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Schön gemacht!

Eine Frage:
Warum im Teil 5 mit den QQ All-In raisen?
Wie war die Vorgeschichte zu der Hand? Wenn du vorher aggressiv warst kann ich das verstehen - wenn man eher tight war, "verscheucht" ein All-in doch alle anderen Spieler...
Hätte es hier nicht auch eine 3BB (oder da du raises etwas aggressiver spielst: 4BB) bet gemacht - immerhin hättest du so oder so ein All-in gecallt, bekommst hier aber eventuell noch einen Caller, den du auf dem Flop mit einem All-In rausjagen kannst - was natürlich schwieriger wird wenn auf dem Flop ein A oder K kommt...
Andererseits wird dich bei einem All-In nur ein starkes Blatt (zB. AK) callen, bei einem 3 oder 4BB Bet aber auch nicht viel mehr Hände - vor allem sollte sich derjenige dann überlegen ob er auf dem Flop (mit A) trotz seines getroffenen A9 nen All-In callt? (und hat er AK und callt deine 4BB-Bet,dann hätte er auch dein All-in gecallt - in beiden Fällen hättest du verloren)

Wie sieht hier die Überlegung aus?

Es gibt nix schöneres als ein SnG mit einem Royal Flush zu beenden!

2009-04-11 03:06

Ocramj (User Offline) schrieb 1299 Posts
seit 2008-12-18

Veteran

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Warum im Teil 5 mit den QQ All-In raisen?

Novice: Push, um postflop in keine schwierigen Situationen zu kommen

Advanced: Ab 10 BB gibts nur Push or Fold

Expert: um -EV pushes aus UTG zu balancen.

Wer wie was warum überlass ich aber dann der Steffi, schließlich ihr Thread

R_R
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Blog: www.river-ratten.blogspot.com

2009-04-11 08:36

Road_Runner (User Offline) schrieb 3678 Posts
seit 2006-08-28

Maniac

23

Habe aber auch noch eine Frage:

In Teil 6 raist du mit QJo vom Button auf 4 BB (1750) mit einem M von 3 und investierst fast die Hälfte deiner Chips.

Hättest du in dieser Situation die gleiche Foldequity, wenn du nur auf 1100 raisen würdest?

Ich nehme nicht an, dass du ein All in vom Big Stack gecallt hättest.

R_R
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Blog: www.river-ratten.blogspot.com

2009-04-11 08:45

Road_Runner (User Offline) schrieb 3678 Posts
seit 2006-08-28

Maniac

24

Hallo Ocramj,

ich habe All in geraist, da ich einenn recht guten Punktestand hatte, genau das Risiko das mich einer mit AK oder einem kleinen Pocket callt und eventuelll Trips trifft wollte ich vermeiden.
Wenn es darum gegangen wäre den ersten Platz bei diesem Turnier zu machen hätte ich vermutlich, je nach Tisch, eine andere Strategie angewendet. In diesem Sit'n Go ging es jedoch einzig und alleine darum unter die ersten 6 zu kommen und somit war es wichtig die Risiken so weit wie möglich zu minimieren.
Auch auf Grund der Blinds und Antes ist es in diesem Fall der bessere Weg, den selbst diese genügen um einen ausreichenden Chipsstand zu erhalten.

Road Runner hat ebenfalls perfekt die vielen bestehenden Möglichkeiten ansonsten beschrieben.

2009-04-14 12:04

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

25

Hi Road Runner,

sicherlich hast Du auch hier recht. Allerdings hat der Big Blind den zweitgrößten Stack am Tisch. Er wird sich, wenn ich fast die Hälfte meines Stacks setzte weniger dem Risiko aussetzten in den letzten Runden einen großen Pot zu spielen.

Mit dazu variiere ich immer meine Raises vom Button, denn wenn ich immer nur den dreifachen Big Blind raise wird mich der BB irgendwann eher callen als wenn ich in unterschiedlichen Höhen raise. Ich habe die Erfahrung gemacht das dies die anderen Spieler irritiert und ich weniger Calls auch bei steals vom Button aus habe.

2009-04-14 12:17

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

26

wollte eigentlich schon zu einer hand vorher was schreiben
aber nachdem ich den 1.ft clip gesehen habe habe ich mir nichts weiter angesehen
wie kann man utg mit j10 off limpen (fullring) sng
wolltest du puschen wenn einer raised um ein monster zu representieren und beten das keiner callt oder was
gerade wenn ich sowas hier öffentlich mache als "lehrclip"
muss ich doch eindeutig sagen:

an alle spieler: LIMPT NICHT UTG MIT J10 OFF

ps. das hört sich vielleicht böser an als es gemeint ist
ich respetiere ihre erfolge etc. aber ich bin der meinung das diese hand ein no-go ist
(habe mir den clip 5 x angesehen und hoffe immer noch das ich die hand falsch gesehen habe)

2009-04-14 15:49

Possiworld (User Offline) schrieb 433 Posts
seit 2006-10-20

Fortgeschrittener

27

possi, bin ganz deiner Meinung!
ab QKs lass ichs mir einreden

(h) Matl{2-Spades}{5-Spades}

2009-04-14 16:13

Matl25 (User Offline) schrieb 2072 Posts
seit 2007-03-08

Maniac

28

Hallo Possiworld,

als aller Erstes möchte ich Dir erklären, dass dies kein Schulungsvideo ist sondern eine Aufzeichnung aus einem Turnier, dass ich gespielt habe. Dabei habe ich niemanden empfohlen UTG mit J 10o zu Limpen.
Ich für meinen Teil habe in diesem Turnier aus verschiedenen Gründen entschieden dies zu tun und mit Sicherheit mit dem Bewusstsein mich ggf. sofort von dieser Hand zu trennen falls ich nicht die Nuts treffe oder in die Situation einen schlechteren Spieler damit ausspielen zu können.
In diesem Fall ist das was man aus dieser Hand lernen kann, wenn Du es als Schulungsvideo sehen willst, wie man beim Heads Up agieren sollte.
Im Heads Up muss aggressiv gespielt werden und die Wahrscheinlichkeit in dieser Situation, dass man auf dem Flop trifft ist sehr gering. Genau deshalb habe ich nachdem ich die 10 getroffen habe auch sofort gebettet.
Ich kann Dir nur empfehlen mal das Buch Hand by Hand von Gus Hansen zu lesen, sicherlich wirst Du Dir hierbei die Haare raufen, aber ich kann es wirklich empfehlen, denn es eröffnet eine andere Sichtweise des Spiels.
Jedoch gilt ebenfalls für dieses Buch genau das Gleiche wie bei meinem Limp, man sollte auf keinen Fall testen so zu Spielen wie er. Vor allen Dingen wenn man sich nicht sicher ist, wie man weiter agieren wird.

Auf jeden Fall habe ich mein Hauptziel mit diesen Videos ja sowieso erreicht, nämlich mit euch über die einzelnen Situationen in den Videos diskutieren zu können. Damit fühle ich mich auch bestimmt nicht angegriffen.
Genau diese unterschiedlichen Sichtweisen sind eben wichtige Punkte beim Pokern. Es geht nicht darum nach irgendeiner Lehre oder einem Buch zu spielen, sondern genau die Spielweise zu finden die zu der eigenen Persönlichkeit passt.
Es gibt Standardsituationen und Regeln, die gerade für Anfänger unglaublich wichtig sind um das Risiko auszuscheiden oder sein Geld zu verlieren zu minimieren. Doch jeder von uns, der sich tagtäglich mit Pokern befasst entwickelt dadurch seinen eigenen Spielstil und genau diese Unterschiede machen unseren Wettkampf so spannend und zeigen uns, dass wir immer noch etwas mehr dazu lernen können.
Was ich hier möchte ist euch meine Sichtweise und Art zu spielen ein wenig näher zu bringen. Für einige von euch ist es vielleicht lächerlich und ihr habt mein Level schon längst übersprungen. Jedoch gibt es vielleicht andere, die einige Dinge entdecken können, die sie von dieser neuen Seite her noch nicht so betrachtet haben.

Auf jeden Fall danke ich dir für deinen Anteil an dieser Diskussion und wie gesagt, auch ich empfehle hier niemanden mit J10o UTG zu Limpen.

2009-04-15 00:37

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

29

Das Spiel auf dem Flop bei niedrigen Blinds lässt sich in vier Kategorien einteilen. Hier zunächst die Erste:

1.Hervorragende Flops, also Hände bei denen ihr auf dem Flop mindestens Top Pair mit Top Kicker getroffen habt.
Wenn ihr mit einer sehr starken Hand vor dem Flop raist und Top Pair mit Top Kicker oder ein Overpair flopt, solltet ihr das loose Spiel eurer Gegner ausnutzen und unerbittlich For Value betten.
Eure Bets sollten größer ausfallen, wenn ihr viele Gegner habt oder das Board gefährlich ist. Ihr müsst eure Gegner vor die Wahl stellen, dass sie entweder einen unprofitablen Call machen oder den Pot kampflos aufgeben.

Wenn ihr bei einem Gegner auf dem Turn einen Draw vermutet, dann müsst ihr selbst dann betten, wenn eure Hand unschlagbar ist, denn falls er auf dem River nicht trifft, könnt ihr, außer er würde sich zu einem Bluff hinreißen lassen, keine Chips mehr von ihm gewinnen.

2009-04-19 20:59

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

30

Hier zweite Kategoriebeim Spiel auf dem Flop mit niedrigen Blinds:

2.Solide Draws, also Hände, bei denen ihr den Nut Flash Draw, ein mittleres Paar mit einem Open-endet Straight- bzw. Flush Draw oder einen anderen starken Draw getroffen habt.Wir nehmen mal an, ihr trefft auf dem Flop einen Open-endet Straight oder einen Flush Draw und es sind mehrere Spieler an dieser Runde beteiligt. Selbst wenn ihr eine gute Chance seht, den Pot direkt zu gewinnen, solltet ihr meistens eine Free Card nehmen, falls die anderen Spieler zu euch checken. Ihr haltet auf diesem Weg den Pot klein und vermeidet das Risiko eines Raise auf das hin ihr eurer Blatt folden müsstet, obwohl es sich noch zu einem Monster entwickeln könnte.
Falls nach euch noch einige Spieler an der Reihe sind und eurer Draw so stark ist, dass ihr eine eventuelle Bet callen müsst, so solltet ihr versuchen mit einer Bet den Pot direkt zu gewinnen.
Diese Spielweise ist für alle von euch, die sich noch nicht so gut auskennen ein Semi-Bluff. Ihr könnt hierbei den Pot entweder sofort gewinnen oder euch auf dem Turn oder River verbessern, sofern ihr gecallt werdet. Falls jedoch einer eurer Gegner ein Raise machen sollte, müsstet ihr folden, wenn ihr nicht genug Pot Odds bekommt.
Wenn wir jetzt mal davon ausgehen, dass ein Spieler vor euch setzt, dann solltet ihr, wenn der Spieler rechts von euch sitzt, trotzt mehrer am Pot beteiligter Gegner, auf eine große Bet hin folden. Jeder der am Pot beteiligten Spieler nach euch könnte ein Reraise machen und euch zur Aufgabe zwingen.
Es ist einfach so, dass ihr auf hohe Bets und Raises folden solltet es sei denn eurer Draw ist wirklich ein Monster. Bei dieser Stärke könnt ihr einen Pot mit mehreren Spielern callen.

Im Heads-Up ist auf jeden Fall ein Reraise besser, denn ihr könnt den Pot eventuell direkt gewinnen oder auch immer noch nach einem Call der Favorit auf den Gewinn dieser Hand sein.

Wenn ihr der Preflop-Agressor seid und ein Spieler auf dem Flop unerwartet bettet, ist es sehr unwahrscheinlich, dass dieser Spieler wirklich ein Monster hält. Mit einer guten Hand würde es einen Value-Bet machen oder diese bei einem gefährlichen Board schützen, jedoch mit einem Monster und der dementsprechenden Annahme, dass ihr als Preflop-Agressor betten werdet, werden die guten Spieler nur checken und ihr Monster slow spielen. Falls aber wie gesagt noch mehrere Spieler nach euch am Zug sind, dann solltet ihr aus Sicherheit, um den Pot nicht unnötig aufzublähen, folden.

2009-04-21 01:00

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

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3. Hände bei denen ihr vor dem Flop der Aggressor wart, den Flop allerdings verpasst habt.Falls ihr mit einer spekulativen Hand nichts getroffen habt, solltet ihr die Hand checken bzw folden, denn mit mehreren Gegnern und einem kleinen Pot ist ein Kampf darum unnötig.
Wenn ihr mit einer sehr starken Hand vor dem Flop Aggressor wart oder etwa die Blinds stehlen möchtet, solltet ihr mit einer Bet etwa in halber Potgröße nachsetzten. Dies allerdings auch nur, wenn ihr wenige Gegner habt oder diese zumindest durch checken bereits schwäche gezeigt haben.
Auf eine Bet oder ein Raise vor euch solltet ihr folden.

2009-04-26 23:21

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

32

4.Marginale Hände wie z.B. schwache Top Pair oder etwas vergleichbar schlechtes das ihr gefloppt habt.Mit einer schwachen Hand bei ein oder zwei Spielern liegt ihr vermutlich vorne könnt jedoch auf Turn oder River noch von einem Spieler überholt werden. Auch hier solltet ihr eine Bet in halber Potgröße setzten, um den Pot direkt zu gewinnen. Falls ihr ein Reraise erhalten solltet oder vor euch bettet oder raist, dann müsst ihr umgehend folden.

2009-04-27 14:57

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

33

Das Spiel bei niedrigen Blinds sollte grundsätzlich eine vorsichtige tight-agressive Spielweise sein. Die Hände die ihr spielt sollten ausgewählt sein und lohneswert.
Falls ihr euch bei einem Blatt unsicher sein, ob ihr es spielen solltet, dann foldet lieber. Wenn ihr in einen Pot einsteigt, sollte dies grundsätzlich mit einem Raise sein.
Nach dem Flop müsst ihr aggressiv weiterspielen oder eine Valuebet setzten, dann müsst ihr allerdings auch bei einer Antwort auf diese Bet ( z.B. Reraise) sofort reagieren, d.h. ggf. folden, falls ihr nicht getroffen habt.
Vielleicht mögen einigen von euch diese Empfehlungen ziemlich vorsichtig erscheinen, aber gerade bei den niedrigen Blindstufen ist es einfach ein grober Fehler sich in große Pots verwickeln zu lassen. Gerade jetzt ist es gut an einer tighten Spielweise festzuhalten und gleichzeitig aggressiv zu sein.
Je mehr Erfahrungen ihr jedoch bei No-Linit SnG spielen habt umso mehr Hände könnt ihr später ggf. auch spielen. Hiermit verhindert ihr ein frühes Ausscheiden und später eine Beteiligung an profitableren Händen.

2009-04-28 12:15

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

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Starthände bei mittleren Blinds:Hierbei unterteilen wir in Premium Hände, deren Spielweise hier ähnlich ist wie bei den niedrigen Blindstufen. Meistens nehmen bei ansteigenden Blinds weniger Spieler an einem Pot teil, deshalb können die Raises auch niedriger ausfallen. Wenn ihr allerdings bemerkt, dass die Blinds gerne loose Calls machen, dann solltet ihr trotzdem mit starken Händen ein höheres Raise ansetzen.

2009-04-30 00:12

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

35

Die nächste Kategorie bei mittleren Blinds sind Spekulative Hände, die eher seltener gespielt werden sollten. Ein Limp wird jetzt langsam einen nicht unbeträchtlichen Teil eures Stacks ausmachen und falls ein Spieler nach euch raist, müsst ihr sowieso diese Hand aufgeben und diese Investition aufgeben. Dies alles trifft für euch zum Beispiel zu, wenn einige Spielr vor euch gelimpt haben und ihr ein niedriges oder mittleres Pocket Paar haltet. Falls ihr der Meinung seid, das noch ein Spieler nach euch raisen könnte, dann solltet ihr euch den Einsatz für einen Limp sparen.
Das gleiche gilt wenn ihr einen niedrigen Stack habt. Dann möchtet ihr zwar öfter mitspielen, jedoch ist die besser mit einem Raise, noch besser mit einem All-In. Ein Call ist hier schlecht.

2009-05-02 15:17

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

36

Es gibt auch noch bestimmte Hände um die Blinds zu stehlen:

Hände mit denen ihr in der Late Position die Blinds stehlen könnt, sind hier die Grundlage eurer Strategie. Es handelt sich um Hände mit denen ihr ein Eröffnungsraise bringen könnt um die Blinds bereits vor dem Flop zu stehlen. Meistens solltet ihr dies mit Händen tun, die auch eine Chance bieten, falls ihr gecallt werdet, nach dem Flop zu gewinnen.

Hierbei solltet ihr euch immer drei Dinge beachten:
1.Wie spät ihr agieren müsst. Das bedeutet, falls auch der Button foldet und ihr nur noch gegen den Big Blind spielt habt ihr im Gegensatz zur mittleren Position nur noch einen Gegner der nach euch setzen kann.

2.Es ist wichtig wie stark eure Hand ist, ihr müsst eure Chance, den Flop zu treffen einschätzen können.

3.Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Big und/oder der Small Blind auf eurer Raise folden.Ihr müsst beachten, dass ihr euch diese Frage unabhängig von eurer Hand stellt, da eure Gegner diese ja nicht kennen, wenn sie auf euer Raise reagieren. Je tighter und passiver der Small und der Big Blind sind, umso eher solltet ihr stehlen.

Achtet auch auf die Größe ihres Starks, wenn er geringer als 10 BB ist, dann solltet ihr mit eurem Button-Raise davon ausgehen, dass ihr sein All-In callen müsst.

Setzt am besten nicht mehr als notwendig, um einen Pot, der ihr bei einem Showdown verlieren würdet, mit einem Bluff zu gewinnen.

2009-05-06 19:24

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

37

Hallo Steffi,

Du bringst wirklich Schwung ins Forum, meine Mittagsjause ist fast zu kurz um all deine Tipps zu lesen.

Zu Punkt 2 möcht ich noch anfügen dass man gegen starke Spieler eine höhere Fold Equity besitzt und daher Draws etwas aggressiver spielen sollte (dazu ein aktueller Artikel auf Poker News).

Eine Frage:

Wie weit lässt du dich runterblinden bis du das Turnier geistig aufgibst und jede kleine All-In Chance nützt? Slansky empfiehlt das Prinzip Hoffnung, also immer wieder bis zur nächsten Hand zu hoffen. Das kann aber nicht stimmen, weil ja unter 15 BB (bei schnellen Blindstrukturen) die Fold Equity rasch null wird. Die Blattwerte schwanken so zwischen 30% - 70%, aber die FE kann von 0 - 100% variieren. Der Besitz der FE ist also wichtiger wie der Blattwert.

Außerdem, je weniger Chips du hast umso öfters musst du verdoppeln, mit entsprechend kleinerem Erwartungswert. Zweimal verdoppeln mit 60 % entspricht einem einzigen frühzeitigeren Move mit 36 %.

Ich werde mir nächste Woche größere Jausen mitnehmen, damit mehr Zeit für deine Tipps bleiben!

Schöne Grüße aus Wien,
zawi

2009-05-08 15:41

zawi (User Offline) schrieb 582 Posts
seit 2008-07-16

Senior

38

Hallo Zawi,

ich freue mich das Dir meine Artikel ein bisschen Anregung geben und Dir damit deine Mittagspause auch interessanter wird

Das allerwichtigste ist auf gar keinen Fall geistig aufzugeben, denn genauso wirst Du dann auch spielen.
Das Prinzip Hoffnung habe ich früher auch getestet und es ist meiner Meinung nach das frustierendste was man machen kann. Ich bin der Meinung, daß gerade wenn man einen kleineren Stark hat, man das ganze Spiel viel aufregender gestalten kann und somit auch nicht "geistig auf gibt"!
Gerade in dieser Situation, spiele ich oft am besten, denn man kann mit einem kleinen Stark genauso den ganzen Tisch herumschupsen wie mit einem sehr großen und das sollte man auch tun.
Für die Berechnung ab welche Starkgröße es kritisch wird gibt es spezielle Berechnungsformeln, die ich persönlich recht gut finde und Dir auch gerne diese Woche mal hier schreibe.
Meine Grenze ist zwischen 10 und 15 BB je nach Dynamik des Tisches an dem ich spiele. Bei Ante sieht es wieder anders aus.

Jedoch gilt prinzipiel, wenn du weniger Chips als den 10fachen BB hast ist deine einzige Alternative All-In zu gehen. Gleichzeitig gehst du damit auch schwierigen Entscheidungen aus dem Weg. Falls Du eine Hand nach einem Reraise ansonsten folden würdest, machst Du Dich dann mit diesem Fold und deinem minimierten Stark sowieso spielunfähig.
Außerdem schiebst deinem Gegner die schwere Entscheidung zu, ob er dein All-In callt oder nicht.
Es gibt auch noch ein paar mehr Konzepte für das Spiel mit kleinem Stark, die ich Dir auch gerne noch schreibe.

Ich finde nicht unbedingt, daß die FE wichtiger ist als der Blattwert. Ich denke das ist ein bisschen zu pauschal. Es kommt da auf so viele Faktoren an, wie die Starkgröße deines Gegners, die Position auf der du spielst, die Anzahl deiner Gegner und noch ein paar Dinge mehr an.
Vielleicht kann ich die dafür mit den anderen Konzepten noch etwas mehr Anregungen geben.
Ich werde mich diese Woche darum bemühen.

Bis bald und ganz viel Erfolg, gute Karten und Glück für dich.
lg
Stefanie

2009-05-10 23:37

SteffiBergener (User Offline) schrieb 111 Posts
seit 2009-04-01

Fortgeschrittener

39

Danke Steffi,

15 BB ist bei mir der Point of no return, da spiel ich besonders aggressiv zwei Varianten des 2-Step All-Ins, wo ich im vorhinein entscheide am Flop All-In zu gehn.

Unter 15 BB läuft alles automatisiert (All-In Hände für bestimmte Position).

Da aber heutzutage eh jeder so spielt ist damit nicht mehr viel zu holen. Ich fürchte beim Small Stack Poker gibts kaum Möglichkeiten noch irgend einen extra Skill hervorzuzaubern, da entscheidet einfach das Glück.

lg, zawi

2009-05-11 11:01

zawi (User Offline) schrieb 582 Posts
seit 2008-07-16

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