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Hallo zusammen,
würde gerne ein Beispiel aus meiner Praxis zur Diskussion stellen:
Ein Sit'n'Go mit 10 Leuten (5$-0,50$), jeder hat 1000 an Chips. Es ist noch nicht viel passiert, es ist das 5.Spiel, die Blinds sind noch bei 5/10. Ich sitze am Button und habe KQ. Vor mir wurde von drei Spielern gecallt, ich erhöhe auf 30 (mache ich mit dem Blatt nicht immer). Der SmallBlind geht sogar auf 50 hoch, BigBlind foldet. Die drei Spieler im Vorfeld gehen alle mit und ich bezahle natürlich auch noch die restlichen 20. Es sind also 5 Spieler dabei bei einem Pot von 260.
Es kommt K72 (K2 in Karo). Ein Spieler in der 2.Position spielt an (PotSize), alle anderen legen ab. Ich überlege, mit Top-Pair und Q-Kicker fühle ich mich eigentlich gut. Es gibt eigentlich nicht viele Hände, die jetzt besser wären: AA, AK, K7, K2, 72, KK, 77, 22. Die ganzen Pärchen hab ich mal ausgeschlossen. Bei AA hätte er eigentlich höher anspielen müssen vor dem Flop. Ich hatte deshalb entweder ein Kx vermutet, mit mittleren Kicker, oder was ich bei solchen Turnieren auch oft gesehen habe, ein AQ oder AJ, die, obwohl nicht getroffen, kräftig angespielt werden. Oder er hat zwei Karos und hofft auf seinen Flush. K7 und K2 hatte ich eigentlich ausgeschlossen, wer würde mit sowas schon mitgehen? Also ich glaubte an mein Blatt, was mich störte war, dass es zu Beginn des Turnieres war und ich nicht wusste, wie der PotSize-Setzer sonst so spielt. Doch dann sagte ich mir, er glaubt vermutlich an sein Blatt, ich auch, also gehe ich All-In. (SmallBlind foldet dann auch).
Ich hatte vorher 985 an Chips, er 920 (Juhu, ich behalt noch was übrig
). Ich gehe All-In, er callt. Er hatte K10 und noch eine 4%ige Flushchance. Glück gehabt. Im Nachhinein denke ich mir, hmm, wenn so viele gecallt haben (5 aus 10), und jemand callt mit K10 ein All-In, dann wäre ein K7 gar nicht so unwahrscheinlich gewesen.
Wie dem auch sei, ich hatte verdoppelt. Später gewann ich auch das Turnier
, allerdings würde ich das nicht unbedingt auf die frühe Verdopplung zurückführen. Bei einem 10er SNG kommt es häufig vor, dass 3-4 Spieler sich in der Anfangsphase verdoppeln können. Also 2000 an Chips sind keine Garantie, um ins Preisgeld zu kommen (ersten 3 Plätze).
Was denkt ihr, war es gerechtfertigt, dieses Risiko zu Beginn einzugehen. Schliesslich weiss man fast nichts über seine Gegner. Hätte man es auch anders spielen können? In den ganzen Überlegungen hatte ich jetzt mal den SmallBlind und den Spieler OTG (beide hatten nach dem Flop erstmal gecheckt) rausgelassen. Auch das war nicht ungefährlich, denn der SmallBlind machte vor dem Flop die letzte Erhöhung.
Gruss
SoerenH




2007-06-21 08:26
Hallo again,
Hab nochmal in die Aufzeichnungen geschaut. Es stimmt nicht, dass noch ein Spieler UTG (nicht OTG, sorry) gecheckt hatte. Also nach dem Flop hatte der SmallBling gecheckt und gleich danach kam der Spieler mit der PotSize-Erhöhung. Die beiden Spieler danach sind dann ausgestiegen.
Gruss
SoerenH




2007-06-21 08:43
Hallo Soeren32,
Ich mach mir das mal ganz einfach, wie Dein Problem sehe. Du musst zwischen KQs und KQo unterscheiden. Die erste Hand ist die 7. und die zweite die 20. in der Rangfolge nach der No Fold´em Tabelle. Die erste Hand ist also relativ stark und die zweite Hand relativ schwächer, aber auch noch gut.
Ich würde bei SNGs mit diesen Karten, zunächst prüfen, an welcher Position ich spiele und wieviel Gegner bereits in den Pot eingestiegen sind. Du warst also Button und vor Dir sind bereits drei Spieler mit Limp (oder auch MinRaise wäre hier egal) in das Spiel eigestiegen. Nach Dir mussten noch der SB und der BB entscheiden. Gefährliche Situation und Du weißt absolut nicht wo Du stehst. Du weißt nur eins, allzu gut sind die Karten der Gegner offensichtlich nicht.
Du musst mit diesen Karten fast immer versuchen, den Pot möglichst billig anszusehen. Ob Du immer mit diesen Karten bei einem SNG und einem Raise auf das dreifache des BB richtig liegst, möchte ich bezweifeln. Ich würde im Anfangsstadium eines SNGs möglichst nichts riskieren wollen. Bei dem Flop, den Du oben benannt hast, must Du dann natürlich aggressiv in den Pot einsteigen und erstmal versuchen, herauszufinden, was wohl Deine Gegner halten. Möglicherweise, wenn der Tisch sehr drawlastig ist, würde ich in so einer Situation am Flop in Button-Position sofort all-in stellen. Es macht grundsätzlich keinen Sinn, den Gegnern in so einer Situation noch eine Freecard zu geben. Natürlich, wenn ein Gegner AK oder besser hält, dann hast Du schlechte Karten. Aber hätte ein Gegner mit AA, AK oder KK nicht bereits preflop den Pot ordentlich erhöht? Und wenn er das mit AKo häufig nicht tut, dann ist das halt Künstlerpech. Das kann Dir immer passieren.
Gruss Mc
2007-06-21 09:50
Also generell find ich den Call nicht ok, weil dies genau die Situationen sind, in denen man in ein Set, A-K, splitpot oder two-pair läuft. Insofern muß ein All-in zu dem Zeitpunkt nicht wirklich sein.
Aber trotzdem war der der Call klasse, wenn zwei Voraussetzungen zutreffen.
1. Du bist eindeutig SNG Spieler und es ist deine Hauptvariante
2. Du machst dir sofort zu dem Spieler eine Notiz wie "06-07 5$ - callt ai mit 10 kicker in früher phase"
Dann war der Call absolut lohnend, weil Du so - falls 1. zutrifft - zukünftig wirklich einen Informationsvorsprung hast. Natürlich nur, wenn Du dich an 2. hältst.
Gruß, Mountain
2007-06-21 10:25
Sorry, man sollte übermüdet wirklich keine Posts platzieren. Ich hätte das ähnlich wie Soeren32 gespielt, mit dem Unterschied, dass ich preflop mit KQo wahrscheinlich keine 3 BB riskiert hätte.
2007-06-21 10:52
Also generell find ich den Call nicht ok...
Hmm Mountain, welchen Call meinst Du denn? Soeren hat am Button auf 3 BB geraist und daraufhin wurde ein Min-Raise auf 5 BB gemacht was von 3 Leuten vor ihm gecallt wurde, d.h. er musste noch 20 auf einen Pot von bereits 250 nachzahlen... Wenn man das mit KQ (auch offsuit) nicht priced-in nennt weiss ich auch nicht mehr... 
AA, AK, K7, K2, 72, KK, 77, 22
AA, AK, KK hätten wohl preflop deutlich höher reraised...77 und 22 hatten genau die richtigen Odds zum limpen, hätten daher vermutlich gar nicht geraist und K7, K2 und 72 hätten preflop gefoldet oder aber zumindest nicht minimum geraist. Ich hätte also nicht eine einzige dieser Hände in Betracht gezogen, von daher find ich Deinen Move klasse Sören
Ich hätte ihn genauso gespielt, und entgegen Deiner Aussage spielt es bei mir eine ungeheuer grosse Rolle ob ich in der Anfangsphase eines SNG aufdoppeln kann. Gelingt mir dies, bin ich zu über 80% ITM.
Ich habe mir auch schon mal überlegt ob man dies in einer Art "Handübergreifende Implied Odds"-Zahl ausrechnen kann, bin aber bisher leider noch nicht sehr weit fortgeschritten mit dem Ansatz. Und wahrscheinlich ist das eh nur vereinfachtes ICM was ich mir da überlege...
Jedenfalls bin ich der Meinung das es sich durchaus lohnen kann auch mal mathematisch inkorrekte Moves zu machen um danach in der Position zu sein den ganzen Tisch rumschubsen zu können... 
Gruß, Puma
Edit: Nicht zu vergessen dass der Gegner mit einem Set am Flop nicht Pot-Size angespielt hätte...
Go Sören, Aggro Poker rules! 
2007-06-21 11:56
Waaah, sorry. Ich meinte das All-in - nicht den Call
Ich stehe aber nach wie vor zu meiner Aussage. Und selbstverständlich spielt ein Gegner sein Set am Flop potsize an. Erstens weil es seit einiger Zeit gängig ist, seine Sets aggressiv anzuspielen und zweitens um zu protecten und drittens weil nach neuester Lehre seitens Sklansky ein All-in hier empfohlen wird, um den Gegner zum teuerst-möglichen Fehler zu animieren.
Und ja, Aggro Poker rules
2007-06-21 12:13
Aggro Poker ftw. Desto dünner die Valuebets sind, desto mehr Spaß macht es auf einen Raise zu folden 
Was ich an der ganzen Sache nicht verstehe ist die Preflopaction. Macht es hier Sinn, auf 3BB zu erhöhen, wenn bereits einige Limper in der Hand sind?. Besonders viele Gegner bekommt man auf dem Limit und bei diesem Blindlevel nicht raus. Wenn, dann gebe ich richtig gas und spiele HU oder 3-way am Flop weiter, oder ich limpe mit.
R_R
R_R
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Blog: www.river-ratten.blogspot.com
2007-06-21 15:56
Hallo, danke für die zahlreichen Antworten
. Demnach war meine Spielweise ja gar nicht so verkehrt.
Vielleicht noch als Ergänzung. Das SNG fand im EverestPoker statt. Das ist deshalb erwähnenswert, weil man als Spieler die Möglichkeit hat durch Knopfdruck einen Minimal-Raise zu spielen oder einen PotSize-Raise (oder man stellt durch einen Schieberegler oder Tastatur ein, wieviel man setzen will). Mir ist aufgefallen, dass viele Spieler Schwierigkeiten haben, angemessene Größen zu setzen. Sie benutzen dann lieber diese beiden "Standard-Raise". Von daher hat ein Raise auf Pot-Größe nicht ganz dieselbe Bedeutung wie bei einem Pokertisch, der diesen "Knopf" nicht hat.
@Road_Runner: Da hast Du natürlich Recht und mir ist es hinterher auch aufgefallen, ein Raise mit 3BB ist nicht unbedingt das Klügste. Es war wohl abzusehen, dass die drei Spieler, die vorher gecallt hatten, da nicht abspringen werden. Somit ist die Zahl der Spieler nicht kleiner geworden. Nach den PotOdds ist es trotzdem gut, wenn man mit einem überdurchschnittlichen Blatt um 3BB spielt statt um 1BB. Aber bei 4 Gegnern nach dem Flop kann man dann trotz Top-Paar durch einen Glückstreffer noch verlieren.
Gruss
Sören




2007-06-23 10:26
Ein einzelner Gegner braucht evtl. einen Glückstreffer gegen 4 Gegner sieht das schon anders aus. 4 Gegner haben ewig viele Redrawmöglichkeiten gegen dich. Zudem kann es auch sein, solltest du am Flop 2 Overcards haben und dich nicht von der Hand trennen kannst, das du bereits reverse dominated bist. Zudem kommt noch, dass Leute wie McSeafield und ähnliche Ihre Monster in UTG nur limpen um dann zu raisen.
Nach den PotOdds ist es trotzdem gut, wenn man mit einem überdurchschnittlichen Blatt um 3BB spielt statt um 1BB.
Diesen Satz verstehe ich nicht, da es nur bei einem Call um Odds geht. Du willst hier aber raisen und da geht es theoretisch um Equity.
R_R
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Blog: www.river-ratten.blogspot.com
2007-06-23 11:55
>>Nach den PotOdds ist es trotzdem gut, wenn man mit einem überdurchschnittlichen
>>Blatt um 3BB spielt statt um 1BB.
>Diesen Satz verstehe ich nicht, da es nur bei einem Call um Odds geht. Du willst hier
>aber raisen und da geht es theoretisch um Equity.
PotOdds ist da wohl nicht der passende Begriff, sorry. Ich meinte mehr der zu erwartende Gewinn/Verlust. Wenn ich mit einer überdurchschnittlichen Hand spiele, dann ist die Erwartung positiv, ansonsten negativ (mal vereinfacht ausgedrückt). Wenn die Einsätze preflop bei jeden vervielfacht werden und die Anzahl der Spieler gleich bleibt, dann sind die Chancen den Pot zu gewinnen immer noch die gleichen. Nur als Produkt geht die Erwartung noch stärker nach oben bzw. unten.
Gruss
Sören




2007-06-23 15:12
Hallo Soeren32,
Dein Thema hier im Thread lautet "Risiko zu Beginn eines SNG eingehen". Wie kannst Du hier über PotOdds fantasieren. Du kannst unmöglich ein SNG mit einem normalen Pokerspiel vergleichen. Es geht Dir doch sicherlich zu erst um die Frage ITM zu kommen.
Deine Chance mit normalen Pokerspiel stehen genau bei 30%, das zu erreichen. Wenn Du aber schlau vorgehst, kannst Du eine wesentlich höhere Erfolgsquote erreichen. Deshalb solltest Du mit relativ guten Starthänden sehr vorsichtig umgehen. Mit Monsterkarten kannst Du auch beim SNG aggressive vorgehen. Auch in der Anfangsphase. Aber ansonsten gilt der Grundsatz "stay alive".
Ich muss jetzt Turnier spielen. Habe gepennt.
Gruss Mc
Mein Gott war das gerade aufregend. Habe zwei Turniere gleichzeitig gespielt und war bei beiden zunächst Chip-Leader. Ist egal was das war. Jedenfalls habe ich wieder einen Finalplatz gewonnen und beim Bonanza-Turnier auf Pacific bin ich von 2000 Spieler immerhin 10. geworden. Da kannst Du nicht mit Pot-Odds rechnen. Du must auch andere Kriterien beachten. Da geht es natürlich, wie Mountain bereits richtig festgestellt hat, z.B. um die Blindstruktur, die brutal ist. Hätte ich mal nicht soviel Angst zum Schluss gehabt. Ich bin sicher, ich wäre da unter die ersten drei gekommen. Mit Sicherheit wäre ich aber zunächst Chipleader am Final-Table gewesen. Kurz vor dem Finaltable waren die Blinds, wenn ich mich richtig erinnern kann, ja bereits 100000/50000. Da hat man natürlich auch mit guten Karten Muffe ohne Ende. Und mit schächeren Karten traut man sich schon gar nicht. Mit Mistkarten hätte ich in Serie die Töpfe abgeräumt. Aber das kann man ja alles im Voraus nicht wissen. Nur eine Feststellung zum Abschluss und das gilt mit Sicherheit auch für SNGs. Du musst auch andere Gesichtspunkte berücksichtigen, als nur Pot-Odds. Jedenfalls am Anfang eines SNGs. Sonst spielst Du meines Erachtens sub-optimal.
2007-06-23 17:34
Hallo McSeafield,
erst mal Gratulation zu Deinem Erfolg. 
"Dein Thema hier im Thread lautet "Risiko zu Beginn eines SNG eingehen". Wie kannst Du hier über PotOdds fantasieren. Du kannst unmöglich ein SNG mit einem normalen Pokerspiel vergleichen."
Ups, jetzt bin ich doch ein bissel überrascht. SNG würde ich auch nicht 1:1 mit Cash-Game oder anderen Formen gleichsetzen. Aber viele Parallelen sollte es schon geben. Um beim konkreten Beispiel zu bleiben, mit KQ am Dealerbutton bei 5/10-Blindstufe 30 zu setzen bei kanpp 1000, hielt ich für ein akzeptables Risiko (auch noch, als die restlichen 20 nach dem Reraise zu bezahlen waren). Wäre ich nur reingelimpt, treffe im Flop das Toppaar und spiele es an (um das Blatt zu schützen), dann wären wahrscheinlich alle rausgegangen und mein Gewinn wären 40 Chips gewesen. So aber greift man das Vielfache von dem ab und die Verluste halten sich noch in Grenzen.
"Hätte ich mal nich soviel Angst zum Schluss gehabt, ich bin sicher, ich wäre da unter die ersten drei gekommen. Vor am kurz vor dem Final- Table waren die Blinds wenn ich mich richtig erinnern kann, ja 100000/50000. Da hat man natürlich auch mit guten Karten Muffe ohne Ende. Und mit schächeren Karten traut man sich schon gar nicht."
Das ist immer die Phase, wo mutige Spieler viele Chips abgreifen können. Mir ist übrigens aufgefallen, dass die Spieler bei 5$-SNG-Einsatz viel vorsichtiger, eigentlich schon fast zu ängstlich spielen, als bei 1$. Wenn nur noch 4 oder 5 am Tisch waren, empfand ich es schon relativ leicht, die Blinds zu stehlen
.
"Nur eine Feststellung zum Abschluss und das gilt mit Sicherheit auch für SNGs. Du must andere Gesichtspunkte berücksichtigen, als Pot-Odds. Jedenfalls am Anfang eines Turniers. Sonst spielst Du meines Erachtens sub-optimal."
Welche Gesichtspunkte wären zu berücksichtigen?
Gruss
Sören




2007-06-23 19:10
Hallo Soeren32,
auf mich brauchst Du ja nicht hören. Aber es gibt zu diesem Thema wirklich sehr gute Beiträge im Internet von SNG-Experten, die Du mal aufmerksam studieren solltest. Sogar ein Phasenmodell gibt es. Leider darf ich hier wieder keine Links angeben, weil das Affiliates sind. Also mach was Du willst. Wenn Du auf mich hörst, gehst Du auf Entdeckungsreise. Wenn Du das nicht findest, kannst Du ja nochmal nachhacken.
Gruss Mc
2007-06-23 19:16
Am Button mit KQ zu raisen, wenn vor einem nur Limper sind, ist praktisch Standart. 3BB ist aber aus dem Grund, den Road_Runner geschrieben hat, nicht genug. Ich selber slowplaye an loosen Tischen vor dem Flop alles ausser Pocket-Pairs solange die Blinds unter 100 sind.
Bei der Frage, ob der Potbet am Flop gecallt (oder besser geraist) werden soll, wäre für mich entscheidend ob derjenige, der den Potbet gemacht hat, seine Hand vor dem Flop geraist hat. Wenn nicht, dann würde ich mich vorne sehen und am Flop und erst recht am Turn ordentlich Chips in die Mitte knüppeln. Schwache Spieler slowplayen 2pair und höher fast immer. Warscheinlich hatte dein Gegner irgendwas in Richtung K8.
Wenn der Spieler stark ist, dann würde ich warscheinlich passen. Die Warscheinlichkeit, daß ein starker Spieler mit K8 limpt und anschließend einen Raise auf 50 callt tendiert so ziemlich gegen Null. Außerdem spielen starke Spieler starke Hände an schwachen Tischen gerne aggressiv.
Risiko zu Beginn eines SNG eingehen?
Es geht nicht unbedingt darum, kein Risiko einzugehen, sondern eher darum seine Chips nicht mit haarigen Drawinghänden zu verlimpen. Erstens braucht man in Turnieren für einen all-in eh kein Monster, da reicht meistens schon Toppair mit anständigem Kicker, und zweiten bringt es nichts sich zu verdoppeln nachdem man sich durch exzessives gelimpe halbiert hat.
Kleine Pots spielen bringt aber auch nichts. Selbst in einem SNG musst du dich mindestens einmal verdoppeln um auch nur den Hauch einer Chance zu haben ins Geld zu kommen. Von MTTs ganz zu schweigen. Es geht eher darum selektiv aggresiv zu spielen. Also, mit AK AQ KQ etc den Flop sehen, und wenn ich nicht das Toppair treffe dann bin ich praktisch raus (von Continuationbets, Bet in Position etc natürlich mal abgesehen). Aber wenn ich das Toppair (oder höher) treffe, dann spiele ich die Hand sehr aggressiv und bin uU auch bereit all-in zu gehen (auch da gibts natürlich Ausnahmen). Und wenn ich auf ein 2pair oder set auflaufe, oder gecallt werde und einen Bad Beat einstecken muß, dann hab ich eben Pech gehabt. Man kann sich nun mal nicht verdoppeln, wenn man nicht bereit ist alle seine Chips zu riskieren.
K7 und K2 hatte ich eigentlich ausgeschlossen, wer würde mit sowas schon mitgehen?
Dazu sage ich jetzt mal nichts 
Unter dem Strich finde ich, daß du die Hand gut gespielt hast. Wenn man was ordentliches getroffen hat, dann sollte man auch einen ordentlichen Pot anstreben. Und Pleite gehen kann man auch mit AA...
2007-06-24 00:21
Hallo Puwackl,
schließe mich Deiner abschließenden Meinung an.
Meine These zu SNGs lautet in etwa so. Bei 10 in etwa gleichstarken Spielern hast Du eine ca. 30% Wahrscheinlichkeit unter die letzten 3 Spieler zu kommen. Gehen wir davon aus, das alle Spieler normal Poker spielen, dann hast Du eine sehr große Chance, durch eine supertighte Spielweise ersmals unter die letzten 5 zu kommen. Wenn Du dieses Zwischenziel erreichst, dann ist Deine Chance unter die letzten 3 zu kommen (ohne Berücksichtiung der Stacks, die sicherlich auch eine Rolle spielen) ca. 60%. Und genau darauf baut meine ganze Theorie. Das Problem dabei ist allerdings, dass ich den Eindruck habe, dass dies die meisten guten SNG-Spieler natürlich auch wissen. Folglich ist meine Theorie wahrscheinlich nicht viel wert. Allerdings, wenn die Gegner über- wiegend zurückhaltend spielen, dann lohnen sich wahrschleinlich auch bestimmte Bluffs bzw. Blindsteal-Aktionen aus guter Position wieder. Man muss nur aufpassen, dass man rechtzeitig seine Strategie ändert, wenn die Gegner damit anfangen, normalen shorthanded Poker zu spielen.
Gruss Mc
2007-06-25 00:45
Denke darüber kann man streiten, was aber definitiv falsch war, wie oben schon beschrieben wurde, der 3bb raise am Button, damit drückst du keinen einzigen Spieler mehr raus, denn sobald einer callt kriegen die anderen gigantische Pot Odds, und wer 1BB callt callt auch meistens 3 BB ;-)
2007-06-25 10:42
Hab ich doch genauso gesagt, oder? Mit KOo lasse ich mich im Anfangsstatium eines SNGs nie und nimmer auf ein Gemetzel ein, wenn ich das vermeiden kann. Wenn ich den Flop nicht treffe, steige ich aus. Punkt.
Wenn vor mir einer auf 3BB erhöht, würde ich mit KOo callen und ebenfalls den Flop anschauen wollen. Wenn nach mir einer nochmal einen riesigen Raise wagt, steige ich mit KOo wahrscheinlich aus. Punkt.
Bei KOs sieht die Welt wieder ganz anders aus. Da würde ich wahrschlich 3BB auf alle Fälle riskieren. Und wenn ich bereits etwas in den Pot gestellt habe und nach mir der Raise nicht allzu gross ist, würde ich damit sicherlich auch callen. Bei einem riesigen Raise oder einem hohen all-in würde ich vermutlich folden. Wenn ich allerdings den Eindruck habe, dass der Raiser das laufend so macht, dann gehe ich u.U. mit solchen Karten auch voll ins Risiko, auch im Anfangsstatium eines SNGs.
2007-06-25 13:50
dann hast Du eine sehr große Chance, durch eine supertighte Spielweise ersmals unter die letzten 5 zu kommen
An sehr schwachen Tischen oder in Freerolls ist das "aussitzen" meiner Erfahrung nach tatsächlich keine schlechte Strategie. Da scheiden die Gegner schneller aus als man schauen kann.
An stärkeren Tischen ist diese Strategie auch sinnvoll aber aus einem anderen Grund. Um in einem Turnier wirklich weiter zu kommen muss man sehr große Pots machen. Weil erfahrene Spieler ihre Einsätze aber an den Blinds orientieren machst du in der Frühphase eh keinen entscheidenden Pot. Außerdem können die Spieler es sich, solange die Blinds noch niedrig sind, leisten auf wirklich gute Hände (sowohl vor als auch nach dem Flop) zu warten. Da wird man mit Top-Pair höchstens einen großen Pot verieren.
Allerdings bietet die Frühphase häufig gute Gelegenheiten sich durch schwache Spieler, die es in jedem Turnier gibt, zu verdoppeln. Deshalb sollte man es mM mit der Vorsicht auch nicht übertreiben.
Mit KOo lasse ich mich im Anfangsstatium eines SNGs nie und nimmer auf ein Gemetzel ein
Das würde ich so nicht sagen. KQ ist so eine Hand, mit der man sich in der Frühphase gegen schwache Spieler gut verdoppeln kann, weil sie ähnliche Top-Pair-Qualitäten wie AK hat. Daß man rausgeht, wenn man den Flop verpasst hat, versteht sich von selbst.
Außerdem finde ich, daß du die suited-Eigenschaft massiv überbewertest. Es kommt nicht so sehr darauf an, was für eine Starthand du hast, sondern was du am Flop triffst. Wenn du mit KQs einen Flushdraw evtl noch mit zwei Overcards floppst, dann gut. Aber wenn nicht, dann ist die suited-Eigenschaft nichts Wert.
KQ ist für sich allein genommen erst mal gar keine Hand. Das gute an KQ ist, daß wenn man den Flop trifft man in ca 80% der Fälle das Top-Pair mit einem anständigen Kicker hat. 72 ist eine schlechte Hand, weil man wenn man den Flop trifft, bestenfalls das Middle-Pair mit miserablem Kicker hat.
Eine Starthand ist, von hohen Pocketpairs mal abgesehen, nie für sich allein gut sondern sie definiert nur was man floppen kann. Wenn man die angestrebte Hand floppt, dann wunderbar. Aber ansonsten ist sie wertlos.
dann gehe ich u.U. mit solchen Karten auch voll ins Risiko, auch im Anfangsstatium eines SNGs
Das ist genau das, was man im Anfangsstadium nicht machen sollte. Wie gesagt, KQ ist gut, wenn du das Top-Pair gefloppt hast. Aber vor dem Flop bietet KQ bestenfalls eine 50:50 Chance. Und selbst gegen eine Hand wie 72 liegt KQ lediglich 60:40 vorn. Außerdem gehen viele Spieler mit sehr starken Starthänden in der Frühphase nur deshalb vor dem Flop all-in, weil sie wissen, daß sie von schwachen Spielern mit genau solchen Händen wie KJ KQ 88 etc gecallt werden.
Die Blinds sind niedrig und passen kostet nichts. Also warum das Risiko eingehen einen all-in mit KQ zu callen? Und selbst wenn der Gegner mit dem all-in geblufft hat, na und? Mit den paar Chips die da in der Mitte liegen wird er seine Position nicht im geringsten verbessern. Nur mit großen Pots kommt man im Turnier weiter.
Ich calle übrigens mit KQ in der Frühphase noch nicht mal einen raise von 3BB.
2007-06-25 21:26
Hallo All,
danke Puwackl für Deinen Beitrag. Das sind kleine Betrachtungsunterschiede, damit kann ich leben. Werde mal in Ruhe darüber nachdenken.
Zur Zeit bin ich intensiv an der PH Software drann. Will dieses Thema endlich abschliessen. Da dieser Thread zur Zeit von vielen SNG Spielern gelesen wird, gebe ich hier mal den Link zur PH SNG Strategy mit ICM End Game Calculator bekannt. Ein Demo findet ihr hier:
http://www.insight-pokerhound.com/Demos.htm
Würde mit Euch gerne auch mal darüber diskutieren, was ihr davon haltet.
Gruss Mc
2007-06-25 23:06
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