März 18, 2011, Chad Holloway, Rich Ryan

Am Montag hatte Full Tilt Poker angekündigt, den Onyx Cup, eine Turnierserie mit Buyins zwischen $100,000 und $300,000 und einem durchgehenden geschätzten Preispool von $30 Millionen während der komplette Serie durchführen zu wollen. Es solle fünf vorläufige Events geben und einem $250,000 Buy-In Grand Finale gipfeln, das $1 Millionen zusätzlich zum normal garantierten Preispool hinzugefügt bekommen sollte. Solchen Events sollten in Locations von U.S.A über Europa bis Asien durchgeführt werden.
Die Reaktionen aus der Pokerwelt auf den Onyx Cup waren sehr gemischt. Einige Leute waren sehr begeistert über diese High-Stakes Turniere, andere dagegen eher weniger enthusiastisch, einige geradezu kritisch. PokerNews hat sich entschlossen, beide Seiten zu beleuchten und die Arguemten abzuwägen. Chad Holloway und Rich Ryan debattieren über die Pros und Kontras des Onyx Cup.
Chad Holloway denkt, dass der Onyx Cup schlecht für die Pokerwelt ist.
Ich bin nicht übermäßig begeistert vom Onyx Cup und zwar aus drei wesentlichen Gründen: Schlechtes Timing, Pokerpolitik und Mangel an Entertainment. Erstens: Könnte Full Tilt Poker sich dafür einen schlechteren Zeitpunkt ausgesucht haben, diese Turnierserie zu starten? Die U.S.A und die meisten Teile der Welt befinden sich in einer Rezession, also sind Turniere, die mit überschwänglichen Buy-Ins protzen erniedrigend und geschmacklos. Viele Pokerfans straucheln, um mit ihren Einkünften auszukommen, also wäre es auch nicht überraschend, wenn viele von ihnen nicht daran interessiert wären, den reichsten Spielern dabei zuzusehen, wie diese Unmengen Geld durch die Gegend schleudern, als wäre es Monopoly Geld. Obwohl ich dieses extravagante Verhalten anerkenne, weil es genau das ist, was viele Fans sehen wollen, denke ich, dass diejenigen eher die Ausnahme als die Regel darstellen.
Der Onyx Cup stellt nicht nur eine schlechte Wirtschaft dar, sondern bietet auch direkte Konkurrenz zu anderen großen Pokerturnieren. Wenn so viele Turniere zur selben Zeit stattfinden, wird die Qualität jedes einzelnen abgesenkt in Bezug auf die Kosten und das Spiel als solches.
Nehmen wir mal als Beispiel die European Poker Tour Grand Final. Dieses Event hat es oft geschafft, viele der größten Namen in der Pokerindustrie zusammenzuholen. Viele von denen werden nun eine Entscheidung treffen müssen zwischen dem EPT Grand Final und der Eröffnungsveranstaltung des Onyx Cup in Vegas. Raten sie mal, wie sich dann die Full Tilt Pros entscheiden werden und wie die PokerStars Pros…?
Die obengenannte Frage führt direkt zu meinem nächsten Einwand gegen den Onyx Cup und zwar dass Pokerpolitik ein ganz neues Level erreichen wird. Kürzlich hat Full Tilt angeblich seine Pros von GSN’s High Stakes Poker verbannt, da diese Veranstaltung von PokerStars gesponsort wird. Es gibt aber auch einige andere von PokerStars gesponsorte Events, wie etwa die EPT und die North American Poker Tour. Es könnte also im Gegenzug folgen, dass PokerStars es seinen Spieler verbietet, die Full Tilt Events wie den Onyx Cup zu spielen? Pokerpolitik wird also bei qualitiativ hochwertigen Turnieren ausgetragen. Und zwar wieder einmal zum Leid und Nachteil der Fans, des Events und des Spiels als solches.
Sogar Daniel Negreanu teilte auf Twitter seine Unzufriedenheit mit: "Wenn Onyx eine anständige Struktur hätte und nicht gegen das EPT Grand Final antreten würde, würde ich wohl alle 6 mitspielen. Ich hasse sowas. Tja."
Spieler beim Spielen mancher Events einzuschränken, kommt sicherlich niemandem zu Gute. Die Qualität des Pokerturniers steht in direktem Bezug zu den Spielern, die sich im Teilnehmerfeld befinden. Wie ich bereits erwähnt habe, kann man natürlich manche Team PokerStars Pros wie Negreanu, Jason Mercier, Bertrand "ElkY" Grospellier oder Barry Greenstein ausschliessen. Das bedeutet dann aber, dass ausschliesslich Mitglieder vom Team Full Tilt, reiche Geschäftsmänner und ein paar nicht gesponsorte Pros übrig bleiben. Wenn man einigen Reaktionen in verschiedenen Foren Glauben schenkt, dann gefällt das den Fans nicht wirklich. Sie glauben, wie ich, dass Spieler wie Howard Lederer, Chris Ferguson, Patrik Antonius und Erik Seidel wenig unterhaltsam sind, deren Fernsehauftritt so bezaubernd sind, wie wenn man Farbe beim Trocknen zusieht.
Wenn der Onyx Cup also erfolgreich sein will, sollte man die Wünsche von Phil Hellmuth, Tony G und Mike “The Mouth” Matusow berücksichtigen. Sie sollten diese Turniere mitspielen, da es aufregend ist, diesen Spieler im TV zuzusehen. Das könnte die Teilnahme- und Einschaltquoten nach oben pushen.
In Bezug auf die aufgeführten Gründe wird der Onyx Cup auch mit einer Anzahl anderer Wettbewerbe konkurrieren müssen. So etwa die bewährte Federated Sports & Gaming’s Professional Poker League, viele Qualifier und einige Spieler, die es sich leisten können, jades Onyx Cup Event zu spielen. Ich bin nicht gegen das Konzept der Serie eines solchen High-Stakes Turniers, aber man muss einige Knoten glattbügel und ein paar Veränderungen vornehmen, damit das komplette Potential ausgeschöpft werden kann.
Rich Ryan ist der Ansicht, der Onyx Cup ist gut für Poker.
Im Februar schrieb ich auf dass Poker vier große Turnier benötigt und jedes davon sollte einen Buy-In von $100,000 haben. Als FTP jetzt den Onyx Cup angekündigt hat, war ich so glücklich, dass ich einen Luftsprung in meinem Wohnzimmer gemacht habe. Diese Turnierserie ist perfekt für das, wofür es gedacht ist: Ein Schaukasten für die besten Spieler der Welt, die um kranke Summen Geld spielen. Während der World Series of Poker, dem Main Event, heisst die Überschrift doch jedes Jahr "Kann ein professioneller Spieler siegen?" Am Finaltisch des Main Events 2009, wer war derjenige, der jeden zum Schwitzen brachte? Phil Ivey oder Darvin Moon. Cinderella-Geschichten sind niedlich, aber wir woollen doch am Ende des Tages immer die Elite-Spieler ganz oben sehen. Keine Holzfäller, die horrende Chips in eine Hand wie 
stecken.
Die Leute müssen endlich erkennen, dass diese Turnierserie für einen spezifischen Spielerpool generiert wurde. Über die letzten beiden Jahre, wurde die Szene von kleinen Buy-In-Turnieren überhäuft, die für den Durchschnittsspieler da waren. Die waren gut für das Spiel und halfen, die Pokerszene als Ganzes zu fördern. Jedoch kann man damit nicht den ganzen Markt zufrieden stellen. Phil Ivey sagte selbst gegenüber der Öffentlichkeit, er würde kein Turnier mitspielen, das dem Sieger nicht mindestens $1 Million garantiert und viele der anderen starken Profi-Spieler grinden sicherlich auch kein $350 Turnier. Diese kleineren Buy-Ins sind einfach die Zeit nicht wert. Um also den wohlhabenderen Markt zu sättigen, braucht man mehr Super High-Roller Turniere.
Weil der Oynx Cup speziell auf die Poker-Elite zugeschnitten ist. Kann sein Einfluss auf die “Durchschnittsspieler” nur positiv sein. Es gibt definitive als großen Wert die Unterhaltung. Und auch neue Equity wurde hinzugefügt. Wenn ein Onyx Cup Event gegen ein Turnier stattfindet, dass sie mitspielen, dann wird das Feld doch wohl um einiges softer sein. Varianz und Value sind solch bedeutende Wörter in der Auswahl des Spiels. Ich denke, dass das eine gute Sache für die meisten Spieler ist. Aber ich verstehe, dass Spieler wie Daniel Negreanu vom Onyx Cup Event enttäuscht sind, wenn diese parallel zum Grand Final stattfindet. Aber wenn man weder am einen, noch am anderen teilnimmt, wie kann man dann so enttäuscht sein? Spieler lassen eh soviele Turniere aus aufgrund von Müdigkeit, Örtlichkeit oder anderen Faktoren. Aber man wird nicht aufhören, die Updates zu verfolgen, nur weil ein Spieler nicht dabei ist. The show goes on.
Das gilt auch für den fortwährenden Ringkampf zwischen Full Tilt und PokerStars, Für mich ist das keine so große Sache. Full Tilt ist angespannt, wenn die Turnier offen bleiben und Stars wird sich nicht so fühlen, als würde es seinen großen Rival unterstützen. Stars ist klever genug, zu wissen, dass, wenn ein eigener Spieler es schafft, einen Finaltable zu gewinnen, wo überall Full Tilt Logos sind – und es fernsehübertragen wird – dann wird Stars als letztes lachen. Wenn die beiden Seiten aus verschiedenen Gründen ihre Rivalität fortsetzen und Stars Spieler teilnehmen, dann brauchen sie doch nur Dwan, Ivey, Antonius, Seidel und andere Kandidaten der Red Pro’s und Nicht-Stars Vertreter nehmen. Nicht zu schäbig, wenn sie mich fragen.
Letztendlich wird der Onyx Cup gut für Poker sein, weil er große Begeisterung entfachen wird, die wir zuvor nie gesehen haben. Ob sie mit mir übereinstimmen, oder nicht, sie werden die Ergebnisse der Serie verfolgen. Offen gesagt, weil sie bedeutungsvoll sind. Es wurde bisher ja noch keine einzige Hand gedealt, sondern nur auf vielen Plattformen der Pokerwelt diskutiert. Stellen sie sich vor, was passiert, wenn ein Spieler alle sechs Events ablost und die “Busto” Threads wirbeln. Oder besser, stellen sie sich vor, was die Leute sagen oder schreiben werden, wenn jemand zwei oder drei Turniere hintereinander gewinnt.
In den nächsten sechs Monaten, wenn dann der Onyx Cup stattfindet, wird die ganze Pokerwelt innehalten und seinen Fokus darauf richten. Wenn dieses Gefühl der Aufregung nicht gut für Poker ist, dann habe ich keine Ahnung, was dann gut ist.
Was ist ihre Meinung über den Onyx Cup? Nutzen sie den Kommentarbereich unten und lassen sie uns wissen, wie sie denken.
Wir haben $55,000 als Preise zugefügt. PokerNews Skills Challenge at Full Tilt Poker ist eine Serie von Turnieren jede Mittwoch-Nacht und erreicht seinen Höhepunkt in einem $20,000 Freeroll.
Find das ebenfalls voll daneben.
Dabei wärs doch so einfach: Eine Weltweite Liga mit Ziel Weltmeisterschaft, sportlich, fair, leistbar (mindestens in den ersten Stufen).
FT sollte mal drüber nachdenken über die vielen negativen Reaktionen.
FullTilt hat es versäumt Poker in seiner weltweiten Aussenwirkung besser zu positionieren. Wer meint mit großen Summen die Menschen zu begeistern täuscht sich meiner Meinung nach gewaltig. Poker ist mittlerweile ein Massenphänomen, obwohl es sich nur um ein Kartenspiel handelt. Dort wo große Summen und Preispools umherschwirren entstehen auch schnell entgegengesetzte Reaktionen, denn Neid, Missgunst und politische Kräfte die solche Auswüchse gerne für ihre eigenen Kampagnen nutzen sind schnell auf den Plan gerufen.
Eine Tour a la PGA im Golf bzw. ATP im Tennis, wie sie jüngst TonyG in einem Interview erwähnte, wäre sicherlich eine schöne Sache, aber das was FullTilt hier neu präsentiert hat fühlt sich eher an wie "2011 Pokern auf dem Mars ! 
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