PokerNews Meinung: Sind Promis gut für Poker?

Erinnern Sie sich daran, also Bravo den Celebrity Poker Showdown übertrug? Eine der wohl populärsten Shows im Fernsehen, die erfolgreich Hollywood und Poker zusammen geschmissen hatte. Das Konzept war sehr gut, besonders kurz vor dem Poker Boom, und hatte sich schnell refinanziert. Die Öffentlichkeit liebte diese Sendung, aber die Pokerwelt ging aus einem Grund wiederum sehr kritisch damit um: kaum einer der Promis wusste was er da tat. Ihr sehr eigenwilliges Spiel, ließ Poker wie ein Spiel aussehen, dass auf Glück basiert und nicht auf den Fähigkeiten der Spieler. Logischerweise war das nicht das Image was Pokerspieler an die Öffentlichkeit geben wollten, also begannen sie sich zu fragen, "Ist das hier gut für das Pokern?"
Dies eröffnete eine Diskussion in der Pokerwelt, die noch lange nach Absetzung der Show fortgesetzt wurde. In den vergangenen Jahren gab es eine Wiederauferstehung von Prominenten in der Szene und erneut fragen sich die Leute, "Sind diese Promis gut für das Spiel?". Ich glaube dass es sowohl Pros als auch Contras gibt, wenn man Amateur Promis beim Poker dabei hat. Aber ich glaube auch, dass die Pros die Contras überwiegen. Lassen Sie mich das erklären.
Um das ganze zu vereinfachen, lassen Sie uns sagen, dass Promis in drei Bereichen mehr und mehr in die Pokerwelt integriert werden: Charity Events, TV Übertragungen und Sponsor Deals. Als erstes will ich sagen, dass wohl niemand widersprechen wird, wenn ich sage das Prominente Teilnehmer bei Charity Events eine gute Sache sind. Sie helfen nicht nur Geld für die Charity zu sammeln, sie bringen auch noch die Medien dazu sich für das Thema zu interessieren.
Nehmen wir mal Ante Up For Africa als Beispiel. Jedes Jahr veranstaltet die WSOP dieses Charity Event, zusammen mit Annie Duke und Don Cheadle, und sammelten Millionen an Dollars für die Refugees International. Der Punkt, dass Prominente wie Matt Damon, Ben Affleck, Evander Holyfield, Montel Williams und Jerome Bettis an diesem Event teilgenommen haben, ließen die Medien darauf aufmerksam werden und eine unschätzbar wertvolle Berichtserstattung vonstatten gehen, die Millionen von Menschen über die Situation in Darfur informiert hat. Die Teilnahmen von Promis in Charity Events sind eindeutig positiv zu bewerten.
Neben Charity Events, sammeln Prominente noch Auftritte in verschiedenen Poker TV Shows. Nehmen wir mal Pokerstars.net´s Million Dollar Challenge als Beispiel. Die ist aktuell in der zweiten Staffel und lebt von der Teilnahme Prominenter bei der Übertragung. Die Show wird in drei Runden gespielt. In der ersten Runde tritt der Herausforderer gemeinsam mit Daniel Negreanu, der die Kandidaten die ersten beiden Runden coacht im Heads Up gegen einen Prominenten oder Profisportler. Er kann den Herausforderern Tipps geben, aber nicht deren Karten sehen. In der ersten Runde kann der Kandidat ein Time Out nehmen, die dass Spiel unterbricht und eine Beratung mit Negreanu ermöglicht. Wenn ein Kandidat es durch die erste Runde schafft, hat er schon eine Reise auf die Bahamas sicher. Obwohl das ganze sinnvoll erscheint, haben die Prominenten oft absolut keine Ahnung was sie da machen.
Ich muss allerdings anerkennen, dass die Teilnahme der Prominenten an solchen Events mehr zur Unterhaltung, denn zur strategischen Bildung dient und ich glaube das die Vorteile der Teilnahme die negativen Konsequenzen weit überwiegen. Auf einem Mainstream Kanal wie Fox, variiert das Publikum und nur ein Bruchteil derer die da zuschauen, kennen Sich in der Poker Welt aus. Wenn diese in die Show sich rein zappen würden und Phil Ivey gegen Tom Dwan (ein Match das jeden Pokerfan der Welt begeistern würde) spielen sehen würden, würden sich wahrscheinlich denken: "Wer zur Hölle sind denn die beiden?" Mit Prominenten ist das nicht der Fall. Die meisten würden aufhören sich durch die Kanäle zu zappen, wenn sie das Playmate des Jahres 2007, Sara Jean Underwood gegen irgendjemand spielen sehen. Football Fans sehen John Elway sowohl auf dem Feld als auch neben dem Feld gerne. Sie sehen das bekannte Gesicht mit dem sie gute Unterhaltung verbinden und fangen sich an zu fragen was die da machen. Was für ein Spiel ist das? Wie wird das gespielt? Es sieht nach Spaß aus. Vielleicht versuche ich das mal selber. Wie beim Angeln ist es wichtig das dass Publikum am Haken hängt, bevor es an Land gezogen wird.
Wenn man Prominente als Köder nutzt um das Publikum an den Haken zu bekommen, sehen die Produzenten eine bessere Chance neue Spieler an das Spiel zu bringen. Diese Einführung wird, eventuell, neue Spieler zum Spiel bringen, was immer gut für das Business und die Poker Wirtschaft ist. Zusammengefasst: Prominente = neue Spieler = mehr Publicity und Geld = eine gute Sache für das Spiel.
Sponsorverträge, die dritte Rolle die Prominente im Poker übernehmen, sind ein bisschen komplizierter. Im Poker sind Sponsorenverträge etwas worum alle Spieler untereinander kämpfen. Es bringt nicht nur Ruhm mit sich, sondern auch finanzielle Vorteile (z.B. Turnier Buy Ins, Reisekosten etc.). Damit ein Spieler einen exklusiven Sponsordeal bekommt, muss er über einen langen Zeitraum konstant gute Leistungen bringen. Prominente auf der anderen Seite, müssen diese Kriterien nicht erfüllen. In den meisten Fällen, reicht deren Prominentenstatus und ein minimales Interesse am Spiel um einen Vertrag zu bekommen, damit mehr Aufmerksamkeit auf die Marke zustande kommt. Diese Deals können über einen langen Zeitraum gehen, wie mit Boris Becker und Pokerstars, oder auf ein einzelnes Event bezogen sein, wie Emmitt Smiths Auftritt bei der diesjährigen WSOP als er ein Full Tilt Poker Logo trug.
Diese gesponserten Prominenten haben die gleichen Vorteile, als wenn sie im Fernsehen auftreten, außer sie versuchen diese Vorteile auf die Marke zu übertragen. Die oben genannten Spieler stehen in der Öffentlichkeit und bringen neue Spieler zum Spiel. Natürlich bevorteilt das die Seiten direkt, aber was oft übersehen wird, ist das dies Poker im Ganzen gut tut. Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben. Mein Freund Robby ist der größte Emmitt Smith Fan den ich jemals getroffen habe, aber er hat nicht wirklich Ahnung von Poker. Als ich ihm erzählte, dass Smith dieses Jahr bei der WSOP Full Tilt Ausrüstung trug, war er direkt interessiert. Er wollte wissen was da los war, weshalb er da war, und was das für ein Deal mit Full Tilt Poker war. Mission Accomplished für Full Tilt - man hat einen neuen Spieler akquiriert in dem Man in einen Prominenten investiert und er Rest der Pokerwelt zieht auch seinen Vorteil daraus, weil ein neuer Fish hat grade das Wasser betreten.
Als erfahrener Spieler, weiß ich wie frustrierend es sein kann Amateur Promis im Fernsehen zu sehen; Ich sehe aber auch die Vorteile die die Prominenten dem Spiel bringen. Ich bin immer dafür neue Spieler und somit auch frisches Geld an die Tische zu bringen. Wenn der beste Weg es ist, das ganze mit der Teilnahme von Prominenten ist, dann ist das so. So lange sie dem Spiel, oder Poker als ganzem gut tun, bin ich mehr als gewillt, das oftmals schlechte Spiel der Promis im Fernsehen zu akzeptieren.
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