
Auch wenn es Fans schon wie eine Ewigkeit vorkommt, ist es doch erst wenige Monate her, dass die 2011 World Series of Poker November Nine fixiert wurden. In der Zwischenzeit durften die neun Spieler viel reisen, Turniere spielen und sch auf den wichtigsten Final Table ihrer Karriere vorbereiten.
In Erwartung der finalen Entscheidung befasst sich PokerNews mit den November Nine und wirft einen Blick auf deren Aktivitäten in den letzten Monaten. Mit Martin Staszko und Sam Holden haben wir bereits gesprochen, diesmal ist Eoghan O’Dea dran, der den Finaltisch als Zweiter des Chip Counts in Angriff nehmen wird.
Der Name O’Dea sollte interessierten Fans übrigens ein Begriff sein. Der 26-jährige irische Profi ist der Sohn von Poker-Veteran Donnacha O’Dea, der einer der populärsten Spieler Irlands ist, nachdem er es zweimal an den WSOP Final Tabvle schaffte und 1998 ein Bracelet in einem Side Event gewann. Poker scheint den O‘Deas im Blut zu liegen, denn Eoghan hat mittlerweile auch sechs Cashes bei der WSOP zu Buche stehen, vier davon alleine in diesem Sommer.
Seinen größten Gewinn abseits des Main Events erreichte er im 2007 WSOP Event #33 $1,500 Pot Limit Omaha w/Rebuys, als er für seinen 26. Platz $16,001 kassierte. Auch wenn Eoghan lange Zeit unter dem Radar flog, trat er mit seinem Einzug in die November Nine aus dem Schatten seines Vaters. Die O’Deas sind damit das erste Vater-Sohn-Duo, dass es im Main Event der WSOP an Final Tables schaffte.
Gab es eine bestimmte Hand, die am meisten für deinen deepen Run verantwortlich war?
Es gab eine gute Hand, als ich am dritten Tag mit 
Allin war. Es war eine lustige Hand, weil ich nicht mehr viele Chips hatte und under the gun check-raiste. Der Initial-Raiser bezahlte und der Small Blind, , der einen großen Stack hatte, schob in die Mitte. Ich musste lange nachdenken, da er bis dahin solide gespielt hatte und davon sprach, dass er sich nicht in große Hände verwickeln ließe.
Ich bezahlte und ein anderer Gegner warf seine Queens weg. Mein Gegner zeigte Pocket-Fives, aber der Flop brachte 

. Ich doppelte auf und war froh, dass der andere Gegner preflop gefoldet hatte. Ich hätte nie an ein Fünfer-Pärchen gedacht bei dem Typen. Danach war er auch ziemlich schnell weg.
Nachdem der Final Table feststand, wie hast du den Rest der Nacht verbracht? Hast du gefeiert, denn du hast am nächsten Tag ja die Interviewtermine versäumt?
Es war fast vier Uhr in der Früh, als wir fertig gespielt hatten. Ich war schon ziemlich müde, wollte aber unbedingt noch ausgehen und ein paar Drinks zu mir nehmen. Einer meiner irischen Freunde war noch dort, also holten wir uns im Rio Getränke und sind danach noch in einen Club. Ich denke, wir warn länger dort [lacht]. Es war mir am nächsten Tag unmöglich, die Interviews zu geben, ich war einfach zu müde und die fanden schon um zwölf Uhr mittags statt. Ich bin überrascht, dass es die anderen geschafft haben.
Hat dir das irgendwelche Probleme eingebracht?
Nein, nicht wirklich. Ich denke, dass man diese Interviews einfach später ansetzen sollte. Ich meine, wir spielen bis vier und die meisten haben ohnehin schon ein Schlafdefizit. Wenn man dann noch auf ein paar Drinks geht, kann man es nicht rechtzeitig schaffen.
Wie lang brauchtest du, um deinen Erfolg zu realisieren?
Vielleicht eine Woche. Ich habe es schnell realisiert.
Wie haben Familie und Freunde auf deinen Erfolg reagiert?
Ich habe viel Zuspruch erhalten. Und natürlich haben sich meine Eltern und meine Schwester seht für mich gefreut.
Wie hast du die Monate danach verbracht?
Ich habe danach kaum Poker gespielt und erst in den letzten Wochen wieder ein bisschen damit angefangen. Ich gehe das Ganze locker an. Ich habe etwas Tennis gespielt und im September mit zwei Freunden an einem Triathlon teilgenommen. In London habe ich die EPT gespielt und werde danach noch nach Cannes reisen.
Wen wirst du zur Unterstützung mit nach Las Vegas nehmen?
Einige Leute! Es werden wohl so um die 60 sein.
Dein Vater hat ja bereits Erfahrung mit WSOP Final Tables. Hat er dir einige Tipps gegeben?
Nein, hat er nicht. Er hat zu mir gesagt: Wenn du Hilfe brauchst, kannst du ich alles fragen. Aber wir haben nicht viel darüber gesprochen bislang.
Was ist dir wichtiger: Geld oder das Bracelet?
Eher das Geld. Einige Jahre zuvor wäre das wahrscheinlich noch anders gewesen, denn so vor 15 bis 20 Jahren war das Ganze einfach prestigeträchtiger. Mittlerweile gibt es 7.000 Teilnehmer pro Jahr und dadurch gewinnt nicht wirklich der beste Spieler. Damals war das anders, wenn man zum Beispiel an Doyle [Brunson] oder [Johnny] Chan denkt. Heutzutage ist der Glücks-Faktor viel höher. Es ist natürlich immer noch etwas Großes, aber nicht mehr so prestigeträchtig.
Als einer der November Nine hast du bereits $782,115 kassiert. Hast du damit schon irgendwelche großen Anschaffungen getätigt?
Nein, noch nicht. Vielleicht lege ich mir ein neues Auto zu.
Wer hat außer dir die besten Chancen auf den Titel?
Es gibt einige Jungs, die von den Chips knapp an mir dran sind, etwa Phil [Collins], Ben [Lamb] und Matt [Giannetti]. Die haben alle eine gute Chance, ebenso wie der Chipleader [Martin Staszko]. Ben Lamb bringt wohl das größte Selbstvertrauen mit, denn er ist quasi Player of the Year. Aber auch die amerikanischen Jungs haben eine Chance und Matt Giannetti hat zuletzt die WPT in Malta gewonnen…
Gegen wen würdest du am liebsten im Heads-Up spielen und wer wäre dein Angstgegner?
Darüber werde ich nicht sprechen. Am wenigsten gerne würde ich gegen Ben spielen. Er spielt gut und hat einen Lauf.
Wie bereitest du dich vor? Holst du dir von irgendjemandem Tipps?
Nein, und das werde ich wahrscheinlich auch nicht machen. Ich werde mir Videos ansehen. In den beiden Wochen vor Vegas werde ich nochmal nach Hause fliegen. Dort widme ich mich dem Video-Studium. Coaching hole ich mir aber keines.
Siehst du dir die Schwächen deiner Gegner an?
Ja, aber ich werde auch einen Blick auf mich werfen und ob ich mich durch irgendetwas verraten könnte.
Hattest du die Chance einen deiner Gegner persönlich näher kennen zu lernen?
Nein, hatte ich nicht. Einige haben in Europa Turniere gespielt, aber ich habe mir ja eine Pause gegönnt und bin keinem über den Weg gelaufen.
Vorausgesetzt es gibt wieder eine Einmarsch-Musik: Welches Lieb würdest du wählen?
[Lacht] Nein, ich habe darüber noch nicht nachgedacht.
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