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Der Pokerpsychotherapeut, Vol. 58: Das Fuß-in-der-Tür Phänomen

Poker Psychotherapeut

Das Fuß-in-der-Tür Phänomen ist durch die Fuß-in-der-Tür Technik bedingt, die auf Verkäufer zurückgeht, die ihren Fuß zwischen die Tür klemmten, damit der Kunde ihm nicht die Tür vor der Nase zuschlagen konnte. Die Idee dahinter ist, daß wenn man jemand zum zuhören zwingen bzw. bewegen kann, er letztendlich auch vielleicht kaufen wird. Oder um es mit psychologischen Worten auszudrücken: Wenn Sie möchten, daß jemand etwas Großes tut, muss man ihn dazu bringen zuerst mal kleine Dinge zu tun. Dieses Phänomen ist die Tendenz von Leuten, sich auf eine große Sache einzulassen, nachdem sie vorher bereits einer kleineren Sache zugestimmt hatten.

Wenn Sie also möchten, daß ihr Kollege ihnen beim Umzug in die neue Wohnung hilft, sollten Sie vorher mal versuchen ihn zu fragen, ob er ihnen helfen kann das Sofa zu tragen. Wenn er der Sache mit dem Sofa zustimmt, können Sie gleich versuchen, ob er ihnen noch bei den Wohnzimmermöbeln hilft und wenn Sie das geschafft haben, wird er sicherlich die anderen Sachen ganz von alleine in ihren Umzugs-LKW einladen.

Das ganze funktioniert auch umgekehrt, wenn Sie eigentlich wollen, daß jemand eine kleinere Sache erledigt, aber ihn zuerst um etwas Großes bitten. “Sag mal Bob, kannst Du dir das Wochenende freihalten, um mir dabei zu helfen mit meinem gesamten Hausstand umzuziehen? Nein? Dann kannst Du mir wenigstens bei diesem Tisch helfen?“.

Diese Technik nennt sich “Tür-ins-Gesicht” Technik. Man erwartet, daß man die Tür an den Kopf geknallt bekommt, weil man ihn um so eine große Sache gebeten hat, bekommt aber oft die kleinere Sache, weil… er ihnen gegenüber nun Schuldgefühle hat.

Nun fragen Sie sich natürlich:” Was hat dies mit Poker zu tun?”.
Herzlichen Glückwunsch, Sie sitzen am Final Table! Zehen Spieler setzen sich an den Final Table, nehmen ihre Chips aus den Racks und bestellen neue Drinks. Die Spieler schauen sich die Preisgelder auf den Monitoren an und stellen fest, daß neun Spieler ein Preisgeld erhalten und Platz 1 und Platz 2 den größten Teil des Geldes erhalten. Wenn Sie zu den mittleren Stacks gehören, ist dies nun der perfekte Zeitpunkt um folgendes zu sagen:“ Hallo Jungs, lasst uns einen Deal machen, damit der 10. Platz wenigstens seinen Buy-In zurückbekommt“. Oft stimmen die anderen Spieler zu und das Geld kommt normalerweise aus dem Preispool für den 1. Platz. Sie mussten also nichts von ihrem eventuellen Preisgeld abgeben und sind nun außerdem dafür bekannt, daß Sie bereit sind jederzeit einen Deal zu machen.

Später, wenn am Spieltisch nur noch sechs oder sieben Spieler sitzen und Sie immer noch zu den mittleren Stacks gehören und vielleicht sogar schon ein wenig zurückgefallen sind, wird man Sie immer noch als den Typ in Erinnerung haben, welcher großzügig den Deal für Platz 10 initiiert hatte. Nun ist es an der Zeit über einen weiteren Deal zu reden und die anderen Spieler werden ihnen zuhören. Sie hatten die anderen Spieler dazu gebracht dem “kleinen Deal“ zuzustimmen und nun ist es an der Zeit den großen Deal ins Gespräch zu bringen. Es handelt sich dabei um die bekannte Fuß-in-der-Tür Technik und die anderen Spieler sind von der psychologischen Seite her ehr bereit ihre Idee von einem “Chop“ von ihnen zu akzeptieren, weil Sie es geschafft hatten die anderen Spieler von dem “kleinen Deal“ zu überzeugen.

Da wir alle wissen, daß bei einem geteilten Preispool die einzelnen Spieler mehr erhalten, als der 3. Platz, aber weniger als der 2.Platz erhalten, werden Sie mit einem Deal wahrscheinlich besser abschneiden, als ohne einen Deal. Es sei denn, Sie wären sich sicher, daß Sie es bis auf den 2. Platz schaffen und vielleicht sogar eine Chance auf den 1. Platz haben, dann wäre ein Deal für Sie nicht wirklich vorteilhaft.

Mit der Tür-ins-Gesicht sollten Sie vorsichtig umgehen, wenn Sie versuchen einen unverschämten Deal auszuhandeln, um dadurch letztendlich einen für Sie vorteilhaften Deal zu erhalten, wird dies beim Pokern nur sehr selten funktionieren. Wenn Sie ein schlechtes Angebot für den Deal machen, werden sich die anderen Spieler daran erinnern. Bleiben Sie also bei der Fuss-in-der-Tür Technik, machen Sie ein faires Angebot und sorgen Sie dafür, daß die anderen Spieler Sie durch ihren “kleinen Deal“ in guter Erinnerung behalten. Wenn dann die Karten unerwartet gut kommen und Sie den Chip-Lead übernehmen, versuchen Sie am besten die “Fuss-im-Mund“ Technik: Schweigen Sie einfach und gewinnen Sie alles!

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