
Der Geschäftsführer der Poker Players Alliance Direktor John Pappas wurde in Arizona geboren und hat sich schon seit seiner Jugend mit Politik beschäftigt. Pappas, welcher sich selbst als großen Poker-Fan beschreibt, spielt außerdem Golf und kocht gerne (wenn er nicht gerade im Auftrag der PPA unterwegs ist). Pappas arbeitet bereits seit seiner Graduierung im Jahr 1997 im Bereich Politik in Washington D.C. Der PPA Direktor arbeitete vorher 6 Jahre lang als Mitglied des Kongresses im Homeland Security Komitee, danach arbeitete er im Bereich des professionellen Lobbying, bevor er dann im Jahr 2007 bei der Poker Players Alliance anfing. Pappas nahm sich vor kurzem die Zeit, um sich mit PokerNews über die Bedeutung des Pokers in der US-politischen Szene zu unterhalten.
PokerNews: Die PPA ist bei der diesjährigen WSOP überaus präsent und stellt etliche neue Initiativen vor. Können Sie uns kurz sagen, um welche Initiativen es sich handelt und wie diese Initiativen für Poker hilfreich sein können?
John Pappas: Es handelt sich dabei um Wege, wie wir den durchschnittlichen Pokerspieler als “Anwalt des Pokers“ einsetzen können. Wie wir von einem Kongressmitglied (Shelley Berkley) und unserem Vorsitzenden Alfonse D’Amato erfahren haben, besteht der einzige Weg um das Denken in Washington im Bezug auf Poker zu verändern, darin der Regierung und der Öffentlichkeit bewusst zu machen, daß Pokerspieler verantwortungsvoll sind… und daß sie wählen. Der beste Weg um dies zu demonstrieren ist die nationale Poker Woche, welche wir vom 19. Juli bis zum 24. Juli veranstalten werden. Im Rahmen dieser Woche laden wir die 50 US-Staatsdirektoren und eine Anzahl von Poker-Pros nach Washington D.C. ein und schaffen so die Möglichkeit, daß sich Pokerspieler direkt Vis-à-vis mit den Kongressmitgliedern unterhalten können. Aber noch wichtiger ist es, die Poker-Community des gesamten Landes zu aktivieren, damit die Spieler sich treffen können. Dem Kongress muss bewusst werden, daß Poker kein Verbrechen ist sondern einfach nur ein Hobby wie jedes andere ist. Der Kongress soll dafür sorgen, daß alle Einschränkungen wegfallen und daß die US-Spieler wieder im Internet spielen können. Wir haben eine Anzahl von Möglichkeiten geschaffen, welche den Spielern dabei helfen können, ihr Ziel zu erreichen. Die Erste nennt sich Pokerpetition.com. Dabei handelt es sich um eine Petition, welche Pokerspieler unterschreiben können und welche während der NPW an den Präsidenten Obama übergeben wird. Ich würde mich freuen, wenn wir einen möglichst großen Stapel Papier auf den Schreibtisch von Obama legen könnten. (Anmerkungen: In den ersten 4 Tagen nach Start der Online Petition hatten bereits über 125.000 Leute unterschrieben).
Außerdem haben wir eine Internetseite mit dem Namen mypokerstory.com eingerichtet, auf welcher die Spieler Videos abloaden können, in welchen sie darlegen, warum sie Poker lieben. Dies ist ein Versuch Pokerspieler für den Kongress und die Community zu personalisieren. Viele Leute denken immer noch, daß Pokerspieler Schnurbart tragen, Zigarren rauchen, Whiskey trinken und in verräucherten Hinterzimmern ihr Hab und Gut verspielen, obwohl es in der Realität ganz anders aussieht. Jeder kann Poker spielen, egal ob Hausfrau, Schwester, Doktor oder Student. Es handelt sich dabei um nicht mehr als einen großartigen Zeitvertreib. Einige Leute verdienen sogar ihren Lebensunterhalt damit.
Schließlich haben wir noch die Internetseite nationalpokerweek.com, auf welcher man Informationen zur National Poker Week findet und wo man erfährt, wie man sich in dieser Woche für die Sache einsetzen kann. Auf dieser Seite werden wir während der nächsten Monate die aktuellsten Updates über unsere Aktionen veröffentlichen.
PN: In einer Pressekonferenz bei der WSOP, erwähnten die PPA Verantwortlichen, daß in Erwägung gezogen wird bestimmte Teilen der Barney Frank Regulatorien wegfallen zu lassen. Können Sie dazu etwas sagen?
Pappas: Wir arbeiten mit Senator Robert Menendez (D-NJ) zusammen, welcher eine Legislation am Ende des letzten Kongresses vorstellte, welche den Namen “Skill Game Protection Act” trug. Dabei ging es grundsätzlich um die Lizenzierung von Online Skill Games (nur Spiele, bei welchen Spieler gegen Spieler antreten, keine Spiele, bei welchen gegen das Haus gespielt wird). Davon betroffen wären Poker, Bridge, Schach, Mahjong, Backgammon und einige andere Spiel, bei welcher Spieler gegen Spieler Online spielen. An dieser Legislation arbeiten wir gerade und möchten sie erneut im Kongress vorstellen. Hoffentlich können wir dies im Rahmen unserer National Poker Week machen, damit wir diese Legislation als Teil unserer nationalen Poker Rechtsplattform in Washington einsetzen können.
PN: Wenn wir gerade über Barney Frank reden, was gibt es neues über ihn und die McDermott Gesetze?
Pappas: Die Legislation von Barney Frank wurde als Gesetz vorgestellt und trägt die Bezeichnung H.R. Bill 2267. Es gibt zwar noch einige Mängel, welche man beseitigen müsste, wenn es um die Lizenzierung und die Regulierung des Online Pokers geht, unterstützen wir das Gesetz jedoch zu 100%. Aber momentan erwarten wir noch keine perfekte Lösung. Jede Legislation ist zum Zeitpunkt der Vorstellung einfach nur ein Entwurf. Man kann die Legislation noch nicht als fertiges Produkt betrachten; es muss noch durch viele Hände gehen. Barney Frank hat zugesagt, daß er im Juli dieses Jahres eine Anhörung zu dieser Legislation durchführen will, dies wäre ungefähr zu dem Zeitpunkt, wenn die WSOP endet. Er plant eine offene Debatte über dieses Thema und möchte sich nicht wie im Jahr 2006 hinter anderen Anhörungen verstecken (Anmerkung/Update: Die geplante Anhörung im Juli wurde wegen der Kongress-Sommerpause auf September verschoben).
PN: Legislationen sind ein sehr langsamer Prozess. Wie gut sind die Chancen, daß das Gesetz im Jahr 2009 oder kurz danach in Kraft treten könnte?
Pappas: Es ist sehr schwierig dazu etwas zu sagen. Wir wissen ja alle, daß der Kongress eine Themen auf der Tagesordnung stehen hat und Poker gehört mit Sicherheit nicht zu den wichtigsten Themen für den Kongress. Deshalb versuchen wird die Gesetzgeber durch unsere nationale Poker Woche etwas für das Thema Poker zu sensibilisieren. Ich denke dies wird hilfreich sein und wir könnten es schaffen, daß ein Gesetz den Senat passiert. Danach können wir darüber diskutieren, ob ein Gesetz vom Senat im nächsten Jahr ratifiziert wird.
Ich denke, wir können nicht alles gleichzeitig erreichen, es ist natürlich immer noch unser Ziel, aber ich denke wir müssen dazu noch ein wenig Arbeit im Senat verrichten. Ich denke außerdem, daß wenn wir das Gesetz von Barney noch verbessern könnten, die Chancen, daß das Gesetz den Senat passieren wird, steigen werden und wir dadurch die Chance bekommen das Gesetz zur Abstimmung zu bringen.
Deshalb ist die National Poker Week sehr wichtig. Wenn wir es schaffen, daß den Gesetzgebern bewusst wird, daß Millionen Amerikaner sich der Thematik bewusst sind, was haben wir dann noch zu befürchten? Wenn die wissen, daß 20.000 Leute in ihrem Kongress-Distrikt für diese Abstimmung sind und 8.000 dagegen sind, werden wir gewinnen. Wir würden mit 12.000 Stimmen gewinnen, was ein riesiger Unterschied wäre.
PN: Im Bezug auf Barney Frank’s Legislation, was denkt die PPA über die Sache mit den “staatlichen Rechten”?
Pappas: Dies ist ein interessantes Paradoxon für uns. Aufgrund der Gesetzgebung und den Möglichkeiten des Staates sich in die Bundesgesetzgebung einzumischen, ist die Regelung für uns nicht so wie wir sie gerne hätten. Wir möchten keinen Gouverneur sehen, welcher einfach sagt;“ Ich möchte mit Internet Gambling nichts zu tun haben“. Er sollte an diesem Punkt schon einige handfeste Argumente vorbringen müssen.
Je mehr Beschränkungen eingeführt werden, umso mehr verfassungsmäßige Probleme gibt es. Es kann sogar vorkommen, daß der der Staat erklärt, eine Regulierung wäre verfassungswidrig, weil die Regulierung es ihm nicht erlauben würde die “Opt Out” Option zu nutzen. Hier müssen wir halt sehen, ob wir Wege finden können, um die Situation zu verbessern. Wir haben einige Änderungen ausgearbeitet und müssen halt abwarten, ob unsere Änderungen in Betracht gezogen werden können.
Die eigentliche Last wird sowieso an den Pokerspielern und allen anderen, welche dieses Gesetz möchten, hängen bleiben. Wenn eine solche Legislation den Senat passiert, wechselt der Fokus vom Kongress auf die lokale Gesetzgebung, die Gouverneure und ihre Rechtsanwälte. “Die Legislation ist durch, nun möchte der Staat an den Einnahmen des Internetpokers mitverdienen“. Wenn der Staat sicherstellen möchte, daß die Spieler in ihrem Staat nicht gezwungen werden auf unlizenzierte, unregulierte Internetseiten ausweichen müssen, dann sollten sie die “Opt In“ Option nutzen, da sie dadurch nur die Spieler aus ihrem Staat schützen und außerdem ihren Anteil an den Einnahmen aus dem Internetpoker bekommen werden.
In Teil 2 dieses Interviews unterhalten wir uns mit dem John Pappas, dem geschäftsführenden Direktor der PPA, über die kommende Implementierung der UIGEA Regulierungen, der aktuellen Beschlagnahmung von über $40.000.000 aus Einlagen von Online Pokerspielern und die Zukunftspläne der PPA.
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