November 16, 2011, Donnie Peters

Letzte Woche krönte sich der neueste Team PokerStars Pro, Pius Heinz, im Rio All-Suite Hotel & Casino zum World Series of Poker Main Event Champion und sahnte $8,715,638 ab. Wir alle wissen, dass solche Erfolge gefeiert gehören, aber Heinz stand am Tag danach schon wieder für Interviews bereit. PokerNews bekam die Möglichkeit mit dem frischgebackenen WSOP-Champion zu sprechen. Hier ist Teil zwei des Interviews, in dem wir mit ihm vor allem über sein Heads-Up mit Amrtin Staszko sprachen.
Wie hast du auf die einmalige Atmosphäre am Finaltisch mit all den Lichtern und Kameras reagiert?
Die Atmosphäre war einfach nur sick. Es war sehr aufregend, dabei gewesen zu sein.
Warst du nervös?
Ja, im Besonderen, als wir noch zu neunt waren. In der ersten halben Stunde war ich richtig nervös, was ich mir vorher eigentlich nicht gedacht hätte. Meine Hände zitterten, als ich die Chips angegriffen habe und es hat eine halbe Stunde gedauert, bis ich mich eingewöhnt hatte.
Wie hat es sich angefühlt, als ihr am letzten Tag nur noch zu dritt wart?
Es war interessant. Alles ging sehr, sehr schnell, was niemand erwartet hätte. Aber ich denke es ich eine coole Idee, am letzten Tag drei statt nur zwei Spieler gegeneinander antreten zu lassen.
Du hast schon am ersten Tag den Chiplead übernommen und alles lief toll für dich. Wäre es dir lieber gewesen, das Turnier gleich am Sonntag zu Ende zu spielen?
Nein, es war gut, dass es eine Pause gab. Als der Vierplatzierte gehen musste, war ich schon sehr ausgelaugt. Das war so gegen Mitternacht, da hatten wir bereits rund zwölf Stunden gespielt. Ich war über die Pause alles andere als traurig.
Was dachtest du dir, als es am Dienstag zwischen Ben Lamb und Martin Stazsko gleich in der ersten Hand so richtig abging? Wem hast du die Daumen gedrückt?
Meine persönlichen Sympathien lagen bei Ben, den ich sehr mag, weil er eine großartige Persönlichkeit ist. Aus Poker-Überlegungen war mir aber Martin als Gegner lieber. Ich möchte sein Können nicht herunterspielen, denn er ist ein guter Spieler, aber Ben hatte einfach nur ein sickes Jahr.
Wie war das Heads-Up gegen Staszko? Er limpte vom Button sehr viel, weil er deine Drei-Bets fürchtete. Hast du deine Strategie an dieses Verhalten angepasst?
Es war sehr geschickt von ihm und ich hatte definitiv Probleme mit dieser Strategie. Normalerweise hätte ich ihn für jeden einzelnen Limp bestrafen müssen, aber wenn du jedes Mal eine Hand wie 5-3 off aufhebst, kannst du da nicht viel machen.
Das Heads-Up dauerte ziemlich lange und ihr hattet keine Pausen, da alles live auf ESPN übertragen wurde. Wurdest du währenddessen sehr müde und hättest du dir mehr Pausen gewünscht?
Ich verstehe natürlich, dass ESPN seine Show machen muss, aber als beteiligter Spieler – für die es ja um einen Preisgeld-Unterschied von drei Millionen Dollar ging – hätte ich mir schon mehr Pausen gewünscht.
Wie gingst du emotional damit um, dass es zwischen dir und Martin hin und her ging. Es sah aus als würdest du Pot um Pot gewinnen, nur um die großen Dinger dann doch wieder Martin überlassen zu müssen, sodass alles wieder von vorne los ging.
Grundsätzlich lief es auch genau so. Ich war mit der Zeit schon etwas frustriert, habe aber einfach versucht, meinen Fokus nicht zu verlieren, so gut wie möglich zu spielen und auf gute Karten zu hoffen.
Wir würden gerne über ein paar spezifische Hände mit dir sprechen. Kannst du uns etwas über die Aktion mit K-Q erzählen, als du am River einen Bluff-Raise gezeigt hast?
Natürlich. Preflo war alles ziemlich Standard. Ich hätte auch drei-betten können, aber auch flatten ging hier in Ordnung. Am Flop lief auch alles standardmäßig und ich habe dort oft die beste Hand. Als er die Neun am Turn checkte, dachte ich, dass K-Q immer noch gut sei und es nicht nötig wäre, hier zu bluff-betten, da er nicht folden würde. Eine Sechs würde er vielleicht manchmal wegwerfen, oder eine Hand wie zwei Fünfer oder Vierer vielleicht, alles andere aber nicht. Deshalb machte es für mich keinen Sinn anzuspielen. Ich dachte, dass ich durch den Check eine Neun repräsentieren könnte, oder eine Hand wie A-10 oder A-J.
Antonio Esfandiari hat dich dafür kritisiert und meinte, dass du eine Neun nie so spielen würdest.
Da muss ich widersprechen – ganz deutlich widersprechen.
Warst du über den Call mit den beiden Königen überrascht?
Ja, der überraschte mich schon. Wenn Spieler diesen Flop floaten, betten sie meistens auch den Turn. Das erwartest du und deshalb checkst du auch Hände wie A-6, da du danach check-callen kannst und Value vom Floater bekommst. Wenn du nur checkst, repräsentierst du Showdown-Value und einen geringen Prozentsatz an Händen, die ich am Turn bluffen kann. Ich denke einfach, dass ich in dieser Situation oft eine Neun habe.
Eine weitere wichtige Hand war jene, in der du mit A-Q gegen Staszkos Q-9 gewinnen konntest. Was gibt es darüber zu sagen?
Vor dem Flop lief alles normal. Am Flop traf ich einen Gut Shot, der nicht großartig für meine Hand war, weil ich nicht einmal einen Backdoor-Flush machen hätte können. So ein Flop zerstört zudem meine Big Blind Punishing Range. Ich dachte jedenfalls, dass er glauben könnte, dass ich hier oft eine gute Hand floppe.
Als er erhöhte, war ich ziemlich perplex. Ich hatte allerdings einen kleinen Tell erkannt: Wenn er die Chips in die Mitte warf und mich dabei nicht ansah, ich im Gegenzug aber ihn ansah, foldete er bis dahin öfter als sonst. Wenn er mich in diesen Situationen ansah, war er meistens stärker. Ich starrte ihn also fast eine Minute lang an und er blickte nicht zurück. Deshalb war ich mir sicher, dass er eine schwache Hand hatte.
Und auf diesem Flop gibt es nicht viele Hände, die er mit seiner Limp-Call-Range trifft. Er hätte einen King oder Siebener definitiv preflop geraist. Ich gab ihm in dieser Situation nur etwas wie 10-7 oder K-7 suited. Er sollte also fast nie eine Hand haben, die er auf diesem Flop sinnvoll raisen kann. Wegen meines Gut Shots ging ich deshalb mit.
Mit dem Wissen, dass er davor bereits Q-6 in Herz mit Flush Draw weggeworfen hatte, warst du von seinem Call überrascht?
Ja, ich hatte keine Ahnung, was er in dieser Hand genau bezweckte.
Denkst du er hätte auch bezahlt, wenn er den Flop geraist hätte?
Ich weiß echt nicht, was seine Idee in dieser Hand war. Vielleicht hatte er ja seine Gründe, aber ich kann sie nicht nachvollziehen. Er ist zwar ein guter Spieler, aber diese Aktion habe ich bis heute nicht verstanden.
In der letzten Hand: Was ging dir durch den Kopf, als die letzte Karte fiel und feststand, dass du der neue World Champion bist?
Ich war einfach nur glücklich, dass alles vorbei war. Ich lief zu meinen Anhängern und wurde von allen umarmt. Sie herzten mich sogar so heftig, dass ich kam noch Luft bekam. Ich verschwand richtiggehend in einer großen Menschentraube, es war ein beeindruckender Moment.
Nachdem der große Medienansturm nun vorbei ist und sich dein leben wieder etwas normalisiert: Wo werden wir dich als nächstes sehen?
Als nächstes werde ich die EPT Prag spielen. Darauf freue ich mich schon. Es wird aber auch andere EPT-Events geben, bei denen ich auftauchen werde. Nach Übersee werde ich wohl nicht mehr so oft fliegen, ich mag das Herumreisen nicht so sehr.
Wird man dich im Januar beimPokerStars Caribbean Adventure antreffen?
Ja, dort werde ich sicher zu finden sein. Definitiv werde ich das PCA, Berlin und Wien sowie das Grand Final in Madrid spielen. Ich habe sogar vor, an jedem EPT-Turnier dieser Season teilzunehmen.
Lesen Sie dazu auch Teil 1 des Gesprächs mit Pius Heinz!
Folgen Sie uns auf Twitter und liken Sie uns auf Facebook.
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!
PokerStars
William Hill Poker
PartyPoker
Poker770
Winner Poker
Unibet Poker
Betfair Poker
BetVictor
PKR Poker
bet at home| News | Poker lernen | Poker spielen | Live Reporting | Freerolls & Pokerturniere | Forum | Kurzübersicht |
|---|---|---|---|---|---|---|
PokerNews ist die weltweit führende Poker Seite. Besucher finden bei uns täglich die neuesten Poker News, Live Reporting von verschiedenen Turnieren, exklusive Videos und einen großen Online Poker Rooms Bereich mit umfangreichen Bewertungen, die besten Poker Bonus Angebote und noch vieles mehr.
Bei PokerStars können die Poker Spieler nicht nur gegen die Pros spielen, sie können auch eine Reihe verschiedener Poker Varianten, wie zum Beispiel Texas Hold em, probieren. Neue Spieler können ihre Kenntnisse der Poker Regeln aufpolieren und Poker Strategien von den Pros lernen. Nutzen Sie unseren Poker Download zum Poker spielen auf PokerStars.
© 2003-2012 PokerNews.com Alle Rechte vorbehalten