
Jedes Jahr lockt die World Series of Poker Spieler aus aller Welt an. Heuer waren rund hundert Nationen vertreten, darunter auch Belize. Das ist die Heimat von November Niner Badih Bounahra, der es als erster Vertreter seines Landes an den Final Table des Main Events schaffte.
Bounahra, der im Libanon geboren wurde, ist ein erfolgreicher Geschäftsmann aus Belize City, wo er eine Fleischerei und Anteile am Princess Casino besitzt. Ähnlich wie der Costa-Ricaner Humberto Brenes ist Bounahra ein fröhlicher, aber ungestümer Charakter, der am sechsten Tag des Main Events so richtig heiß lief. Tatsächlich kam er als Short Stack an die Final-Table-Bubble und konnte seine Chips auf 19,700,000 vergrößern, womit er aktuell an sechster Stelle liegt.
Der Sprung an den Finaltsch ist mit Abstand der größte Erfolg für den 49-jährigen Veteran, der seit 2007 acht Cashes zu Buche stehen hat. Sein bis dahin größter Gewinn war der Sieg beim 2008 Latin American Poker Tour San Jose $1,020 No Limit Hold’em Second Chance Event, für den er $30,054 kassierte. Sein einziger Cash bei der WSOP datiert aus 2008, wo er für Platz 51 im 2,000 No-Limit Hold'em Event $7,582 bekam.
PokerNews traf Bounahra und unterhielt sich mit ihm über seinen Lauf, seine Vorbereitung und seine Pläne mit dem Preisgeld.
Warst du seit deinem Einzug in die November Nine viel unterwegs?
Ich habe einige Turniere in Belize gespielt, aber keine internationalen.
Denkst du darüber nach an irgendwelchen Turnieren teilzunehmen?
Ich denke über eine Teilnahme an der WSOP Europe. Ich bin mir diesbezüglich aber noch nicht sicher.
Wie fühlt es sich an als erster Spieler aus Belize an den WSOP Final Table einzuziehen?
Es is ein großartiges Gefühl, es im Main Event der World Series an den Finaltisch zu schaffen. Vor allem, da ich der erste Spieler aus Belize bin. Die Poker-Szene in meinem Land hält zu mir und unterstützt mich. Ich hätte nicht mit so viel Zuspruch gerechnet. Alle sprechen plötzlich über Poker und den Finaltisch. Es ist ein großes Thema in Belize.
Du betreibst ja einen Pokerraum in Belize. Kannst du uns etwas darüber erzählen?
Ich bin Anteilseigner des Princess Hotel and Casino und der Managing Director. Bei uns spielen viele leute und wir bekommen immer mehr Zulauf. Mein Erfolg war natürlich zuträglich für den Erfolg des Casinos.
Dein Weg an den Final Table war ja ein ziemliches Auf und Ab. Gab es bestimmte Hände, die deinem Erfolg zuträglich waren?
Am sechsten Tag hatte ich 
und ging aus Mid-Position für 425,000 und lief in Könige. Ich stand auf und ging ein bisschen weg vom Tisch, so wie ich das bei Allins immer mache. Am Flop kam aber 

und ich hörte den Typen auf Seat 1 [Bryan Devonshire] sagen: „Schlechter Flop, ganz schlechter Flop.“ Der Turn brachte ihm den dritten König und er hoffte noch auf ein Full House, am River kam aber nur eine
. Ich sah erst was ich hatte, als ich wieder an den Tisch zurück gekehrt war.
Wieso gehst du bei Allin-Situationen vom Tisch weg?
Ich mag es einfach nicht zuzusehen, wenn ich Allin bin.
Gibt es dafür einen Grund?
Ich will es einfach nicht sehen, ich gehe da lieber zu meinen Anhängern.
Da dun schon von deinen Fans sprichst: Wen wirst du im November mit nach Las Vegas nehmen?
Meine Liste umfasst rund 250 Personen und wird fast täglich länger. Wie Profis im Fußball, Boxen, Basketball oder der NFL werde ich schon drei Tage vorher anreisen, damit die Party losgehen kann.
Wirst du spezielle Vorbereitungen treffen? Etwa Videostudium oder Infos über deine Gegner sammeln?
Jede Woche nehme ich mir einen oder zwei Tage Zeit um mir Videos anzusehen. Ich mache mir Notizen und bereite mich vor. Bis Ende Oktober werde ich mich diesen Sachen wohl noch intensiver widmen.
Als ihr noch zu zehnt wart, warst du Short Stack und hast dich dann sukzessive nach oben gearbeitet. Wieviel Schweiß hast du an der Bubble vergossen?
Als wir nur noch zwölf Spieler waren, wollte ich es unbedingt an den Final Table schaffen. An der Bubble habe ich dann einige Moves gemacht, um die Blinds zu kassieren und länger zu überleben. Irgendwann nach fast 70 Händen konnte ich mit Kings gegen John Hewitt verdoppeln. Dann war es gelaufen.
Nach diesem Verdoppeln hattest du das Momentum auf deiner Seite. Wirst du deinen Lauf in den November mitnehmen?
Ich werde es versuchen. Jeder will zur Nummer eins werden, jeder ist ein guter Spieler und hat Chancen. Der Unterschied in Chips ist nicht so groß und jeder kann gewinnen.
Hast du dir um das bereits ausbezahlte Preisgeld schon irgendetwas gekauft?
Nein, noch nicht. Ich warte noch bis November und werde dann zehn Prozent vom endgültigen Preisgeld in eine Yacht investieren.
Hattest du in letzter Zeit Kontakt zu den anderen November Ninern?
Wir sind alle Freunde geworden, aber in letzter Zeit habe ich mit keinem gesprochen. Aber im Vorfeld des Final Tables werden wir sicher die Gelegenheit bekommen, länger miteinander zu quatschen.
Wenn du dir einen Gegner für das Heads-Up aussuchen könntest: Gegen wen würdest du spielen wollen?
Matt Giannetti. Wir sind Freunde geworden, als wir die längste Zeit am Finaltisch die beiden Short Stacks waren.
Giannetti hat ja das World Poker Tour Main Event auf Malta gewonnen. Schüchtert dich das ein bisschen ein?
Absolut nicht! Ich bin mit jedem einzelnen befreundet und fürchte niemanden. Aber ich respektiere alle, da sie ja nicht zufällig zu den November Nine gehören.
Was ist dir wichtiger: Geld oder Bracelet?
Natürlich ist das Geld wichtig, denn wir sprechen von richtig viel Geld. Ich spiele aber nicht, um nur Fünfter oder Sechster zu werden. Das Geld ist großartig – und das Bracelet bringt die meiste Kohle mit sich!
Um Bounahra noch näher kennen zu lernen, sehen Sie sich das Video an:
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