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Fünf Gedanken zur ersten Woche der 2011 WSOP

Jake Cody

Die erste Woche der World Series of Poker 2011 ist schon wieder Geschichte und es ist schon einiges passiert im Rio. Der Engländer Jake Cody hat die „Triple Crown“ (Siege bei der WPT, EPT und WSOP) geschafft, indem er das $25,000 Heads-Up World Championship für sich entscheiden konnte. Eugene Katchalov gewann ein Bracelet im $1,500 Seven Card Stud Event, nachdem er letztes Jahr bereits drei Final Tables verbuchen konnte, ohne jedoch ein Turnier zu gewinnen. Allen Bari gewann das $5,000 No Limit Hold’em Event für die bisher größte Gewinnsumme von $874,116.

Achja und ein weiterer Knabe fehlt komplett, nämlich Phil Ivey.

Hier sind meine fünf Gedanken rückblickend auf die erste Woche der WSOP 2011.

1. Die amerikanischen Railbirds kennen derzeit nur einen Schlachtruf

…und zwar “USA! USA! USA!”

Als Jake Cody das letzte Headsup gegen Yevgeniy Timoshenko in der finalen Runde des Event #2 aufnahm, übernahmen aber die Briten das Ruder. Paul Revere war nicht da, um die amerikanischen Railbirds vorzuwarnen, stattdessen waren alle wie geblendet von Songs, wie “Taking your shoes off for John Eames” oder “Walking in a Cody wonderland.” Aber der mit Abstand beste Song der Nacht war “Hands up, if you can play online,” währenddessen alle britischen Railbirds ihre Arme so weit es geht in die Höhe streckten, um weiter Salz in die Wunden der Amerikaner zu streuen.

Einige Vertreter der Presse hassen solch laute Railbirds. Grundsätzlich ist Poker ja ziemlich langweilig, aber diese verrückten Rails machten daraus wirklich eine große Party und belebten die Sache durchaus. Wir sollten auch wirklich heiß drauf sein, wenn Spieler sich Mann gegen Mann um ein Bracelet streiten. Wir sollten nicht den Anschein machen, dass wir lieber wieder nach Hause gehen möchten oder am liebsten schlafen würden. Ich liebe lautstarke Railbirds und wenn die Briten die einzigen sind, die Leben in die Bude bringen können, dann sage ich nur: God Save the Queen.

2. Eugene Katchalov marschiert weiter

Als das Headsup zwischen Alessio Isaia und Katchalov begann, wandte sich der zuletzt genannte rüber zu seinem Gegenspieler und wünschte ihm “Viel Glück”, obwohl dieser eine Chip-Führung von 7-1 inne hatte. Aufzugeben kommt für Katchalov niemals in Frage, stattdessen erkämpfte er sich mit tosendem Gebrüll den Chiplead in weniger als einer Stunde und hatte das Turnier in weniger als zwei Stunden für sich entschieden. Der Ukrainer machte drei Final Tables im letzten Jahr, konnte aber keine bessere Platzierung als den dritten Platz erreichen. Er erzählte uns im PokerNews Podcast, dass sich dieses Mal für ihn alles um die Bracelets drehe.

Bei seinem Comeback zuzusehen war wirklich unglaublich – Er verlor nie die Ruhe und war auch keineswegs nervös zu irgendeinem Zeitpunkt am Final Table. Er behielt Ruhe und war durchgehend selbstbewusst und Dank etwas Hilfe vom Board konnte er eines der bemerkenswertesten Comebacks aller Zeit hinlegen und sein erstes WSOP Gold Bracelet gewinnen.

3. Allen Bari spricht die Wahrheit

Es gibt einen Unterschied zwischen Übermut und Selbstbewusstsein – und Bari ist einer der selbstbewussten Spieler. Nachdem er das Event #4 gewann, erzählte er unserer Kristy Arnett dass “dieses Bracelet für mich nichts bedeutet, ausser dass ab sofort alle Personen, die mich hassen, keinen Scheiß mehr erzählen können.”

Später erzählte er mir, dass “ich ein Bracelet erwartet habe [dieses Jahr]. Ganz ernst, ich dachte, dass wenn ich kein Bracelet gewinnen würde, das der absolute Witz wär.”

In Bari’s Meinung, bestätigt ihn dieses Bracelet nicht – er war bereits vorher ein großartiger Spieler. Er ist glücklich, solange ihn andere Spieler am Tisch respektieren. Während einige sicher denken, dass Bari’s Einstellung dreist und streitlustig ist, respektiere ich für meinen Teil seine direkte Deutlichkeit. Viel zu viele Leute sagen das, was man von ihnen erwartet und nicht das, was sie wirklich denken – Und das wird auf Dauer ziemlich langweilig.

4. The Big One wird großartig werden

Guy Laliberte, One Drop und die WSOP haben sich für ein $1 Million Buy-In Turnier während der WSOP 2012 namens "The Big One" zusammengetan. Etwa elf Prozent des Preispools gehen direkt an One Drop – eine gemeinnützige Organisation, die sich weltweit in Entwicklungsstaaten für die Sicherung von nutzbarem Wasser einsetzt – und wenn sich mindestens 22 Spieler anmelden, dann wird daraus sogar ein Bracelet Event. Ty Stewart, Vizepräsident des Caesars Interactive Entertainment war im PokerNews Podcast und er hörte sich sehr zuversichtlich an, dass das Feld den gesetzten Mindest-Maßstab übertreffen wird. Er freue sich zudem auf die Zusammenarbeit mit Laliberte, dessen Name immer für Erfolg steht und er freut sich auf große Namen wie Andy Beal in den Hallen des Rio.

Andere Spieler, wie Vanessa Selbst haben Angst vor diesem Turnier und davor, dass es das WSOP Bracelet an sich abwerten und den Turnier-Spielplan als Ganzes durcheinander bringen könnte. Normal sehe ich das ähnlich, wie Selbst, aber dieses Turnier kann einfach mehrere Millionen Dollar ansammeln und uns elektrisierendes Spiel garantieren. Mit Beal, Laliberte und anderen superreichen Geschäftsmännern kann die WSOP nur weiter wachsen und das Spiel als Ganzes profitieren.
Ausserdem kann ich es kaum erwarten, den Spielern zuzusehen, wie sie um den möglicherweise größten Preispool der Pokergeschichte und die größte Gewinnsumme für einen ersten Platz kämpfen.

5. Es gibt ein Leben nach Phil Ivey

Am ersten Tag der WSOP 2011 kündigte Phil Ivey via Facebook) an, dass er kein Event spielen wird, da Full Tilt Poker keinen seiner Spieler bezahlt hätte. Diese Neuigkeiten schockten die Pokerwelt für etwas über 24 Stunden, aber als sich der Staub wieder setzte, kann man gewiss sagen, dass das Leben auch ohne einen Mr. Ivey weitergeht. Ganz ernst, er ist eine Ikone und seine Präsenz ist immer vorhanden, egal wohin er geht, aber die WSOP ist größer als er als Einzelperson – und das wird sie immer sein.

Zum jetzigen Stand können wir nicht sicher sein, ob Iveys selbsterklärter Boykott eine Auswirkung für die Außendarstellung hat, oder ob er sich damit nur zurückziehen will. Nur Zeit wird das zeigen. Ich würde jetzt vorschlagen, dass wir uns zurücklehnen und die nächsten beiden Monate in Las Vegas die WSOP genießen. Das ist die großartigste Zeit des Jahres und es wäre eine Schande, wenn man es zulässt, dass Ivey’s Abstinenz die Turnierreihe überschattet.

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