2012 World Series of Poker Rookie: Dominik Nitsche
Mai 28, 2012, Eric Ramsey

Leider ist den Amerikanern der Name Dominik Nitsche immer noch viel weniger geläufig, als er sollte. Gerade mal 21, ist Nitsche bereits ein richtig großer Name in der internationalen Pokerwelt. Wenn es einen jungen Spieler mit großem Potential gibt, der wirklich auch auf amerikanischem Terrain ein Superstar werden könnte, dann sollte man ihn auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.
In Deutschland geboren, wohnt er aktuell in Brighton, England. Er beschreibt sich selbst als "quer durch die Welt reisender 21 jähriger, der verrückt nach Poker und richtig gutem Essen ist." In nur ein paar Jahren auf der großen Pokerbühne, hat er bereits viele Gleichgesinnte gefunden und für Ansehen gesorgt.
Nitsche begann als Teenager 2006 mit Freerolls und Play-Money-Games. Er entwickelte sich – während er auf dem Gymnasium war - schnell weiter in Richtung Low-Limit Online Tournaments. Ab dann gab es kein Halten mehr. Er spielt als "Bounatirou" auf PokerStars und als "JustLuck1337" auf Full Tilt und ist mittlerweile auf den höchsten Levels mit den größten Buy-Ins anzutreffen.
Er hat online noch nie sechsstellig gecasht, aber es gibt trotzdem keine Zweifel, dass der Junge weiß, was er mit der Maus in der Hand alles anstellen kann. Seine beiden größten Online-Cashes ergaben zusammen ungefähr $100,000, aber er hat insgesamt in nur fünf Jahren bereits mehr als $2.5 Millionen verdient. Anfang 2009 kam Nitsche’s größter Online-Gewinn zustande. Er gewann mehr als $60,000 für einen zweiten Platz in einem $200 Turbo Six-Max FTOPS Event.
Und das Jahr sollte sogar noch besser werden für den aufstrebenden Mann. Seine Zeit war gekommen, sein Kleinunternehmen war gegründet.
2008 wurde Nitsche 18 und endlich durfte er auch Liveturniere mitspielen. Seinen ersten Karriere-Cash schaffte er bei der PokerStars LAPT2 Mar del Plata , da er in Südamerika bereits mit 18 Jahren starten durfte. Er hatte sich fünf Packages in PokerStars Steps Satellites erspielt.
Stellen Sie sich einmal diesen Wandel vor. Nachdem er jahrelang gegen Screen Names und Avatars antreten musste, hatte er nun auch die Chance, neben Joe Hachem und Chris Moneymaker – die bereits Millionen verdient hatten - am Tisch zu sitzen. Aber auch Nitsche hatte bereits Millionen auf seinem Online-Account. Und seinen Übergang zum Livepoker hat er exzellent gemeistert.
Die 290 Gegenspieler ließ er einfach mal links liegen und der junge Mann konnte bereits sein erstes Turnier gewinnen. $381,030 und plötzlich hatte Nitsche auch live eine Bankroll. In einem Interview fragte PokerNews Nitsche, ob er nervös gewesen sei auf dem Weg zu dieser Trophäe. Und er antwortete einfach nur mit "Nein" als würde er das Wort “nervös” gar nicht kennen. Als wir ihn kürzlich fragten, wie er nun über diesen Titel denke, sagte er: "So einen großen Titel zu gewinnen, das vergisst man nie". "Ich bin natürlich sehr froh, dass mir das gleich zu Beginn meiner Karriere gelungen ist." Um sein Jahr abzuschliessen, beschenkte er sich zu seinem 19. Geburtstag mit einer Geschäftsreise nach Marrakech und ein zweiter Platz beim €9,000 WPT High Roller für mehr als €80,000 stand am Ende zu Buche.
Kurze Zeit später war Nitsche auch Live Millionär. Er hat nun bereits 35 Cashes weltweit eingefahren. Das I-Tüpfelchen zusammen mit zwei weiteren sechsstelligen Cashes kam aber dann auf Zypern. Nitsche's Erfolg 2011 war ebenfalls sehenswert. Im April gewann er das $4,000 Merit Middle East Poker Championship Main Event. Drei Monate darauf setzte eine seine Invasion fort und gewann ein weiteres Main Event – diesmal das $2,500 Merit Summer Open im selben Gebäude. Diese beide Cashes waren fast $300,000 wert.
Nitsche ist eigentlich nicht der typische Strand-Typ, also haben wir ihn gefragt, wieso es auf Zyper so toll gelaufen war. Er sagte "Leichte Turniere, wahnsinnige Cashgames und ein wunderbares Hotel." Das Hotel in Kyrenia ist wahrlich beachtenswert. All-inclusive, kostet nicht mehr als €100 die Nacht und es ist einfach ein perfekter Ort für Grinder, denn diese müssen sich um nichts Sorgen machen. "Ich glaube, der wahre Grund, warum ich in diesem Land so erfolgreich war, ist, dass ich einfach absolut gewillt war, eine geisteskranke Anzahl an Stunden an den Pokertischen zu verbringen’ fügte er hinzu.
Nitsche erwähnte auch, dass er Marrakech eine regelrechte Hassliebe aufgebaut hatte. Das war ja auch ein Platz, an dem er erfolgreich abgeschnitten hatte. "Mir gefiel es dort nicht wirklich, aber es war trotzdem ein wahres Must-Play-Event. Das Feld proppevoll mit reichen Spielern und ich glaube, ich konnte mich gut an ihr Spiel anpassen’ sagte er. "Ich habe mich gefühlt, als hätte ich Zugang in ihre Köpfe und konnte sie so ausspionieren. Sie dachten wohl, ich wäre ein verrückter Junge, der stets nur blufft."
Lassen Sich sich davon nicht beeinflussen. In Wahrheit blufft er wirklich meistens.
Als er gefragt wurde, ob er schon darüber nachgedacht habe, seine erste WSOP zu spielen, wusste er keine Antwort. "Ich glaube es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich meinen nächsten Titel gewinne,” sagte er. "Auf ein WSOP Bracelet wäre ich natürlich megastolz."
Er hat eine 5:1 Wette auf seinen Kopf ausgesetzt, der ihn motivieren soll und es scheint wirklich -EV zu sein, gegen Nitsche zu setzen.
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