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5 Gedanken zur 5. Woche der 2011 World Series of Poker

Die World Series of Poker geht in ihre sechste Woche und das Main Event steht unmittelbar bevor. Die vergangenen Tage waren voll von Dramen und Aufregung. Während ein Mann den Final Table im Ladies Event erreichte, startete die $50,000 Poker Player's Championship und ein Basketball-Star betrat das Rio um seine Hand schon mal in einem Vor-Event warm zu spielen.

Es ist Zeit für fünf Gedanken zur WSOP!

1. Jonathan Epstein machte einen Fehler, aber Mobbing ist nicht die Antwort
Jedes Jahr ist das Ladies Event der WSOP ein Magnet für Dramen und Querelen. Eine Handvoll Männer steht immer im Starterfeld, entweder aus Protest, als Scherz oder einem Akt der puren Dummheit. Das führt jedes Mal zu einem entrüsteten weiblichen Mob. Diese Gruppe ist nicht zufrieden, bis nicht der letzte Mann von den Tischen aufsteht und beim diesjährigen Ladies Event war das erst am Final Table der Fall.

Jonathan Epstein, der Bruder von Laura Lane, schaffte es an den Finaltisch und wurde als Neunter eliminiert (wofür er $13,701 mit nach Hause nahm). Das gesamte Turnier über wurde er mit Buh-Rufen übersät und bei seinem Ausscheiden skandierte die Menge : “Na na na na, hey hey hey, goodbye!” Sogar der Turnierdirektor nahm Epstein ins Visier: Er nannte ihn eine „Prinzession“ und strich heraus, dass er Single und arbeitslos ist.

Sollten Männer am Ladies Event teilnehmen? Nein. Sollten wir uns schlecht fühlen, wenn Epstein zum Objekt öffentlichen Mobbings wird? Überhaupt nicht, aber das heißt nicht, dass das der richtige Weg ist. Diese „Mob-Mentalität“ ist eine erschreckende Sache, da sie das Potenzial hat, aus normalen Menschen eine gehirnlose Masse aus Monstern zu machen. Menschen, die es wagen sich für Männer im Ladies Event auszusprechen, werden zum Objekt von Drohungen, Ausschlüssen oder sonstiger Garstigkeiten.

Epstein hätte sich nicht für dieses Event anmelden sollen, aber zur selben Zeit sollten sich Gegner und Fans trotz allem wie normale Menschen benehmen. Hoffentlicht findet die Turnierleitung im nächsten Jahr einen Weg, die Teilnahme von Männern weiter zu beschränken. Dann können wir auch die vielen Frauen im Poker feiern und das ganze Event wird nicht zu einer Jagd auf alles Männliche.

2. Die $50,000 Poker Player’s Championship sollte immer am Ende der WSOP stattfinden
Die Poker Player’s Championship zog in der vergangenen Woche 128 Teilnehmer an - zwölf mehr als im Jahr davor, was den vorangegangenen Bracelet-Events zu verdanken ist. Wenn sie bei dieser WSOP nicht schon so viel abgeräumt hätten, dürfte bezweifelt werden, dass Ben “Benba” Lamb, Dan O’Brien, Bertrand “ElkY” Grospellier, Owais Ahmed, Guillaume Rivet, Doug Booth, Brian Rast und Andrey Zaichenko an diesem Turnier teilgenommen hätten. Das sind acht Namen, die noch einmal 400,000 zusätzliche Dollar im Preispool bedeuten.

Es fällt vermutlich um einiges leichter, sich für $50.000 einzukaufen, wenn man ein Bracelet am Arm trägt oder zumindest mehrfach gecasht hat, als wenn zu Beginn der WSOP noch alles unklar ist. Zudem ist es viel leichter, Investoren zu finden, wenn man gerade einen so richtig heißen Lauf hat.

Das Player of the Year Race spielt ebenfalls eine große Rolle. Wenn man die Möglichkeit hat, die Führung zu übernehmen oder diese erheblich auszubauen, dann ist die PPC von großem Wert, da das Feld klein ist, aber dennoch viele Punkte vergeben werden.

Es ist zu bezweifeln, dass die PPC so viele Teilnehmer angezogen hätte, wenn sie zu Beginn der WSOP ausgespielt worden wäre – vor allem auch im Hinblick auf die ganze Situation mit Full Tilt Poker. Sicher will niemand die Series mit einem Minus von $50,000 starten. Stattdessen reinvestieren die Abräumer dieses Jahres in das teuerste Turnier der Serie. Dadurch hatte die PPC, trotz dem Fernbleiben vieler FTP Red Pros, so ein großes Teilnehmerfeld.

3. Trotz der vielen Starter in der PPC, sind die Chips furchtbar!!!
Als Mitglied des PokerNews Live Reporting Teams kann ich offen und ehrlich sagen, dass die T5,000- und T25,000-Chips der PPC die schlechtesten der ganzen Welt sind. Bei der WSOP gibt es zwei Sets, die benutzt werden: Eines für die Mittags-Events und das andere für die Fünf-Uhr-Turniere. Die PPC startete um fünf Uhr, sodass die traditionellen neonfarbenen T100-, T500-, und T1,000-Chips zum Einsatz kamen. Die höher dotierten Chips passen da leider überhaupt nicht dazu: Sie haben etwas von Waldboden, Tarnfarben oder unbeschreibbaren Braun-Tönen.

Die beiden hohen Chips schauen sich zudem sehr ähnlich. Da braucht man nur bei Andrew Brown nachfragen, der unabsichtlich einen T25,000er in dieser Hand in die Mitte warf.

Natürlich zählt die Meinung eines Live-Reporters nicht, aber wenn die Spieler solche unbeabsichtigten Fehler unterlaufen, dann muss etwas geändert werden. Die höher dotierten Chips sollten einzigartig sein, sodass keiner in Men-Nguyen-Manier welche ins Spiel werfen kann, aber sie sollten auch nicht mit anderes Sets gemischt werden oder ähnliche Farben haben. Dieses Problem könnte leicht gelöst werden, wenn für die PPC ein eigenes Set produziert würde.

Die Spieler zahlen satte $2,000 Rake pro Kopf. Die Turnierleitung sollte also alles daran setzen, neue Chips zur Verfügung zu stellen und Konfusion vorzubeugen – damit würde dieses Event noch glamouröser wirken.

4. Das Main Event wird über 6.000 Spieler anziehen
Zu Beginn der Serie war ich im Hinblick auf das Main Event sehr pessimistisch. Im PokerNews Podcast mutmaßte ich im Gespräch mit Ty Stewart sogar, dass eine Teilnehmerzahl von unter 5.000 möglich wäre. Jetzt, da ich die Entwicklung der Serie verfolgt habe und angesichts des Umstands, dass das Daily Deepstack immer zwischen 800 und 1.000 Spieler anzieht, bin ich wieder zuversichtlich, dass das Main Event ein Erfolg wird.

Der Verlust der Online-Qualifier ist ein herber Rückschlag, aber es ist und bleibt das wichtigste Poker-Turnier der Welt! Trotz Black Friday und dem FTP-Desaster lebt das Main Event weiter. Es wird sicherlicht nicht mehr von 7.000 Spielern, wie im Vorjahr, in Angriff genommen, aber 6.000 ist eine realistische Zahl und alles darüber wäre ein wahrer „Slam Dunk“.

5. Basketball World Champions > Poker World Champions
Wo wir schon bei „Slam Dunks“ sind: Shawn Marion von den Dallas Mavericks (die unlängst LeBron James und seine Miami Heat in den NBA Finals besiegten) sprach mit Lynn Gilmartin über seine Poker-Skills und Poker-Socken und ließ sich sogar zum in letzter Zeit in Mode geratenen „Planking“ hinreißen.

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