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PokerNews Meinung: Pin-up-Models, Pornostars und Playmates, die neuen Gesichter im Poker Marketing

Sara Underwood

Wenn es darum ging, sich für die diesjährige World Series of Poker einen Sponsor zu sichern, haben vor allem Frauen in eines der folgenden Bereiche besonderes Talent gezeigt: 1. In gedruckter Form entweder die Hüllen ganz fallen zu lassen, oder zumindest den größten Teil davon, 2. vor der Kamera entweder die Hüllen ganz fallen zu lassen, oder zumindest den größten Teil davon oder 3. in irgendeiner Weise in einer Realily-TV-Show besonders aufzufallen. Auch wenn es einige erwähnenswerte Ausnahmen gab - das längst überfällige Vertragsangebot für Vanessa Selbst ist eine solche - war die überwiegende Mehrheit von Eventsponsoren diesen Sommer eher an Frauen interessiert und weniger an Pokerspielern selbst.

Shanna Moakler ist bestens bekannt im Zusammenhang mit dem Miss USA Schönheitswettbewerb und als Playboy Playmate. Das war Ultimate Bet $10.000 für das Main Event wert. Sara Jean Underwood hat auch auf den Seiten des Playboys geglänzt und diese Tatsache in Verbindung mit zumindest einem Funken an Interesse in Poker, bescherte ihr den Auftritt als einzige von Victory Poker gesponserte Frau. Trishelle Cannatella, die sowohl in MTVs The Real World, im Film The Hillz als „Party Girl“, als auch als „Courtney“ im Film Ninja Cheerleaders eine Rolle hatte, wurde dieses Jahr von Absolute Poker gesponsert. Shannon Elizabeth wurde ebenfalls von Carbon Poker gesponsert, nachdem die Medien von Ihrer Geschichte, angeblich ein gebührenpflichtiges Homegame in ihrem Haus in den Bergen Hollywoods zu betreiben, Wind bekamen. Es ist mindestens schon die vierte Verbindung die Elizabeth zu einem Onlinepokeranbieter hat. Die Schauspielerin hatte zuvor schon Deals mit Full Tilt Poker, Mansion Poker und PokerStars. Und last, but not least, wäre da noch die Pornodarstellerin Samantha Ryan. Zusammen mit Moakler spielte sie die WSOP unter dem Banner von UB.

Auch wenn sie alle sehr häufig fotografiert wurden, schaffte es keine von ihnen, in einem Event der diesjährigen WSOP ins Geld zu kommen. Und mit Ausnahme von Elizabeth, schaffte es keine der Damen jemals in einem Braceletevent ins Geld zu kommen. Aber ich habe vier von fünf nackt gesehen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es Ihnen genauso geht.

Seit dem die WSOP im Sommer lief, frage ich mich, welches Signal dadurch gesendet wird. Dabei denke ich nicht nur an die Frauen, die darüber nachdenken, sich dem Spiel zu widmen, sondern auch an die, die es bereits sehr ernst nehmen. Wenn ich an die Entscheidungen von UB und Victory Poker denke, scheint es nicht von Interesse zu sein, wie gut man spielt, sondern wie gut man nackt aussieht. Außerdem, warum entscheiden sich ein Unternehmen, ihre Produkte in einer Weise zu verkaufen, bei der sie den Großteil der Bevölkerung ausschließen? Die einfachste Lösung, wäre zu sagen „Sex sells“, es hat sich immer verkauft und es wird sich immer verkaufen lassen, da der Onlinepokermarkt von jungen Männern dominiert wird und die Unternehmen versuchen einfach nur diese Zielgruppe zu bedienen.

Aber das ist die einfache Lösung. Ich verstehe sie, was aber nicht bedeutet, dass ich sie respektiere. Ich will, dass mehr Frauen Poker spielen. Ich will, dass sich Frauen am Tisch wohler fühlen. Aber die Pokeranbieter entscheiden sich dazu, Pornostars und Pin-Up-Models Buy-Ins hinterher zuschmeißen, obwohl diese das nicht einmal zu schätzen wissen. Ich könnte leicht noch weitere 3.000 Wörter zum Thema Marktfähigkeit in Bezug auf Sponsoren für Frauen verfassen, oder die Frage stellen “Warum Liv Boeree und warum nicht Kathy Liebert?" beide Frauen sind ernstzunehmende Pokerspieler und haben bereits Titel gewonnen.

Diesen Sommer hatte ich mehr Diskussionen über die Geschlechter im Poker als in den letzten fünf WSOPs zusammen. Den einen Tag debattiere ich darüber, ob es Männern erlaubt sein sollte, Ladies-Only Turniere stören zu dürfen, am nächsten Tag diskutiere ich über die enttäuschende Anzahl von weiblichen Teilnehmern in diesem Jahr und am darauffolgenden Tag geht es um die derzeitige Werbekampagne von Victory Poker, in der spindeldürre Models an den Schultern und auf den Schößen von den männlichen Pros des Anbieters sitzen, anstatt hinter ihrem eigenen Stack am Tisch. Wie Carrie Bradshaw, die aus ihrem Fenster in den dunklen Himmel von Manhattan hinausschaut, wundere ich mich, ob ich die Einzige bin, der in Bezug auf Pokermarketing glaubt, dass manche Taktiken nicht schon an Verzweiflung grenzen.

Full Tilt und PokerStars sind die großen Riesen wenn es um dien U.S. Markt geht und häufig scheinen es beide Seiten nicht für nötig zu halten, eine Alternative zu leicht bekleideten Frauen für ihre Werbung zu finden. UB und Absolute müssen sich derzeit noch von ihren Betrugsskandalen erholen, von denen viele glaubten, sie aus dem Geschäft zu verbannen, während Victory und Carbon derzeit beginnen ihre ersten Erfolge im Markt zu feiern. Ich weiß, dass diese Anbieter dagegen sind, aber es ist eine Schande, dass so viele von ihnen sich dazu entscheiden, solche Marketingstrategien zu verwenden.

Es gibt immer eine kleine Chance, dass sich eine der oben genannten Models oder Schauspielerinnen in eine ernste Pokerspielerin entwickeln kann. Christina Lindley mag zwar als Maxim Model begonnen haben, aber nach einigen Jahren intensiven Lernens, Coachings und täglichem Grindens, hat die sich zu einem erfolgreichen Semi-Pro entwickelt. Inzwischen hat sie eine Reihe von fünfstelligen Onlinegewinnen, Cashes in der North American Poker Tour und in der WSOP gemacht (übrigens ist sie noch immer ein selbständiger Agent). Als PokerStars, Vanessa Rousso 2006, nach ihrem siebten Platz in der WPT Championships, unter Vertrag nahm, hatte sie relativ wenig Pokererfahrung und wurde eher als ein hübsches Gesicht, das den Anbieter gut vermarkten kann, angesehen. Dennoch kämpfte Rousso gegen dieses Vorurteil an und arbeitet hart an sich und gewann auf ihrem Weg über $2,6 Millionen in Turnieren. Sie ist jetzt vierte auf der All-Time Women‘s Money List (sie ließ damit Jennifer Harman Anfang diesen Jahres hinter sich) und wenn man private Freerolls herausnimmt, wäre sie die Nummer Drei.

Ich denke nicht, dass jemals die Zahl der Frauen an die Anzahl der Männer herankommen wird, jedenfalls nicht während meiner Lebzeiten. Es wird immer großen Mut für eine Frau erfordern, sich an einen Pokertisch zu setzten. Die Gründe haben mit einer Reihe von soziologischen und psychologischen Faktoren zu tun. Es ist noch immer ein Männerclub und um es den Frauen noch schwieriger zu machen, sabotieren noch immer einige Mitglieder dieses Clubs die Turniere der Frauen, ohne die Frauen zu respektieren, die mehr als sie drauf haben. In Anbetracht des Pokermarketings im Jahre 2010, muss ich mich wirklich fragen, ob der Wunsch nach einem Ausgleich der Geschlechter im Poker nicht doch nur ein Wunsch ist, der nie in Erfüllung gehen wird.

Aber die Pornostars und die Dessousmodels abzuschaffen, wäre ein Anfang.

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