Spielertyp, den ihr für ein All-In-Resteal Manöver auswählen solltet. Außer ihr habt nur noch so wenige Chips, dass sowieso ein Call erfolgen würde. Der All-In-Resteal ist der weitaus bessere Spielzug. Dieses Stop and Go Spiel ist nur geeignet, wenn ihr für einen All-In-Resteal zu wenig Chips habt. Im Prinzip geht ihr davon aus, einen Spieler nach dem Flop mit einer Hand zum Folden zu bringen, mit der er die gleiche Bet vor dem Flop gecallt hätte.

Für diesen Spielzug ist es immens wichtig, eure Erkenntnisse über die anderen Spieler zu verwenden. Ein verräterischer Tell ist, wenn der andere Spieler direkt nach dem Flop auf eure oder seine Chips schaut, dies ist ein schlechtes Zeichen. Blickt er jedoch auf den Flop so könnt ihr vermutlich beruhigt mit dem Stop and Go Spielzug fortfahren. Falls der Gegner versucht eure restlichen Chips zu zählen ist es übrigens ebenso ein schlechtes Zeichen.

Jetzt wünsche ich euch wieder viel Erfolg, Glück und gute Karten, bis bald,
Eure Stefanie (Y)

2009-06-11 15:14

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

18

Hallo Steffi,

Ich würde die 2-Step Varianten schon mit 15 BB machen, und mit weniger Chips nur noch All-In spielen, entweder mit gutem Blatt gegen alle, oder als Stealing, oder mit mittelmäßigem Blatt gegen Loose.

Woher kennst du die feinen Nuancen wie man mit 8 - 11 BB spielen soll? Das "Loose All-In" gegen ein loose Raise erscheint mir als besonders interessanter Move weil er fast mit jedem Blatt spielbar ist, warum nicht gleich mit 15 BB ?

Der Loose wird isoliert, wenn er foldet hab ich mehr gewonnen wie beim Stealing, wenn nicht kann mich ein gewonnener Coin Flip weit nach vorne bringen. Dann bin ich zu 50 % in einer Traumsituation (30 BB!) und spiel voll auf Sieg weil ich Druck ausüben kann. Wenn ich mit 8 BB verdopple muss ich nochmals verdoppeln, überlebe nur zu 30 % und kann nie richtig Druck ausüben.

Zu den Tells:
Aus meiner Erfahrung schaun fast alle auf das Board. Wenn mich jemand anblickt würd ich das eher als Schwäche auslegen, wozu braucht er Info? Wenn er sich gleich mit seinen Chips beschäftigt kann er schon stark sein, aber wenn er eine Show abzieht eher nicht. Wenn er meine Chips zählen will fasse ich das eher als Bedrohung auf, also ein Schwächezeichen.

lg, zawi

2009-06-15 16:15

zawi (User Offline) schrieb 582 Posts
seit 2008-07-16

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19

Hallo Zawi,

alles was ich hier schreibe sinde werden festgelegte Regeln noch Bestimmungen die sein müssen. Es handelt sich hierbei nur um Vorschläge, wie man in etwa bei welcher Stackgröße aggieren kann. Natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden mit welcher Spielweise er sich am komfortabelsten fühlt.

Prizipiel wird dies als Magriels M-Konzept und Harringtons Q-Konzept bezeichnet.

Bei Turnierpoker wird der Ausdruck ‚M' verwendet. ‚M' ist eine Zahl, die ausdrückt, wie viele Runden an deinem Tisch du im Turnier bleibst, ohne eine einzige Hand zu spielen.

Wenn Du davon noch nicht gehört haben solltes, kann ich gerne etwas darüber schreiben.

Zu den Tells, verhält es sich in etwa genauso wie mit oben genannten M Konzept. Ich für meinen Teil sehe immer die anderen Spieler prinzipiel immer an, ich habe festgestellt das diese Variante immer für Irritierung sorgt. Außerdem beobachte ich auch stets die anderen Spieler, ganz egal ob ich schon Tells festgestellt habe oder nicht. Siehst du so hat auch hier jeder seinen eigenen "Stil", was aber auch gut so ist, denn sonst wäre Poker ja nicht so spannend.

LG
Stefanie

2009-06-16 15:41

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

20

4 bis 6 big Blinds (All-In-Showdowns)

Wenn ihr nur noch 4 bis 6 BB zur Verfügung stehen habt, dann müsst ihr eure Hand immer bis zum Ende spielen. Ihr müsst eventuell ein All-In callen oder davon ausgehen, dass euer All-In gecallt wird.

Mache Spieler stellen nach wie vor keine mathematischen Berechnungen an, wenn ihr allerdings mit dem Fünffachen des BB raist beträgt der Pot etwa über 7 BB und der Big Blind muss nur noch das Vierfache seines Einsatzes callen. Er hat durch diese Situation fast ausreichen Pot Odds, um mit 74s gegen AK zu callen.

Da ihr fast sicher gecallt werdet verändern sich die Kriterien für eure Handauswahl. Mittlere oder niedrige Connectors verlieren an Wert. Ihr braucht Hände mit denen ihr auf einen Coinflip hoffen könnt, wie z.B. AK, AQ, AJ, A10 und Paare. In später Position sind auch KQ und KJ Hände für ein All-In.
Auch wenn ihr euch in einer schlechten Lage befindet, müsst ihr einige Dinge vor dem All-in beachten.

1. Falls ihr euch mit einer Hand wie 9 10s zu einem Angriff entschließt,

in dem ihr raist oder All-In geht, dann muss dies aus später Position

passieren und nicht in den Blinds. Es gibt keinen triftigen Grund, mit

einer vernünftigen Hand wie 9 10s im Big Blind zu callen. Ihr dürft

jedoch nicht vergessen: Es ist kein Dead Money im Pot. Callt ihr mit

dieser Hand in später Position ein All-In erzielt ihr damit entweder

den Vorteil von 1 ½ BB, wenn die Blinds folgen oder eines möglichen

Calls der Blinds, wodurch sich euer Gewinn erhöhen kann, wenn ihr

Glück habt.

2. Haltet nicht nach einem Pot mit mehreren Spielern Ausschau. Dies ist

eine Variante des Sandwich-Effekts. Raist ein Spieler in mittlerer

Position und ein anderer callt, dann erreicht ihr mit einem All-In-

Reraise mehrere Vorteile. Der ursprüngliche Raiser wird vermutlich

All-In gehen um euch zu isolieren. Er ist Qut of Position und muss

mit Druck des Callers nach dem Flop rechnen. (Es kann auch sein,

dass der ursprüngliche Raiser nichts hatte und den Caller fürchtet,

deshalb foldet und ihr befindet euch mit einem anderen Spieler im

Heads Up, dessen Hand vermutlich nicht gut genug war um ein

Reraise zu machen.). In jedem dieser Fälle verspricht es euch 3 BB

an Dead Money, die zu den Blinds und den Antes dazukommen.

Hierdurch erhaltet ihr definitiv die Pot Odds um mit 9 10s alle eure

Chips gegen AK zu setzen.

Die weitere Möglichkeit ist, das beide callen und ihr zumindest, wenn

ihr Glück habt, eure Chips verdreifachen könnt und euch hiermit

aus der kritischen Situation mit 5 BB befreit habt.

Jetzt wünsche ich euch wieder viel Erfolg, Glück und gute Karten, bis bald,
Eure Stefanie

2009-06-17 23:44

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

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