
Joram Voelklein wandelt zwischen zwei Welten: Der Schauspielerei und Poker. Bei beidem kann er Erfolge feiern. Mit „Jerry Cotton“ startet jetzt wieder ein Kino-Film in dem Voelklein mitwirkt. Auch im „Tatort“ ist Voelklein regelmäßig zu sehen, steht derzeit für eine Folge in Berlin vor der Kamera.
Mit der Firma „Chip & Chair“ Poker Events, will der passionierte Poker- und Schauspieler nun auch im organisatorischen Bereich Fuß fassen – exklusive High Roller Cashgame Events für betuchtes Poker-Clientel. Von 6.-12. April steigt der erste Event: Das „High Mountain“ im Alpin Palace Luxury Ressort in Saalbach Hinterglemm. PokerNews hat Joram Voelklein zum Interview gebeten und mit ihm über Poker-Leidenschaft und Organisationstalent gesprochen.
Sie sind ja ursprünglich Schauspieler, wie sind sie denn zum Pokern gekommen?
Eigentlich hab ich schon gepokert, da war ich 15 Jahre alt, mit Freunden und das war weit vor der Schauspielerei. Vor 5 Jahren hab ich mit dem Poker-Boom dann Hold’em für mich entdeckt. Denn früher haben wir nur Draw- oder Stud-Poker gespielt. Aber schon damals hab ich gewusst, dass ich damit Geld verdienen kann, weil ich mein Taschengeld gut aufbessern konnte.
Was ist die „Chip & Chair Poker Events“?
Die Chip & Chair Poker Events ist ein Unternehmen, das eine High Roller Cash-Game Woche organisiert, die es so auf der Welt noch nicht gibt. Das Ganze geht über mehrere Tage und die Idee kam mir durch meine vielen Reisen. Ich bin viel unterwegs, treffe viele Menschen und hab oft auch in High Roller Partien gespielt und Kontakte geknüpft. Die helfen mir auch jetzt, das ganze auf die Beine zu stellen.
Seit wann gibt es die „Chip & Chair“?
Ich hab mit einem meiner Partner, einem Münchner Geschäftsmann, bereits vor mehr als eineinhalb Jahren über die Idee gesprochen. Durch das Engagement des Alpine Palace in Saalbach konnten wir diese Idee dann auch realisieren.
Wer steht hinter dem Unternehmen?
Wir sind zu dritt. Also ich und zwei Partner.
Was ist das Ziel der Firma?
Unser Ziel ist, in Luxus-Ressorts auf der ganzen Welt High-Roller Events anbieten zu können. Das hängt natürlich auch von der Nachfrage ab, aber wenn das als fester Termin im Pokerkalender vermerkt ist und sich die internationale High-Roller Prominenz regelmäßig auf unseren Events trifft, haben wir unser Ziel erreicht.
Was ist ihnen lieber Turniere oder Cash-Games?
Ich bin mehr der Cash-Game Spieler. Ich spiele natürlich auch große Turniere, aber ich spiele doch deutlich mehr Cash-Games. Auch aus dem Grund, weil man da zeitlich flexibel ist. Als Schauspieler hab ich fixe Termine, da kann ich nicht absagen, weil ein Turnier gerade läuft. Zum Beispiel hier in Berlin zu den Tatort Dreharbeiten ist es schwierig sich für ne ganze Turnier-Woche frei zu schaufeln, beim Cash-Game ist man da ungebunden.
Was ist der Reiz bei hohen Beträgen?
Natürlich der finanzielle Aspekt, aber auch das Mind-Levelling bei diesen Partien ist ganz anders als bei niedrigeren Limits. Das mag ich.
Sie waren bei der zweiten und dritten Staffel des „German High Roller“ Events dabei, wie war das?
Die Stimmung war sehr gut, manchmal kommt es so rüber, als wenn wir uns nicht so gut verstehen. Gerade bei der zweiten Staffel hab ich mit Markus Golser angelegt, aber hinter den Kulissen verstehen wir uns gut. Wir sind ja alle auch für einen gewissen Entertainment Zweck da, und letztlich mag man auch alle die da mit einem am Tisch sitzen. Aber ganz ehrlich, die interessantesten Partien sind dann im Keller nachdem die Kameras ausgeschaltet sind ;-). Benjamin Kang, er war bei der dritten Staffel auch dabei, plant während dem High Mountain Event im April unseren „Kellertisch“ mit mehreren Kameras zu verfolgen und ins Netz zu stellen. Auch beim High Mountain Event ist mediale Vermarktung zukünftig ein optionales Ziel. Nicht zwingend, weil ja doch einige Spieler lieber unbeobachtet spielen wollen.
Von 6.-12. April startet der High Mountain Event, gibt es schon Zusagen und von wem?
Es gibt schon Zusagen, obwohl sich die meisten Pokerspieler dadurch auszeichnen, dass sie recht kurzfristig planen. Wir rechnen mit einem Großteil der Zusagen relativ kurz vor Beginn der High Mountain Cash-Game Woche. Aber es gibt schon Zusagen von Tony G, Markus Golser, Markus Lehmann, Hermann Pascha oder Marc Gork, um da jetzt ein paar prominente Namen zu nennen. Unser Klientel besteht jedoch zum Großteil aus Geschäftsleuten und Privatiers, die namentlich in der Pokerszene wenig bekannt sind.
Wie viele Teilnehmer können maximal spielen?
Wir haben kein Maximum, wir sind froh wenn wir unser Ziel erreichen und 50-60 Leute kommen. Wir haben genug Kapazitäten die Leute unter zu bringen. Wer sich über High Mountain informieren oder einen Platz reservieren möchte, kann das unter WWW.CHIPANDCHAIR.COM machen.
Was ist ihnen lieber, selbst Poker spielen oder in der Organisation tätig sein?
Mir macht beides Spaß, ich brauche die Abwechslung, ausschließlich Poker würde mich zu einseitig fordern. Mir gefällt die Mischung: Schauspielen, Poker spielen und Events organisieren.
Im „Donkpedia Lexikon“ steht „einer der pokerstärksten Promis von Deutschland“ – wie sehen sie das?
Ich kenne nicht viele Kollegen die Poker spielen, also hab ich da auch wenig Vergleichsmöglichkeit. Ich glaube auch nicht, dass viele Schauspiel-Kollegen so viel Zeit in Poker investieren wie ich. Als ich zum Beispiel noch studiert habe, hab ich unglaublich viel Pokerliteratur gelesen und mindestens 2-3mal die Woche gespielt. Da wird das dann automatisch mehr als nur ein Hobby.
Wie geht das zeitlich zusammen: Pokerspieler & Schauspieler?
Wenn ich drehe, lässt sich das gut verbinden: tagsüber drehen, abends nach dem Drehen in die Spielbank. Beim Jerry Cotton Dreh war das auch so und jetzt beim Tatort Dreh in Berlin ebenso.
Wie sieht ein durchschnittlicher Tag im Leben von Joram Voelklein aus?
Der sieht so aus: Also aufstehen gegen 9 Uhr, dann Zeit mit meinem Sohn und meiner Frau verbringen - mein Sohn ist 2 Jahre - dann bring ich ihn in die Krabbelstube und erledige meine Sachen. Später treffe ich mich mit Freunden zum Chinese Poker. Abends ein Cash-Game im Casino. Das wäre mal so ein typischer Tagesablauf wenn ich zu Hause bin. Aber die meiste Zeit bin ich unterwegs, da ist es dann sehr verschieden. Da ist es schwierig irgendwie von einem typischen Tagesablauf zu sprechen. Ich glaube mein Leben ist recht abwechslungsreich. Aber ich versuche schon dass ich weiter so 2-3 mal die Woche Poker spielen kann, das ist so eine Konstante - egal wo ich bin.
Welche Gemeinsamkeiten gefallen ihnen an diesen beiden Berufen am besten?
Ich komme in beiden Berufen viel rum, bin relativ flexibel und kann mein Geld mit dem Kopf verdienen.
Was haben sie persönlich für 2010 noch so vor?
Jetzt bin ich erstmal sehr gespannt wie High Mountain läuft und pokertechnisch möchte ich mich einfach mehr im High-Stakes Bereich etablieren und mal sehen was das Jahr sonst noch so mit sich bringt. Persönlich will ich mit meiner Familie mehr Zeit verbringen, am liebsten irgendwo am Strand.
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