Das YouTube Orchester mit einem Pokerspieler
April 17, 2009, Lisa Horn

Pokerspieler George Dunham ins YouTube Orchester gewählt
Mittwoch Abend war es soweit – das
YouTube Orchester hatte seinen großen Auftritt in der New Yorker Carnegie Hall. Unter den 90 Musikern aus über 30 Ländern war auch Pokerspieler – George Dunham spielt nicht nur
Poker, sondern auch das Cello und hat es in das Orchester geschafft.
Ein internationales Orchester mit 90 Musikern, die direkt online über die YouTube Plattform gecastet wurden, traf sich vor drei Tagen um mit den Proben für ein historisches Konzert in der New Yorker Carnegie Hall zu beginnen. Seit Dezember hatten sich 3.000 Musiker/innen beworben um Teil des YouTube Orchesters zu werden. YouTube User konnten dann 200 von Ihnen für die Endauswahl nominieren.
Unter der Leitung von Grammy Gewinner und Musikdirektor des San Francisco Symphony Orchesters, Michael Tilson Thomas, wurden diese 200 Hobby- und Profi-Musiker aus 30 Ländern zusammengewürfelt: „Jeder im Orchester spielt schon lange sein Instrument, aber es war für uns unerheblich ob jemand professioneller Musiker ist oder nicht. Wir haben Physiker, Analysten und sogar einen Pokerspieler in unserem Orchester."
Dieser Pokerspieler heißt George Dunham und kommt aus Reno, Nevada. Eigentlich ist er professioneller Pokerspieler, wenn auch nicht von internationalem Rang. Aber seinen Hauptjob als Poker-Pro hat er für sein liebstes Hobby, der Musik, kurzzeitig auf Eis gelegt. Dunham spielt schon seit Kindertagen Cello und fand die Idee, beim
YouTube Orchester-Casting mit zu machen, lustig. Dass er letztendlich Teil dessen würde, damit hat der US-Amerikaner nicht gerechnet. Eine freudige Überraschung, im Team des ersten über das Internet gecasteten Orchesters zu sein.
Gespielt wurden verschiedene Auszüge aus klassischen und modernen Werken von Gabrieli, Bach, Mozart, Brahms, Villa Lobos und John Cage. Und dann noch eine eigens für dieses Orchester komponierte „Eroica" Symphonie des Oscar-Preisträgers Tan Dun (Soundtrack von „
Tiger & Dragon"). Orientiert an Beethovens Symphonie Nr. 3, auch „Eroica" genannt,hat er ein modernes Stück komponiert, in dem er Melodie-Schnipsel geloopt und viel Rhythmus eingebaut hat.
Am Mittwoch dann die feierliche Aufführung und große Erwartungen bei Publikum und Presse. Die Kritiken sind aber durchwegs positiv, weil von Anfang an der Projekt-Charakter im Vordergrund gestanden war und weniger eine perfekte künstlerische Leistung. Ab sofort soll dann das Konzert auf YouTube verfügbar sein – für die ganze Welt, ganz im Sinne der multimedialen Vernetzung.
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