
Im Juli wurden die 2011 World Series of Poker November Nine ausgespielt, aus denen ein überraschender Chipleader hervorging: Der 35-jährige Tscheche Martin Staszko, der es als erster Profi seines Landes an den Final Table schaffte und nun das selbe vorhat wie einst Jonathan Duhamel – seinen Chiplead in ein Bracelet umwandeln.
Auch wenn Staszko bis zu seinem tollen Lauf im Main Event ein unbekannter Spieler war, so hatte er bei der WSOP 2011 doch einigen Erfolg. Vor seinem Einzug in die November Nine schaffte er vier Cashes im Rahmen der WSOP, allesamt aber Events mit niedrigem Buyin. Das größte Preisgeld sicherte er sich im $1,500 Pot-Limit Omaha Hi/Lo Event für seinen 39. Platz $10,156. Unabhängig von seiner Platzierung im November, wird dieses Ergebnis seinen Preisgeld-Rekord pulverisieren.
Staszko wird den Final Table als Chipleader mit einem Stack von 40,175,000 in Angriff nehmen und wird direkt neben Ben Lamb, dem Führenden in der Wertung zum WSOP Player of the Year, Platz nehmen. PokerNews durfte vor kurzem mit Staszko sprechen und unterhielt sich mit ihm über die letzten Monate und seine Vorbereitung auf den wichtigsten Tisch seiner Karriere. Da Staszko nur wenig Englisch spricht, wurde der folgende Text von unseren Kollegen von CZ.PokerNews.com aus dem Tschechischen übersetzt.
Gab es eine bestimmte Hand, die am meisten für deinen deepen Run verantwortlich war?
Es gab eine Menge Hände, die mir geholfen haben und es ist schwer das nur auf eine einzige zu reduzieren. Als noch zehn Spieler übrig waren, hab ich einen sehr großen Pot mit 
auf einem Ten-High-Board gegen 
von Phil Collins gewonnen. Aufgrund dieser Hand hatte ich viele Chips und konnte viel besser spielen.
Aber es gab schon am ersten Tag eine Hand, mit der ich eine Drei-Bet gecallt habe. Ich traf ein Paar mit einem Draw, aber da ich den nicht mehr traf, musste ich ein Set repräsentieren und schob am River Allin. Gottseidank foldete mein Gegner offen 
nachdem er zehn Minuten überlegt hatte.
Es war auch hilfreich, das ich einige Allins mit der besseren Hand gewinnen konnte.
Nachdem der Final Table feststand, wie hast du den Rest der Nacht verbracht? Hast du gefeiert?
Ich war sehr müde. Im Laufe des letzten Tages habe ich nichts außer sechs Bananen gegessen. Als der Final Table fixiert war, habe ich mir ein Essen und zwei Bier gegönnt. Ich habe jede Menge Anrufe, SMS und E-Mails bekommen, die ich alle beantwortet habe.
Wie lang brauchtest du, um deinen Erfolg zu realisieren?
Ich weiß nicht, ob ich es jetzt schon realisiert habe. Es war meine erste WSOP. Eine oder zwei Wochen vor dem Start schaute ich mir Aufzeichnungen von späteren Spieltagen von vorangegangenen Main Events an und ich dachte, dass es sehr beeindruckend wäre, auch einmal so weit zu kommen. Aber am Ende habe ich es sogar noch weiter geschafft. Es ist auf jeden Fall ein großer Erfolg für mich und für die tschechische Poker-Szene.
Wie hast du die Monate danach verbracht?
Ich habe Urlaub in Schweden gemacht und die habe European Poker Tour in Barcelona gespielt. Ich musste auch viele Interviews geben und habe ein bisschen Online-Poker gespielt.
Wie haben Familie und Freunde auf deinen Erfolg reagiert?
Es gab großartige Reaktionen, jeder wollte mir gratulieren. Ich danke allen für ihre Unterstützung!
Wen wirst du zur Unterstützung mit nach Las Vegas nehmen?
Meine Eltern, meinen Bruder und ein paar Poker- und Schach-Freunde.
Fühlst du als Chipleader einen speziellen Druck?
Darüber mache ich mir im Moment keine Gedanken. Ich habe als Chipleader natürlich größere Erwartungen als wenn ich als Short Stack kommen würde, von daher könnte der Druck schon größer sein. Auf der anderen Seite habe ich mehr Chips, was das Risiko, dass ich früher ausscheide, kleiner macht. Das ist mein Vorteil, denn kleinere Stacks müssen es sich gut überlegen, ob sie alles riskieren wollen.
Was ist dir wichtiger: Geld oder das Bracelet?
Das Bracelet natürlich! Den Final Table des Main Events zu erreichen ist etwas Großartiges, das ich vielleicht nie wieder schaffe. Ich werde versuchen mein Bestes zu geben und meine Chancen auf den Sieg zu nutzen.
Als einer der November Nine hast du bereits $782,115 kassiert. Hast du damit schon irgendwelche großen Anschaffungen getätigt?
Ich habe mir nicht Großartiges gekauft – noch nicht..
Wer hat außer dir die besten Chancen auf den Titel?
Das ist eine schwierige Frage, da jeder noch Chancen hat. Als Zweiter im Chipcount scheint Eoghan O'Dea auf, also ist er mein größter Konkurrent.
Gegen wen würdest du am liebsten im Heads-Up spielen und wer wäre dein Angstgegner?
Naja, ich würde es zuallererst einfach gerne ins Heads-Up schaffen, dann würde ich gerne gewinnen, egal gegen wen. Jeder von ihnen ist ein großartiger Spieler, deshalb habe ich keinen speziellen Wunsch. Ich fürchte mich aber vor niemandem. Meine Gegner sind solide Spieler, aber es gibt gegen jeden ein Mittel, mit dem ich gewinnen kann.
Wie bereitest du dich vor? Holst du dir von irgendjemandem Tipps?
Ein Freund von mir sammelt Informationen über die anderen Spieler. Ich habe mich bislang noch nicht vorbereitet. Das werde ich im Laufe des Oktobers tun, aber es gibt keine Berühmtheit, die mir dabei hilft.
Siehst du dir die Schwächen deiner Gegner an?
Es wäre toll, wenn ich einige Schwächen finden könnte. Aber das Spiel am Final Table wird sich von dem im bisherigen Main Event komplett unterscheiden. Es wird schwer vorherzusagen, wer wie spielen wird. Ich werde mich einfach an den Final Table anpassen im November.
Hattest du die Chance einen deiner Gegner persönlich näher kennen zu lernen?
Nein, hatte ich nicht. Ein paar davon habe ich in Barcelona getroffen, aber wir haben uns nicht viel mehr als „Hallo“ gesagt. Es war keine Zeit um echte Beziehungen zu knüpfen. Ich denke aber, dass wir uns in Zukunft öfters bei Turnieren treffen werden und hoffe, dass wir alle gut miteinander auskommen werden.
Welche Events wirst du vor November noch spielen?
Da bin ich mir noch nicht sicher. Da ich mich noch nicht wirklich auf die WSOP vorbereitet habe, lasse ich vielleicht sogar alle internationalen Turniere sausen und beschränke mich auf lokale Events.
Vorausgesetzt es gibt wieder eine Einmarsch-Musik: Welches Lied würdest du wählen?
Ich mag Queen, aber vielleicht sollte ich etwas Tschechisches auswählen. Darüber habe ich mir aber noch keine Gedanken gemacht.
Sehen Sie sich das komplette Interview mit Staszko im Video an:
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