Peter Zanoni ist Gründer und Mehrheitseigentümer der österreichischen „Concord Card Casinos“. Die private Casino-Kette ist vom Glücksspielmonopol nicht betroffen, da es ausschließlich Kartenspiele ohne Bankhalter anbietet – hauptsächlich Poker. Diese rechtliche Grauzone konnte sich Zanoni bis dato zu Nutze machen, nicht immer problemlos. Schon viele Male wurde er geklagt, gewonnen hat er bis dato immer. Jetzt geht er selbst in die Offensive und richtet seine Beschwerde gleich direkt an die Europäische Union. Die Casinos Austria würden steuerlich begünstigt und das zu unrecht.
Die österreichische Tagezeitung „Die Presse“ berichtet über eine Beschwerde von Peter Zanoni gegen die Casinos Austria. Es würde sich um „unerlaubte staatliche Beihilfe“ handeln – das Unternehmen genieße unrechtmäßige Steuererleichterungen.
Konkret handelt es sich um die so genannten „Propaganda Jetons“ – die es zum Fixpreis im Casino gibt. Der Preis dafür wird vom Finanzministerium vorgeschrieben – seit Anfang 2009 wurde dieser um € 5,- erhöht, auf € 30,- pro Jeton. Doch die Einnahmen dieser Jetons werden nicht in die Steuerabgaben der Casinos einbezogen. Laut Zanonis Anwalt Andreas Schuster geht es hier um Steuerersparnis von ca. € 9 Millionen, weil 90% der 2,3 Millionen Gäste pro Jahr diesen „Propaganda Jeton“ kaufen würden.
Diese Privilegierung der Casinos Austria müsse aufhören, nicht nur, weil es gegen den Wettbewerb verstoßen würde, sondern auch weil der Staat hier indirekt die nicht zu versteuernden Einspielergebnisse beeinflussen kann. Das würden aktuelle Zahlen untermauern, meint Zanoni gegenüber der „Presse“: „Ganz ‚zufällig‘ hat die Casinos Austria AG (Österreich-Geschäft) für 2008 ein Betriebsergebnis von minus 8,3 Mio. Euro ausgewiesen.“
Grund genug sich für Zanoni direkt an die EU zu wenden und Beschwerde einzulegen. Der Fall wird nun geprüft. Der Poker-Pionier Zanoni kann mit diesem Fall in die Offensive gehen, schon oft genug war es er, der sich vor dem österreichischen Gesetz rechtfertigen musste. Ein kluger Schachzug sich direkt an die EU zu wenden. Denn wer weiß wie lange er das noch kann – die österreichische Glücksspiel Novelle liegt bis Herbst noch auf Eis. Wie die endgültige Entscheidung dann aber aussehen wird ist noch nicht klar. Es könnte in jedem Fall auch Poker betreffen, denn die Casinos Austria fordern schon lange, dass das Pokerspiel in das Monopol miteinbezogen wird.
Die letzten 15 Jahre haben aber gezeigt, dass sich Peter Zanoni nicht so schnell unterkriegen lässt - so auch diese Beschwerde an die EU. Ob diese einschreiten wird, bleibt allerdings noch abzuwarten.

















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