November 21, 2010, Chad Holloway

In der Pokerwelt findet man an jeder Ecke Spitznamen. Chris "Jesus" Ferguson, Daniel "Kid Poker" Negreanu, Doyle "Texas Dolly" Brunson, Tom "durrrr" Dwan und Phil "The Unabomber" Laak sind nur wenige der gängigen Spitznamen die man mit Poker assoziiert. Teilweise sind einige dieser Spieler mit ihrem Spitznamen bekannter, als mit ihrem richtigen Namen. Aber wenn es wirklich um die Wahrnehmung von Spitznamen geht, gibt es einen Mann der über allen anderen steht. David Ulliott war schon lange bevor er jemals einen Spitznamen bekam in der englischen Pokerszene bekannt, aber erst als er nach Amerika kam, wurde er als der Devilfish bekannt.
Aber wie bekam einer der bekanntesten Pokerspieler der Welt überhaupt zu seinem Spitznamen Devilfish? Es lag nicht daran das er Kugelfisch (engl. Devilfish) gegessen hatte oder Streit mit der Meereskreatur begann. Ganz im Gegenteil, die Geschichte des Devilfish begann in einer Pokerpartie im guten alten England, bei einem Mann mit dem Namen Stevie Au-Yeung.
Ulliot war zu einem privaten Spiel eingeladen und er dem Weg zu diesem Spiel. Kurz bevor er bei Yeung´s Haus war, genau genommen knapp 50 Meter vor dessen Tür, hatte er einen Sinneswandel. Er hatte das Gefühl, dass die anderen sich nur Geld von ihm leihen würden, und er war grade nicht in Spendierlaune. Er entschied sich nicht zu spielen, drehte um und ging ins Strathmore Hotel ein bisschen was trinken. Am nächsten Tag erhielt Ulliott einen Anruf von einem der Spieler die am Vorabend dabei waren. Dieser sagte ihm, dass die Runde von drei Männern mit Pumpguns überfallen wurde. Sie hatten es eigentlich auf Ulliott abgesehen, von dem sie wussten, dass er viel Geld dabei hatte. Egal was die Gründe nun waren für seine Umkehr, sei es nun Intuition oder eine Eingebung. Ulliott´s Abwesenheit rettete ihm viel Geld und vielleicht auch sein Leben.
Wie er in seinem Buch (Devilfish: The Life & Times of a Poker Legend) erklärt: "Aber ich war bald wieder in dieser Runde. Man kann nicht wegen eines bewaffneten Überfalls von einer guten Partie wegbleiben. Diese bestimme Nacht wurde erinnerungswürdig wegen eines anderen Grundes. Ich spielte mein übliches Spiel . . . und versuchte der Chef am Tisch zu werden. Stevie stand dabei und schaute zu. Irgendwann lächelte er und sagte, dass ich ein Devilfish sei."
"Ich wurde ja schon mit vielen Namen betitelt in meinem Leben, aber nie so. Er sagte, dass "Devilfish" die umgangssprachliche Bezeichnung für einen japanischen Fisch sei, der Tako Fugo oder Kugelfisch, der giftig ist wenn man ihn nicht richtig zubereitet. Ich mochte den Namen "Devilfish" aber wir lachten nur darüber und spielten weiter. Nachdem ich das Spiel verlassen hatte, war der Name schon wieder vergessen."
Er hatte das ganze vergessen, bis er seinen ersten Vegas Trip mit Gary Whitaker, seinem Weggefährten und Fahrer für zehn Jahre, machte. Es war im Januar 1997 und die beiden waren in Downtown Las Vegas im Four Queens Hotel. Während dieser Tour entschied sich Ulliott an dem $500 Four Queens Poker Classic Omaha Turnier teilzunehmen. Er erreichte nicht nur den Final Table, er kam sogar ins Heads Up und zwar gegen niemand anderen als Men "The Master" Nguyen. Obwohl Ulliott schon sehr hohe Limits gespielt hatte, war er noch nie einem so prestigeträchtigen Event dabei gewesen und das auch noch gegen solch einen bekannten Gegner.
"Ich habe vorher schon in Partien gespielt bei denen es ziemlich ruppig zuging, es wurde geflucht, gegrölt und teilweise haben sich die Leute auch geprügelt, aber ich habe noch nie mit so einem großen Publikum gespielt. Die Menge ist wirklich mitgegangen und reagierten auf die Aktionen von Men und mir sowie jede Karte die umgedreht wurde. Ich begann das Spiel zu übernehmen und die Menge rief: "Go on, the Master!". Gary, der an der Rail ganz vorne stand antwortete darauf mit: "GO ON, THE DEVILFISH!" Ich hatte diesen Namen eigentlich schon vergessen, bis Gary ihn wieder auspackte. Ich dachte mir "Devilfish" klingt gut - hier in Vegas. Und nachdem Gary damit anfing, übernahm die Menge ihn und rief ihn ebenfalls."
Mit der Menge im Rücken, begann der Devilfish eine Hand nach der anderen zu gewinnen, und hatte bald 95% aller Chips vor sich stehen. Unnötig zu sagen, dass es nicht mehr lange dauerte und er "The Master" besiegte und dafür $21.000 bekam. Am nächsten Morgen erlebte er eine angenehme Überraschung nach dem Sieg, eine die seinen Spitznamen für immer in der Pokerwelt zementieren sollte.
Ulliott erklärt es in seinem Buch: "Einer der britischen Poker Spieler zeigte mir eine Morgenausgabe der lokalen Zeitung. Im Sportteil fand sich eine Überschrift zu meinem Turniersiege gegen Men "The Master" Nguyen. Da stand: "DEVILFISH BESIEGT THE MASTER!" Ich war heilfroh, dass sie es so geschrieben hatten und da nicht "DEVILFISH BESIEGT MEN" stand."
Und somit war die Legende des Devilfish geboren.
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