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Der Poker Psychotherapeut: Der Hawthorne Effekt

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Der Hawthorne Effekt beschreibt einen Effekt, welcher vor kurzem von einigen Forschern entdeckt wurde. Die eigentliche Studie beschäftigte sich mit der Beziehung zwischen der Arbeitsproduktivität und der Arbeitsumgebung. Die erste Variable welche untersucht wurde, war die Beleuchtung. Die Frage war: Bedeutet bessere Beleuchtung bessere Arbeitsleistungen und im Umkehrschluss – führt schlechtere Beleuchtung zu schlechteren Arbeitsleistungen.

Die ersten Ergebnisse waren noch sehr allgemein - es gab eine höhere Produktivität mit weniger Licht, die Produktivität stieg bei mehr Licht und stieg erneut bei normaler Beleuchtung. Es sah so aus, als würde die Beleuchtung keine wirkliche Rolle spielen, aber die Arbeitsleistung war trotzdem zuerst gestiegen und später wieder gesunken, wobei dies ja auf irgendetwas beruhen musste, oder war es einfach bedeutungslos? Diese Art von Informationen ist bei solchen Forschungen nicht ungewöhnlich, da die Wissenschaftler nicht alle Umgebungselemente berücksichtigt haben.

An einem bestimmten Punkt der Studie merkte ein ein Junior-Forschungsassistent an, daß er festgestellt hatte, daß die Leistungen der Arbeiter stiegen, wenn sie von den Wissenschaftlern beobachtet wurden. Es hing also nicht mit der Beleuchtung zusammen, es war die Anwesenheit der Forscher, welche die Produktivität der Arbeiter beeinflusste. Dieses Phänomen wurde als Hawthorne Effekt bezeichnet und beschreibt die Veränderungen im Verhalten von Testpersonen im Bezug auf die Aufmerksamkeit, welche sie von den Forschern erhalten.

Der Howthorne Effekt bietet also die Grundlage für jede Menge weitere Forschung, man kann die Aufmerksamkeit vermindern, erhöhen, oder die Forscher komplett weglassen. Der Hawthorne Effekt demonstriert, daß wir beeinflussen können, wie andere in bestimmten Situationen reagieren, indem wir uns in ihre Umgebung begeben und grundsätzlich die Motivation vermindern bzw. erhöhen. Wir können uns als Motivator oder als Auslöser für Veränderungen betätigen.

Ich erinnere mich an folgende Aussage: Wenn man für nichts gut ist, kann man wenigstens noch als schlechtes Beispiel dienen. Somit haben wir schon unser Pokerbeispiel für den Hawthorne Effekt – der Bad Boy of Poker: Phil Hellmuth!

Wie oft hat man diese Situation bereits beobachtet? Phil raist einen Pot und ein Gegenspieler reraist. Egal ob Phil jetzt foldet oder erst nach dem Flop foldet, wenn ein anderer Spieler setzt – er foldet. In dem Moment wenn er foldet will Phil etwas damit sagen und einen Effekt erzielen: Mach nur weiter so, komm nach mir, stehle meine Raises. Mach nur so weiter und ich werde Dich in eine Falle locken. Ich werde eine gute Hand bekommen und wenn dann jemand einen Steal-Raise macht, werde ich eine Falle stellen und mir seine gesamten Chips nehmen. Mach nur weiter so, ich warte auf meine Chance.

Was ist passiert? Eigentlich sollte es so sein: Phil wirf bei einem Reraise weg bzw. Foldet, wenn Druck ausgeübt wird. Aber nun ist die Aussage ganz anders: Ihr macht einen Fehler, wenn ihr auf Phil Druck ausübet, wenn ihr das noch einmal macht, wird es euch alle Chips kosten. Die Person Phil (und sein loses Mundwerk) hat dafür gesorgt, daß die Umstände sich geändert haben.

Eine andere Auswirkung war ebenfalls spürbar – sein Gehabe und seine Posen haben sich auf den Ausgang dieser Hand ausgewirkt. Dies ist eine exzellente Strategie von Phil. Er profitiert von einer verlorenen Hand. Er hat die Ergebnisse der Forschung zu seinem Nutzen eingesetzt. Vielleicht sollte man den Hawthorne Effekt in den Hellmuth Effekt umbenennen. Das Problem dabei wäre, daß man im Falle dessen, wenn man die Pokerspieler befragt, wie diese den Hellmuth Effekt definieren würden hunderte unterscheidliche Antworten bekommen würde, von denen die meisten hier nicht veröffentlicht werden könnten.

Der Hawthorne Effekt ist die Veränderung im Verhalten, welche durch die Aufmerksamkeit eines Anderen an der entsprechenden Sache bewirkt wird. Sie können die Sichtweise von dem was wirklich bei einem Pokerspiel vor sich geht verändern, indem Sie sich in ein Spiel einbinden und ihre Anwesenheit ausnutzen, um das aktuelle Spiel dadurch für Sie positiv zu beeinflussen.

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