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Im Gespräch mit WSOP Main Event Champion Pius Heinz Teil 1

Pius Heinz

Letzte Woche krönte sich der neueste Team PokerStars Pro, Pius Heinz, im Rio All-Suite Hotel & Casino zum World Series of Poker Main Event Champion und sahnte $8,715,638 ab. Wir alle wissen, dass solche Erfolge gefeiert gehören, aber Heinz stand am Tag danach schon wieder für Interviews bereit. PokerNews bekam die Möglichkeit mit dem frischgebackenen WSOP-Champion zu sprechen. Hier ist Teil eins des Interviews.

Pius, lass uns zuerst über die Pause zwischen Juli und November sprechen. Wir wissen alle, du hast ein Side Event der EPT Barcelona gewonnen. Kannst du uns erzählen, wie die Spielpause für dich verlaufen ist und wie du dich vorbereitet hast?

Die meiste Zeit habe ich versucht, zu relaxen und nicht viel nachzudenken. In Barcelona hatte ich einigen Spaß. Der Gewinn des Side Events war sicherlich gut für mein Selbstvertrauen. Ansonsten habe ich nicht viel an Vorbereitung bestritten. Ich habe ein paar Coaching-Sessions mit Mike McDonald ["Timex"] bestritten. Das war aber auch schon alles im Hinblick auf Strategie, da ich meinem Spiel vertraut habe.

Es hat ein bisschen gedauert, bis du eine Hand gewinnen konntest. Wurdest du nervös, als es am Anfang nicht lief?

Nein, ich wurde nicht nervös. Ich war nur etwas frustriert, dass ich keine Hände bekam. Ich hatte zwar zweimal Aces, aber ansonsten kam nichts – besonders am Flop. Vor allem da Martin [Staszko] ganz gute Hände floppte.

Warst du über die Geschwindigkeit am Final Table überrascht, oder hattest du damit gerechnet?

Es ging recht schnell. Als wir auf 400K/800K ankamen, gab es vier oder fünf Stacks, die bei etwa 20 Big Blinds standen. Ab so einem Punkt läuft alles wie in einem Turbo-Turnier. Besonders das Spiel zu dritt lief besonders schnell.

Hast du das 15-minütige Timeout am Final Table überhaupt benutzt? Und haben dir deine Freunde Infos gegeben?

Ja, das haben sie.

Was sind die größten Momente, die dir in Erinnerung bleiben?

Definitiv werden mir die Queens gegen Eoghan [O'Dea] in Erinnerung bleiben, wo er mich wirklich in die Bredouille brachte. Ich habe mir mittlwerweile einige Kommentare zu dieser Hand durchgelesen, denke aber immer noch, dass diese Entscheidung keine leichte ist. Wenn du an die Value-Range denkst, ist es kein Spot, aus dem die Leute denken, dass du Queens folden würdest.

Als du mit deinen Queens Allin gingst, hattest du dir einen Call erwartet?

Nein. Ich hatte gehofft, dass er nicht bezahlt. Ich konnte den Turn nicht callen und mich dann am River entscheiden – das war einfach keine Option, weil zuviele Chips drin lagen. Ich war mir sicher, dass er mich im Falle eines Calls zerstören würde. Deshalb war ich glücklich, als er nicht snap-callte.

Hast du deinen Erfolg schon realisiert?

[Lacht] Nein.

Du warst der erste Spieler aus Deutschland, der es im WSOP Main Event an den Finaltisch schaffte. Wie war die Reaktion in deiner Heimat?

Leute interessieren sich plötzlich für mich. Ich habe einige Medien-Anfragen bekommen. Ich denke einige Leute sind ziemlich ausgeflippt und habe gehört, dass ein paar meiner Freunde von Medien.

Denkst du, dein Erfolg wird einen Poker-Boom in Deutschland auslösen?

Ja, die Chancen, dass so etwas passiert, stehen ziemlich gut.

Durch deinen Sieg trittst du in große Fußstapfen. Als Poker-Botschafter. Wie wirst du das alles angehen?

Ich muss jetzt alles einmal abwarten. Das ist alles neu für mich. Ich werde versuchen, den Poker-Sport so gut wie möglich zu repräsentieren.

Du hast schon vor dem Final Table für das „Team PokerStars“ unterschrieben und bist damit in die Fußstapfen von Leuten wie Chris Moneymaker, Joe Hachem, Joe Cada oder Jonathan Duhamel getreten. Wie fühlt es sich an, Teil eines so ruhmreichen Teams zu sein?

Ich fühle mich sehr geehrt! PokerStars ist die beste Firma im gesamten Poker-Sport, am zuverlässigsten, am sichersten und mit den besten Leuten.

Worauf freust du dich in der nahen Zukunft am meisten? Wie sehen deine Pläne aus?

Um ehrlich zu sein, freue ich mich am meisten auf die EPT Prag. Dann muss ich endlich nicht mehr so viel mit den Medien Arbeiten und kann mich wieder auf Poker konzentrieren.

Die Frage, die allen auf der Zunge brennt: Was wirst du dir für das Preisgeld gönnen?

Das weiß ich noch nicht. Ich habe mir im Vorfeld des Events keine Pläne zurecht gelegt, da ich noch nicht gewusst habe, wieviel ich letztlich bekomme.

Ja, es ist gut, sich nicht zu viele Gedanken zu machen.

Ja, genau das habe ich versucht. Ich werde jetzt auch an meine Familie denken: Sie haben einige Wünsche und ich hoffe, ich kann ihnen helfen. Was ioch für mich tue, weiß ich noch nicht, aber es wird nichts Abartiges.

Planst du, jetzt auch bei größeren Events mit $100,000 oder $250,000 anzutreten?

Das weiß ich jetzt noch nicht. $10K-Turniere erscheinen mir momentan richtg. $250K für ein Turnier zu bezahlen, erscheint mir ziemlich krank.

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