Januar 01, 2012, Chad Holloway

Phil Hellmuth stand schon immer gerne im Rampenlicht. Die Fans sehen „Poker Brat“ zwiespältig, polarisiert er doch wie kein anderer im gesamten Business. Einige lieben ihn, andere hassen ihn. In diesem Sommer bewies er bei der World Series of Poker, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Er kam bei drei Turnieren ins Heads-Up und duellierte sich um den „Player of the Year“-Award.
Kurz vor Jahreswechsel bereitet er sich auf ein Charity-Event in seiner Heimatstadt Madison im US-Bundesstaat Wisconsin vor. Der elffache Bracelet-Gewinner gab PokerNews ein beherztes Interview.
Phil, du kommst nach Madisoon für das „2nd Annual Hellmuth’s Hold’em with Agrace HospiceCare“ Charity-Event. Freust du dich schon darauf?
Ja, ich bin schon sehr gespannt. Dass Jerry Kelly, dem ich einige Male auf der PGA Tour zuschauen durfte, mit dabei ist, ist cool. Er sagte vergangenes Jahr zu mir: „Hey Mann, ich bin [vor dem Charity-Event] nervöser als vor dem ersten Abschlag bei den US Open!“ Er war wirklich sehr aufgeregt, bei einem Poker-Turnier anzutreten. Dann nahm er ein paar Bier und schaffte es sogar an die letzten zwei oder drei Tische.
Wenn man sich die Bilder auf der Website anschaut, sieht man, dass es in jedem Detal ein großartiges Event war. Es herrschte so eine tolle Atmosphäre in diesem Raum. Dieses Jahr haben wir einige Olympia-Teilnehmer an Bord. Es kommt auch Scott Ian von der Band Anthrax, der ein wirklich guter Pokerspieler ist. Ich vermisse aber auch einige Leute wie Annette Obrestad oder Eric "basebaldy" Baldwin.
Es werden jede Menge Prominente kommen. Auf wen freust du dich am meisten?
Wir haben fünf Olympia-Teilnehmer dabei. Und Mark Johnson, auf den ich mich besonders freue, weil ich in Madison aufgewachsen bin und immer die Eishockey-Spiele der Badgers verfolgt habe. Mein Vater hat heute noch ein Stadion-Abo des Teams. Mark war früher einer meiner Helden und ist mittlerweile Trainer der Mannschaft. Ich habe ihn aber noch nie persönlich getroffen und freue mich schon darauf.
Im Vorjahr schaffte es dein Vater an den Finaltisch. Wie war das für dich?
Ich war sehr nervös. Es war wie das Daumendrücken für meine Söhne. Beide haben schon gute Ergebnisse in diversen Charity-Turnieren erzielt. Meine Schwester Carrie war mit mir in Manhattan, wo wir für das Children’s Hospital of Philadelphia fast eine Million in nur einer Nacht einnehmen konnten. Sie wurde dort Zweite und ich konnte die Freude in ihren Augen sehen.
Carrie arbeitet als Anwältin in Madison, sie hat ein paar Kinder und spielt viel Poker und hat viel mit mir trainiert. Es war aufregend zu sehen, wie sie unter fast 200 Leuten erst als Letzte ging., vor allem, weil meine Frau auch weit kam und Vierte wurde.
Ich bin immer sehr stolz, wenn eines meiner Familienmitglieder weit kommt. Wir haben sogar unsere eigene Familien-Meisterschaft, wo rund 15 Leute mitspielen – meine Brüder, Schwestern, Eltern, Kinder, Nichten und Neffen. In der letzten kam es im Heads-Up zum Duell zwischen meinen beiden Söhnen.
Das Turnier wurde im Vorjahr zusätzlich aufgewertet, da Bürgermeister Paul Soglin dort ankündigte, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Er hat die Wahl letztlich gewonnen. Wie denkst du darüber?
Ich mag Paul Soglin sehr und war schon immer ein großer Fan. Ich war sehr stolz, als er als junger Mann den Diktator von Kuba besuchte. Damals schrieb er nationale Schlagzeilen. Paul ist auch ein guter Pokerspieler. Er hat sich schon öfters an ein paar Small Stakes Games mit Freunden von mir versucht, von woher ich ihn auch kenne.
Wenn du wieder in deine Heimatstadt kommst, wirst du auch mit alten Freunden spielen?
Ja, das machen wir immer, manchmal spielen wir auch richtig große Spiele. Es ist spaßig mit $1,000 Buyin zu starten, aber wir haben auch schon mit $3,000 gespielt. Normalerweise haben wir aber Blinds von $5/$5.
Vor fünf oder sechs Jahren habe ich einmal $11,000 oder $12,000 verloren. Ich habe das meiste davon ein Jahr später wieder zurück gewonnen, und vor drei Jahren habe ich rund $20K gemacht.
Es hängt immer davon ab, wer mitspielt. Es gibt da einige Leute, viele davon kenne ich nicht aus der Vergangenheit. Es sind einige Personen dabei, die erst zum Poker kamen, nachdem ich Madison schon verlassen hatte. Wir spielen aber nicht nur Poker, sondern auch die eine oder andere Golf-Partie.
Das Football-Team der University of Wisconsin Badgers haben es in die Rose Bowl geschafft. Wirst du dir das Spiel anschauen?
Ja, ich habe mir alle vier bisherigen Wisconsin Rose Bowls angesehen, seit ich alt genug war um hin zu reisen. Ich habe alle drei Titel unter der Leitung von Barry Alvarez und jene unter Coach Brett Bilema im Stadion gesehen. Ich werde auch heuer wieder dort sein. Wie könnte ich mir das entgehen lassen?
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