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bwin und die „Türkei-Connection“ – wie ein Verfahren ausgebremst wurde

bwin

Es hat im Herbst 2008 begonnen – mit dem Versuch eine Wett- und Glücksspiel-Lizenz für die Türkei zu erwerben. Doch das Unterfangen scheiterte und kostete bwin € 2,25 Millionen – die Lizenzen waren unbrauchbar: eine nur für Toto, die andere eine Fälschung. PokerNews hat in einem Artikel von September 2008 bereits über die ominösen Lizenz-Bemühungen berichtet.

Danach wurde ein Verfahren in Wien eingeleitet, dass auch die Staatsanwaltschaft in Liechtenstein einschaltete. Doch dann gab es Funkstille aus Wien – ein möglicher Grund warum die Betrüger vielleicht ungeschoren davon kommen könnten. Das Nachrichten-Magazin „profil“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über neue, brisante Fakten in der Causa.

Anfang 2008 hätte, laut „profil“ die Staatsanwaltschaft Wien, die Behörden in Liechtenstein um Hilfe gebeten, es würde sich um einen Betrugsfall handeln und ein Konto in Liechtenstein betreffen. Daraufhin sollen betreffende Konten, betreffender Leute, auch gleich gesperrt worden sein. Und das obwohl die Österreicher gar nicht darum gebeten hatten, das aber eigentlich hätten tun müssen – in einem laufenden Verfahren.

Dann eröffnete man auch in Vaduz ein Verfahren – wegen des Verdachtes der Geldwäsche. Eine Kooperation zwischen den beiden Behörden – Wien/Vaduz – war angestrebt. Doch dann herrschte laut „profil“ Funkstille: „Am 10.12.2008 gelangte das Fürstliche Landgericht mit einem Rechtshilfegesuch an das Landesgericht für Strafsachen Wien. Darin wurde um Übermittlung verschiedener Dokumente aus dem österreichischen Strafverfahren in gleicher Sache ersucht“, schreibt der Fürstliche Landrichter Carlo Ranzoni. Auch Akteneinsicht wurde keine gewährt, weil keine Antwort auf diese Anfrage kam. Ranzoni meint gegenüber „profil“ weiter: „Es wurde im Übrigen bis dahin dem Fürstlichen Landgericht trotz eines entsprechenden Rechtshilfeersuchens und mehrerer Urgenzen nicht bekannt gegeben, in welchem konkreten Stand sich das österreichische Strafverfahren befindet und bis wann zumindest mit dem Abschluss der Untersuchung gerechnet wird.“ Die Konto-Sperren von März 2008 sollen mittlerweile wieder aufgehoben worden sein, weil der ursprüngliche Verdacht von Wien aus nicht erhärtet werden konnte, es keine neuerlichen Beweise gäbe bzw. keine weiteren Zeugenaussagen.

Auf die Anfrage des „profil“, warum man sich nie gemeldet hatte, soll die Staatsanwaltschaft Wien nur mit „personeller Überlastung“ geantwortet haben. Diese zeitliche Verschleppung könnte aber Auslöser sein, die Schuldigen davon kommen zu lassen. Abgesehen davon schreibt das „profil“ von neuen Unterlagen, in denen jene „honorigen“ und einflussreichen Leute aus der Türkei, die eine Lizenz vermittelt hätten, eine Übergabe der € 2,25 Million an O’Neil bestätigen. Und bwin-Türkei Gründungspartner Seref Hökelekli soll dabei gewesen sein. Gegenüber „profil“ soll Hökelekli dies ebenfalls bestätigen. Und Kevin O’Neil würde diese Aussagen wiederrum dementieren. Derzeit gilt für alle diese Personen die Unschuldsvermutung.

Dennoch ist diese Causa höchst verworren und verwunderlich, mehr noch als sie schon zu Beginn 2008 war.

In einer Presseausendung der „profil“- Redaktion wird, durch die Untätigkeit der Staatsanwaltschaft, von ernsten Folgen gesprochen. Bwin würde derzeit prüfen ob man hier eine Amtshaftungsklage geltend machen könne.

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