Beruht der Erfolg beim Poker auf Glück oder Können?
August 20, 2012, Georg Steiner

Poker Legende Eddy Scharf steht wieder einmal im Mittelpunkt des Geschehens. Seine Klage gegen Steuer Nachforderungen führt nun dazu dass das Finanzgericht Köln über folgende Frage entscheiden wird: Ist Pokern Glück oder Können?
Es geht wieder einmal um die Frage was war zuerst da, die Henne oder das Ei. Beruht der Erfolg beim Pokerspielen nun auf Können oder handelt es sich um ein reines Glücksspiel? Eddy Scharf wurde von seinem Finanzamt mit Steuernachforderungen konfrontiert, ließ sich das nicht gefallen und klagte.
Verkehrte Welt
Wie der Spiegel gestern berichtete, wird nun das Finanzgericht Köln über die Frage aller Fragen entscheiden. Nach Ansicht des Finanzamtes stellen die Einkünfte aus Poker Einkünfte aus gewerblicher Tätigkeit dar und wären zu versteuern.
Jetzt sind Einkünfte aus Glücksspielen, und so wird Poker in der deutschen Gesetzgebung nach wie vor betrachtet, auch in Deutschland grundsätzlich steuerfrei. Das Finanzamt argumentiert aber, dass Scharf seine Kenntnisse des Spiels nutze und sich nicht aufs Glück verlasse.
"Falsch" argumentiert Scharf und führt an, dass "das richtige Blatt entscheidend sei." Er will nun im Prozess beweisen, dass der Erfolg beim Poker vor allem auf Glück beruhe. Umgekehrt haben sich die Finanzbehörden nun jene Argumentation zu eigen gemacht, nach der Poker eben kein Glücksspiel sei, sondern der Erfolg Scharfs auf Können beruhe.
Das Urteil, das noch dieses Jahr erwartet wird, könnte dramatische Folgen für die deutschen Pokerspieler nach sich ziehen. Wird die Ansicht des Finanzamtes bestätigt, drohen Steuernachzahlungen auf Gewinne.
Ob in diesem Falle Poker aus den Bestimmungen des Glücksspielstaatsvertrages herausfallen würde, (und das müsste es, denn dann würde es sich ja um gewerbliche Einkünfte und nicht mehr um Gewinne aus Glücksspielen handeln) steht allerdings in den Sternen.
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