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Poker Backstage - Florian Wolf

EPT Snowfest

Das Alpine Palace Hotel im salzburgischen Saalbach Hinterglemm bittet von 20.-27. März zum Poker „Snowfest“ – es geht um ein Gesamtpreisgeld von € 2 Millionen. Angesichts des Überfalls bei der EPT in Berlin wollte PokerNews wissen, welche Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden und wie ein 5-Sterne Hotel in der Schi-Region Saalbach zu einem Casino kommt.

Das schöne Saalbach-Tal im salzburgischen Pinzgau ist bekannt für tolle Pisten und Winter-Gaudi. Aber wie kommt man auf die Idee ein Poker-Casino zu machen? Wie managed man dieses dann auch noch erfolgreich? Und warum hat man keine Angst vor Überfällen, wie sie gerade in Berlin stattgefunden haben? Florian Wolf ist Junior Chef des 5-Sterne Hotels „Alpine Palace“ in Saalbach Hinterglemm und Leiter des hauseigenen Poker-Card-Casinos. PokerNews hat ihn zum Interview gebeten.

Seit wann gibt es das Card Casino im Alpine Palace Hotel?
Seit Juni 2008, die Idee hatten wir intern, mit Beratern und innerhalb der Familie. Bevor wir das Casino gemacht haben, hab ich nichts vom Poker-Business gewusst. Das hat sich schnell geändert. Die Grund-Idee war natürlich auch eine Vermarktungsmöglichkeit unseres Hotels und der Region. Der Gedanke war, Turniere zu veranstalten um neue Gäste her zu bringen und das mit einem Urlaubs-Gedanken zu verbinden.

Seit wann sind sie Chef des Card Casinos?
Zu Beginn hatten wir externe Berater, mit denen sind wir aber ziemlich auf die Schnauze gefallen. Von Juni 2008 bis Oktober 2008 ist da nämlich gar nichts passiert. Und dann hab ich es übernehmen müssen und viel daran gearbeitet. Mit dem PokerNews Cup ist uns dann am Turnier-Sektor der Durchbruch gelungen und wir haben uns etabliert.

Spielen sie selbst eigentlich auch Poker?

Ich spiel schon Poker, aber relativ wenig, ich hab noch nie online gespielt, ich hab mir gleich mein eigenes Casino gebaut (lacht).

Jetzt steht bald das „Snowfest“ mit einem Preisgeld von € 2 Million an, haben sie da keine Bedenken aufgrund des Raubüberfalls in Berlin?
Ich war selbst in Berlin, bin aber einen Tag vor dem Überfall abgereist. Bei uns mach ich mir keine Sorgen, wir haben schon vor dem Raub in Berlin ein Sicherheitskonzept erstellt gehabt - mit Securities und der Kriminaldirektion der Polizei Salzburg. Außerdem wird nie viel Geld im Hotel sein, wir haben da auch eine Vereinbarung mit der örtlichen Bank getroffen, sodass es auch während der Turnierveranstaltung möglich ist, Geld im Tresor zu verwahren.

Wie beurteilen sie die Geschehnisse in Berlin?
Ich glaube es war eine Verknüpfung von verschiedenen Umständen und Unachtsamkeit. Die Räuber haben schon gewusst wann sie wohin kommen müssen, der Überfall hat genau da statt gefunden wo das Buy-In für den High Roller Event war – ein Zeitfenster von einer halben bis dreiviertel Stunde, wo sich die High-Roller eingekauft haben.

Nach dem „Snowfest“ gibt es auch im Alpine Palace eine High Roller Veranstaltung – die „High Mountain“ Cash-Game Woche von 6.-12. April, auch dafür alles vorbereitet?
Ja, auch hier haben wir uns gut vorbereitet. Joram Voelklein ist damals nach den German High Rollers mit der Idee zu dieser Cash-Game Woche an uns herangetreten. Mit unserem 5-Sterne Hotel und der Gastronomie können wir da ein gutes Gesamtpaket bieten. Wir haben uns einen guten Ruf im Pokergeschäft aufgebaut, die Leute wissen, dass sie hier gut aufgehoben sind. Außerdem machen wir zu allen Poker-Turnieren auch Side-Events, aber im Urlaubs-Sinn. Da gibt es Rodeln, Schifahren, Apres Schi…das ist mein Vorteil, und mir ist das auch für meine Gäste wichtig. Es soll auch ein Urlaubsfaktor rüberkommen.

Ihr Credo lautet „nichts ist unmöglich“ – wieso?

Wenn man sich irgendwas in den Kopf setzt und hart dafür arbeitet erreicht man alles - geht nicht, gibt’s nicht. Mein Beruf hat aber nicht nur mit Pokern zu tun, ich bin in erster Linie Hotelier und Geschäftsmann, das ist mein Beruf. Beim Casino haben wir hoch gepokert aber auch gut. Ich war in London, Kopenhagen, Berlin, genau zu Zeiten wo mich eigentlich das Hotel gebraucht hätte und bin für Termine in ganz Europa herumgeflogen. Von allein ist da nichts gegangen und beim PokerNews Cup und mit der Zusammenarbeit mit PokerStars ist das Konzept dann auch aufgegangen. Ich hab hier schon High-Roller Veranstaltungen gehabt und die kommen immer wieder, weil sie unsere Art Probleme zu lösen sehr schätzen. Und von uns partizipiert auch die Region, das ist für mich kein Problem, wenn ich ein gutes Geschäft mach, sollen das auch andere machen. ;-) Ich denke wir tragen gut dazu bei, den Pokersport auf einem guten Level zu halten.