Moin,
nach einigen schlechten Erfahrungen als "Big Stack" am Tisch zu sitzen verlasse ich nun meist den Tisch, wenn ich verdoppelt habe.
Meist werde ich zu loose in der Spielweise, wenn ich mehr $ als die meisten anderen habe.
Wie sieht Eure Taktik diesbezüglich aus?
2007-07-11 20:08
Hallo Wudel,
ich bin mir fast sicher, dass Deine Verdoppelungsstrategie auf Dauer ein sehr guter Ansatz ist. Ähnlich machen das alle SSS Spieler.
Wenn Du als "Big Stack" am Tisch sitzt, hast Du immer das Risko, dass Du zwischendurch einen unvermeidlichen Bad Beat einfängst und es dann richtig teuer wird. Außerdem ist es wohl so, dass Du als "Big Stack" immer genau beobachtest wirst. Möglicherweise wirst Du auch von Beobachtern gezielt getrackt und merkst das selber nicht. Also ich finde besser, wenn man nicht so auffällt. Und im übrigen, einige große Verluste mit "Big Stack" kann man nur schwer wieder aufholen. Da scheint mir die Risikoabwägung deutlich für Deine Verdoppelungsstrategie zu sprechen.
Also ich meine, den Gewinn in Sicherheit bringen und sich mit einem durchschnittlichen Stack an einen neuen Tisch setzen und versuchen den Stack wieder zu verdoppeln, ist eine gute Strategie.
Ausnahmen bestätigen die Regel. Dann wenn Du ein paar tolle Fische am Tisch hast würde ich vielleicht versuchen zu verdreifachen oder noch mehr rauszuholen.
Gruss Mc
2007-07-11 20:21
Bei mir kommt es immer darauf an, was für Leute noch am Tisch sitzen. Sind es ein paar Shortys bleibe ich gerne noch ein wenig und warte auf eine passende Gelegenheit. WEnn allerdings noch mehrere mit ca 100BB oder sogar mehr da sind, verziehe ich mich auch meistens recht schnell.
Oft merkt man ja aber auch im Spiel, wo eventuell noch etwas mehr gehen könnte.
Jug...
2007-07-12 03:24
Was bringt es als Bigstack vom Tisch zu gehen? Ich sehe da keinen Vorteil.
Es geht doch darum maximal zu verdienen und mit 150BB gelingt mir das wesentlich besser als mit 100BB.
Ansonsten würde es auch keinen Sinn machen sofort nach einem verlorenen Pot wieder nachzukaufen, damit man wieder auf 100BB ist.
Kann es sein, dass man mit scared money spielt, wenn man sich mit 150BB nicht an den Tisch traut?
Evtl. tut da auch ein Limitabstieg gut
R_R
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Blog: www.river-ratten.blogspot.com
2007-07-12 04:34
Wenn ich oben "durchschnittlichen Stack" gesagt habe, dann meine ich u.U. auch Tischmaximum.
Wenn man sehr tight spielt und einen loosen Tisch antrifft, dann kann man es sich sicherlich leisten, als "Big Stack" auf Angriff zu spielen. Wenn man ausreichend Geduld und Disziplin mitbringt, zahlt sich das auch voll aus. Wenn man sich auf ein looseres Spiel einlässt, muss man aber aufpassen. Also das muss dann wohl jeder mit sich selbt ausmachen, welche Relationen da gut zusammenpassen.
Ich habe das heute wieder zweimal geschafft, mit sehr tighten Spiel zu verdreifachen, wobei ich jeweils mit Maximum am Tisch eingestiegen bin. Die Gegner sind teilweise wahnsinnig, mit welchen Mist die bis zum Ende durchspielen. Haben nichts auf der Hand und meinen einen rausbluffen zu können. Wenn man solche Verhältnisse antrifft, wäre man in der Tat schlecht beraten, den Tisch vorschnell zu verlassen. Umgekehrt, wenn man an einem Tisch sehr gute Spieler antrifft, ist man als "Big Stack" natürlich auch immer ein gern gesehenes potentielles Opfer. Da liegen dann die Gegner regelrecht auf der Lauer und warten z.B. auch mit slow-play ab, bis sie Dich mal so richtig voll erwischen. Ein einziges Spiel genügt dann und Dein ganzer Stack (incl. Gewinn, den Du Dir mühsam zusammengespielt hast) ist weg. Zumindest bei NL.
Ich denke, im letztgenannten Fall, ist man gut beraten, immer rechtzeitig Gewinnsicherung zu betreiben. Vielleicht erwischt man dann an einem neuen Tisch auch zusätzlich wieder schlechtere Gegner. Im übrigen ist man an einem neuen Tisch wieder schlechter ausrechenbar. Das sind alles zusätzliche Überlegungen, die man imo nicht außer Acht lassen sollte.
2007-07-12 05:30
@R_R
Scared Money ist es nicht.
Ich spiele derzeit nur deutlich schlechter, wenn mein Stack den der anderen Spieler deutlich übersteigt.
Bis ich das nicht abstellen kann muß ich wohl auch weiterhin immer mal wieder einen Tisch verlassen, werde aber mal versuchen gut weiter zu spielen auch wenn der Stack größer ist...
2007-07-12 07:20
Habe das auch bei mir beobachten können. Wenn ich unter 100BB gerutscht bin schaff ich es meistens relativ einfach wieder darüber zu kommen. Aber kaum hab ich mal nen Pot >10BB gewonnen gehts los mit den Draws und dem Callen am River mit Ace high 
Da legt sich irgendwie so ein Schalter um 
2007-07-12 08:50
ich bin der gleichen meinung wie R_R. warum sollte ich einen tisch verlassen, an dem es gut läuft???
ein hoher stack bewirkt oftmals, dass einige spieler einen höheren respekt haben und man so ein paar mehr kleinere pötte einfach abgreifen kann. andererseits kann es auch passieren, dass vor allem schlechtere spieler die guten karten einfach nicht mehr abnehmen. so nach dem motto: "der kann doch nich schon wieder ne bombe auf der hand halten..."
ulkig finde ich, dass sominu und wudel zwar ihren fehler erkannt haben, es aber dennoch nicht schaffen, auf die bremse zu treten.
ich persönlich werde eher vorsichtiger mit steigendem stack. genau aus den gründen, die McSeafield beschrieben hat. das hängt allerdings immer auch von den werten der gegner ab, die gerade mit in der hand verwickelt sind. halte ich eine gute starthand, pushe ich smallstacks all-in. gegen "fullstack-rocks" spiele ich vorsichtiger, da ich mir sicher sein kann, dass diese mir nur mit einer wirklich sehr starken hand nen hohen bet um die ohren knallen.
mit einem hohen stack hat man viel besser die möglichkeit, sein spiel zu variieren und für andere spieler unberechenbarer zu werden.
den tisch verlasse ich eigentlich nur dann, wenn der teich leergefischt ist und ausschließlich nur noch angler drumherum sitzen.

2007-08-16 15:18
Hallo Ventus,
nur weil es mir gerade einfällt. Dieses Thema ist enorme Wirkung auf die Varianz. Mit deep bzw. big Stack am Tisch sitzen bleiben, bedeutet hohe Varianz. Du hast eine hohe Gewinnaussicht, aber auch eine hohe Verlustgefahr. Mit short Stack spielen, bedeutet grundsätzlich niedrigere Gewinnaussicht und auch niedrigere Verlustgefahr. Deshalb führt das Spiel mit kleinerem Stack zu niedriger Varianz.
Wenn Du als LAG spielst hast Du hohe Varianz. Wenn Du TAG spielst hast Du niedrigere Varianz.
LAG + big Stack bedeutet also wohl eine Verdoppelung der Varianz. Keine Frage, Du hast als guter Spiele damit eine sehr hohe Gewinnaussicht und kannst eine hohe winrate erreichen, aber Du hast auch eine sehr hohe Verlustgefahr und damit eine sehr hohe Varianz.
Wenn Du dagegen gleichzeitig super-TAG an vier bis acht Tische mit short Stack spielst, kannst Du möglicherweise in einer Stunde genauso viel verdienen und hast dabei eine extrem niedrige Varianz.
Einen Aspekt darf man aber nie übersehen. Alle Faktoren müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zusammenpassen.
Du darfst z.B. nie LAG und gleichzeitig short Stack spielen. Das kann deshalb nicht funktionieren, weil Du am Tisch nicht ernst genommen wirst.
Was richtig ist und was einem Spass macht, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Ich persönlich spiele am liebsten TAG mit einem begrenzten Stack (max. 2x Tischmaximum) und lasse Ausnahmen zu, wenn ich der Meinung bin, dass es sich rendiert.
Die klassische SSS, super-Tag an vielen Tischen spielen, wäre eigentlich der richtige Weg, aber dazu habe ich meistens wenig Lust, weil das extrem langweilig ist (unter EV-Gesichtspunkten ist das aber wohl der richtige Weg).
Gruss Mc
2007-08-16 18:16
Es macht nur dann Sinn, deep sitzen zu bleiben, wenn noch ein weiterer deepstack am Tisch sitzt oder wenn man den Tisch gut im Griff hat. Tatsache ist, dass sich das Spiel verändert. Als deepstack musst Du eine Edge über die anderen Spieler haben, sonst siehst Du dich permanent schwierigen Entscheidungen gegenüber.
Auch musst Du darauf achten, dass viele andere Bigstacks am Tisch sitzen, da dir ansonsten die implied Odds fehlen.
Gruß, Mountain
2007-08-16 19:05
@Mountain, sehe ich genauso.
Zum Einstieg an einem NL-Table habe ich gerade folgendes gelesen, das ich abgekürzt wie folgt übersetze:
Wenn man eine Maximierung seiner Gewinne an einem NL-Table anstrebt, sind 50x-100x vom bb zu empfehlen. Zwei Aspekte sprechen dafür: der Bedrohungs- und der „Nuts"-Faktor. Wovon der "Nuts"-Faktor wohl der wichtigere ist.
Gruss Mc
2007-08-17 01:16
also ich sitze auch lieber mit einem big stack am tisch.
gerade bei cashgames fühle ich mich da um einiges sicherer als mit einem low-stack.
die eigene psychologie spielt da bei mir schon eine grosse runde. wenn ich "nur" dem dem 20xfachen bb am tisch sitze, bin ich auf jeden fall unentspannter als mit dem faktor 50, oder 100.
wie lange ich dann spiele? da es sich bei mir meist um ein zeitliches problem handelt, spiele ich auch so gut wie keine turniere, sondern eben cashgames.
dauer eines spieles: zwischen 30minuten und maximal 2 stunden....und unabhängig vom bankroll...ausser natürlich ein lauf hält an...aber das dieser über stunden geht...kommt leider nicht so oft vor...
gruss
gerne big stacked herb
2007-08-21 09:25
Ach so machst du das.
Ich dachte, du bleibst so lange am Tisch, bis du so richtig heiss bist....sozusagen "on fire".
(sry, der musste sein
)
















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Zitat Gor:
Ich glaube Fish ist ein hyperaggressiver, schlecht programmierter Bot.
2007-08-21 09:34
hehe...lol...
ich glaub mir wird mein ganzes leben nicht mehr kalt 
2007-08-21 09:44
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