
Einer der unvergesslichsten Spieler der 2011 World Series of Poker November Nine wie der nette Sam Holden aus dem englischen Sussex. Leicht erkennbar an seinen gelockten Haaren und seinem blauen 888 Poker-Patch, ist der Team 888 Poker Member einer von drei Spielern am Finaltisch, der jünger als 22 Jahre ist.
Unnötig zu sagen, dass der Sprung in die November Nine die größte Leistung in seiner noch jungen Karriere ist. Tatsächlich hatte er vor der WSOP erst $11,311 an Turnier-Gewinnen zu Buche stehen. Sein größter Erfolg bis dahein: Ein Sieg bei der UK & Ireland Poker Tour Newcastle im 6-Max No-Limit Hold’em Event für $5,785 im Juni. Durch seinen Durchmarsch an den Final Table des WSOP Main Events sind ihm $792,115 bereits sicher.
Holden wird das Turnier als Short Stack mit 12,375,000 in Angriff nehmen, doch ein Double-Up würde ihn schon an die dritte Stelle setzen. PokerNews traf vor kurzem mit dem Briten zusammen um herauszufinden, wie er die letzten Monate verbachte und wie seine Vorbereitungen auf den wichtigsten Final Table seiner Karriere aussehen.
Gibt es eine spezielle Hand, die hauptverantwortlich für deinen Erfolgslauf war?
Es gibt da tatsächlich eine spezielle Hand. Am zweiten Tag konnte ich verdoppeln, als ich mit einem Paar und Flush Draw gegen ein Set lief, und gewann. Das war natürlich sehr glücklich, aber wie sich alles danach entwickelt hat, war es ein großer Moment. Du weißt, dass danach alles passieren kann, und tatsächlich kam es danach zu einer Serie, die mich irgendwie in die November Nine geführt hat.
Nachdem der Final Table fixiert war, wie hast du den Rest des Abends verbracht? Bist du ausgegangen und hast gefeiert?
Nein, das habe ich nicht gemacht.Mein Flug ging schon am nächsten Tag und wir hatten davor noch jede Menge Medientermine. Ich ging einfach nur auf mein Zimmer, meldete mich bei den Leuten zuhause und dann musste ich schon packen. Um 11 Uhr musste schon ich zum Checkout, also bekam ich nicht sehr viel Schlaf. Danach ging es zu den Medienterminen in Vegas und am Nachmittag nach Hause. Das Feiern habe ich mir für meine Rückkehr nach England aufgespart.
Kristy Arnett hat mit Holden einen Tag nach dem Feststehen der 2011 November Nine gesprochen:
Wie lange hast du gebraucht, um deinen Erfolg zu realisieren?
Das ist schwierig zu sagen. Zu dem Zeitpunkt, als es passiert ist und in der Woche danach, hatte sich das alles sicherlich noch nicht gesetzt. Jetzt wird es immer realer, zum Beispiel werden die Medientermine allmählich zur Normalität für mich. Das war zuerst sehr ungewöhnlich für mich, so etwas hatte ich davor noch nie gemacht. Aber mittlerweile galube ich, dass sich alles gesetzt hat und das gibt mir die Möglichkeit, mich richtig vorzubereiten und bis November die richtige geistige Haltung zu erlangen.
Was hast du seit der WSOP getrieben? Hast du dir auch eine Pause gegönnt?
Ich war erst unlängst in Paris, wo ich die World Poker Tour gespielt habe. Dort bin ich aber schon am zweiten Tag ausgeschieden. Ich habe noch jede Menge andere Dinge gemacht, etwa einen Trip nach Edinburgh für kleinere Turniere und ein TV-Event. Über dessen Ausgang darf ich aber nicht sprechen, da es erst im Laufe des Oktobers ausgestrahlt wird. Ich habe auch online einiges gespielt, aber mein Leben hat sich seither doch um einiges verändert. Ich war sehr geschäftig und es hat sehr viel Spaß gemacht.
Wie haben Familie und Freunde reagiert?
Sie waren überwältigt! Die meisten verfolgen die Poker-Szene nicht so wirklich, sie wissen zwar in etwa, was ich da tue, aber das war es auch schon. Poker gehört in England nicht so sehr zur Kultur und es gibt viele, die nichts über die World Series wissen. Vielen Leuten musste ich also erst einiges erklären, damit sie verstehen konnten, was ich da vollbracht habe.
Wen wirst du im November als Unterstützung nach Las Vegas bringen?
Es kommen jede Menge Freunde. Einige haben Anteile am Main Event von mir gekauft, so haben sie gleich zwei Gründe, mich anzufeuern. Auch meine Eltern, mein Onkel, meine Freundin und einige Freunde der Familie werden anreisen. Es wird eine gute Gruppe mit einer Mischung aus Poker-Spielern und Leuten, die sich damit nicht auskennen.
Was ist dir wichtiger: Das Geld oder das Bracelet?
Ich denke, dass meiste Geld kommt erst mit dem Bracelet. Ich denke ich bekomme entweder beides oder keines. Aber Geld ist mir sehr wichtig und mein Score ist schon jetzt ein Wahnsinn. Ich bin glücklich über meine Einnahmen, die ich bereits gewonnen habe. Ich schaue jetzt nicht mehr viel auf die Sprünge in den Geldrängen. Wir gehen alle auf das Bracelet los, denn „World Champion of Poker“ zu werden, ist eine unglaubliche Vorstellung. Und damit geht dann noch mehr Geld einher.
Du hast bereits $782,115 sicher. Hast du darum schon irgendwelche Anschaffungen getätigt?
Nichts außergewöhnliches. Ich ziehe demnächst in ein neues Haus an einem netten Plätzchen in London. Es war schon sehr cool, den Kaufpreis gleich bar zu bezahlen. Darüber hinaus habe ich auch meine Studentenkredite zurück gezahlt. Mit extravaganten Anschaffungen warte ich noch bis November – bis ich weiß, wie viel ich tatsächlich für skurrile Dinge aus dem Fenster werfen kann.
Wer hat, dich ausgenommen, die besten Chancen auf den Titel?
Es wird interessant. Ich denke Martin Staszko hat durch seinen Chiplead fantastische Chancen. Er ist ein fantastischer Spieler, obwohl das eigentlichn für alle am Final Table gilt. Er hat sich aber gut im Griff und einen guten Seat Draw mit Ben Lamb zu seiner Rechten. Ich denke aber, dass grundsätzlich jeder gewinnen kann.
Wen würdest du dir im Heads-Up als deinen Gegner wünschen? Und gegen wen würdest du nicht gerne ran müssen?
[Lacht] Ich denke ich beantworte gleich beide Fragen auf einmal, wenn ich sage, dass es mir völlgi egal ist, wer gegen mich antritt. Ich bin mit einen Heads-Up-Spiel sehr zuversichtlich, daher gibt es keinen Spieler, vor dem ich Angst habe. Ich wäre sehr glücklich überhaupt ins Heads-Up zu kommen, dann wäre mir der Gegner egal.
Wie sieht deine Vorbereitung aus? Holst du dir Tipps von irgendjemandem?
Natürlich bereite ich mich auf November vor. Aber ich kann dazu nicht allzu viel sagen, da ich meinen Gegner nicht zu viele Informationen geben möchte. Nur so viel: Am wichtigsten ist es, sein eigenes Spiel genauestens unter die lupe zu nehmen. Darin liegt vor dem größten Turnier meines Lebens die größte Chance, mich zu verbessern.
Inkludiert das auch, dass du dir die Schwächen deiner Gegner ansiehst? Saugst du alle Infos auf, die du über deine Konkurrenten bekommen kannst?
Das ist definitiv ein Teil davon. Ich versuche so viele Informationen wie möglich zu bekommen. Obwohl ich erwarte, dass sich ihr Spiel verändert hat, sei es durch Gedanken, die ihnen seit Juli durch den Kopf gegangen sind. Ich erwarte am Tisch eine andere Dynamik, da wir uns wohl alle verändert haben. Unsere Erfahrungen seit Juli haben uns alle verändert.
Hattest du die Gelegenheit einen deiner Gegner persönlich näher kennenzulernen?
Am Tag nachdem wir es in die November Nine geschafft hatten, gab es ein großes Meeting mit den Meden. Wir haben und damals über Kameradschaft innerhalb der Gruppe unterhalten. Es ist eine Art von freundschaftlicher Rivalität, nachdem wir fast 80 Stunden gemeinsam poker gespielt haben, vor allem in den letzten Tagen direkt gegeneinander. Ich denke nicht, dass wir unterenander wirklich befreundet sind, aber es gibt eine gute Kameradschaft, da wir alle die selbe Erfahrung gemacht haben. Ich freue mich auf November und hoffe, nach dem Turnier mit einigen Freundschaft schließen zu können.
Welche Events wirst du vor der WSOP noch spielen?
Ich werde in Cannes die World Series of Poker Europe spielen und die EPT London in Angriff nehmen. Daneben werde ich wohl nichts mehr spielen. Ich will nicht zu viel herumreisen, denn es gibt noch jede Menge anderer Dinge zu tun vor November. Ich spare mir meine Reisen für nach dem Final-Table auf.
Hast du dir schon deine Musik zum Einmarsch ausgesucht? Vorausgesetzt, die WSOP regelt das so wie im Vorjahr…
Wir bekommen eine Musik zum Einmarsch? Cool! Ich bin ein großer Fan der Arctic Monkeys. Das ist eine britische Band, die Leute in den USA kaum kennen dürften. Ich würde es mir wohl nie verzeihen, keinen Song von ihnen auszuwählen. Aber ich werde mir das noch einmal durch den Kopf gehen lassen und vielleicht etwas pokerlastigeres finden.
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