PokerNews Interview: Poker Pros Network Pro Josh Brikis

Am 19. Februar wurde das Poker Pros Network im Cake Poker Network abgeschlossen. Das PPN wurde vernetzt mit unzählig vielen Online- sowie auch alteingesessenen Live-Pros, wie etwa dem Hall of Famer T.J. Cloutier, den weiblichen Poker Hall of Fame Mitgliedern Barbara Enright und Marsha Waggoner sowie Jonathan Tamayo, Jennifer Leigh und Josh Brikis.
Brikis, der das WSOP Main Event 2010 auf Platz 55 für $138,285 abgeschlossen hatte, war so freundlich, sich mit uns zusammenzusetzen, um über seinen Vertrag zu sprechen und was er über den gegenwärtigen Status des Pokers denkt.
Josh, danke, dass du dir Zeit nimmst. Für all diejenigen, die deine Geschichte nicht kennen, wann hast du mit dem Pokerspiel begonnen?
Ich habe 2003 in einer Bank gearbeitet. Zu der Zeit, als Moneymaker das Main Event gewonnen hatte, hatte ein Freund ein wöchentliches Homegame. Ich fing an zu spielen, man erklärte mir das Spiel und ich war sofort süchtig.
Zu welchem Zeitpunkt hast du angefangen, dich selbst als professionellen Pokerspieler zu betrachten?
Ungefähr 2006 wurde ich zum Pro, aber 2008 ging ich dann broke, sodass ich mir wieder einen Teilzeitjob suchen musste. Das dauerte sechs Monate, obwohl zwischenzeitlich zwei große Gewinne einstreichen konnte. Danach habe ich wieder gekündigt und musste nie mehr zurückblicken.
Im letzten Main Event der WSOP bist du tief in die Geldränge gekommen. Erzähle uns doch ein bisschen über diese Erfahrung und wie es deine Karriere verändert hat.
Was für eine erstaunliche Erfahrung, ich denke oft daran. Ich denke immer an ein paar bestimmte Hände, die ich etwas anders hätte spielen können oder einige Dinge, die mehr zu meinen Gunsten hätten verlaufen können, sodass ich noch zwei weitere Tage hätte im Turnier bleiben können. Es unter die November Nine zu schaffen verändert das Leben einfach wirklich gravierend. 55. zu werden war eine lustige Erfahrung, aber das einzige, was sich wirklich verändert hat, ist, dass das TV die Leute nun informiert, wer ich bin. Es war witzig und ich hoffe natürlich, dass es dieses Jahr ähnlich gut laufen wird. Ich kann die WSOP schon gar nicht mehr erwarten.
Du hast kürzlich beim Poker Pros Network unterschrieben. Erzähl uns doch ein bisschen über PPN und wie das zustande kam?
Ich bin sehr aufgeregt, dass ich nun Teil der PPN-Bewegung in Richtung Poker Network werden durfte. Letztes Jahr haben wir sehr mitgeholfen, die Seite aufzubauen, aber es war sehr zäh. Aber jetzt zu Cake zu wechseln, wird sehr dazu beitragen, dass Dinge fortan glatt laufen. Ich bin bereit, ein Teil dieser wachsenden Seite zu sein und wenn sie gegen mich spielen möchten, dann kommen sie auf die Seite und klicken sie auf meinen Namen.
Die Liste der Pros ist wirklich beeindruckend. Hast du bereits mit all denen in der Vergangenheit zusammengearbeitet?
Ich habe noch nicht mit jedem gearbeitet, aber ich habe schon mit vielen gesprochen und ich bin mit ein paar auch befreundet. Die Gruppe ist sehr vielfältig und trifft auch verschiedene Demographien, was perfekt für so eine wachsende Seite ist.
Du hast dich auf Twitter gegen Multi-Entry Turniere auf Full Tilt Poker ausgesprochen. Was magst du denn daran nicht?
Ich gehe Auseinandersetzungen oder negativen Dingen auf Twitter und Facebook eigentlich grundsätzlich aus dem Weg, weil mir da viele Leute Aufmerksamkeit schenken und mich auch verfolgen. Allerdings bin ich wirklich verärgert darüber und ich musste dies kundtun. Multi-Entry Turniere sind schlicht und einfach schlecht in meinen Augen. Auf mich bezogen sowie auch auf Poker generell. Es gibt dafür ein paar Haupt-Gründe, warum sie so schlecht sind. Erstens sind die Online-Swings eh schon so hoch und man muss mit vielen Badbeats und hoher Varianz kämpfen. Jetzt kann man die eh schon hohe Varianz nehmen und sie multiplizieren (4 oder 6fach) und so wird jeder Buyin auch vermehrfacht. Also $100 aus $1k oder $400/$600 wird dann zu $4,000/$6,000. Ich weiss nicht, ob man da versucht, die Spieler auszunehmen. Auf jeden Fall wird genau das passieren. Ein zweiter großer Grund ist, dass der Durchschnittsspieler sich die mehrfachen Buyins nicht leisten kann, bzw. wird er dadurch broke gehen. Wenn man mit einem Buyin spielt und verliert, dann merkt man schnell, dass man die Pros auch in vier Versuchen nicht schlagen kann. Poker ist eh schon hart genug geworden in den letzten Jahren und das macht es einfach nur noch schwerer.
Denkst du, es gibt einen Platz dafür im Onlinepoker?
Ich werde jetzt aufhören, bevor es ein Buch von mir gibt, in dem ich nur geschwollen daherrede [lacht]. Ich denke meine Antwort ist ganz klar Nein und ich hoffe, dass diese Turniere komplett verschwinden. Ich bete, dass andere Seite dies nicht auch versuchen.
Wenn du eine Besonderheit, wie Rush oder Multi-Entry zu PPN hinzufügen könntest, was würdest du hinzufügen
Ich bin auch kein Fan von Rush [lacht]. All diese Dinge sind einfach nur Wege für das Unternehmen, noch schneller noch mehr Geld zu verdienen. Wenn ich PPN etwas vorschlagen könnte, würde ich mehr Wert auf den Kunden/Spieler legen. Am Ende will man doch, dass der Spieler glücklich ist und gerne auf einer Seite spielt.
Gibt es noch etwas, dass du sagen möchtest? Etwas, das noch nicht angesprochen wurde?
Um noch ein bisschen nachzusticheln, verachte ich jeden, der betrügt oder gemogelt hat. Es gibt dafür einfach keinen Platz. Wer erwischt wird, sollte aus den Casinos oder von den Turnier-Serien verbannt werden. Ich will keine Namen nennen, aber jeder in der Pokerwelt weiss was Sache ist. Es macht mich krank, dass Betrüger nur einen Klapps auf die Hand bekommen und dann gleich wieder weitermogeln können.
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