Die 42. World Series of Poker läuft seit einem Monat und das Rio kann bereits auf haarsträubende Dramen, unglaublische Geschichten und episches Poker zurückblicken. Allmählich zeichnen sich die Hauptdarsteller des diesjährigen „Poker Musicals“ ab – allesamt alte Bekannte. Hier ein Überblick über die Poker-Stars, die bisher in den großen Rollen auftraten:
ElkY holt sich sein Bracelet
Bertrand "ElkY" Grospellier, der Schmuck liebende „Billy Idol des Poker“, hat fast alles gewonnen. Auf ein Bracelet musste er aber noch warten – bis letzte Woche. Der „Elkman“ gewann 331.639 Dollar und schnappte sich das goldene WSOP-Armband in der 10.000 Dollar Seven Card Stud Championship. In ElkY-Manier musste er diesen Sieg natürlich in dramatischer Art und Weise holen. Grospellier lag als Short Stack bereits 1:24 hinten, konnte Steven Landfish in einem vierstündigen Heads-Up aber doch noch niederringen. ElkY ist bereits der zweite Spieler, der sich bei dieser WSOP die Triple Crown aufsetzt. Zuvor war dieses Kunststück bereits Jake Cody gelungen, der die 25.000 Dollar Heads-Up Championship für sich entscheiden konnte. Insgesamt ist Grospellier damit der vierte Spieler der Poker-Geschichte, dem es gelang Turniersiege bei WSOP, EPT und WPT zu erringen.
Hellmuth auf der Jagd
Einer der größten Namen im Poker hat sich heuer ebenfalls wieder eine entscheidende Rolle bei der WSOP gesichert. Hellmuth kam letzte Woche sogar in Reichweite seines 12. Bracelets. In der 10.000 Dollar Seven Card Stud Hi-Low Split Championship ging er als massiver Short-Stack ins Heads-Up, konnte aber kein ElkY-mäßiges Comeback hinlegen. Hellmuth kann sich aber Hoffnungen auf den „Player of the Year“ machen nach all dieser Publicity.
WPT-Invasion bei der WSOP
Natürlich ist die Poker-Branche eine einzige große zusammenhängende Show, aber World Series of Poker und World Poker Tour sind doch zwei verschiedene paar Schuhe. Dieses Jahr aber trumpfen die WPT-Stars auch im Rio groß auf und beweisen, dass sie auch mit größeren Starterfeldern, flacheren Level-Strukturen und Non-Hold’em-Games umgehen können.
Andy Frankenberger wurde durchaus kritisch beäugt, als er aus dem Nichts kam und zum „WPT Player of the Year“ gewählt wurde. Aber mit einem WPT-Sieg, einem weiteren Final Table und seinem vor kurzem gewonnenen WSOP-Bracelet in einem großen No-Limit-Event, ist es schwierig zu argumentieren, dass er nicht doch einiges auf dem Kasten hätte. Sam Stein, ein weiterer WPT- und EPT-Final-Tabler, folgte Frankenberger zum WSOP-Juwelier, als er das 3.000 Dollar PLO Event gewann. Und auch Mike Sexton, Gesicht und Stimme der WPT, sprang für die „alte Garde“ in die Bresche und belegte Platz zwei im 1.500 Seven Card Stud Hi-Lo Turnier.
Mercier mag es heiß
Jason Mercier ist ein glühender Fan von NBA-Finalist Miami Heat, aber Basketball-Wetten sind wohl das einzige, wo er womöglich nicht gewinnt. Er erreichte vergangene Woche seinen zweiten Final Table bei dieser WSOP, wo er sogar das zweite Bracelet seiner Karriere eroberte. Mercier setzt sich im allerersten Six-Handed PLO Event der WSOP-Geschichte durch. Seinen ersten Sieg hatte er 2009 ebenfalls im PLO erobert.
Thundurrrrdome
Wir wären sehr enttäuscht gewesen, wenn Tom Dwan es heuer nicht an einen Final Table geschafft hätte und diesen in einer Arena ausfechten hätte dürfen, die wegen ihm umbenannt wurde. Aber durrrr war bisher eine der kleinen Enttäuschungen. Allerdings kam er letzte Woche bei der 10.000 Dollar H.O.R.S.E Championship als Chipleader an den Finaltisch, selbstsicher, dass er das Bracelet gewinnen und all das Geld in den unzähligen Side Bets einstreifen würde. Dabei waren es heuer gar nicht so viele, denn Dwans „Lieblingsgegner“ Howard Lederer and Phil Ivey suchte man im Rio bislang vergeblich. Letztes Jahr schien es so, als würde die Online-Welt kollabieren, wenn Dwan gewinnen würde. Dieses Jahr ist es ähnlich. Doch durrrr musste als Fünfter gehen und seine Gegner bei den Prop-Bets konnten im Thundurrrrdome erleichtert aufatmen.
Men, oh Men
Poker braucht einen Bösewicht. Phil Hellmuth verliert mit seiner „Jeder der einen FTP-Aufkleber tägt, ist böse“-Einstellung allmählich an Dampf. Doch gottseidank gibt es ja „Men the Master“! Men Nguyen ist eine der am leichtesten zu hassenden Persönlichkeiten des Poker. Er hat eine dunkle Vergangenheit, wurde schon des Betrugs bezichtigt und beschimpft gerne die Dealer. Diesmal hat er aber eine neue Grenze überschritten. Am ersten Tag der 10.000 Dollar PLO Championship geriet er in einen Streit mit Vanessa Selbst und kam auf die grandiose Idee, zu behaupten, dass sie überhaupt keine Frau sei. Einige Pros mischten sich in die Auseinandersetzung ein und forderten lauthals eine Strafe für Nguyen. Zu seiner Verteidigung sei gesagt, dass er derjenige ist, der täglich mit Absätzen an den Tischen erscheint.
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