Juli 29, 2011, Chad Holloway

Die World Series of Poker 2011 ist bis auf die November Nine ein Fall für die Geschichtsbücher und Poker-Fans konnten die Action auf ESPN live mitverfolgen. Der Sender wird bis 8. November immer dienstags neue Episoden der WSOP 2011 ausstrahlen, darunter etwa Szenen aus dem $25,000 Heads-Up Event, der $50,000 Poker Player’s Championship und dem $10,000 Main Event. Bevor diese Übertragungen starten, sendete ESPN „Grudge Matches“, Revanchen legendärer Schlachten am Pokertisch.
Am Dienstag zeigte der TV-Sender zwei historische Rematches. In der ersten traf Phil Hellmuth in einer Neuauflage des 1989 Main Events auf den zweifachen Champion Johnny Chan. Im zweiten Duell forderte Chris Moneymaker wie im 2003 Main Event Sammy Farha in jenem Heads-Up, dem nachgesagt wird, den Poker-Boom so richtig ausgelöst zu haben.
Los geht‘s: Phil Hellmuth und Johnny Chan starteten mit jewels 890.000 Chips, exakt der Hälfte aller Jetons von 1989. Bei Blinds von 5,000/10,000 mit 1,000 Ante startete Chan mit einem Raise auf 30,000 mit 
. Hellmuth setzte seine Sonnenbrillen und sein Pokerface auf und erhöhte mit 
auf 85,000. „Das könnte die entscheidende Hand sein“, sagte Hellmuth, nachdem Chan bezahlte hatte.
„Hey, das ist früher auch schon passiert“, entgegnete ihm der „Orient Express“, als der Dealer 

aufdeckte. Hellmuth checkte, Chan feuerte mit 100,000 und das Poker Brat foldete.
Poker Tells: In einem neuen Segment der Sendung, genannt “Poker Tells”, analysierte der ehemalige FBI-Agent und Körpersprachen-Experte ausgewählte Hände. „Im Poker kann man an der Haltung der Hände sehen, ob jemand ein starkes, schwaches oder mittelmäßiges Blatt hast“, erklärte Navarro.
Jack Link’s Beef Jerky Wild Card Hand: Alles sah aus, als hätte Johnny Chan alles unter Kontrolle. Er bekam einen Pot nach dem anderen zugeschoben und Hellmuth hatte nur noch 200,000. Mit einer Jack Link’s Beef Jerky Wild Card Hand stellte Hellmuth für 208,000 Allin. ESPN ließ die Zuseher im Dunkeln tappen und blendete vier mögliche Hände ein: (1) 
, (2) 
, (3) 
und (4) 
.
Chan blickte auf sein 
und überlegte lange, ehe er seine Karten in den Muck warf. Haben Sie Hellmuths Hand erraten? Korrekt wäre Antwort (2).
Hellmuth kämpft sich zurück: Bei Blinds von 10,000/20,000 mit 3,000 Ante war Hellmuth schon auf 73,000 unten, als er mit 
limpte. Chan ging mit 
Allin und bekam den Call. Chan ging als 65-prozentiger Favorit in die Hand, was sich am Flop mit 

auf 77 Prozent erhöhte. Hellmuth stand bereits von seinem Sessel auf, doch die
am Turn brachte ihn wieder in Führung. Die
am River änderte nichts mehr und Hellmuth war wieder auf 146,000.
In der nächsten Hand limpte er mit 
und Chan checkte mit 
. Der Flop mit 

brachte Chan Two-Pair und seinem Gegner die Chance auf einen Straight-Flush. Selbstredend wanderten alle Chips in die Mitte. Am Turn bescherte der
Hellmuth einen Flush, der River half Chan mit
nicht mehr, sodass Hellmuth auf 318,000 kletterte.
Wenig später traf Hellmuth einen weiteren Flush, was im den dritten Double-Up in Folge einbrachte. „Du bist ein spezieller Spieler, ein sehr spezieller“, mockierte Chan, als Hellmuth bereits auf 590,000 oben war. In der nächten Hand limpte Hellmuth wieder, sein Gegner raiste auf 140,000, was mit einem Allin-Push beantwortet wurde, den Chan callte.
Showdown
Hellmuth: 

Chan: 

Mit 1,180,000 im Pot lag der Großteil aller Chips in der Mitte. Das Board brachte 



und Hellmuth prolongierte seinen Lauf, den er mit vier Big Blinds gestartet hatte.
Chan am Zug: Nach einer Werbeunterbrechung limpte Chan 
und Hellmuth checkte mit 
. Der Flop war mit 

zu beiden Spielern nett und wurde ge-check-callt. Hellmuth checkte „in the dark“, bevor am Turn eine
gedealt wurde. Chan spielte 250,000 an, was sein Gegner mit einem Allin beantwortete, das bezahlt wurde.
Es sah aus, als würde sich die Geschichte wiederholen und Hellmuth Chan schlagen können, aber die
am Turn brachte dem Doppel-Champion eine Straße und wieder die 2:1-Führung.
In den Händen danach fiel Hellmuth wieder bis auf 125,000 zurück. Die Entscheidung fiel, als Hellmuth mit 
limpte und Chan blind Allin schob, was sein Gegner callte. Chan zeigte 
und damit kam es zum Coin Flip. Mit 



bekam er seine Revanche gegen Hellmuth im allerersten „WSOP Grudge Match“.
Farha vs. Moneymaker: Es ist acht Jahre her, dass Chris Moneymaker den berühmt-berüchtigten Bluff gegen Sam Farha spielte, der ihn zum Sieg in der WSOP 2003 führte. Nun trafen sich die beiden wieder und Farha hatte keine Zweifel, dass ihm die Revanche gelingen würde. Während das erste „Grudge Match“ mit gleich großen Stacks gestartet wurde, war es diesmal anders. Moneymaker und Farha spielten ein Best-of-three-Match. In der ersten Partie wurden die Chips genau so verteilt, wie wie im Heads-Up 2003 (5,49 Mio. für Moneymaker, 2,9 für Farha). In der zweiten Partie wurden diese Stacks umgedreht und das dritte Match würde mit gleichen Stacks gestartet werden.
Die erste Hand: “Oh, schau dir das an”, sagte Sammy Farha, nachdem er in seine Pocket-Kings geschaut und auf 200,000 erhöht hatte. Moneymaker hatte aber nur 
und foldete einfach.
“Das ist lächerlich”: Chris Moneymaker erhöhte mit 
auf 125,000 und bekam von Farha, der 
in der Hand hielt, den Call. Mit 

hatte Farha immerhin einen Open-enden Straight-Draw und damit 53 Prozent Gewinnwahrscheinlichkeit. Farha check-raiste Moneymakers 150,000 auf 400,000. Moneymaker bezahlte und prompt kam am Turn die
zu Farhas Straight.
Farha feuerte noch einmal für 400,000 und Monaymakers Call wurde mit einer
am River belohnt, die ihm ein Full House brachte. Beide checkten und Farha ließ sich zu einem „Das ist lächerlich“ hinreißen.
Match #1 an Moneymaker: In der letzten Hand des ersten Matches raiste Moneymaker auf 225,000, was Farha mit einem Allin in Höhe von 1,3 Millionen beantwortete, das sein Gegner bezahlte.
Showdown
Moneymaker: 

Farha: 

“ich fühle, dass eine Acht kommt. Willst du wetten?”, scherzte Farha schon vor dem Flop, der mit
[Qd}
noch harmlos blieb. Am Turn wurde durch die {8c] Farhas Scherz aber traurige Realität. „Mit so viel Glück gewinnst du alle Partien“, sagte dieser. Die
brachte Moneymaker dann endgültig mit 1:0 in Führung.
Armer Sammy: Nachdem die Stacks getauscht wurden, ging es mit Match #2 los. Farha limpte 
vom Button, was Moneymaker mit 
mit einem Raise auf 400,000 beantwortete. Farha bezahlte und sah einen Flop mit 

, den Moneymaker mit 400,000 conti-bettete. Farha stellte Allin und bekam den Call.
„Du bezahlst mit Ace-Jack? Ein großer Call“, sagte Farha, der mitansehen musste, wie Moneymaker einen
traf. Die
half ihm auch nicht weiter und Monaymaker übernahm den Chiplead.
Farha gewinnt Match #2: Sammy Farha konnte sich den Chiplead aber wieder zurück erobern. Die Entscheidung fiel in folgender Hand: Monaymaker raiste auf 335,000 mit 
, Farha bezahlte mit 
und checkte „in the dark“.
Der Flop mit 

schien beiden Spielern zu gefallen und Moneymaker spielte 375,000 an. Farha ging Allin und Moneymaker bezahlte mit seinen restlichen 2,735 Millionen. Die
am Turn half Farha nicht, aber das
am River brachte ich den Sieg, „Letztlich siegt die Gerechtigkeit“, sagte Farha, als er auf 1:1 stellte.
Match #3 in der Zusammenfassung: Sammy Farha konnte früh den Chiplead übernehmen. Als er mit knapp zwei Millionen voran lag, musste er aber einen weiteren Bad Beat hinnehmen. Es begann mit einem Raise von Moneymaker auf 140,000 vom Button mit 
, den Farha mit 
bezahlte. Der Flop brachte mit 

beiden Spielern Two-Pair.
Farha hatte „in the dark“ gecheckt, woraufhin Moneymaker 150,000 anspielte. Ein Check-Raise auf 400,000 wurde von einer Drei-Bet auf 750,000 gefolgt. Farha stellte Allin und Moneymaker bezahlte mit seinen 3,045 Millionen. Es sah schon danach aus, dass Farha seine Revanche bekommt, als der Turn eine
brachte, doch kurz nachdem Farha „Insurance“ sagte, wurde die
aufgedeckt. „Ich wusste, wieso ich eine Insurance wollte“, nahm Farha das Suckout mit dem nötigen Humor.
Farha hatte in den drei Partien einige große Hände getroffen, aber Fortuna war ihm an diesem Abend einfach nicht hold. Beim finalen Allin hatte Farha gerade noch 1,47 Millionen.
Showdown
Moneymaker: 

Farha: 

Moneymaker war haushoch vorne und das Board mit 



änderte daran nichts mehr. Farha schüttelte die Hand seines Gegners und verabschiedete sich wie 2003. „Im Heads-Up kann es in die eine oder andere Richtung gehen. Heute ging es in meine“, erklärte Moneymaker Kara Scott nach seinem Sieg.
Gratulation an Chan und Moneymaker, die ihre „Grudge Matches“ für sich entscheiden konnten. ESPN wird ab kommender Woche wieder Aufzeichnungen der WSOP 2011 zeigen, beginnend mit dem $25,000 Heads-Up Event am Dienstag.
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