September 04, 2009, Matthew Parvis

Im Januar dieses Jahres hatte Tom "durrrr" Dwan seine Million Dollar Challenge öffentlich angekündigt. Nun sind mittlerweile 9 Monate vergangen.
In einem Interview, dass ich für das Bluff Magazine gemacht hatte, sagte Dwan: “Ich habe die gesamte Welt mit meiner Heads-Up Challenge herausgefordert. Jeder kann meine Herausforderung annehmen. Vier Spieltische, Minimum $200/$400 und ich setze $1,5 Millionen gegen $500.000. Wir spielen 50.000 Hände. Wenn Geld übrig bleiben sollte, kann dies der Herausforderer natürlich behalten. Wenn wir spielen und der Herausforderer gewinnt in der Gesamtbetrachtung auch nur 1 Dollar, erhält er von mir $1,5 Millionen, wenn ich in der Gesamtbetrachtung mit mindestens einem Dollar vorne liege, bekomme ich seine $500.000. Ich gebe dem Spieler, welcher meine Herausforderung annimmt, praktisch die Chance auf eine Million Dollar Gratis“.
Es dauerte nicht lange, bis die Fans in den Foren heftig über eventuelle Szenarien, Ergebnisse und Resultate diskutierten. Schon bald stellte man fest, dass Dwan nicht nur einen potenziellen Herausforderer hatte, sondern es gab das Gerücht, dass gleich drei Spieler (Phil Ivey, David Benyamine und Patrik Antonius) das Angebot annehmen würden.
Somit war der Hype offiziell gestartet und im Februar startete das erste Match mit Patrik Antonius. Die Pokerwelt war überaus gespannt, wie der Wettbewerb enden würde. Unglücklicherweise warten wir immer noch auf ein Ergebnis und es ist noch kein Ende in Sicht. Es ist nun schon 8 Monate her seit die Challenge startete und langsam muss man sich folgende Frage stellen:“ Ist diese Challenge ein großer Reinfall? Wir sie jemals richtig in Gang kommen und dem Hype gerecht werden?“.
Man kann mit Sicherheit sagen, dass die Challenge bis zum heutigen Tag ein Reinfall ist. Es wurde nur sehr selten gespielt und insgesamt betrachtet sind es nur wenige Sessions. Es hat sich bisher nichts wirklich Monumentales ereignet. Wenn gespielt wird, besteht natürlich immer ein großes Interesse an den einzelnen Sessions, um richtig in Schwung zu kommen, fehlt jedoch die Kontinuität. Die beiden Kontrahenten haben zwischendurch jede Menge Zeit, um die Situation zu überdenken und können sich zwischen den Sessions von ihren Verlusten erholen, indem sie die High-Stakes Games bei Full Tilt grinden. Für die beiden Spieler ist es bei der Challenge nicht so schwierig mit Swings in Höhe von $200.000 umzugehen, da die Gewinne teilweise siebenstellig sind.
Wenn es das Match wäre, welches wir alle erwartet hatten (mehrere Sessions pro Woche u.s.w.), wäre es sicherlich ein episches Duell. Wir hätten die Möglichkeit gehabt, dabei zu sein und zu erleben, wie die beiden mit ihren Emotionen und der Müdigkeit (bedingt durch die täglichen Sessions) umgegangen wären. Wir hätten miterleben können, welche Anpassungen die beiden Spieler in jeder Session an ihrem Spiel vorgenommen hätten.
Wäre Patrik in der Lage gewesen sich von seinen hohen Verlusten in der Session vom 19. Juni zu erholen, wenn er nicht zwei Monate Ruhepause gehabt hätte?
Man muss sich auch die Frage stellen, ob die anderen Herausforderer solange warten möchten? Wenn das Match irgendwann mal zu Ende ist, wird Dwan es dann immer noch mit Phil Ivey aufnehmen wollen? Ist Ivey überhaupt noch daran interessiert die Herausforderung anzunehmen (er bereitet sich zurzeit gerade auf den wichtigsten Final Table seiner Karriere vor – den WSOP Main Event Final Table 2009)?
Dieses Match hätte ein wirklich unglaubliches Spektakel werden können, wenn es zügig und konsequent gespielt worden wäre. Nun sieht es allerdings so aus, als würde sich das Match zum Flop entwickeln, es sei denn die Teilnehmer würden die Regeln ein wenig ändern.
Hier einige Vorschläge, durch welche man die Challenge etwas spannender machen könnte und durch welche die Spannung für die Poker-Fans etwas steigen würde:
Mindestens 3 Sessions pro Woche: Drei Sessions pro Woche genügen um Kontinuität zu beweisen und die Sache im Laufen zuhalten. Die Spieler hätten weniger Zeit, um sich von ihren Verlusten zu erholen und müssten sich geistig immer sehr gut vorbereiten, um erfolgreich zu bleiben. Die Strategien müssten regelmäßig angepasst werden und die Fans würden sehr schnell erkennen können, warum die beiden Spieler zu den besten Spielern der Welt gehören.
Die Sessions dürften maximal 4 Stunden dauern: Dies ist eine weitere Möglichkeit, um Spannung zu erzeugen. Wie würden Antonius oder Durrrr reagieren, wenn sie in den ersten 20 Minuten der jeweiligen Session bereits $200.000 verloren hätten? Zu spielen, wenn man hinten liegt ist für jeden Spieler schwierig, sogar für diese Superstars. Sessions mit einer Dauer von 4 Stunden würden einen gewissen Druck aufbauen, was die Spannung steigern würde.
Jeder Spieler muss einen Blog schreiben und jede Woche muss ein Presseinterview gegeben werden: Ich weiss, dies ist eine wirklich eine schwierige Forderung, aber es wäre für das Match überaus positiv. Wieviel Spaß würde denn die NFL machen, ohne die wöchentlichen Pressekonferenzen nach den Spielen? Wir hätten gar nichts worüber wir reden könnten, wenn die Spieler und die Trainer zwischen den Spielen einfach schweigen würden. Wenn die Fans Einsicht in die Gedanken der Spieler hätten, würde die Challenge spannender und anschaulicher werden. Stellen Sie sich doch nur mal vor, zu welcher Rivalität es kommen würde, wenn Patrik seinen Kontrahenten Dwan z.B. als Donk bezeichnen würde, weil dieser einen Hero-Call für einen $200.000 Pot gemacht hatte.
Die Durrrr Challenge hat oder hatte das Potenzial zur legendärsten Challenge in der gesamten Online-Pokergeschichte zu werden und kann sicherlich mit dem legendären Live-Match zwischen Johnny Moss und Nick the Greek verglichen werden. Wenn das Match allerdings mit dem momentanen Tempo weitergeht, wird sie sich letztendlich mit Sicherheit als Zeitverschwendung erweisen. Sicher die beiden Kontrahenten können selbst entscheiden, wie die Challenge gestaltet wird, wenn man aber schon hohe Wellen schlägt und er Welt eine einmalige Challenge ankündigt, warum sorgt man dann nicht auch dafür, dass es sich um eine einzigartige und spannende Challenge handelt, welche den Fans den Atem stocken lässt.
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